Benutzer:Julika M

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Heterogenität[Bearbeiten]

Heterogenität als Dilemma für Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Umgangsweisen mit Heterogenität

  • Ignorieren
  • Reduzieren
    • Unterdrücken
    • Abbau von Unterschieden
  • Akzeptieren
    • Reflexiver Umgang (aktive Bearbeitung negativer Folgen)
    • Produktive Nutzung (Heterogenität als produktive Ressource für Erziehung und Bildung)

→ Für verschiedene Kategorien von Heterogenität sind unterschiedliche Reaktionen sinnvoll


Bildungsinstitutionen - Heterogenität - Gesellschaft

  • Nationalstaatsidee
  • Industriegesellschaft: Leistungsprinzip, Chancengleichheit
  • Bildungseinrichtungen als gesellschaftliche Apparate zur Verarbeitung und zur Erzeugung von Heterogenität (durch Selekionsfunktion)
  • Eigendynamik des Bildungswesens
  • Gesellschaftliche Wahrnehmung von Heterogenität und eingeübte Umgangsweisen wirken auf Bildungseinrichtungen
  • Heterogenität als Dilemma: weder gut noch schlecht; jede Reaktion stößt an Grenzen

Konstruktivismus[Bearbeiten]

Offener Unterricht[Bearbeiten]

Soziales Lernen[Bearbeiten]

Medienerziehung[Bearbeiten]

Leistung[Bearbeiten]

Beurteilungsfehler[Bearbeiten]

Halo-Effekt: Einzelne Eigenschaften der zu beurteilenden Leistung/Person werden nicht unabhängig voneinander bewertet, sondern mit anderen Merkmalen in Beziehung gesetzt. Diese Kategorisierung führt zu Etikettierungen (z.B. „typisch Einzelkind“), die relativ stabil sind.

Logische Fehler: Sie entstehen aufgrund einer vorschnellen, ungeprüft bleibenden Analogiebildung (z.B. Eine 1 in Mathe schließt eine 5 in Physik aus).

Referenzfehler: Eine gleichwertige Leistung wird in verschiedenen Klassen unterschiedlich beurteilt.

Reihungseffekt: Wenn die Leistung eines vorangegangenen Schülers besonders positiv bewertet wurde, hat es das nachfolgende Kind schwerer, das gleiche Beurteilungsniveau zu erreichen. Das Gleiche gilt auch umgekehrt.

Perseverationseffekt: Es besteht die Tendenz, an einem einmal gefällten Urteil festzuhalten (z.B. gleich Note).

Milde- und Strengetendenz: Charaktereigenschaften, Optimismus, Pessimismus, Menschenbilder haben Auswirkungen auf die Notengebung.

Sympathiedilemma: Lehrer-Schüler-Beziehungen sind nicht nur sachbezogen, sondern auch von Emotionen beeinflusst. Kindern, die dem Lehrer sympathisch erscheinen, werden Schwächen eher nachgesehen. Selbstbewusste und von sich überzeugte Kinder werden oft strenger beurteilt.

Pygmalion-Effekt: Ein besonderes Maß an Zuwendung kann den Menschen formen und ihn weiterentwickeln. Die Erwartungen der Lehrer beeinflussen nachhaltig die Leistungsmotivation. Schüler, von denen die Lehrkraft eine positive Erwartung hat, genießen eine Leistungsförderung, andere aber eine Leistungshemmung.

Abstandsproblem: Die Notenskala von 1 bis 6 suggeriert gleiche Abstände zwischen gleichen Noten. Die Abstände zwischen den Noten werden jedoch individuell sehr unterschiedlich interpretiert

Literatur: Knauf, T.: Einführung in die Grundschuldidaktik. Stuttgart: Kohlhammer, 2001, S. 230-262


"Gütekriterien" für schulische Leistungsbeurteilung[Bearbeiten]

  • Objektivität
  • Ausschaltung personenabhängiger Beurteilungsmomente
  • Voraussetzung für Reliabilität und Validität
  • Reliabilität
  • Zuverlässigkeit
  • Ausschaltung von Urteilsdifferenzen im zeitlichen Verlauf (d.h. der gleiche Lernerfolg soll vom gleichen Beurteiler heute nicht anders beurteilt werden, als in einigen Wochen)
  • Validität
  • Gültigkeit
  • das wichtigste Gütekriterium
  • Ein Messergebnis oder Urteil ist dann gültig, wenn es tatsächlich das erfasst, was es zu erfassen vorgibt


Bezugsnormorientierung[Bearbeiten]

Es gibt drei verschiedene Bezugsnormen, die als Vergleichsmaßstab bei der Beurteilung der Güte einer individuell erbrachten Leistung Verwendung finden:

1. Soziale Bezugsnorm:

  • individuelle Leistung wird im Vergleich zu den Leistungen der anderen bewertet
  • entscheidend: Mittelwert und Variabilität der Leistungen in der Lerngruppe
  • Vorteil: gibt zeitlich stabile Leistungsunterschiede und Hinweise auf überdauernde Kompetenzunterschiede gut wieder
  • Nachteile:
  • führt zu einem sehr eng gefassten Bezugssystem
  • Gefahr, dass die Lehrkraft den allgemeinen Lernzuwachs der aus dem Blick verliert
  • interindividuelle Unterschiede in Bezug auf den Lernfortschritt werden verdeckt

2. Individuelle Bezugsnorm:

  • Leistungsbewertung basiert auf den bisher gezeigten Leistungen des einzelnen
  • Vorteil: deckt den Lernfortschritt auf (besonders vorteilhaft bei Leistungsschwächeren)
  • Nachteil: Gefahr, dass stabile Leistungsunterschiede innerhalb der Klasse ausgeblendet werden

3. Sachliche Bezugsnorm:

  • man bezieht sich auf einen inhaltlich verankerten Leistungsstandard
  • Mindestkompetenzen erforderlich

Literatur: Hasselhorn, M./Gold, A.: Pädagogische Psychologie. Stuttgart: Kohlhammer, 2006, S. 359-361


Die Kontroverse um die Ziffernzensur[Bearbeiten]

1. Gründe, weshalb die Aussagekraft von Zensuren umstritten ist.

  • Die Lehrkraft bewertet dieselbe Arbeit in einem Abstand von mehreren Tagen unterschiedlich
  • Subjektive Faktoren während der Korrektur wirken sich positiv oder negativ auf die Bewertung aus
  • Verschiedene Lehrkräfte bewerten identische Leistungen unterschiedlich
  • Leistungen werden in verschiedenen Fächern unterschiedlich streng beurteilt
  • Jungen werden häufig schlechter beurteilt als Mädchen
  • Leistungen verschiedener Klassen einer Jahrgangsstufe sind nicht vergleichbar

2. Welche Funktionen haben Noten?

  • Eltern erhoffen sich Informationen über die Leistung ihrer Kinder
  • Rangfolge innerhalb einer Gruppe festlegen
  • Vorbereitung auf den „Ernst des Lebens“ (Berufsleben...)

3. Wie wirken sich Noten auf das Selbstkonzept der Kinder aus?

  • gute Schüler bleiben auf einem Niveau, obwohl sie mehr leisten möchten und könnten
  • schlechte Schüler werden demotiviert und deprimiert
  • Kinder übernehmen das Konkurrenzdenken, dadurch wird gegenseitige Hilfe verhindert

Literatur: Kirchbaum, G.: Praxisbuch Grundschule. Braunschweig: Westermann, 1997, S. 93-102


Verbalbewertung[Bearbeiten]

  • positive Erwartungen an die Verbalbewertung:
  • Ermutingung statt Leistungsdruch
  • Förderung der sozialen Kompetenz
  • Erhöhung der Chancengleichheit
  • Verbesserung der individuellen Förderung

-> Qualität der Leistungsbewertung hängt aber im Wesentlichen nicht von der Form der Bewertung ab, sondern von der diagnostischen Praxis!

  • Nachteile der Verbalbeurteilung:
  • beschränkt sich nicht auf die Leistungsdimension (Hinweise auf Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, Schwächen usw.)
  • eine Art Charaktergutachten entsteht -> Gefahr von Etikettierungen
  • Schwierigkeit der Lehrer und Lehrerinnen, verständliche Formulierungen zu finden -> oft verdeckte Ziffernbewertung
  • Punkte, in denen die Verbalbewertung der Ziffernbewertung überlegen ist:
  • Die Verbalbewertung kann alle drei Bezugsnormen nutzen.
  • Weder für die Ziffernbewertung noch für die Verbalbewertung können die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität sichergestellt werden. Bei der Verbalbewertung können die Umstände, unter denen Leistungen zustande gekommen sind eher transparent gemacht werden.
  • Die Verbalbewertung macht es möglich, eigenständige Leistungen und Problemlösungen im sozialen Bereich oder eine lern- und leistungsfördernde Kreativität explizit anzusprechen.
  • Die Verbalbewertung ermöglicht es, Anregungen zu geben, Perspektiven aufzuzeigen und Prognosen zu formulieren.

Literatur: Topsch, W.: Einführung in die Grundschulpädagigik. Berlin: Cornelson Scriptor, 2004, S. 120-129


Portfoliobewertung[Bearbeiten]

  • Definition nach Lissmann (2001):Als Portfolio (oder Direkte Leistungsvorlage) wird eine zielgerichtete Sammlung von Schülerarbeiten bezeichnet, die den Lernfortschritt und das Lernergebnis nachvollziehbar dokumentiert
  • alternative Form zur bisherigen Bewertungspraxis, die der Individualnorm zugeordnet werden kann
  • Das Portfolio stellt eine gezielt Auswahl aus den kontinuierlich fortschreitenden Arbeitsmappen dar.
  • Die Kinder können eigenverantwortlich darüber entscheiden, welche Arbeiten exemplarische gesammelt werden sollen.
  • "Abnehmer" sind Eltern oder Lehrer
  • Für das Kind entsteht eine Dokumentation seines Lern- und Leistungsfortschritts.
  • Das Portfolio bietet dem Adressaten keinen Stellvertreter der Leistung an (wie z.B. Noten, Lernbericht), sondern die Leistung selbst.

Literatur: Topsch, W.: Einführung in die Grundschulpädagigik. Berlin: Cornelson Scriptor, 2004, S. 120-129


7. Kindorientierung[Bearbeiten]

Gedanken zum Thema Kindorientierung[Bearbeiten]

  • vom Kind ausgehen
  • Unterricht für das Kind
  • Bedürfnisse des Kindes beachten
  • kindgerechte Lernumwelt
  • Interessen der Kinder beachten
  • Kinder auch Kinder sein lassen
  • kindgerechte Sprache und Form

Was versteht man unter dem Prinzip "Kindorientierung"?[Bearbeiten]

  • Unterrichtsgrundsatz: Situation des Kindes steht im Mittelpunkt, darauf wird der Unterricht aufgebaut
  • andere Bezeichnungen: Schülergemäßheit, Kindgemäßheit, Schülerorientierung, Lernerorientierung
  • Kindorientierung bedeutet:
  • die Berücksichtigung der Personalität des Schülers
  • die Berücksichtigung der Entwicklungsstufe des Schülers
  • die Berücksichtigung der Individualität des Schülers

-> Der Unterricht soll vom Schüler her, mit dem Schüler zusammen und auf den Schüler hin geplant und gestaltet sein.


Grundlegende Bildung[Bearbeiten]

Jungen in der Grundschule[Bearbeiten]