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Wikipedia:Babel
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Einleitung[Bearbeiten]

Migrationsgeschichte[Bearbeiten]

„ Schon bald nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und mit Einführung der Währungsreform setzte die deutsche Wirtschaft zu einem beispiellosen Aufholprozess gegenüber ihren westlichen Wettbewerbern an.“ (Steffens 2008 : 79). Dieses Zitat stammt aus dem Buch 'Integrations- und Segregationsmuster von türkischen Migranten', geschrieben von dem Autor Friedhelm Steffens und deutet auf das Phänomen, das heute als 'Wirtschaftswunder' bezeichnet wird und sich nach dem 2. Weltkrieg, ab 1950 vollzog. Die deutsche Gesellschaft war noch unter Schock des Zweiten Weltkrieges. Sie waren traumatisiert, denn zahllose Menschen hatten ihre Verwandten, ihren kompletten Besitz, ihre Freunde und sogar Heimat verloren. So kam der rasante wirtschaftliche Aufschwung gerade recht und wirkte nach und nach wie ein Balsam für die wunde deutsche Seele. Doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass es an Arbeitskraftressourcen mangelte, weswegen sich die BRD zu einem Schritt entschloss, der die Migrationsgeschichte Deutschlands beginnen ließ. Es war eine Vereinbarung, dessen ungeahnten Folgen bis heute andauern. Am 30. Oktober 1961 regelte das Auswärtige Amt in Bonn mit der türkischen Regierung das zweiseitige Anwerbeabkommen, in dem beschlossen wurde, dass Arbeitskräfte aus der Türkei in die BRD entsand werden würden (Özkara 1988 : 40). Solch ähnliche Abkommen wurden zuvor schon mit Italien im Jahre 1955, mit Spanien und mit Griechenland fünf Jahre später nach Italien abgeschlossen. Zunächst war geplant, dass die sogenannten 'Gastarbeiter' aus der Türkei für nur zwei Jahre bleiben und dann wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, doch dies erwies sich sowohl für die deutsche, als auch für die türkische Gesellschaft als eine Utopie. Es sollten gesunde und kräftige Arbeitskräfte sein, was dazu führte, dass sich hauptsächlich männliche Personen bewarben. Das Abkommen kam der, zu der Zeit der 1960er Jahre, wirtschaftlich armen und politisch instabilen Türkei gerade recht, da viele die Chance darin sahen der Arbeitslosigkeit in ihrem Land zu entfliehen. Während es für einige eine Flucht vor Armut und Verfolgung war, war es für andere eine Möglichkeit ein unabhängigeres Leben zu führen, von den traditionellen Fesseln der Familie loszukommen und mehr von der Welt zu sehen. (Steffens 2008 : 83) „In vielen Fällen [wie auch hier, führt die Migration] zu einer Trennung der Familienmitglieder von unterschiedicher Dauer und kann zur Auflösung der Familienorganisation führen.“ (Özkara 1988 : 40). Die kräftigen, zumeist männlichen Gastarbeiter kamen und ließen ihre Familien in ihrer Heimat zurück, was die Tendenz zur Entfremdung der Familie untereinander auslösen kann. Doch diese Trennung bewährte sich nicht für allzu lange. Die innerhalb von zwei Jahren stetig ansteigende Arbeitslosenquote in der BRD, führte im Jahre 1973 schließlich zu einem kompletten Anwerbestopp für ausländische Arbeitskräfte (Steffens: 81). Ziel war es dadurch die Zahl der ausländischen Bevölkerung nicht weiterhin zu erhöhen, was sich jedoch als Fehltritt erwies, denn es kamen nun die Familien der Gastarbeiter ins Land. Hiermit ist die Phase der Gastarbeiter zu Ende, doch schon bald begann eine neue Periode. Es kamen nun nicht mehr nur Frau und Kinder nach, sondern auch Tanten, Onkel, Großeltern, Geschwister und weitere Verwandte suchten sich den Weg nach Deutschland, sodass da schon klar wurde, dass die 2 Jahre der Gastarbeit, sich wie schon oben beschrieben, als Utopie bewiesen. Und so kommt es, dass mittlerweile sich schon die vierte Generation der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschand befindet.

Diversität[Bearbeiten]

In der Geschichte haben sich die Gesellschaften vieler europäischen Länder durch Zuwanderung ethnisch, so wie kulturell verändert. In Deutschland begann diese Veränderung ab dem Zeitpunkt des Anwerbestopps im Jahr 1973. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die immigrierten Gastarbeiter „ihre mitgebrachte Kultur und Religion nicht öffentlich gelebt“ (Süssmuth 2006: 176). Da viele ihr neues Heimatland Deutschland aber anscheinend mochten und vor hatten auf lange Sicht zu bleiben und sich eine Existenz aufzubauen, wurden immer mehr Deutsche, ob sie es wollten oder nicht, mit der fremden Lebensweise, Kultur und Religion der Zuwanderer konfrontiert. Nun galt es also Parallelgesellschaften zu vermeiden und ein friedliches Zusammenleben zu organisieren, indem man universale Werte und Normen festlegte, die vor allem über ethnische, kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg, für alle gelten. Diese Aufgabe wurde in Deutschland mithilfe des Grundgesetzes geregelt, denn diesem nach hat jeder deutsche Bürger die Verpflichtung, für gemeinsame Überzeugungen einzustehen; Werte, wie die Würde der einzelnen Person zu achten; die Gleichberechtigung von Migranten im Alltag umzusetzen und der Benachteiligung von Migranten in Bildung, Arbeit, gesellschaftlichen und politischen Angelegenheiten entgegenzuwirken“. (Süssmuth 2006: 207)

An dieser Stelle kommt nun auch der Begriff der Diversität mit ins Spiel. Er hat seinen Ursprung in der USA und bedeutet „any mixture of items characterized by differences and similarities“ (Thomas 1996: 5, zit. n. Leenen, Scheitza, Wiedermeyer 2006: ). Auf Deutsch bedeutet das im Übertragenen Sinne, dass das „Vorhandensein von Unterschieden und Ähnlichkeiten in einer Grundgesamtheit im Fokus“ (Leenen, Scheitza, Wiedermeyer 2006: ) steht, diese Sichtweise wird auch Diversitätsperspektive genannt.

Stereotype[Bearbeiten]

Der Begriff des Stereotyps kommt aus dem Griechischen. Stereos bedeutet „hart, starr“, wohingegen typos den „Entwurf“ oder die „feste Norm“ meint (vgl. Petersen & Six 2008: 21). Stereotype sind also harte bzw. starre Entwürfe. Laut Katz und Braly sind Stereotype ein „starrer Eindruck, der nur in geringem Maße mit der Realität übereinstimmt, und dadurch zustande kommt, dass wir zuerst urteilen und dann hinschauen.“ (vgl. ebd). Damit Stereotype überhaupt entstehen können, müssen die Menschen dazu bereit sein, sogenannte soziale Kategorisierungen mit anderen Menschen zu vollziehen (vgl. ebd). Das bedeutet, diese Menschen in „Angehörige von Eigen- und Fremdgruppen [anhand von unterschiedlichen Merkmalskategorien] aufzuteilen“ (ebd.). Diese Merkmalskategorien können breite, sowie kleinere sein: Erstere sind beispielsweise Nationalität oder Geschlecht, zweitere z.B. Karrierefrauen (vgl. ebd.). Stereotype, die eine Person über eine fremde Gruppe entwickelt, sind meist negativ konnotiert, da diese konkreter formuliert werden. Im Gegenzug sind Stereotype der Eigengruppe meist positiv behaftet, da diese abstrakter artikuliert werden (vgl. ebd.). Das Bild von der eigenen Gruppe, sowie das Bild von der fremden Gruppe befinden sich in einer „wechselseitige[n] Bedingtheit“ (Neubauer 2011:34). Das soll heißen, dass ein negatives Bild von anderen, gleichzeitig ein positives Bild von sich selbst entstehen lässt. Der Begriff lässt sich also eigentlich weder positiv noch negativ definieren. Auch wissenschaftlich lässt er sich neutral definieren (vgl. ebd). „Haben sich Stereotype erst einmal gebildet, dann beeinflussen sie die Informationsverarbeitung, indem sie Einfluss auf Prozesse der Aufmerksamkeit, auf die Interpretation von Informationen, auf das Gedächtnis sowie auf Schlussfolgerungsprozesse nehmen“ (vgl. Petersen & Six 2008: 21). Das bedeutet unter anderem auch, dass Stereotype erfahrungsresistent sind. Neues Erlebtes wird als Ausnahme bewertet. Das heißt, dass das neue Erlebte durchaus gewisse Stereotype wiederlegen kann. Jedoch lässt dies das Bewusstsein oftmals gar nicht erst zu. Stereotype sitzen tief im Bewusstsein, und lassen sich in einem selektiven und sich ständig wiederholendem Wahrnehmungsprozess selbst bestätigen. (vgl. Neubauer 2011:33) Stephan Zoll unterscheidet zwischen fünf verschiedenen Arten des Stereotyps: „Typ I stellt die Grundform des Stereotyps dar“. Ein Beispiel dazu wäre: „Der Italiener ist temperamentvoll“ (Neubauer 2011:35). Typ II hingegen ist ein „mögliches Stereotyp“ (ebd.). Das heißt, das Stereotyp beschreibt eine mögliche, aber nicht sichere Tatsache, wie in folgendem Beispiel: „Der Italiener gilt als temperamentvoll“ (ebd.). Typ III ist ein „syntaktisch erschließbares Stereotyp“ (ebd.). Mit folgendem Beispiel wird dieses Stereotyp näher erläutert: „Er ist Amerikaner, aber er hat gute Essgewohnheiten“ (Neubauer 2011:36). Es wird indirekt darauf gedeutet, dass der Amerikaner keine guten Essgewohnheiten hat. Das „relative Stereotyp“ (ebd.), als Typ IV, lässt sich durch die „Aussage ‚Der Spanier ist noch temperamentvoller als der Italiener‘ erschließen“ (ebd.). Die letzte Form ist Typ V: „das kontextpragmatische Stereotyp“ (ebd.). In diesem Fall werden einer Gruppe von Menschen gewisse Eigenschaften in einem Text zugewiesen (vgl. ebd.).

Hypothese[Bearbeiten]

Comedians lassen negative Stereotype über Deutsch-Türken bei deutschen entstehen.

Durchführung der Interviews und die Comedians[Bearbeiten]

Ausgewählte Comedians und Stereotype[Bearbeiten]

Jilet Ayse:

  • Türken sind faul = arbeiten nicht gerne und nehmen den Staat aus
  • Statussymbole = BMW und teurer Schmuck
  • Bildung nicht so wichtig = Bildung ist zweitrangig

Kaya Yanar:

  • Ehre der Frau/Zwangsheirat
  • Ehefrau/Jungfrau = Es gibt nur Ehefrauen und Jungfrauen, alle türkinnen warten bis zur Ehe

Özcan Cosar:

  • Beziehungsperspektive = sehr Ernst in der Beziehung
  • Türken als Asoziale = nicht besonders gute Zukunftsperspektiven
  • Aggression = streiten sich gleich

Interviews[Bearbeiten]

Interview 1:

Video1(Özcan Cosar)

Person 1: Ich weiß nur so, ich saß mal neben einer türkischen Freundin in der Schule und die war schon immer sehr ernst mit der Liebe. Also so wie er`s beschreibt eigentlich. Aber ich mein man kanns ja auch nicht einfach auf alle übertragen. Es gibt sicherlich auch welche die es nicht so sehen. Interviewer: Aber du hast es so schon mal erlebt? Person 1: Also nicht so aggressiv, aber halt so eher auf die liebe Art so. Person 2: Also ich eigentlich net. Interviewer: Und wie seht ihr das, findest du das jetzt eher positiv oder negativ das Verhalten? Zb jetzt das von deiner Freundin? Person 1: Ach das war jetzt nicht negativ. Also es hat ihr jetzt nicht geschadet, also ich seh da jetzt kein Problem.

Video2 (Jilet Ayse)

Person 2: Also ich find ja jetzt eigentlich nicht, dass man das so auf türkische Leute festlegen kann. Solche gibt´s bei jeder Nationalität und halt auch eben net. Ich glaub des kommt eher auf den Einzelnen drauf an und jetzt net auf die Türken speziell. Person 1: Ich hab sowas auch noch nie erlebt, gar nicht. Außer jetzt das mit dem BMW (lacht) ist halt jetzt so ein Vorurteil, ich kenn auch keinen der sowas jetzt fährt. Person 2: Also da wo ich Praktikum gemacht hab in der Grundschule, da hat die Klassenlehrerin hat ernsthaft gesagt, da waren halt auch so türkische Kinder, dass die wirklich bis vor die Haustür gefahren werden und nur 50m gehen müssen, damit die eltern zeigen können wer die coolste Karre hat. Da hammas halt anscheinend wirklich so. Also hat halt die erzählt.

Video 3 (Kaya Yanar)

Person 1: Ehm, kann ich nicht bestätigen. Ich kenn auch eine Türkin die in der Türkei wohnt und die auch da mit ihrem Freund zusammen gewohnt hat und die ganz modern gelebt haben, also da war kein „du musst dann sofort heiraten“ und ja, die sind jetzt glaub ich 8 Jahre zusammen und heiraten jetzt erst im Sommer. Person 2: Also ich kenn´s Gegenteil. Unser Bekannter der hat auch ne Tochter, also des sind auch Türken und die hätt auch mit nem Türken in der Türkei verheiratet werden sollen und halt wirklich nur der und ja die ist dann getürmt mit nem Andern. Weil sie eben das so nicht wollte. Find ich halt, wenn die den absolut nicht will und alles, dann kann man sie doch net zwingen.

Video 4 (Özcan Cosar)

Person 1: Also was ich so mitbekomm ist halt so weng, wenn an sich über Ausländer gesprochen wird, ist es erstmal so „Türke“, obwohl Ausländer ja auch Italiener, Irak, Iran, keine Ahnung, Russland, ja alles da ist, ist es dann immer so ja die Türken, ja, würd ich sagen. Person 2: die sind immer schuldig, quasi (lacht), wenn es heißt „Ausländer“ Person 1: Ja, aber aggressiv...?! Person 2: Schüttelt vehement den Kopf Person 1: Hab ich so eig noch nie erlebt oder gehört. Interviewer: Würden jetzt solche Videos euer Bild über die Deutsch-Türken beeinflussen. Person 1: Nee,auf keinen Fall. Person 2: hm hm, gar net.


Interview 2:

Video1 (Özcan Cosar)

Interviewer: Könntest du das jetzt so bestätigen, dass Männer so in einer Beziehung reagieren würden? Person3: Also, vielleicht nicht ganz so aggresiv, aber aus meiner Erfahrung von Freundinnen hab ich auch schon festgestellt, dass die dann auch gleich sehr emotional sind und auch gleich so die Liebesschwüre von sich geben, auch wenn das vielleicht gar nicht so gemeint ist. So kenne ich das zumindest von meiner türkischen besten Freundin. Also wenn ich jetzt sowas mitbekommen würde, dann würde ich mir schon so meine Gedanken machen, aber sonst naja, ich kenn das halt, das ist halt die Kultur, die sind halt anders, als zb die deutschen Männer. Hat auch so seine Vorteile denen gegenüber. (lacht)

Video2 (Jilet Ayse)

Interviewer: Du hattest auch während des Videos mal gelacht, was genau hat dich da besonders zum Schmunzeln gebracht? Person3: Naja, ich hab gelacht weil die ja mit den Klischees, die vielleicht viele Deutsche gegenüber Deutsch-Türken haben, spielen. Zb. Das halt alle von Hartz4 leben würden. Und die Deutschen halt dafür bezahlen und dass die halt alle nen BMW fahren und ja halt auch diese Sprache die sie benutzt, ist halt auch schon des was man so als Vorurteil hat, v.a.wie junge Leute Deutsch sprechen. Also ich find das so teils teils, zum Teil spielen ja die Türken auch selber mit diesen Vorurteilen, also zb. Jeder Türke den ich kenne hat zb ein Iphone. Zumindest halt die, die ich kenne. Ich sag ja nicht, dass es generell so ist aber halt ja zb. Das halt sowas wie Iphone z.B. schon wichtig ist so als Statussymbol, hab ich schon den Eindruck. Ehm ja sonst, ich kenne natürlich auch sehr fleißige Türken, da finde ich natürich auch nicht dass alle Türken von hartz4 leben. Das ist ganz sicherlich nicht so. Teilweise ist das Video natürlich auch vollkommen überzogen. Kann mir jetzt nicht vorstellen, dass die Deutschen von den Deutsch-Türken denken, dass es reicht wenn einer aus der Familie lesen und schreiben kann.

Video3 (Kaya Yanar)

Person3: Also meine beste Freundin ist ja Türkin und ja, also ich weiß es,ich glaub, also ich hab so das Gefühl, dass viele Türkinnen sich nicht unbedingt daran halten, aber niemand spricht darüber. Also die halten oft den Anschein dann aufrecht, dass es so wäre, dass sie halt noch Jungfrau sind, wenn sie heiraten, obwohl es auch oft nicht so ist. Also haben mir auch schon ein paar erzählt, dass es so wäre. Also deswegen, aber ich weiß z.B. dass ihr Vater da überhaupt nicht so ist. Der ist da ganz locker, dem macht das überhaupt nichts aus. Aber die türkischen Frauen, die Sex haben vor der Ehe und auch offen darüber sprechen schon so´n bisschen stigmatisiert werden und halt nen schlechten Ruf haben, während die türkischen Männer das machen können, was sie wollen.

Video4 (Özcan Cosar)

Person3: Ich find sein letzter Satz „Türke sein ist nicht einfach“, find ich, also hab ich schon auch die Erfahrung gemacht, dass es so ist. Also auch die meisten Erfahrungen von meiner besten Freundin eben und die sagt auch oft, dass sie hat oft – ihrer Meinung nach – ja, benachteiligt wird, weil sie halt türkischer Abstammung ist, also auch sowas was jetzt Jobs angeht, Bewerbungen und viele Leute halt von vornherein denken, dass sie jetzt nicht unbedingt so geeignet ist um Studieren, wie vielleicht jemand anders das wäre. Also ich glaub schon, dass das schwierig ist oder sein kann, also das man da mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. Interviewer: Würden jetzt solche Videos euer Bild über die Deutsch-Türken beeinflussen? Person3: Hm, schwierig, also schwierige Frage. (Pause) Ehm. Also ich glaub viele würden das so sehen, dass es ihr Bild bestätigt, aber eigentlich ist es ja witzig, weil es ja diese Vorurteile anspricht und das irgendwie darstellt, aber deswegen denk ich jetzt nicht irgendwie schlechter über deutsch-Türken. Ich greif da lieber auf meine persönliche Erfahrung zurück als mich von solchen Videos beeinflussen zu lassen.


Interview 3:

Video 1 (Özcan Cosar)

Person4: Ja, also ich bin öfters in einer türkischen Shisha-Bar und da laufen im Hintergrund oft so türkische Soaps und da ist es wirklich so, dass die Männer immer so übertreiben mit ihren Frauen, aber ob das halt in Echt auch so ist, ist halt die Frage... Person5:Naja, dass die Türken so singen bzw. So wie er da halt singt, kann ich irgendwie schon so bestätigen, weil für mich klingen echt alle Lieder so. Aber dass die türkischen Männer da so amokmäßig verliebt sind kann ich aus meiner Sicht gar nicht bestätigen. Ich hab eher das Gefühl, dass die gefühlskälter sind als wir in Sachen Liebe.


Video 2 (Jilet Ayse)

Person4: Krass, die ist ja wirklich so richtig assi. Allein wie sie spricht und sich bewegt. Kann ich so, zumindest von türkischen Frauen, nicht bestätigen. Ich denk aber schon, dass das stimmt was sie anspricht, dass viele Männer die Türken sind in Deutschland nen fetten 3er BMW fahren, aber genauso ja eig auch Deutsche oder andere Ausländer. Person5:Awa, so ein Quatsch! Kenne keinen Deutschen der nen 3er BMW fährt und seine Rechnungen nicht bezahlt. Person4: Ah ja, aber so viele Türken, oder was? Person5: Ja ne, eig auch nicht.

Video 3(Kaya Yanar)

Person 5: Haha, da bedient sich der Kaya Yanar ja voll dem Klischee, dass türkische Frauen alles Jungfrauen sind. Echt Schwachsinn, kann ich mir gar nicht vorstellen. Sind doch ganz normale Frauen, die auch, sag ich mal, Bedürfnisse haben. Die tun vielleicht nur so, als ob. Person4: Ja, moment! Das sagt er ja jetzt nicht sooo krass. Einige sind ja auch Ehefrauen (lacht). Aber ja, also meine türkischen Kumpels legen da tatsächlich voll Wert drauf. Die sagen z.B. schon, dass die niemals ne Türkin heiraten würden, die keine Jungfrau mehr ist. Oder finden das auch überhaupt nicht in Ordnung, wenn die Schwester mit nem Deutschen ausgeht oder allgemein wen datet. Person5: Ja, aber selber daten die ja alles mögliche? Ist doch auch irgendwie dämlich. Person4: Das ist ja auch ne andere Nummer.

Video 4 (Özcan Cosar)

Person4: Ohman, das ist sooooo wahr. Meine türkischen Freunde werden echt immer voll schnell aggressiv und müssen sich gleich mit jedem prügeln, der die in irgendeiner Weise schief anguckt. Das ist manchmal wirklich weng anstrengend. Person5: Ja, das kann sein, hab ich aber ehrlich gesagt noch nie so mitbekommen. Eher dass die Russen sich immer prügeln wegen jeder Kleinigkeit. Aber das mit dem Türke als was Besonderes, wo man Safari-Touren hinmacht ist schon echt bescheuert und irgendwie auch überhaupt nicht lustig. Interviewer: Würden jetzt solche Videos euer Bild über die Deutsch-Türken beeinflussen? Person4: Nee, gar net! Hab ja genug türkische Freunde an denen ich die Wahrheit sehe (lacht) Person5: Bei mir eigentlich auch nicht, sind ja Comedians, die sich halt an den Klischees bedienen.


Interview 4:

Video 1(Özcan Cosar)

Person6: Das ist aber ein ganz schön aggressiver junger Mann. Interviewer: Würden Sie sagen, dass dieses Verhalten der Wahrheit entspricht? Person6: Nein, also dass kann ich so nicht sagen, ich denke es gibt in jeder Nation ein paar Männer die das mit der Liebe sehr sehr ernst nehmen und natürlich auch andere, die das lockerer sehen und auch angehen. Ich habe sowas zumindest noch nie mit erlebt oder aus nächster Nähe gehört.

Video 2(Jilet Ayse)

Person6: Nun, also ein bisschen erinnert mich die ja an diese Deutsche die so ganz schreckliche Solarium-Haut hat. Wissen Se, wen ich meine? Interviewer: Cindy aus Marzahn? Person6: Jaaaa genau, die! Da ist mir jetzt der Name von entfallen. Naja, die macht sich ja auch so bisschen über die deutsche untere Sozialschicht lustig. So ähnlich seh ich das auch bei dieser Dame. Die polarisiert natürlich auch, indem sie so Sachen von sich gibt und alle über einen Kamm schert. Aber ich würde sagen, dass das ja teilweise überhaupt nicht so ist. Ich bin ja nun schon ein Weilchen länger unterwegs und habe damals sehr viele türkische Familien in meiner Nachbarschaft gehabt. Mensch, waren das fleißige Menschen! Die waren ja nur am arbeiten und die Frauen am kochen, backen, putzen. Ich denke auch, dass das bis heute so geblieben ist.

Video 3(Kaya Yanar)

Person6: Ja nun, was soll ich da dazu sagen? Interviewer: Finden Sie, dass das im Video angesprochene der Realität entspricht? Person6: Meinst du die Jungfräulichkeit? Interviewer: Ja. Person6: Das kann ich nicht beurteilen. Über sowas spricht man doch nicht. Natürlich muss ich zugestehen, dass es mir zu Ohren gekommen ist, dass türkische Frauen mit ihrer Jungfräulichkeit ordentlicher umgehen, als vielleicht manch andere Frau. Ich würde sogar sagen, dass sich da die deutsche Durchschnittsfrau mal ein Scheibchen von abschneiden kann.

Video 4(Özcan Cosar)

Person6: Türken aggressiv? Würde ich auf gar keinen Fall sagen! Kenne nur wunderbare Menschen türkischer Abstammung und finde es auch ganz schlimm, dass so viele so schlecht von denen denken. Man muss natürlich dazu sagen, dass es die Türken damals nicht so leicht hatten, als die alle zum Arbeiten zu uns gekommen sind. Die haben sich wahrscheinlich tatsächlich wie arme Tiere auf so einer Safari-Tour gefühlt. So ginge es uns womöglich auch wenn wir in ein fremdes Land kämen wo alles ganz ganz anders ist. Interviewer: Würden jetzt solche Videos Ihr Bild über die Deutsch-Türken beeinflussen? Person6: Ich denke nicht. Ich habe ja nun auch schon in meinen paar Jährchen genug eigene Erfahrungen machen dürfen, dass mich sowas sicherlich nicht mehr beeinflusst. Darüber kann man nachdenken und gerne auch mal drüber schmunzeln.

Ergebnisse[Bearbeiten]

x = kann ich nicht zustimmen
+ = kann ich zustimmen

wenn das Feld frei ist = weiß ich nichts darüber

Person 1 Person 2 Person 3 Person 4 Person 5 Person 6
Türken sind faul x x + x
Statussymbole x + + + +
Bildung eher unwichtig x
Ehre der Frau/ Zwangsheirat x + x +
Ehefrau/Jungfrau x + x + x +
Beziehungsperspektive + x + x
Türken als Asoziale x + x
Aggressivität x x + x x
Beeinflussung der Meinung x x x x x x

Quellen[Bearbeiten]


Friedhelm, Steffens (2008): Integrations- und Segregationsmuster von türkischen Migranten. Menschen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Hamburg, Kovac.

Neubauer Jochen (2011): Türkische Deutsche, Kanakster und Deutschländer. Würzburg: Königshausen & Neumann

Özkara,Sami (1988): Zwischen Lernen und Anständigkeit. Erziehungs- und Bildungsvorstellungen türkischer Eltern. Frankfurt am Main, Dagyeli.
Petersen, Lars-Eric & Six, Bernd (2008): Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung. Theorien, Befunde und Interventionen. Basel: Beltz

Süssmuth Rita (2006): Migration und Integration: Ein Testfall für unsere Gesellschaft. München: Dt. Taschenbuch-Verlag Leenen