Benutzer:Laura Estefania Lopez/Arbeitsseite

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Kulturvermittlung und Völkerverständigung am Beispiel baskische Kulturgüter: Guernica von Picasso

GUERNICA

Das Kunstwerk Guernica ist neben"'Les Demoiselles d Avignon" eines der bekanntesten Werke von Pablo Picasso und wurde von ihm im Jahr 1937 geschaffen. Das Ölgemälde auf Leinwand weist mit 349 × 777 cm kolossale Dimensionen auf. Der Titel “Guernica” weist auf die Luftangriffe während des spanisches Bürgerkrieges in der baskischen Stadt Guernica im April des Jahres 1937 hin. Wegen eines Nationalfeiertags war die Zivilbevölkerung stark betroffen und es gab viele Tote.[1]

Das Gemälde hing in der Ausstellungshalle Spaniens während der internationalen Messe 1937 in Paris. Das Werk wurde Picasso als Auftrag gegeben, für seine Ausstellung im spanischen Pavillons während der internationalen Messe 1937 in Paris. Das Werk wurde auf Anfrage der Regierung der 2. Republik Spaniens gemacht. Das Ziel war, die internationale Aufmerksamkeit des spanischen Bürgerkriegs auf die Seite der Republikaner zu ziehen. Ab 1940 wurde die militärische Diktatur Francos eingeführt und Picasso beanspruchte für die Aufbewahrung seines Werkes im Ausland (zuerst im Museum of Modern Art in New York "MoMA". Der Maler äußerte aber dennoch sein Willen, das Werk in Spanien in der Zukunft zu haben, wenn die Demokratie zurück wäre. Das Bild wurde erst beim “Casón del Buen Retiro” 1981 ausgestellt. Das Casón del Buen Retiro ist ein Anbau des Museen Museo del Prado, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Seit 1992 hängt das Bild im "Museum Reina Sofia de Madrid", in der Dauerausstellung.

Die Luftangriffe auf Guernica[Bearbeiten]

Bundesarchiv Bild 183-H25224, Guernica, Ruinen

Zwischen 1936 und 1939 brach in Spanien ein Bürgerkrieg zwischen der gewählten Regierung der Zweiten Spanischen Republik und die nationalen Putschisten, geleitet von General Francisco Franco. Ausländische Truppenverbände und Waffenlieferungen unterstützen beide Seiten: Die stalinistische Sowjetunion versorgte die Republikaner, und das nationalsozialistische Deutschland und Italien unterstützten die Nationalisten.[2]

Am 26. April 1937 wurde Guernica durch deutsche Kampfflugzeuge der Legion Condor angegriffen und zerstört. Es handelte sich um eine militärische Operation während des spanischen Bürgerkrieges im Baskenland. Die Legion Condor war für den Hauptteil des Bombardements verantwortlich. Am 31. März 1937, (knapp ein Monat davor) wurde die Kleinstadt Durango von deutschen Flugzeugen bombardiert (siehe Luftangriff auf Durango).

Guernica war eine der schutzlosen Städte, die in Vizcaya von der Luftwaffe während des Feldzuges zerstört wurden. Das Ereignis wurde in der deutschen und österreichischen zeitgenössischen Berichterstattung vertuscht, und erst später bekanntgegeben. Picasso wohnte zu dieser Zeit in Paris, und laß regelmäßig die Zeitung L'Humanité. Am 28.April erschien die Nachricht über der Luftangriffe in der Zeitung. Nach dem Bekanntwerden der Bombardierung malte Pablo Picasso sein Monumentalgemälde.

Die Motivation des Malers[Bearbeiten]

Pablo Picasso 1962

Pablo Picasso (1871-1973) war ein spanischer Maler und Bildhauer, (mit einem Gesamtwerk von über 50.000 Werke), und auch Gründer des Kubismus , eine künstlerische Richtung moderner Kunst. 1936 hatte Picasso von der Regierung Spaniens schon den Auftrag bekommen für den spanischen Pavillion in Paris ein Bild zu malen. Picasso war seit 1900 linksliberal, antiklerikal und anarchist, und war mit dem Kommunisten Paul Éluard befreundet, seine Freundin Dora Paar und Künstler der Pariser Surrealistenkreis. Er lebte in Paris und hatte ein großes Atelier für die Realisierung des Werkes. Am 26. April 1937 geschahen die Luftangriffe in Guernica. Am 28. April wurde über die Ereignisse in Guernica in der französischen Zeitung “L’humanité” berichtet. Picasso laß regelmäßig die Zeitung und fand so heraus, was in Spanien passierte. Im Mai fing Picasso an, das Werk zu skizzieren, und im Juni 1937 war das Kunstwerk fertig. Außerdem äußerte er seine Meinung und bekundete die Werte seiner künstlerischen Haltung:

Picasso Signatur

„Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“ – Picasso: Dezember 1937

Symbolik des Werkes[Bearbeiten]

Das Werk war prinzipiell für eine Ausstellung in einem Pavillon gedacht, darum hat es kolossale Dimensionen (3.49 x 7.77 cm). Das Bild beinhaltet Mittel der christlichen Kunst, Mittel des Kubismus und Elemente aus Picassos eigener Ikonografie. Merkmale der christlichen Religion können in der Gestaltung des Werkes erkannt werden.

Mural réplica del Guernica en Santiago de Chile (Costado Liceo 7 de Ñuñoa)3

Das Bild selber ist in 3 Teile gestaltet, die der Form eines Triptychons ähneln. Weitere Symbole, wie das Pferd das rennt, das Feuer, die 7 Flammen (Zahl der Apokalypse) und die trauernde Maria mit einem Kind, betonen die christliche Religion. Picasso, als einer der Begründer des Kubismus, hat sein Werk in diese Stilrichtung gestaltet. Die Komposition zeigt die Kriegsszene collagen-artig, wo der Künstler unterschiedliche Elemente zusammenbringt. Picasso hatte eine eigene Ikonographie, sprich, bei ihm hatten die unterschiedlichen Figuren eine spezielle Bedeutung. Das Pferd, Symbol des Leidens, der Stier als Symbol der Brutalität, Kraft und Revolution, und der Olivenzweig als Symbol der Hoffnung. Die Lichtträgerin dient als Symbol der Aufklärung. Einen Krieger mit einem zerbrochenen Schwert, der für Schmerz, Qual und Protest steht. Eine fliehende Frau, und eine weitere (Frau) mit einem toten Kind, die Leiden symbolisieren. Die Motivgruppe symbolisiert das Ergebnis des Geschehens in Guernica. Die Darstellung der Menschen ist anatomisch nicht korrekt und dient für eine Akzentuierung wichtiger Körperteile. Die Gesichter der Menschen sind ausdrucksvoll geprägt. Der Vogel (eine Taube) symbolisiert in der Kunstgeschichte oft Frieden und Freiheit. In Guernica, als Form des sterbenden Vogels steht er für Tod, Vernichtung und Friedensbruch.

Heutige und zukünftige Relevanz[Bearbeiten]

Geschichte und Kunst gehen Hand in Hand. Das Bild Guernica ist ein symbolisches Bild und kein narratives Kunstwerk. Wichtige Kunstwerke, die relevant für die Vergangenheit waren, sind es auch für die Gegenwart und die Zukunft wegen folgender Gründe: Die Kulturvermittlung ist wichtig für die nächsten Generationen, und diese beinhaltet die Verbreitung des kulturellen Erbes, des Kulturgutes. Als solche zählen Kunstwerke, die wie das Guernica, bedeutend sind. Das Guernica wurde von vielen Ländern anerkannt, weil das Bild ein Symbol für das Ergebnis des Krieges steht. Dabei können viele Länder davon lernen, und sich mit der baskischen und spanischen Kultur auseinandersetzen. Das Bild erzeugt nicht nur eine Abneigung zu Krieg und Kämpfe, sondern viel mehr: Durch das Lernen des Werkes, lernt man auch: künstlerische Richtungen, Künstler, seine Geschichte und Hintergrund, und die Verhältnisse der Geschichte in der Vergangenheit waren. Die Kulturen, die in den Kunstwerken wie auf Guernica dargestellt werden (z.B die baskische Kultur) erregen Neugier, und so werden sie näher betrachtet und kennengelernt. Ein symbolisches Bild das den Krieg symbolisiert fördert das Nachdenken und Selbstreflexion.

Die Stadt Guernica war hauptsächlich eine zivile Markstadt. Sie hatte kein militärisches nützliches Wert für Hitler und Franco. Es wurde kein Unterschied zwischen Kampfteilnehmer und nicht-Kampfteilnehmer gemacht. Diese Ereignisse, kurz vor dem Ausbruch der zweiten Weltkrieges waren der Beginn einer Zeitenwende. Die Angriffe waren natürlich beängstigend für Europas Zivilbevölkerung. Diese Tatsachen müssen immer wieder berücksichtigt werden, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt. Die Wichtigkeit des Guernicas ist darum sehr groß. Heutzutage gibt es eine Kopie des Bildes im Vorraum zum Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrats im Hauptgebäude der UNO in New York. Die Kopie wurde in 1985 von Nelson Rockefeller gestiftet. Diese Kopie des Werkes wurde im Februar 2003 auf Anfrage der US-Regierung zusammen mit einer blauen Fahne der Sicherheitsrates gehängt.

Es wurde am 4. Februar 2003 auf Wunsch der US-Regierung mit der blauen Fahne des Sicherheitsrates verhängt. Es wurde so gemacht weil am Folgetag Colin Powell (Außenminister der USA) über Irak und die Massenvernichtungsmitteln sprechen würde. Damit sollte die Weltöffentlichkeit zum Irakkrieg und die Zustimmung des Sicherheitsrats geschafft werden. .[3]

Kulturvermittlung durch Kunstwerke[Bearbeiten]

„Kulturvermittlung kann dazu beitragen, dass Potenzial kultureller Institutionen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen produktiv werden zu lassen.“
Susanne Wolfram [4]


Kunstwerke sind nicht nur für fachinteressierte Leute. Kulturvermittlung hat als Ziel die Teilhabe und aktive Mitgestaltung am kulturellen Leben. Die kulturelle Partizipation wird verbreitet und gefördert. Auf der gleichen Weise, die Kunstvermittlung will die Schärfung der eigenen Urteils- und Kritikfähigkeit schaffen. Dank Kunstwerke wie Picassos Guernica ist es möglich für die Leuten (Studierende, Interessierte, Professoren u.a) sich mit unterschiedlichen Geschichtspunkte auseinanderzusetzen. Die Leuten werden gefördert, die Tatsachen und die historische Zusammenhänge, die das Kunstwerk betreffen, zu berücksichtigen. Dabei wird die kulturelle Bildung der Menschen gefördert. Am Beispiel Guernicas sind viele Umstande bedacht : der Spanische Bürgerkrieg, die Situation in Europa kurz vor dem Ausbruch der zweiten Weltkrieg unter andere. Das Werk ging tatsächlich um den Krieg, und die politische Haltung des Künstlers und der spanischen Regierung kommt auch in Frage für den Rezipient.

Außerdem ist die Symbolik (wie stets verdeutlicht) von größere Bedeutung. Aus einer Synthese der Daten kann der Rezipient zu einer Selbstreflexion kommen. Die Menschen reagieren auf der Entstehung eines solches Bildes und diskutieren darüber mit Anderen. Hier entsteht eine diskursive Auseinandersetzung im künstlerischen Kontext. Der Austausch von Kunst im sozialem Bereich ist wesentlich für das Kulturwissen und Kulturvermittlung. So wird das Interesse und das Neugier der Leuten verbreitet und weitergegeben. In Spanien gibt es eine große Kulturvielfältigkeit. Jede Region und regionale Kultur ist unterschiedlich, und es werden viele Dialekte gesprochen. In Baskenland spricht man Euskera (Baskisch), in Katalonien Katalan, in Galicien Galicisch... Spanien ist aber auch ein Land, wo verschiedene Nationalismen (bis heutzutage) starken Schwung gehabt haben. Katalonien und Baskenland sind zwei Regionen, wo die politische Aufregungen relevant geworden sind: Beide Regionen wollten von Spanien unabhängig werden, und einen großen Teil ihrer Bevölkerungen bezeichnet / fühlt sich "nicht Spanier", sondern nur Baske oder Katalan. In Baskenland war die Situation bis vor wenig Jahren sehr beunruhigend. Die pro nationalistische Bewegung in Baskenland hat mit der Zeit Kraft gewonnen. Die terroristische Gruppe ETA hat für die Unabhängigkeit Baskenlands gekämpft, und viele Leute umgebracht, insgesamt 864 Opfer. Die Untergrundorganisation war eine marxistisch-leninistische separatistische und baskisch-nationalistische Gruppe die für die Freiheit und Unabhängigkeit Baskenlands stand. Diese Gruppe wurde in 1959 gegründet, und wollte sich als Widerstandskraft / Bewegung gegen die Diktatur Francos bezeichnen. Mit den spanischen Bürgerkrieg kam in den 30 und 40er Jahren zu einer großen Repression und einer Radikalisierung der politischen Kultur.

„Nur neun Monate nach der von der Volksfrontregierung gewährten Autonomie eroberte General Franco das Baskenland.Die baskische Regierung unter Aguirre (PNV) mußte ins Exil flüchten. Da die Basken im Bürgerkrieg gegen Franco gekämpft hatten, wurden die beiden Provinzen Vizcaya und Guipúzcoa als "Verräterprovinzen gebrandmarkt. Damit "...begann für die Basken die schwerste Zeit ihrer jahrtausendealten Geschichte"(Lang 1979:48) Die Jahrzehnte der franquistischen Diktatur bedeuteten für die Basken politische Repression durch politische Polizei, Sicherheitspolizei Guardia Civil und Sondergerichte. Bis spät in die 60er Jahre waren baskische Sprache und die Ausübung der Kultur untersagt.“
Jens Siegelberg[5]

Die Widerstandsbewegung, und die Radikalisierung der politischen Kultur entstand während und nach den spanischen Bürgerkrieg. In Spanien gab es nach der Diktatur und spanischer Bürgerkrieg keine klare Überleitung, was den Opfern und Schulderkennung angeht. Die großen Repressionen wie die Diktatur Francos hatte deswegen eine große Auswirkung in kulturelle Minderheiten. Viele Basken waren von ihrer gezwungene Situation nachtragend. Über Kriege und ihre Auswirkungen soll man lernen, um die Seiten beider Kämpfer zu verstehen, und um zukünftige Streiten vermeiden zu können. Wenn Kunstwerke dazu tragen können , das Zivilbewusstsein der Menschen zu verstärken, dann ist die Kulturvermittlung durch Kunstwerke erfolgreich. Deswegen ist es wichtig, das Kunstwerk Guernica als Kulturerbe zu haben, um zu verstehen welche Situationen eine Bevölkerung erlebt hat, und welche Bewegungen (politische Aufregungen, Nationalismen, politische Parteien) daraus entstehen.


„Kunst realisiert sich erst in der Kommunikation, die sie auslöst, im Diskurs. In der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur können können auch kulturelle Unterschiede, seien diese herkunfts- oder milieubedingt, produktiv werden.“
Susanne Wolfram [6]

Literatur[Bearbeiten]

Lang, Siglinde (2015): Partizipatives Kulturmanagement. Interdisziplinäre Verhandlungen zwischen Kunst, Kultur und Öffentlichkeit, Bielefeld.

König, René: (2008): Schriften Zur Kultur- Und Sozialanthropologie, Hrsg. Dieter Fröhlich, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden.

Wolfram, Susanne (Hg.) (2016): Kulturvermittlung heute, Internationale Perspektiven, Bielefeld Verlag

López, Santiago Sebastián (1984): El Guernica y otras obras de Picasso: Contextos iconográficos, Departamento de Historia del Arte

Aranbarri, Marta (2015): „Nunca más se habló del bombardeo“. Durango homenajea a las víctimas del dramático ataque aéreo que causó más de 330 muertos hace 75 años. Auf: elcorreo.com, Edición bizkaia, 1. April 2012. Abgerufen am 4. Dezember 2015.

Siegelberg, Jens: (1991): Die Kriege 1985 bis 1990: Analyse ihrer Ursachen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marta Aranbarri: „Nunca más se habló del bombardeo“. Durango homenajea a las víctimas del dramático ataque aéreo que causó más de 330 muertos hace 75 años. Auf: elcorreo.com, Edición bizkaia, 1. April 2012. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  2. ↑ Lutz Mäurer: Intervention – Blutige Generalprobe. In: Y. Das Magazin der Bundeswehr. Bd. 7, April 2007, ISSN 1617-5212. Abgerufen am 4. Dezember 2015. .
  3. ↑Thomas Wagner: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/symbolisch-picassos-guernica-in-der-un-zentrale-verhuellt-189608.html.
  4. Wolfram, Susanne (Hg.) (2016): Kulturvermittlung heute, Internationale Perspektiven, Bielefeld Verlag
  5. Siegelberg,Jens (Hg.) (1991):Die Kriege 1985 bis 1990: Analyse ihrer Ursachen ,Lit Verlag
  6. Wolfram, Susanne (Hg.) (2016): Kulturvermittlung heute, Internationale Perspektiven, Bielefeld Verlag