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Benutzer:Olga Fluhr

Aus Wikiversity

Projekt[Bearbeiten]

Olga Fluhr DaF DaZ vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus
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Eleonora Lisa Schulze Battmann BA Germanistik Eleonora
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Thema[Bearbeiten]

Bikulturelle Familien in Deutschland.

Hypothese[Bearbeiten]

Der Erhalt der einzelnen interkulturellen Identitäten in bikulturellen Familien ist schwierig.

Einleitung[Bearbeiten]

Dises Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Bikulturellen Familien (in Deutschland). In der Zeit der Globalization ist eine solche Familie keine Ausnahme mehr. Welche Prozesse betreffen den "auslandischen Partner", wie verläuft die Akkulturation, was passiert mit der Sprache und Festlichkeiten in der Familie - das sind die Punkte die im teoretischen Teil behandelt werden.

Bikulturelle Familien in Deutschland. Bilingualismus und Spracherwerb.[Bearbeiten]

Binationale/ bikulturelle Familien in Deutschland.

Im Zeitalter der offenen Grenzen, wachsender Migration und Globalisierung wird der Kontakt zwischen den Ländern und Nationen näher und intensiver, vorallem in der Wirtschaft, der Politik, der Kultur und der Ausbildung. So steigt die Zahl der bikulturellen Ehen weltweit, was auch Deutschland betrifft. Mehr Deutsche schließen Ehen mit ausländischen Partnern und Partnerinnen.

Eine bikulturelle oder binationale Familien ist eine Ehe, die zwei Repräsentanten von verschiedenen Kulturen oder Ländern beinhaltet. Die Statistik von binationallen Familien in Deutschland zeigt wie groß die Zahl solcher Ehen in Deutschland ist und die Nationalitäten von den Partnern und Partnerinnen. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2010 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 382.047 Ehen geschlossen. Davon waren 330.754 (86,57 %) deutsch-deutsche Ehen und 43.798 (11,46 %) Eheschließungen binational, davon wiederum 19.103 (5 %) Ehen mit einer deutschen Frau und einem nicht deutschen Mann und 24.695 (6,46 %) mit einem deutschen Mann und einer ausländischen Frau.

Im Jahr 2010 war jede 8. Eheschließung eine binationale. Berücksichtigen ist dass Eingebürgerte (mit Migrationshintergrund) als Deutsche zählen und ihre Ehen als deutsch-deutsche Ehen gelten, auch wenn sie in ihrer Lebenspraxis durchaus bikulturell sind. Deutsche Frauen heirateten in 2010 Männer aus:

2010 Anzahl 2010 Anzahl
Türkei 4123 Türkei 4146
Italien 1888 Italien 1901
USA 1117 USA 1168
Österreich 847 Österreich 824
Großbritannien 783 Großbritannien 791
Niederlande 682 Niederlande 683
Marokko 608 Marokko 640
Kroatien 521 Kroatien 500
Polen 540 Polen 467
Griechenland 501 Griechenland 479


Aus der Tabelle ist zu ersichtlichen, dass die deutsche Frauen türkische Partner bevorzugen. Danach folgen die Partner aus Europa und den USA.

Deutsche Männer heirateten in 2010 Frauen aus:

2010 Anzahl 2009 Anazahl
Polen 3071 Polen 3399
Türkei 2321 Türkei 2268
Russland 1892 Russland 1859
Thailand 1198 Thailand 1290
Ukraine 1145 Ukraine 1088
Italien 1003 Italien 1040
Rumänien 824 Rumänien 824
Österreich 782 Österreich 746
Kroatien 959 Kroatien 630
Brasilien 563 Brasilien 604


Deutsche Männer bevorzugen polnische Frauen, gefolgt von den türkischen. Sie wählten auch die Frauen aus osteuropäischen Ländern, Asien und anderen EU-Staaten.[1]

In einer binationallen Familie treffen zwei Kulturen aufeinander, deswegen sind die Eheleute von verschiedenen Anforderungen konfrontiert. Jede Kultur prägt die Werte, Normen, Rituale, Verhaltensweisen von Menschen und beziehungsweise ihre Ansichten an Zusammenleben in der Familie, Erziehung der Kinder, Essen usw. - was zu einem Problemfeld werden kann.

Ein ganz wichtiger Aspekt, der zu weiteren Problemen und Herausforderungen führen kann ist Religion und Begehen von religiösen Festlichkeiten, da die damit verbundene Rituale und Werte tief in der Identität verinnerlicht sind. Die Repräsentanten von verschiedenen Glauben sollen eine goldene Mitte finden: zusammen oder getrennt zu feiern, oder sonstiges um das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit in der Familie für beide Partner zu schaffen.

Es wird manchmal in der bikulturellen Familie zwei Sprachen von beiden Partnern gesprochen aber öfter die Sprache des Umfeldes. Das Erlernen der neuen Sprache wird am Anfang zum Hauptziel. Gute Deutschkentnisse gewährleisten weitere Hineinwachsen in die neue Kultut.

Eine binationale Ehe wird nicht nur kritisch angesehen. Bikulturallität stellt auch eine Chance und Bereicherung für die Familie dar. Wenn die kulturelle Unterschiede wahrgenommen werde,verstanden und akzeptiert, bringt Multikultur Farbe und Freude, Vielfalt ins Leben, fördert Toleranz und Achtung gegenüber anderen Kulturen.

“Eine Liebesbeziehung verschiedener Nationalitäten fördert Toleranz, Respekt und Flexibilität – Kompetenzen, die auch außerhalb der Partnerschaft benötigt werden. Zudem besteht die Chance, dass sich ein Paar aus der Integration beider Nationalitäten eine neue, eigene Identität schafft. Das kann sich stabilisierend auf binationale Ehen auswirken“ ( Dr. Neberich.) [2]

Für den nicht deutschen Teil des Paares fällt es oft schwer die neue Kultur anzunehmen, dabei wird eigene kulturelle Identität neuen Einflüssen ausgesetz. Da findet der Prozess der Akkulturation statt. Der sowohl “erfolgreich” als auch “erfolglos” verlaufen kann. Die Muttersprache stellt eine Möglichkeit eigene kulturelle Identität zu erhalten, darum wird es in der Regel mit den Kindern eigene Muttersprache gesprochen.

Die Kinder wachsen in oder zwischen zwei Kulturen. Sie erleben die Verschiedenheit der Lebensweise, Sprachen, Religionen als Normalität. So machen sie Erfahrungen und gewinnen Kompetenzen, die die persönliche Entwicklung bereichern. Die Kinder wachsen oft zweisprachig auf. Das Thema Spracherwerb und Begriff Bilingualismus werden auch in Betracht gezogen.

Spracherwerb und Bilingualismus.

Spracherwerb.

Der Erwerb der Muttersprache von Kindern ähnelt sich dem Wunder: wie Kinder von halben Sätzen, grammatischen Fehlern der Erwachsenen die grammatische Regeln abstrahieren und in wenigen Lebensjahren sie fast perfekt beherrschen. Und die Erwachsenen, die vielfach höhere geistige Fähigkeiten haben, tun sich aber in Erlernen der neuen Sprache schwer. Diese Frage hat schon längst die Wissenschaftler beschäftigt. Es gibt 4 Spracherwerbstheorien, die für sowohl einsprachige Kinder als auch für zweisprachige Kinder gleichgültig sind.

1. Behavioristische Hypothes: Burrhus F. Skinner: Sprachliche Lernprozesse werden durch Erfahrung, Imitation und Verstärkung (= Belohnung) zurückgeführt. Sprache wird durch Imitation erworben indem die Umwelt die sprachliche Vorbilder dem Kind liefert und verstärkt die richtige Versuche der Kindes durch Lob. Je häufiger ein Wort oder eine Äußerung verstärkt wird, desto mehr festigen sie sich im Sprachrepertoire des Kindes.

2. Nativistische Hypothese: von einem angeborenen Spracherwerbsmechanismus. Dieser Ansatz wurde vom Noam Chomsky entwickelt. Chomsky spricht über “language acquisition device” (LAD) – alle Kinder erhalten im Erbgut Spracherwerbsmechanismus, das für unbewusste und ohne äußere Einflüsse Erwerb der Muttersprache zuständig ist. Der Mensch ist zum Sprachlernen vorprogrammiert. Der angeborene Spracherwerbsmechanismus steht dem Gehirn in Form der Universalgrammatik zur Verfügung. Die Universalgrammatik setzt sich auf die typische Werte der Erstsprache in vorprogrammierten Schritten. Das Kind, so Chomsky, lernt Sprache nicht Satz für Satz, sondern erwirbt die spezifischen Regeln seiner Muttersprache. z. B : es gibt so viele Apfeln/ Hause., Ich hab das ausgeschneidet. – die Kinder bilden selbstständig Formen, die sie in ihrem Umfeld kaum gehört haben können und die folglich nicht durch Imitation entstehen. Diese Formen bilden sie nach Regeln: Apfeln und Hause ist regelmäßige Pluralbildung.

So Spracherwerb ist ein Regelerwerb. Kinder haben eine angeborene sprachspezifische Fähigkeit die Regeln von den gehörten Äußerungen abzuleiten (kognitiv können sie das noch nicht). Der Spracherwerb geschieht intuitiv-unbewusst.

3. Interaktionismus/ soziale Konstitutionshypothese: Jerome Bruners Theorie stellt die sozialen Interaktionen in den Vordergrund. Die soziale Interaktion ist die Voraussetzung für die Entfaltung der Fähigkeit des Spracherwerbs. Sie orientiert sich auf jeweiligen Stand der kognitiven und sprachlichen Entwicklung der Kindes: mit Babys wird es in besonderer Weise kommuniziert: in einfachen Sätzen, mit vielen Wiederholungen, mit starker Betonung und Melodie. Mit weiterer Entwicklung des Kindes wird die Sprache der Bezugspersonen vielfältiger, und die Kinder müssen eigene frühere Gesten und Laute durch sprachliche Äußerungen zu ersetzen. Dies geschieht in routinierten, gleich bleibenden Abläufen und wird immer komplexer. Entsprechend seine Entwicklung übernimmt das Kind neue Äußerungsmöglichkeiten. In ganzer: Sprache wird in Interaktion erworben in dem die gemeinsame Handlung mit dem Bezugsperson entsteht, durch ein wiederholtes Spiel, dessen Ablauf immer gleich bleibt - das Kind übernimmt zunehmend die aktive Rolle und überträgt das Gelernte schließlich auf reale Situationen.

4. Kognitionshypothese: Hier liegt der Schwerpunkt auf Verknüpfung von der kognitiven und sprachlichen Entwicklung. Grammatikalischer Aspekt wird dem semantischen und pragmatischen Aspekt untergeordnet. Die zentral Frage ist welche Denkleistungen muss ein Kind vollziehen können, um Sprache erwerben und kommunizieren zu können? z.B. Objektpermanenz (die Objekte existieren trotzdem wenn sie nicht präsent sind) wird im Alter von 1,5 bis 2 Jahre erworben. Die verbundene damit Fähigkeit ist Symbolfunktion ( Ein Holzklotz wird im Spiel zu einem Auto). Diese zwei kognitive Vorgänge ermöglichen dem Kind die Sprache als System von lautlichen Symbolen für vorhandene oder nicht vorhandene Gegenstände zu benutzen. Perspektivenwechsel ist auch wichtig für den Spracherwerb: die Dinge aus Sicht des Gesprächspartners betrachten zu können. Um die Fähigkeiten wie Objektpermanenz, Symbolfunktion, Perspektivenwechsel zu kriegen braucht ein Kind sämtliche Erfahrungen indem er die Welt mit allen Sinnen wahrnimmt: riechen, schmecken, hören, fühlen,sehen. Diese konkreten Erfahrungen werden mit der Zeit in Vorstellungen – innere Abbildungen – umgesetzt und schließlich durch ein Wort ausgedrückt. Dann entwickelt sich die Fähigkeit abstrakt zu denken, Hypothesen aufzustellen und sie allein aufgrund der inneren Logik zu diskutieren. Also, die grundlegende Voraussetzung für kognitive und sprachliche Entwicklung ist die konkrete Erfahrung, die das Kind aus der Umwelt mit allen Sinnen wahrnimmt.[3]

Bilingualismus.

Bilingualismus ist ein bestimmter Typ der Mehrsprachigkeit.

Unter Bilingualismus versteht man eine muttersprachliche Kompetenz in zwei Sprachen: grammatische und kommunikative Fähigkeiten in zwei Sprachen. In der Regel wird eine Sprache – L1 (starke Sprache) besser beherrscht als die andere – L2 (schwache Sprache). Das Phänomen von Bilingualismus wird von mehreren Disziplinen behandelt: Linguistik, Psychologie (mentale Prozesse), Soziologie (Bilingualismus im Zusammenhang mit Kultur und Gesellschaft), Pädagogik (Auftreten von Bilingualismus in der Schule).

Bilingualismus wird auf zwei Ebenen betrachtet: individueller Bilingualismus (bezieht sich auf Individuum) und gesellschaftlicher Bilingualismus (bezieht sich auf Gesellschaft und Länder).

Es gibt mehrere Formen von Bilingualismus:

- nach dem Niveau der Sprachkompetenz in jeder Sprache

- nach dem Alter der Aneignung der zweiten Sprache

- nach dem Umfeld – einsprachig/ zweisprachig

- Nach dem Status der Sprache im sozialen Umfeld

- nach der kulturellen Identität und dem Zugehörigkeitsgefühl des Individuums


Simultaner Früh-Bilingualismus (Doppelspracherwerb), wenn ein Kind in dem Moment in dem es sprechen lernt mit zwei Sprachen in Berührung kommt beispielsweise wenn jeder Elternteil eine andere Sprache spricht. Es erlernt beide Sprachen mit Leichtigkeit. Als Erwachsener wird sich ein solches Kind in beiden Sprachen gleich gut ausdrücken können wenn im persönlichen Entwicklungsprozess die Motivation dazu erhalten bleibt und wenn das Individuum sich an verschiedenen sprachlichen Kontexten beteiligen kann und will.


Konsekutiver Früh-Bilingualismus (sukzessive) – wenn ein Kind aus einer einsprachigen Familie in einem anderssprachigen Umwelt lebt. Sehr oft wird die zweite Sprache im Kindergaten ab Alter von 3 Jahren und weiter in der Schule erlernt. Diese Art der Zweisprachigkeit ist die häufigste.

Subtraktiver Bilingualismus, wenn die erste Sprache eine Minderheitensprache ist und hat einen geringeren Status im Land (z.B. Angehörige von sprachlichen Minderheiten in den europäischen Nationalstaaten, frankophone Personen in Kanada ), das führt zu Vernachlässigung der Muttersprache zugunsten der „besseren Sprache".[4]

Zweisprachige Erziehung in der bikulturellen Familie wird oft kritisch angesehen. Da haben sich einige Vorurteile gesammelt. Die möglichen Probleme und Gefahren der zweisprachigen Erziehung und Zweisprachigkeit sind:

  • - Verzögerung bei der sprachlichen Entwicklung (umstritten)
  • - Probleme zwei Sprachen auseinander zu halten, Vermischung der Sprachen, „code switching“
  • - Keine von Sprachen wird richtig beherrscht: Probleme in der Schule
  • - Ablehnung der schwachen Sprache
  • - Ausgrenzung aus der Gesellschaft
  • - Probleme mit der kulturellen Identität. Zwei Sprachen – zwei kulturelle Identitäten. Wer bin ich?

Vorteile der zweisprachigen Erziehung:

  • - Kinder entwickeln Gefühl für Sprachen
  • - Verständnis, dass eine Sprache ein Kommunikationsmittel ist
  • - Kompetenz in zwei Sprachen
  • - Die Trennung von Wortklang und Wortbedeutung fördert abstraktes Denken
  • - Gespür für kulturelle Unterschiede, Toleranz du den anderen Kulturen.

Um die zweisprachiger Erziehung effektiv zu gestalten kann man folgende Methoden benutzen:

  • Eine Person – eine Sprache
  • Familiensprache – Umgebungssprache
  • Eine Situation – eine Sprache.

Für alle gilt eine wichtige Voraussetzung - die Konsequenz.

Begriffserklärung: Identität.[Bearbeiten]

"Identität"( lat. Idertitas: absolute Gleichheit, von indem, der- dasselbe) bezeichnet in der Logik und Mathematik eine Beziehung vollkommener Gleichheit, die ein Objekt mit sich selbst und nur mit sich selbst hat." [5]

Der Identitätsbegriff lässt sich in folgende Teilegruppen einteilen:

- individuelle Identität (WER BIN ICH ?) - kollektive Identität (WER SIND WIR?)

Kulturelle Identität. Zwiebelmodell nach Hofstede[Bearbeiten]

Unter Identität – (lat. identitas: absolute Gleichheit, von idem, der-, dasselbe) versteht man das Zugehörigkeitsgefühl eines Individuums oder einer sozialen Gruppe zu einem bestimmten kulturellen Kollektiv. Die Identität eines Objekts sichert seine (Wieder-)Erkennbarkeit und Benennbarkeit durch alle zeitlichen Veränderungen seiner Erscheinung. Identität kann man u.a. durch Sprache, Religion, Nation, Wertvorstellungen, Sitten und durch Bräuche ausdrücken.

Im sozialwissenschaftlichen Bereich lassen sich folgende Perspektiven der kulturellen Identität unterscheiden:

• Numerische Identität einer Person – das ist die moralische und rechtliche Zurechenbarkeit und Verantwortlichkeit, • Qualitative Identität – ist das Selbstbild und Selbstverständnis eines Individuum, hier geht es um Antworten auf solche Fragen wie: „wer ich bin?“, „wer sind wir?“

Man kann den Begriff „ (kulturelle) Identität“ von der inneren sowie von der äußeren Seite betrachten:

• Identität lässt sich einerseits als innerliche Selbstgefühl und Selbstbild eines Subjekts beschreiben. Hierbei spielt das Identitätsgefühl eine große Rolle. Dieses Gefühl gibt der Person die Möglichkeit, sich über im Zeitverlauf und über wechselnde soziale Kontexte, sich ein gleich bleibendes Selbst zu erfahren. • Es gibt andererseits eine äußerliche Seite von diesem Begriff, was man anhand der folgenden Begriffe: Unverwechselbarkeit und Wiedererkennbarkeit aufzeigen kann. Kulturelle Unterschiede werden auf verschiedene Weisen verdeutlicht. Dieses zeigen viele Begriffe auf. Die vier wichtigsten hierbei sind: die Symbole, Helden, Rituale und die Werte. Die sind als Schale einer Zwiebel dargestellt:

Datei:Zwiebelmodell.jpg


Der Aufbau verdeutlicht, dass Symbole die oberflächlichsten Merkmale, Werte dagegen die innersten Merkmale darstellen. Helden und Rituale liegen dazwischen.

„Symbole sind Worte, Gesten, Bilder oder Objekte, die eine bestimmte Bedeutung haben, welche nur von denjenigen als solche erkannt werden, die der gleichen Kultur angehören.“ Symbole stehen ganz vor weil sie sich ständig ändern, sich rasch entwickeln und von anderen ständig nachgeahmt werden.

„Helden sind Personen, tot oder lebend, echt oder fiktiv. Sie besitzen Eigenschaften, welche in einer Kultur hoch angesehen sind“ . Sie dienen als Verhaltensbilder. Die Helden sind Fantasy Figuren wie Robin Hood, Batman, Barbie usw.

„Rituale sind kollektive Tätigkeiten, die für das Erreichen der angestrebten Ziele innerhalb einer Kultur eigentlich überflüssig sind, aber als notwendig gelten“ . Als Beispiele von Ritualen können an dieser Stelle Begrüßungsformen oder auch religiöse Zeremonien genannt werden.

Als Kern einer Kultur werden die Werte bezeichnet. Die soeben erklärten (Symbole Helden, Rituale) kann werden den Praktiken zugeteilt. „Werte sind Gefühle mit einer Orientierung zum Plus oder zum Minuspol hin. Die allgemeine Neigung zu bestimmten Umständen oder jemanden Anderen gegenüber vorzuziehen. Sie betreffen Kombinationen

Akkulturation. Akkulturationtypen[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde der Begriff der Akkulturation 1880 von amerikanischen Anthropologen eingeführt, um den Prozess der Kulturveränderung durch den Kontakt zweier Kulturen zu beschreiben. Er wurde ähnlich verstanden wie der Begriff Culture Change (Kulturveränderung). Akkulturation wird heute als Prozess der Änderung des Individuums, des Kontexts und der interkulturellen Kontakte verstanden, um eine Anpassung an die Merkmale des kulturellen Systems herzustellen.

Akkulturation beschreibt persönlichen Kompetenzen, Motive und Charakterzüge. Man spricht also von Akkulturation, wenn - erstens - ein interkultureller Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Kulturen zustande kommt. Damit ist eine wesentliche Dimension der Akkulturation bestimmt. Zweitens bezeichnet Akkulturation auch den Kontakt zwischen Gruppen. Diese werden in diesem Falle als eigenständige Entitäten aufgefasst. Man kann die Definition danach unterscheiden, wie stark sie die Perspektive und die Verbindung zwischen der Mehrheit und der Minderheit als entscheidendes Merkmal hervorheben. Drittens bezeichnet Akkulturation auch das jeweilige kulturelle System in dem sich diese Gruppen befinden.


Der Begriff der Akkulturation ist von dem der Assimilation zu unterscheiden. Akkulturation ist also ein Aspekt der kulturellen Veränderung und Assimilation ein Aspekt der Akkulturation.

Akkulturationstypen

Datei:Assimilationstyp.jpg

Assimilation beschreibt die Anpassung und Verschmelzung einer Gruppe von Neuankömmlingen mit einer ansässigen, dominanten Kultur, wobei sich der Prozess der Assimilation an letzterer orientiert. Auf der Grundlage dieser Definition kann Assimilation als eine Form der Akkulturation verstanden werden. Assimilation kann auch eine politische Zielvorstellung sein, die gewissermaßen das Multikulturalismuskonzept von Gesellschaften beschreibt. Diese Ideologie kann man anhand der Zuwanderungspolitik, der Rechtsprechung oder der Integrationsmaßnahmen identifizieren. In der psychologischen Akkulturationsforschung wird zur Erschließung der unterschiedlichen Arten und Ergebnisse von Akkulturationsprozessen, ein Typenkonzept vorgeschlagen, das von einem Persönlichkeitsmodell ausgeht. Der unterschiedliche Verlauf der Prozesse wird also auf verschiedene Persönlichkeitsdispositionen zurückgeführt. Im sozialen Kontakt mit Personen, zunächst der eigenkulturellen, dann der fremdkulturellen Umwelt, entwickelt das Individuum Einstellungen, Wertmuster und Verhaltensweisen, die einem von vier Typen zuzuordnen sind:

Dem Assismilationstyp werden solche Personen zugeordnet, die aufgrund des Aufenthalts in einem fremden Land die eigene Heimatkultur radikal ablehnen und problemlos die Werte und Normen der Fremdkultur übernehmen. Es kommt allmählich zum Verlust der eigenen kulturellen Identität. Die Anpassungstendenzen an die fremde Kultur werden verstärkt, was zunächst zu interkulturellen Konflikten führen kann, aber im weiteren Verlauf auch die Ausbildung einer neuen kulturellen Identität ermöglicht.

Der Begriff Kontrasttyp charakterisiert Menschen, die die Gastkultur radikal ablehnen und vor dem Hintergrund der fremdkulturellen Erfahrungen den Wert der eigenen Kultur aufwerten. Die Folgen zeigen sich in einer Verstärkung ethnozentrischer Tendenzen bis hin zum Chauvinismus.

Datei:Kontrasttyp.jpg

Als Grenztyp bezeichnete Personen erfahren beide Kulturen als Träger bedeutungsvoller Werte und Normen. Da zwischen beiden keine Integration gelingt, schwankt der "Grenztyp" unentschlossen zwischen beiden Kulturen. Dies kann einen belastenden Identitätskonflikt zur Folge haben, aber auch in innere Reformbestrebungen.

Datei:Grenztyp.jpg

Dem Synthesetyp gelingt es, die bedeutsamen Elemente beider Kulturen so zu einer "neuen Ganzheit" zu verschmelzen, dass sie zu einer Bereicherung der eigenen Persönlichkeit werden. Für die Gesellschaft erwachsen daraus Chancen zur interkulturellen Verständigung und zur Entwicklung einer multi-kulturellen Identität oder kulturellen Universalität.

Datei:Synthesetyp.jpg

Welche kulturelle Aspekte determinieren den Alltag in der bikulturellen Familie[Bearbeiten]

Wahrnehmung durch die Sprache[Bearbeiten]

Nach der Zwiebelmodell der Manifestation der Kultur gehört die Sprache zu der äußeren Schicht – zu den Symbolen. Die Sprache gehört zu kultureller Identität des Menschen und prägt sie, da die Sprache der Träger kultureller Inhalte ist. Aber kann die Sprache das Denken, Denkstruktur und Wahrnehmung des Menschen formen, so dass die Weltbild von Trägern bestimmter Muttersprachen von anderen sich unterscheiden? Früher wurde davon ausgegangen, dass Sprache und Denken universelles menschliches Gemeingut ist. Denken kann aber ohne Worte arbeiten – z.B. beim Puzzle sammeln (Figuren werden im Kopf gedreht). Und andersrum, wie beeinflusst unsere Muttersprache unser Denken? Können andere Kulturen etwas anderes ersinnen, was für uns undenkbar ist? Es bleibt umstritten, ob unterschiedliche Sprachen verschiedene Gedanken erlauben aber es gibt mehr und mehr Beweise dazu, das die Sprache auf unseren Geist einen Einfluss hat. Die Muttersprache formt und prägt die grundlegende Dimensionen menschlicher Erfahrung wie Raum, Zeit, Kausalität, Beziehung zu anderen. Die Kategorien und Unterscheidungen, die in speziellen Sprachen existieren, wirken auf unser geistiges Leben ein. Wir denken wenn nicht unterschiedlich aber zum bestimmten Grad anders. Anhand von Beispielen wird es ersichtlich gemacht.

Der Artikel “ Wie die Sprache das Denken formt” (Spektrum, 2012) gibt zahlreich Beispiele dafür. Wie die Sprache unser Orientierungssinn beeinflusst: Guugu Yimithir, Kuuk Thaayorre in Australien oder Tzeltal in Mexico können zwischen links und rechts nicht unterscheiden, dazu wissen sie immer wo der Osten oder der Süden ist. Um die Position der Gegenstände zu definieren benutzen sie alle vier Himmelsrichtungen. Sie tragen einen mentalen Kompass im Kopf und wissen immer, egal wo sie sind wo der Süden oder der Norden oder der Westen, der Osten ist und orientieren sich auffallend gut in unbekannten Gegenden oder Gebäuden. Die Erfordernisse diesen Sprachen tranieren eine erstaunliche kognitive Fertigkeit. Dann wurde es von Wissenschaftler vermutet und auch nachgewiesen dass wer über Raum anders denkt auch eine andere Zeitvorstellung hat. Alice Gaby von der University of California und L. Boroditsky haben ein Experiment durchgeführt in dem sie die Träger von verschiedenen Sprachen darunter Aborigines fegragt haben die Fotos mit Zeitabläufen (ein Mann altert, eine Banane wird verspeist) zeitlich zu ordnen. Englisch oder Deutsch- Sprechende haben die Bildfolgen mit Zeitabläufen von rechts nach links gelegt – so wie wir schreiben. Für uns liegt “früher” links von “später”. Hebräisch oder Arabisch Sprechende legten die Fotos von rechts nach links. Die Aborigenes sortierten die Karten stets non Osten nach Westen, egal welche Himmelsrichtung sie vor sich hatten und sie wussten das immer ohne das jemand daraufhingewiesen hat.

“Die Sprache kann auch beeinflussen wie leicht es ist etwas Neues zu lernen. Zum Beispiel geben die Zahlwörter in manchen Sprachen die Dezimalstruktur eingängiger wieder als im Englischen, Deutschen oder Französischen; so gibt es im Mandarin keine Ausnahmen wie 11 oder Zifferndreher wie 13 oder 21: die chinesische Kinder lernen schneller mit Dezimalsystem umzugehen, es fällt auch leichter oder schwerer eine Telefonnummer zu behalten oder Kopfrechnungen auszuführen.„ Ein Volk aus dem Amazonas-Gebiet, die Piraha, haben einen sehr eingeschränkten Wortschatz für Zahlen und können auch weniger gut zählen. Sie hat kein korrekter, separater Konzept für Zahlen, sondern ein grobes Schätzsystem. Wie das Experiment von Peter Gorden zeigte, konnten sie nur bis 3 zählen. Die Sprache lässt sogar den Kindern früher herausfinden, ob sie Jungen oder Mädchen sind: im Hebräischen variiert das Word „du“ entsprechend dem Geschlecht, Finnisch macht keinen solchen Unterschied. So finden hebräische Kinder ihr eigenes Geschlecht rund ein Jahr früher als finnische. Sprache Tarahumara unterscheidet nicht zwischen „blau“ und „grün“. Die Zulus kennen für Arten und Ausdrucksformen von „grün” 39 verschiedene Worte. Die Inuits kennen für „Schnee” 16 verschiedene Bezeichnungen (in einem Wort).

Was von besonderem Interesse ist ist das bilinguale Personen ihre Weltsicht mit der verwendeten Sprache wechseln. Das Experiment von Oludamini Ogunnaike und Shai Danziger hat es veranschaulicht.

Von diesen Beispielen lässt es sich schließen, dass Sprachenunterschiede unterschiedliches Denken hervorrufen: etwa wenn man neue Farbwörter lernt, verändert es sich die Fähigkeit Farben zu unterscheiden. Jede Sprache formt eine Art und Weise die Welt zu begreifen, die Kategorien und Unterscheidungen von bestimmten Sprachen wirken auf unser geistiges Leben

Rituale: am Beispiel des Frauentages[Bearbeiten]

Die Rituale sind der Ausdruck der kulturellen Persönlichkeit. Als Beispiel von einem Ritual, das für deutsche Kultur untypisch ist aber eine wichtige Festlichkeit für die Osteuropäischen Kiltur darstellt, kann der Frauentag genannt werden.

Der Internationale Frauentag oder kurz Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird heute weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen.

Bereits im alten Rom gab es einen Frauentag. Matronen (freie verheiratete Frauen) wurden von ihren Männern umsorgt und beschenkt. Selbst Sklavinnen erhielten Geschenke und ein paar arbeitsfreie Stunden. Festlich bekleidet, mit Blumenschmuck im Haar gingen Frauen zu Tempeln von Vesta, der römischen Göttin von Heim und Herd.

Viele Jahrhunderte später fingen Frauen an, für Gleichberechtigung zu kämpfen. Es waren Textilfabrikarbeiterinnen, die am 8. März 1857 in New York auf die Straße gingen, um gegen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Auf der 2. Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen 1910 in Kopenhagen schlug die deutsche Frauenrechtlerin Klara Zetkin vor, den 8. März dem Kampf der Frauen um Gleichberechtigung zu widmen und die Einführung eines internationalen Frauentags voranzutreiben.

Die Idee eines „Tages der Frauen“ kam ursprünglich aus den USA als 1908 Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) einen Nationalen Frauentag begingen. Der erste Frauentag in Europa wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert. Der 19.März war der Vortag der Märzrevolution (1848) und zugleich Beginn der Pariser Kommune (1871).

Auch in unserer osteuropäischen Heimat wird der internationale Frauentag am 8. März begangen. Der Frauentag über den ich hier schreiben möchte, hat aber mit dem Kampf der Feministen, wie soeben dargestellt, wenig zu tun. Vielmehr geht es in unseren Ländern darum, dass die Frauen am 8. März von ihren Männern und Kindern verwöhnt werden.


Der Frauentag ist hier eine Kombination aus dem Valentins- und dem Muttertag. Ein Tag der Weiblichkeit, der Liebe verbunden mit vielen Blumen. Als Nationalfeiertag ist der Weltfrauentag in Georgien und Russland sogar arbeitsfrei.

In den bikulturellen Familien unserer Interviewpartner wird der internationale Frauentag nicht gefeiert. Die Interviewpartner erzählen, dass sie Ihren Männern zwar von der Tradition erzählt haben, dennoch wird aufgrund fehlender externer Anreize (Presseberichte, Werbung...) nicht immer an den Tag gedacht. Vielmehr werden die deutschen Rituale von Valentins- und Muttertag begangen.

Fragenkatalog[Bearbeiten]

Begrüßung

  • Wie alt bist du?
  • Seit wann bist Du in Deutschland?
  • Bist Du allein oder mit Deiner Familie hier?
  • Bist Du verheiratet? Und wenn ja, wie lange?
  • Bist Du mit einem Deutschen verheiratet?
  • Wie fühlst Du Dich als Migrantin? Bist du gut in die deutsche Gesellschaft integriert?
  • Wie empfindest Du hier die Leute?
  • Fühlst Du dich wohl bei ihnen, zwischen den Deutschen sozusagen? Wie Deutsch fühlst Du dich auf Skala von 1 bis 10?
  • Welchen Glauben hast Du?
  • Macht Dir dieser Glaubensunterschied etwas aus?
  • Welche festliche Feiertage werden bei Euch in der Familie gefeiert? Mehr deutsche oder einheimische Feiertage?
  • Internationaler Frauentag…kennst Du bestimmt?
  • Hast Du deinem Mann davon erzählt?
  • Wie gut sprichst Du Deutsch auf einer Skala von 1 bis 10?
  • In welchen Sprachen sprichst Du mit Deinem Kind?
  • In welcher Sprache sprichst Du mit ihm, wenn andere Familienangehörige dabei sind?
  • Kann Dein Mann Deine Sprache? Sprichst Du auch in Deiner Muttersprache mit ihm? Wie oft?
  • Hast Du in Deinem Freundkreis auch Deutsche?
  • Bevorzugst Du Zeitungen und Zeitschriften in Deiner Sprache?
  • Schaust Du Fernsehen von deinem Land?.
  • Und Deutsches Programm? Was gefällt Dir besser?
  • Welche Sprache wird bei Deiner Arbeit gesprochen?
  • Was machst Du um Deine Sprache nicht zu vergessen?

Vielen Dank für die Unterhaltung.

  • Aufgezählter Listeneintrag

Probandin 1[Bearbeiten]

  • F: Hallo, danke dass Du Dir Zeit genommen hast. Ich habe ein paar Fragen.
  • Pr: ja gerne, bitte wie kann ich Dir helfen?
  • F: Wie alt bist Du?
  • Pr: ich bin 32 Jahre alt.
  • F: Seit wann bist Du in Deutschland?
  • Pr: ich bin schon 11jahre hier.
  • F: bist Du allein oder mit Deiner Familie hier?
  • Pr: jetzt bin ich nicht mehr allein, aber wenn Du das meinst ob ich damals allein gekommen oder mit meiner Familie…
  • F: Ja genau das meine ich - ………………
  • Pr: damals bin ich allein eingereist um zu studieren und neue Kultur, Leute und Sitten kennenzulernen.
  • F: Bist Du verheiratet? Und wenn ja, wie lange?
  • Pr: ja bin verheiratet glücklich seit 6 Jahre…
  • F: bist Du mit einem Deutschen verheiratet?
  • Pr: jo.
  • F: Wie fühlst Du Dich als Migrant?
  • Pr: hm….Es wäre unfair wenn ich jetzt sagen würde dass es mir schlecht geht, aber es gibt die Momente wo man sich einfach irgendwie einsam und doch als „Gast“ in seiner Umgebung fühlt. besonders schwer war es am Anfang, als ich mich total verloren gefühlt habe, wo ich nicht wusste, wo ich hingehöre.
  • F: Wie empfindest Du hier die Leute?
  • Pr: das ist ja aber ein Thema….ich würde sagen es ist gemischt. Gibt´s sowohl die schlechten (würde in Anführungszeichen setzen) als auch die guten Leute. Es ist überall sooo. Als ich hier zum ersten Mal die Leute kontaktiert habe, war der erste Eindruck distanziert!!! Seit Jahren hat sich hier nichts geändert, immer wieder fühlt man Distanz. In dem Land wo ich herkomme gibt es diese Grenze nicht.Grenze z.B zwischen Nachbarn oder auch zwischen Freunden. Zwischen Freunden wo man anrufen muss um einen Termin (wieder mit Anführungszeichen) zu vereinbaren.
  • F: okay….fühlst Du dich wohl bei ihnen? Oder zwischen den Deutschen sozusagen?
  • Pr: Nach so vielen Jahren ja! Klar, sonst wird man wahnsinnig, wenn man nicht wie zu Hause fühlen würde. Nach paar Jahren habe ich eine deutsch-georgische Familie gegründet und mein Kind ist auch Deutscher ja? Also kann ich jetzt nicht alles Negatives sagen….habe ich auch nichts zu sagen.
  • F: Wie Deutsch fühlst Du dich? Skala 1-10.
  • Pr: selbst Deutsch? Muss ich überlegen…spontan würde ich sagen mehr als die Hälfte, ich muss doch meinen Sohn nach deutsche Mentalität erziehen. Skala…..5 bis 6.
  • F: Danke. Jetzt möchte ich wissen, welchen Glauben Du hast?
  • Pr: nach dem Glaube bin ich Orthodox.
  • F: Macht Dir dieser Glaubensunterschied etwas aus?
  • Pr: nee, überhaupt nichts. Das sind doch fast ähnliche Religionen – bei Katholiken und Orthodoxen. Zwar besuche ich nicht regelmäßig die Gottesdienste in der Katholischen Kirchen, dies stört mich aber auch nicht.
  • F: Welche festliche Feiertage werden bei Euch in der Familie gefeiert? Mehr deutsche oder einheimische Feiertage?
  • Pr. Also, ist ja klar das sog. Deutsche, auch nur großen Festtage wie Weihnachten und Ostern feiern. Die kleinen religiösen Festtage bekommen wir halt kaum mit - nur so, dass es ein arbeitsfreier Tag

ist…Und was einheimische Feiertage betrifft, habe ich schon von Weihnachten und Ostern erzählt und davon wie es gefeiert wird.

  • F: Kannst du mir das bitte verraten?
  • Pr: ja gerne. Z. B Weihnachten ist ein religiöser und ein kirchlicher Festtag ja? Und für uns löst das Wort schon Gedanken an Kirche, Stille, Kerzen und Gott aus. Es wird zu Weihnachten spezielles Gebäck gebacken und zum Rotwein gegessen genau das ist, was mir hier fehlt. Hier Weihnachten? Wenn man dran denkt, denkt man an Geschenke. Ja ja glaub mir...es ist so. ich muss zwar ganze 3 Tage nicht in der Kirche sein aber gefällt mir auch nicht an Materielles zu denken. Übrigens Weihnachten wird bei uns am 7.Januar gefeiert.
  • F: So jetzt verlassen wir die Religion und ich frage was ganz anderes, Internationaler Frauentag…kennst Du bestimmt?
  • Pr: oh ja, das kenne ich….
  • F: Hast Du deinem Mann davon erzählt?
  • Pr: Doch habe ich, aber da die Deutschen kein Frauen tag kennen und feiern, wurde es wieder schnell vergessen. Leider.
  • F: Was möchtest Du damit sagen?
  • Pr: ja wie gesagt, ich denke schon mal dran, aber das ist auch alles. Weißt Du, wenn ihn hier gar nicht kennt und auch keiner sich drauf freut, macht auch kein Spaß allein zu feiern, sagen wir mal so.
  • F: Jetzt möchte ich weiter gehen und noch was Anderes fragen. Ich habe schon einen guten Eindruck, wie gut Du Deutsch Du sprichst möchte aber trotzdem fragen, wie gut Du Deutsch auf einer Skala von 1 bis 10 sprichst?
  • Pr: 7-8….ehrlich gesagt komische Frage, mit der Zeit lernt man besser die Sprache und nach meiner Erfahrung am besten lernt man in dem Land.
  • F: Welche Sprachen sprichst Du mit deinem Kind?
  • Pr: Natürlich seine Muttersprache (zeigt Anführungszeichen und lächelt).Er ist erst 4Jahre alt. Da die Kinder bis zum dritten Lebensjahr nur die erste Sprache lernen und danach die Phase des Bilingualismus kommt, ich werde ihm nun nach und nach meiner Muttersprache beibringen.
  • F: In welcher Sprache sprichst Du mit ihm, wenn andere Familienangehörige dabei sind?
  • Pr: Deutsch damit sie auch verstehen, was ich mit meinem Kind bespreche. Wenn aber zum Beispiel meine Mutter da ist, die kein Deutsch spricht unterhalten wir uns auf Georgisch. Allerdings halte ich das nicht immer durch und komme immer wieder ins Deutsche zurück.
  • F. Kann Dein Mann deine Sprache? Sprichst Du auch in Deiner Muttersprache mit ihm? Wenn ja, wie oft?
  • Pr. Nein, kein Wort. Ja wenn er von meiner Muttersprache keine Ahnung hat, hat es auch kein Sinn ob ich jetzt mit ihm auf meiner Muttersprache unterhalte, oder?
  • F: Ja das stimmt. Hast Du in Deinem Freundkreis auch Deutsche?
  • Pr: Doch, sehr viele. Erstaunlicherweise muss ich sagen, dass ich viel weniger kenne, die aus meiner Ecke stammen.
  • F. Bevorzugst Du Zeitungen und Zeitschriften in Deiner Sprache?
  • Pr: Ja aber leider gibt es gibt hier keine Medien aus Georgien.
  • F: Schaust Du georgisches Fernsehen.
  • Pr: Nein, das auch nicht.
  • F: Und Deutsches Programm? Was gefällt Dir besser?
  • Pr: Abends guckt man Fernsehen, ist ja normal, am meisten mag ich Quiz-shows, wo ich auch mit denken und bisschen diskutieren kann.
  • F: Welche Sprache wird bei Deiner Arbeit gesprochen?
  • Pr: Deutsch. Wo ich arbeite sind auch viele Ausländer beschäftigt, aber jeder versucht immer Deutsch zu reden.
  • F: Was machst Du um Deine Sprache nicht zu vergessen?
  • Pr: ich glaube nicht daran dass man eine Muttersprache vergisst, egal ob man Bezug zu Sprachen hat oder nicht. Es ist einfach nicht möglich….ich kontaktiere oft, nicht jeden Tag, meine Familie, die ich im Heimatland habe. Man muss sich doch mit den eigenen Eltern und Geschwister unterhalten können. Also da arbeite ich ja gar nicht erst dran, ich werde ja meine Sprache nie vergessen.
  • F: Vielen Dank für die nette Unterhaltung.

Probandin 2[Bearbeiten]

33 Jahre alt, kommt aus Spanien, lebt 6 Jahre in Deutschland.

In der Familie dieser Frau wird Deutsch gesprochen, sie spricht auch sehr gut deutsch. Mit ihrem Kind spricht sie konsequent Spanisch, für sie ist es sehr wichtig - das gehört zu ihrer Identität, und sie ihre Spanische Identität weitergeben. Sie schaut deutsches Fernsehen; Zeitungen und Zeitschriften werden halb auf Deutsch und halb auf Spanisch gelesen. In ihrer Tätigkeit spricht sie deutsch. Der Freundkreis besteht meistens aus Deutschen. Was die Feierlichkeiten angeht, betont sie, dass es wenige Unterschiede gibt zu den einheimischen Feiertagen, sie vermisst keine spanischen Feiertage. Hier spielt die Gleichheit der Religionen mit ihrem Mann eine wichtige Rolle. Die Glaube hilft den beiden in Erziehung der Kinder und pflegen der Beziehungen. Beide sind Römisch-Katholisch. Die Probandin hat sich in die deutsche Gesellschaft ohne Probleme integriert, fühlt sich auf einer Skala von 1 bis 10 “deutsch” auf Punkt 5-6. Sie fühlt sich hier wohl, aber weißt genau, dass sie eine Spanierin ist. Was ihr manchmal schwer fällt ist Umgang mit "kalten" Deutschen. Die Familie besucht ihre Verwandten in Spanien sehr oft.

Zusammenfassung

Es ist auffälig dass Anpassung an die neue Kultur für die Probandin fast problemlos verläuft. Ihre kulturelle Identität kann sie im Alltag der Familie "gut erhalten": sie spricht Spanisch mit ihrem Sohn, die deutsche Feiertage sind fast gleich wie bei ihr Zuhause. Klar, spielt hier die Zugehörigkeit zur gleichen Relegion und zu "westlichen" Kultur mit ihrem Mann eine entscheidende Rolle. Also der Erhalt eigener kulturelle Identität in ihrem Fall geschiet ohne nicht schwierig. Der Typ der Akkulration läßt sich nicht so einfach definieren. Ich glaube es ist teilweise Synthese aber auch Assimilation.

Probandin 3[Bearbeiten]

44 Jahre alt, kommt aus der Ukraine, lebt 17 Jahre in Deutschland. 

Sie fühlt sich “deutsch” auf einer Skala von 1 bis 10 auf Punkt 5. Alle deutschen Feiertage werden in der Familie gefeiert. Seitdem sie nach Deutschland umgezogen ist, ist sie Römisch-Katholisch. Russische Feiertage werden teilweise gefeiert, bzw. nur die wichtigsten:z.B Weihnachten 2 mal. Der Frauentag wird nicht gefeiert, sie kommt aber damit zurecht. Außerdem muss sie an dem Tag arbeiten. In der Familie und auch mit den Kindern wird deutsch gesprochen. Russisch wird auch gesprochen, aber nur gelegentlich: damit die Kinder mit den Großeltern reden konnten. Sie liest in der Regel deutsche Zeitungen, russische nur ab und zu, sie schaut aber russisches Fernsehen. In der Arbeit wird deutsch gesprochen. Der Freundkreis ist sehr international, aber sie hat mehr deutsche Freunde. Sie ist in die deutsche Gesellschaft gut aufgenommen bleibt aber russisch (ukrainisch).

Zusammenfassung.

In diesem Fall handelt es sich um Assimilation (ohne Ablehnung der eigenen Kultur): Die Probandin hat ihre Glaube zu Römisch-Katolisch gewechselt. Es werden alle deutsche Feiertage in der Familie gefeiert. Der beliebte Frauentag geriet in die Vergessenheit. Sie spricht deutsch in der Arbeit und auch un der Familie, mit den Kindern nur gelegentlich. Auch Synthese läßt sich feststellen: wichtigste russische Feiertage werden gefeiert z.B. Weihnachten. Bestimmte kompatible Elemente (hier: Begehen von Festlichkeiten ) verschmelzen,so dass eine neue Qualität entsteht: "neuer Standard" des Feierns. An ihrem Beispiel bestätigt sich unsere Hypothese.

Fazit[Bearbeiten]

Fazit des empireschen Teils[Bearbeiten]

Die Ergebnisse des empirieschen Teils unserer Arbeit haben aufgezeigt, dass alle Probandinnen sich in die deutsche Gesellschaft gut integriert fühlen. Sie haben deutsche Freunde, sie arbeiten und eine von ihnen studiert, und auch nach eigener Schätzung fühlen sie sich gut aufgenommen. Aus dieser Tatsache lässt sich schliessen, dass die Akkulturation erfolgreich stattgefunden hat. Wir haben zwei kulturelle Apekte untersucht: Sprache und Festlichkeiten, um die aufgestellte Hypothese zu überprüfen. Die deutsche Sprache beherrschen alle Probandinnen gut. Da die Sprache einer der wichtigsten Identitätsaspekten ist, war es fuer uns auch interessant inwiefern die Muttersprache der Frauen in den Ehen erhalten bleibt. In zwei Familien wird Deutsch gesprochen, in eigener spricth man nur gelegentlich (in der Familie von der Ukrainierin) oder gar nicht (Georgien). Eine Probandin spricht mit ihrem Kind konsequent ihre Muttersprache (Spanisch), sonst in der Familie - deutsch. Der Erhalt der sprachlichen Identität geschieht durch gelegentliches Lesen von Zeitungen, Internet und auch Kommunikation mit Landesgenossen. Was die Festlichkeiten angeht, haben wir festgestellt, dass in allen Familien alle deutsche Feiertage gefeiert werden. Die Feiertage aus der Heimatkultur werden nur teilweise bzw. nur die wichtigsten gefeiert (Ukrainierin) oder gar nicht (im Falle der Georgierin). Der bei osteuropäischen Frauen so beliebter Frauentag geriet in Vergessenheit. Ein "untypisches" Bild haben wir in der Familie der Spannierin gesehen. Sie musste sich gar nicht an den neuen Plan und Ablauf der Festlichkeiten gewöhnen, da die Festlichkeiten im eigenen Land fast gleiche wie hier in Deutschland sind. Sie gehört zu der gleichen Religion wie ihr Mann. In ihrem Fall hat die Akkulturation ganz leicht stattgefunden. Sie kann ihre kulturelle Identität problemlos behalten, das kann auf die Zugehörigkeit zur gleichen Religion als auch auf die westliche Kultur zurückgeführt werden. Die Akkulturationstypen sind zum einen Assimilation (ohne Ablehnung der eigenen Kuhltur), mit der Übernahme der Sprache, Begehen von deutschen Festlichkeiten und Wechsel des Glauben. Und zum anderen die Synthese, wenn bestimmte kompatible Elemente (hier: Begehen von Ortodoxen Weihnachten ) verschmelzen, so dass eine neue Qualität entsteht, ein "neuer Standard" des Feierns (mit Feierelementen aus zwei Kulturen).


Insgesamt kann gesagt werden, dass mehrere Aspekte und Felder der kulturellen Identität bei der Akkulturation beteiligt sind. Auch die Bedingungen, die den Erhalt der kulturellen Identität begünstigen oder unterdrücken, spielen eine entscheidende Rolle. Wir haben unsere Hypothese anhand der Sprache und des Begehens von Festlichkeiten überprüft. Die Hypothese hat sich nicht bestätigt, was an einer Probandin aus Spanien liegt. Solche Aspekte wie die Religion oder westliche bzw. oestliche Lebensweise und Lebensstandards haben sich in unserem Untersuchen als entscheidend dargestellt. Wichtig sind auch die persönlichen Einstellungen und Bereitschaften von den Migrantinnen.

Fazit[Bearbeiten]

Im unserem Projekt haben wir den Schwerpunkt auf bikulturelle Familie gelegt. In moderner Gesellschaft ist ein solche Familie keine Ausnahme mehr. Die Zahl von gemischten Ehen in Deutschland steigt. Das bringt neue Herausforderungen nicht nur an die Partner der Ehe, sondern an die Gesellschaft im Ganzen. Es ist unvermeidbar in solchen Beziehungen, dass die kulturelle Identität der Partner Veränderungen unterworfen ist. Da tritt der Prozess der Akkulturation ein. Als Hypothese haben wir unsere Vermutung aufgestellt: “In einer bikulturellen Familie ist der Erhalt der einzelnen kulturellen Identitäten schwierig”. Anschließend wurden die Begriffe: Akkulturation, kulturelle Identität, Rituale geklärt. Es wurden auch solche Aspekte der bikulturellen Ehen wie Bilingualismus der Kinder in Zusammenhang mit Spracherwerb und Feiertage am Beispiel des Frauentages untersucht. Die theoretische Analyse wurde praktisch durch eine Befragung von 3 Probandinnen aus verschiedenen Ursprungsländern (Georgien, Spanien und der Ukraine) begleitet. In unserer empirischen Untersuchung haben wir 3 Probandinnen in Deutschland aus gemischten Ehen aus verschiedenen Länder befragt. Bei der Befragung haben wir drei Kategorien in den Fokus gestellt: Grad der Integration in die deutsche Gesellschaft, Sprache und Begehen von Feiertagen. Daraus konnten wir auch den Typ der Akkulturation feststellen. Zudem ließen unsere Interviewpartner uns einen Einblick in Ihr Leben zu und zeigten uns auf, dass diese Form des Zusammenlebens nicht ausschließlich unter dem kritischen Gesichtspunkt "Verlust eigener Identität" zu sehen ist, vielmehr auch eine Chance und Bereicherung der Lebenssituation darstellt. Bei der Betrachtung der Analyse der Interviews ist zu sehen, dass sich unsere Hypothese in zwei Fällen bestätigt hat (Probandin 1 Georgien, Probandin 3 Ukraine).In beiden Fällen ist klar dass der Erhalt eigener kulturellen Identitaet ist unter neuen kulturellen Lebensbedinungen schwer ist: es wird die Sprache des Umgebungland gesprochen, die deutsche Festlichkeiten begehen, Wechsel der Religion. Im Fall der deutsch-spanischen binationallen Ehe hat sich die Hypothese nicht als zutreffend erwiesen. Der Erhalt der eigenen "Identität" gelingt in diesem Fall ganz gut. Dies wird auf die Zugehoerigkeit der gleichen Religion und westlichen Lebensstandard zurückgeführt. Die Assimilation (ohne Ablehnung der eigenen Kultur) hat in den meisten Bereichen des Lebens stattgefunden z.B. die Übernahme der Sprache und das Begehen von Festlichkeiten. Es findet aber auch Synthese statt, wenn bestimmte kompatible Elemente (hier: Begehen von Ortodoxen Weihnachten) verschmelzen, so dass eine neue Qualität entsteht, "neuer Standard" des Feierns (Russisch-Deutsches Feiern des ortodoxen Weihnachtens ). Daher hat sich die Hypothese "In multikulturellen Familien ist der Erhalt der einzelnen kulturellen Identitäten schwierig" nicht bestätigt. Bei der Untersuchung haben wir festgestellt, dass die Religion in Erhalt der kulturelle Identitaet eine entscheindende Rolle spielt, aber auch westliche bzw. östliche Lebensstandards. Wichtig sind unter anderem persoehnliche Eigenschaften und Bereitschaften und auch die Motivation der Auswanderern.

Quellenangabe[Bearbeiten]