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Benutzer:David Hartmair/Dokumentation (KU 2018)

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Kulturhistorische Kunstvermittlung bei Kindern im KHM

Ablauf "Vergessene Völker"

Begrüßung im Atelier des KHM. Großer Tisch mit Malsachen und historischen Bildern, an dem die Kinder (Alter 10-14) Platz nehmen. Römer, Griechen und Ägypter werden auch angesehen. Aufteilung in 2 Gruppen (ich ging in die Gruppe von Stephanie Stoss). Tour fängt mit den Ägyptern an. Kinder werden laufend durch Fragen eingebunden. Es wird über die Mumifizierung von Grabbeisetzungen geredet. Übergang zu den ägyptischen Göttern. Uns wurde eine Statue eines Pharaos von ganz Ägypten gezeigt (Ober- und Unterägypten) mit Orus (Gottheit) gezeigt und erklärt. Die Tour geht weiter zu den Griechen. Statue von Artemis (Jagdgöttin) wird gezeigt, Kinder werden gefragt welche Götter sie kennen. Erklärung woran man erkennt, dass die Statue Artemis darstellt (rostiger Köcherabdruck). Übergang zu einer Zantaurenstatue, um über griechische und moderne Mythen zu reden. Wir gehen weiter zu einem in Österreich gefundenen römischen Mosaik. Auf dem Mosaik ist der Mythos von König Minos von Kreta dargestellt (Minothaurosmythos). Die Geschichte wird erzählt. Dieser Mythos wird als Übergang zu den Mindern verwendet. Wir gehen zu einer kleinen Glasvitrine mit Schoben und Töpfen und Statuetten aus Bronze. Statuetten werden von uns interpretiert, um auf das kindische Leben schließen zu können. Wir gehen weiter zu den Etruskern. Es wird erklärt, wie einflussreich die Etrusker auf die Römer und somit auf uns waren. Es werden beeindruckende Steinkisten aus der Etruskerzeit gezeigt, in die Figuren geschnitzt sind. Diese wurden als Urnen verwendet. Geschichte vom trojanischen Krieg ist in eine Urne geschnitzt. Es wurden bei den Etruskern keine Geschichten vom Verstorbenen in die Urne geschnitzt, sondern bekannte Mythen dienten als Zierde. Wir gehen jetzt ins Atelier zurück. Kinder können jetzt versuchen eine Statue nach "Art der Minder" nachzubauen. Anschließend erstellen Kinder eine Collage, in der sie sich selbst als Ägypter, Römer, Germanen, Griechen, usw. darstellen können. Den Kindern wurden dabei jegliche Freiheiten eingeräumt. Sie können kleben, schneiden, zeichnen, etc. Es gibt eine Kiste mit zahlreichen Folien und Stifte und Bastelutensilien befinden sich am Tisch zur freien Entnahme.

Ablauf "Schatzsuche" Begrüßung findet wieder im Atelier statt. Kinder nehmen wieder Platz am großen Tisch mit Malsachen. Kinder sind 6-10 Jahre alt. Sie weideneingeteilt in 6-8 Jährige und 9-10 Jährige (2 Gruppen). Tour beginnt bei Ägyptern (Mumie). Ich gehe dieses mal bei der Gruppe von Elke Pühringer mit, um die Methoden von beiden Lehrbeauftragten kennenzulernen. Es wird wieder viel gefragt, die Kinder werden eingebunden. Es wird über Begräbnisse der Ägypter geredet, weil diese Schätze als Grabbeigaben gehabt haben. Dann wird über Grabräuber geredet. Anschließend reden sie über Totenmasken. Danach schauen wir eine Vitrine mit einer Mumie an. Mumie wurde von Grabräubern geplündert. Diese stehlen die Maske. Tour geht weiter. Wir gehen zur nächsten Mumie. Schmuckstücke, die die Mumie trägt werden erklärt. Amulett ist ein Glücksbringer. Wir gehen weiter zu ägyptischem Schmuck, den man in Mädchengräbern gefunden hat. Wir reden über eine Elfenbeinschatulle, die hübsch dekoriert ist und dann sprechen wir über Handspiegel. Da gab es noch kein Spiegelglas (haben erst die Römer erfunden), deshalb haben sie Bronze poliert, bis man sich darin sehen konnte. Sehen aus wie Pizzaschneider (Elkes Kinderfreundlicher Vergleich). Mistkäfer (Scarabäus) als Lieblingsglücksbringer der Ägypter wird hergezeigt. Wir gehen weiter zu den Griechen. Eine Begräbnistruhe, auf der Männer und Frauen gekämpft haben wurde uns gezeigt. Männer sind nackt und muskulös als Akt der Selbstdarstellung. Statuen, Urnen, etc. alles war bemalt. Edelsteine wurden zerschlagen und mit Eiern gemischt um eine dicke wetterresistente Farbe herzustellen. Wir sehen uns wieder das Mosaik vom letzten mal an. Diesmal ist es kindgerechter erklärt (immerhin ist ein großer Altersunterschied zu den Kindern vom letzten mal). Elke erklärt das Mosaik als Puzzle, das man aus kleinen farbigen Teilen (Steinen) zusammensetzen muss. Wir gehen weiter zu den Römern. Die Römer hatten Geld und deshalb auch einen Schatz (kinngerecht erklärt). Nachgemachte römische Münzen werden durchgegeben. Bei jedem Kaiser wurden Münzen eingesammelt und neu geprägt. An dieser Stelle hörte die Führung für mich leider verfrüht auf: Einem kleinen Mädchen ist schlecht geworden, deshalb habe ich es ins Atelier begleitet und ihr ein Wasser gegeben. Sie wollte nicht mehr zurück zur Gruppe, weil es ihr nicht so gut ging, deshalb habe ich gewartet, bis die Gruppe wieder da war. Elke hat mir anschließend erzählt, was sie noch mit der Gruppe angeschaut hat: Die Sonderausstellung "recovered treasures" in der die Kapitolinische Trias, und ein Brustpanzer zu sehen war und dann sahen wir uns die Ausstellung zur Zeit der Völkerwanderungen an. Der dort zu betrachtende Schatz wird den Waren zugeschrieben, genau kann man das aber nicht sagen. Bei den kleineren wurde noch mehr Wert auf Spiel, Spaß und die Einbindung der Kinder, gelegt. Zurück im Atelier lautete die Arbeitsaufgabe: Jeder bastelt eine Schatzkiste mit einem Schatz. Kinder gießen dafür Gips in Formen und bekommen eine kleine Kartonschachtel als Schatzkiste. Einige Kinder wollen keine eigenen gießen, sie bekommen bereits gegossene. Kinder Arbeiten viel mit der Goldfolie. Für die, die fertig sind lautet der neue Auftrag eine Schatzkarte zeichnen.

Eindrücke Kollegialer Umgang unter den Mitarbeitern - angenehme Arbeitsatmosphäre Kinder sind extrem interessiert weil sie in ihren Ferien kommen und nicht von der Schule "gezwungen" werden Kinder wissen irrsinnig viel


Interview mit Elke Pühringer

Frage 1: Wie wichtig ist es Kindern historisches Wissen zu vermitteln?

Antwort: Wichtig aber noch wichtiger ist es Freude und Spaß zu vermitteln. Kinder wissen selbst auch sehr viel.

Frage 2: Welche Rolle nehmen Museen wie das KHM bei diese Wissensvermittlung ein?

Antwort: Hier sind die Objekte. KHM als Bühne. Hochwertige Qualität der Objekte. Wert des KHM ist unbezahlbar.

Frage 3: Ist ein spielerischer Ansatz bei der Vermittlung von Wissen an Kinder wichtig?

Antwort: Unbedingt notwendig. Geht nicht ohne. Wegen Aufmerksamkeit. Wenig Inhalte, viel selbst herausfinden. Altersabhängig. Als Kulturvermittler ist man quasi Psychologe. Jede Führung ist anders.

Frage 4: Warum lernen Kinder in diesem "Workshop" eher etwas über kaum bekannte antike Völker, statt über die berühmten Ägypter, Griechen und Römer?

Antwort: Konzept für ältere, die bekanntere Völker bereits kennen. Aktuelles Thema "Flüchtlinge": Positiver Aspekt Völkerwanderung. wichtiger Aspekt nicht nur schulisches Wissen zu vermitteln.

Frage 5: Was kann ein Museumsbesuch den Kindern vermitteln, was im Schulunterricht fehlt?

Antwort:Bei originalen anderes Bewusstsein. Viel näher am Volk als durch Bücher. Viel spannender, viel lustiger. Wollen dem "Museum ist blöd und fad Stigma" entgegenhalten.

Frage 6: Welche Umstellungen in der Wissensvermittlung müssen getroffen werden, wenn man mit Kindern arbeitet (im Vergleich zu Erwachsenen)?

Antwort: Mehr Interaktivität. Mehr Materialien (Materie statt Zahlen und Vorträge). Kindern wird das durch Schmuck, Fotos (gefärbte griechische Statuen), Münzen, etc. besser klar. Kein Schulfeeling aufkommen lassen!