Benotungsvertrag

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Auszug aus einem Benotungsvertrag[Bearbeiten]

(übertragen aus Elbow, Peter (2000): Everyone Can Write. Essays Toward a Hopeful Theory of Writing and Teaching Writing. NY: Oxford UP. S. 417f.)

Sie erhalten die Note 2 als Gesamtnote, wenn Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

1. Sie fehlen höchstens einmal.
2. Sie sind nicht ständig unpünktlich. (Sollten Sie einmal unpünktlich sein oder eine Sitzung verpassen, sind Sie selbst dafür verantwortlich, sich über verteilte Arbeitsaufträge zu informieren.)
3. Sie reichen höchstens einen größeren Arbeitsauftrag und höchstens einen kleineren Arbeitsauftrag mit Verspätung ein.
4. Sie arbeiten an ihrem Portfolio.
5. Sie arbeiten kooperativ in Gruppen. Sie sind bereit, einige Ihrer Texte mit anderen zu teilen; Texte anderer lesen Sie so, dass Sie bei Bedarf unterstützende und konstruktuive Rückmeldungen geben können.
6. Größere Arbeitsaufträge erfüllen folgende Voraussetzungen:

  • Sie verfassen dazu eine Prozessbeschreibung und reichen alle Aufzeichnungen und Entwürfe ein, sowie sämtliches Feedback, das Sie darauf erhalten haben.
  • Überarbeitungen: Wenn der Arbeitsauftrag lautet Texte zu überarbeiten, tun Sie mehr als nur die sprachliche Oberfläche zu korrigieren. Ihre Überarbeitung sollte die im Text zum Ausdruck gebrachten Ideen neu organisieren, erweitern, komplexer oder deutlich klarer machen, oder ihre Ideen mit neuen Aspekten in Verbindung bringen. Überarbeitete Texte müssen nicht besser sein - sie sollten aber stets anders sein, als die Ausgangstexte.
  • Korrekturen / Endversionen: Wenn Korrekturen oder Endversionen von Ihnen verlangt werden, soll ihr Text frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sein. Hierbei können Sie sich Hilfe von anderen holen. Erstentwürfe und Arbeitsversionen müssen in dieser Hinsicht nicht fehlerfrei sein - Endversionen hingegen schon.
  • Bemühung: Ihre Texte sollen ehrliche Bemühung erkennen lassen. Das heißt nicht, dass sie beim Schreiben leiden müssen, denn schließlich soll Schreiben auch Spaß machen. Bemühung heißt, dass Sie solide Arbeiten einreichen.
  • Verblüffung: Für jeden Text sollten sie eine spezifische Frgaestellung finden oder etwas, das Sie verblüfft. Das heißt zum Beispiel, dass Sie keine offensichtlichen Gründe dafür anführen, warum Unehrlichkeit schlecht und Demokratie gut ist. Bauen Sie Ihren Text auf einer Sie bewegenden Frage über Unehrlichkeit oder Demokratie auf, auf einem Problem, das Sie sehen oder auf einem Aspekt, der Sie zum Nachdenken anregt. (Im Übrigen liegt hierin eine entscheidende Fähigkeit, um das (BA/MA-)Studium zu meistern - es geht darum, eine Frage zu finden, die Sie interessiert - selbst bei einem langweiligen Arbeitsauftrag.)
  • Denken: Wenn Sie etwas gefunden haben, das Sie verblüfft, nutzen Sie Ihren Text, um etwas herauszufinden. Setzen Sie einige intellektuelle Hebel in Bewegung. Ihr Text muss auf etwas abzielen - er braucht einen roten Faden.

Lassen Sie sich von den drei letzgenannten Bedingungen nicht zu sehr verunsichern. Wenn man sich zu sehr auf Bemühung, Verblüffung und Denken konzentriert, wird es schwieriger, einen gut strukturierten und gedanklich sauberen Text zu verfassen. Es ist - besonders in Arbeitsversionen - in Ordnung, wenn einige Fragen offen bleiben und der Text erkennen lässt, dass Sie gelegentlich Schwierigkeiten haben. Wichtig ist, dass das Fehlen von Einheit und Sauberkeit ihre Bemühung erkennen lässt, nicht das Fehlen derselben.

Sollten Sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen, wird Ihre Note zügig hinter eine 2 zurückfallen.