Benutzer:Sms2sms

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joined 2005 as ProdUser wikipedia | #WikiStress | #agree2disagree #wikimedia2030 | WikiDienstag.ch: SEI MUTIG re:loaded | Glossar | Daily Vlog




Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialarbeiter, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitgliedschaft im P.E.N.-Club Liechtenstein ruht. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Dissentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich.

#dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation.

WikiDienstag.ch ProdUsing #DataLiteracy
meta.wikimedia.org/wiki/dienstag

#sms2smsBAN

Was ist ein BAN auf Wikipedia?

  • Mein Account wurde am 13. Juni 2019 für die deutschsprachige Wikipedia "zeitlich unbegrenzt" gesperrt. Ich kann also keine Bearbeitungen von Einträgen in der deutschsprachigen Wikipedia machen. Das wirkt sich direkt auf meine Arbeit an WikiDienstag.ch aus, weil ich (fast) alle Kontakte verloren habe. Wir kommunzieren ja intern über ein eMail-System mit vielen uns gänzlich unbekannten Personen - und Bots? - zusammen. Auch die ganze Vernetzungsarbeit im Bereich Diskussionen, Abstimmungen, persönlichen Treffen sind mir damit verwehrt. Umgekehrt haben mir andere Administratoren geholfen, die Intervention WikiDienstag.ch aus dem Projektbereich von Wikimedia Schweiz auf meta.wikimedia.org/wiki/dienstag zu bringen: Das ist ein grossartiger Zugewinn für das Grundanliegen, an welchem ich seit 30 Jahren arbeite und welches in rebell.tv durch das Angel-Investment, die Preise, die Ausstellungen, die Lehraufträge, die Bücher, die Referenzierung in Massen(leitenden)medien etc. ja zwischenzeitlich eine etwas bekannter gewordene Form fand...

Seit wann arbeitest du bei Wikipedia mit?

  • Naja. Wikipedia kam ja 2001 und war im Prozess der Verständigung darüber, mit welchem Phänomen wir es mit dieser kommunikativen Umstellung zu schaffen haben, ein ausserordentlich wichtiges Instrument. Ich arbeitete in den frühen Nullerjahren als "Field-Correspondent von rocketboom.com" insbesondere mit der englischen Wikipedia. Als angemeldeter User, machte ich meinen ersten Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia am 3. April 2005. Seit Wikimedia 2012 die Idee von #SemanticWeb mit Wikidata aufgenommen hat, läuft diese Entwicklung sehr intensiv. Ich versuche mir aktuell diesen Bereich zu erschliessen. Und auch hier spielt wiederum Wikipedia eine tragende Rolle. Nicht nur für mich...

Arbeitest du ausschliesslich im Meta-Bereich der Kommunikations-, Netzwerk- und Empowermenttheorie?

Wie kam es zu dem zeitlich unbegrenzten Ausschluss?

  • Dazu gibt es viele Perspektiven. Aus meiner Sicht sieht so aus: Kurz vor einem grossen PR-Tag von Wikimedia Deutschland #TagDesFreienWissens entdeckte ich zufällig das Projekt "Wiki Loves Radio & TV". Seitens Wikipedia-Community werden dort zwei Benutzer aufgeführt welche mitarbeiten, tatsächlich scheint es nur einer zu sein, welcher die Seite eher beobachtet denn offensiv pflegt und aufbaut. Wikimedia Deutschland sagt dort: "Das primäre Ziel ist es, Inhalte der Rundfunkanstalten in die Wikipedia zu übernehmen."
  • Schon der Titel ist provokativ: In der deutschsprachigen Medientheorie können aus historischen Gründen Massen(leitende)medien nicht geliebt, sondern müssen kritisiert werden. Das "primäre Ziel" wirft aber auch inhaltich alle grundlegenste Fragen auf, welche den Kerngehalt der Wikipedia umkrempeln würden.
  • So fragte ich also auf der Diskussionsseite nach, wo die vollständige Dokumentation dieses Projektes sei. Die Fragen eskalierten in den aller ersten Einträgen - auch von meiner Seite! Was ich natürlich bedaure. Aktuell aber leider nicht selten der Fall ist. Die Stimmung innerhalb von Wikipedia löst nicht nur bei mir Stress aus: #WikiStress

Wie ging es dann weiter?

  • Innerhalb von Stunden wurde mein Account gesperrt. Der erste Sperrgrund anerkennt, dass die Sperrung auf einem "Interessenskonflikt" basiert: Der Antragsteller, welcher mir "Verbreitung von Verschwörungstheorien" unterstellte ist Mitglied der "Redaktion Film und Fernsehen". Redaktion! Autoren! In kollaborativen Schreibsystemen - die Wikimedia-Foundation bietet nur Projekte aus dem Kontext von Kollaborativen Schreibsystemen an! - sind das offensive Anti-Konzepte. Wie auch immer: Der administrative Umsetzer des Antrages gab mir umgehend eine paternalistische 3-tägige "Bedenkzeit". Ich vermute aber, dass dies so formuliert wurde, um den Antragssteller zu beruhigen und gegenüber mir ein klares Zeichen zu geben: "Halt mal schnell 3 Tage die Klappe, dann ist alles wieder gut." Es war also aus meiner Sicht eine sehr freundliche, clevere Reaktion des Administrators. Aber ich sah freilich sofort die Chance für eine Skandalisierung im Themenbereich der Ziele 2030.wikimedia.org. Die Bewegung will zu einem "Radikalen Inklusionsimus" - wie ich es zusammenfasse - zu einem SEI MUTIG re:loaded. Bloss sehe ich nirgends Ansätze, wie solche Ziele erreicht werden könnten...

Die Sperrung ging aber in deinem Fall nicht von der Wikimedia-Foundation aus, sondern von der Community und den Administratoren der Wikipedia.

  • Ja. Das ist ein Unterschied zu #framBAN, richtig. Weil aber der Interessenskonflikt - terminlich und inhaltlich - so deutlich sind, und der Projektleiter von "Wiki Loves Radio & TV" von Wikimedia Deutschland explizit wünschte, dass gewisse Inhalte aus der Diskussion verschwinden - etwa Fragen rund um das Problem der Lizenzen, welche er als "Liebhaberdiskussionen" herabgwürdigte - wird dieser Unterschied ausserordentlich winzig. In meinem Fall hat die Foundation vielleicht einfach bloss sehr viel geschickter gehandelt als bei der 1-jährigen Sperre für User:Fram...

Stichwort "Verschwörungstheorie"...

  • Das ist natürlich ein illegitimer Knüppel, welcher lästige Nachfragereien sofort tötet. Wer den Ausdruck verwendet, ist anti-akademisch orientiert. Auch Massenmedial dürfte der Ausdruck seinen Höhepunkt überschritten haben. Der Ausdruck ist anti-intellektuell und nervt spätestens, seit dieser via George W. Bush in Umlauf gebracht wurde.
  • Aus den Diskussionen zu schliessen, ist es aber im hier angewendeten Fall vielleicht eher ein Verweis auf mein Engagement rund um die #Wikicon18 zu sehen. Ich habe mich damals bemüht, dass die Macher von "Die dunkle Seite der Wikipedia" (Gruppe42) eingeladen werden. Ich habe dummerweise damit die Lage für die Gruppe42 aber bloss verschlimmert: Eine Anwesenheit der Gruppe42 wurde seitens der Organisatoren ausdrücklich abgelehnt. Im Gegenzug hat die Gruppe mich für einen Vortrag an ihre #WiWi18 nach Wien eingeladen. Dort wurde ich "als Vertreter der Wikipedia-Community" vorgestellt - was freilich gänzlich unmöglich ist - wie soll ein Netzwerk, bestehend aus vielen "schwachen Bindungen" von einer Person vertreten werden? Das ist wiederum ein Verweis darauf, wie die Gruppe42 Wikipedia nicht in ihrer, in der Software MediaWiki angelegten Radikalität akzeptiert. Wie auch immer: Ich holte mir mit dem Vortrag auf Youtube einen Shitstorm der Gruppe42-Fans ab. Was auch nicht wirklich Spass macht.

So bist du mit deinem #ZDFwikipedia zwischen die Fronten geraten?

Hat Wikipedia eine Zukunft?

  • Wikidata ist die Zukunft. Und die läuft auf Hochtouren. Ich versuche aktuell, drei Positionen herauszuarbeiten, welche "Die Kuhzunft von Wikipedia" veranschaulichen sollen... Ich sehe mich traditionell - lange bevor es Wikipedia gab, lange bevor ich Sozialarbeiter wurde - als "Radikaler Inklusionist" und verorte mich damit ganz auf der Linie der Ziele von 2030.wikimedia.org. In den USA wird #agree2disagree leichter verstanden. Der Grundgedanke für musterhaftes Zusammenleben, wurde bereits in den frühen Klosterbewegungen, auch und insbesondere in der Schweiz - ausformuliert und durch verfolgte Täufer - die progressiven Kräfte der Reformation - in "die Neue Welt" der USA getragen. Ich durfte drei Jahre in der Schulleitung von Gymnasium Kloster Muster/Dissentis arbeiten, welches seit 1400 Jahren in einer abgelegenen Alpenspalte "die Einheit in der Vielfältigkeit" meditiert...

Die Ziele von Wikimedia für das Jahr 2030 erneuern diese Ziele?

  • Ganz genau! Ja! So kann ich das jedenfalls zeigen. Ziel 1 - "Knowledge as a Service" - hat die Schweiz von 1831/1848 mit "Sozialstaat" (Häflin/Haller) benannt: Es geht darum, dass die Menschen befähigt - alphabetisiert - werden, um überhaupt einem SAPERE AUDE nachkommen zu können. Zwangsbeschulung ist bis heute die Konsequenz. Empowerment, nennen wir Sozialarbeitende sowas: "Hilfe zur Selbsthilfe". Darum gestalten wir in Zürich seit Katharina von Zimmern "sozialräumliche Intervention" und nicht vorrangig "Einzelfallhilfe". Diese "Alphabetisierung" der Gesellschaft der Gesellschaft - um noch etwas Niklas Luhmann zu zitieren - sieht heute freilich völlig anders aus, als das "Lesen, Schreiben, Rechnen" der Frühzeit der zweiten - von vier - Industriellen Revolution. In dieser Vorstellung wird Wissen seit über 1000 Jahren als - wie wir in der Schweiz sagen würden - Allmende gesehen, welche als "Service Public" gesichert werden muss. Die radikalsten sozial-liberalen Kräfte der Schweiz (und der USA) wollten einen spindeldürren, aber bärenstarken Staat:
  • 1. Rechtsstaat: Das starke Recht vor die Rechte der Stärkeren
  • 2. Demokratie: Machtwechsel ohne Blut vergiessen
  • 3. Föderalismus: Dort entscheiden, wo umgesetzt wird
  • 4. Sozialstaat: Befähigung durch Bildung
  • Häfelin/Haller erwähnen, dass die für uns heute notwendig erachtete "Nachhaltigkeit" auch zu zeigen wäre, in der Bundesverfassung aber nicht als eigenes Thema ausformuliert wurde...

Und das zweite Ziel von 2030.wikimedia.org: #KnowledgeEquity?

  • Wikimedia Deutschland hat das Ziel mit "Gerechtigkeit des Wissens" übersetzt. "Gerechtigkeit" geht von getrenntem aus, das englische Equity könnte aber auch komplementär gedacht "Fürsorglichkeit" - was von Verbundenem ausgeht - mit dazu meinen. Dann wäre es angepasster von "Fairem Wissen" zu sprechen...

Was meint das zweite Ziel inhaltlich?

  • Wikipedia wollte von beginn weg "Freies Wissen" sammeln: Frei zugängliches Wissen (Access). Wissen, was frei ist von jeglicher Bewertungen - sozial, politisch, religiös. Wissen, was frei weiter genutzt werden kann (Copyright als ein "Right to Copy"). Und immer so weiter. Als Relevanzkriterium für einen Eintrag in Wikipedia wäre damit nur, ob es ein solches "freies Wissen" ist und es inhaltlich belegt werden kann...

Was meint "belegen"?

  • Wir reden von Sekundärliteratur. Aber das führte so hier vielleicht zu weit... Was das zweite Ziel von Wikimedia für das Jahr 2030 verlangt, ist, dass nicht nur kein freies Wissen aus der Wikipedia ausgeschlossen werden DARF. Sondern eben offensiv umgekehrt: Dass in Wikipedia jedes freie Wissen aufgenommen werden MUSS. Auch das Wissen, was meiner individiuellen "Meinung" nach Quatsch ist, schädlich, verwerflich, überflüssig, unnötig, langweilig... Die Idee von "Free Speech" ist unüberhörbar und diese ist - aus historischen Gründen - in Deutschland nicht durchsetzbar (per Grundgesetz nicht!), aber in der Schweiz spielt diese weiterhin - wenn auch abgeschwächter als in den USA - eine wichtige Basis in der radikal-sozial-liberalen Tradition...

"Schweiz als Labor"

  • Ja. Unbedingt. Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher in der Alpenrepublik irgendwo über der Waldgrenze wächst. Spass bei Seite: Dass der deutschsprachige Kulturraum in einer besonderen Verantwortung der aktuellen Weltgesellschaft steht, scheint unbestritten. Es ist ein grossartige Chance, dass Wikimedia Deutschland nicht nur bei der Ziele-Entwicklung von Wikimedia leitend aktiv ist, sondern auch bei Wikidata. In beiden Positionen übrigens Frauen. Sie hätten sogar einen Namen: Nicole Eber und Lydia Pintscher. Schon mal gehört?

Nein. Noch nie.

  • Jaja. Dieser Lärm um #WomenEdit und #WikiFürAlle und wie die Hashtags alle heissen. Sadie Plant hat 1997 gezeigt, dass die aktuelle Kultur von Frauen getragen wird. Sie lebt in der Schweiz. Spricht berndeutsch und rasendes, britisches Englisch. Hast du ihren Namen schon einmal auf tagesaktuell tot gemachten Bäumen gelesen?

Nein. Noch nie.

  • Ich dachte immer, es sei skurril, dass wir drei deutschsprachige Wikimedia Vereine haben. Jetzt merke ich plötzlich, dass dies vielleicht der entscheidende Vorteil ist, welchen es zu nutzen gilt: Wir hätten uns gegenseitig viel zu sagen. Wenn es uns gelingen würde, den Schweizer Wikipedia-Verein auf die traditionellen Werte zu setzen, hätten wir in deutscher Sprache eine Vermittlung, zur amerikanischen Grundidee von Wikipedia. So weit ich das sehe - haben alle drei Wikimedia-Verein die Tasche voller Geld. Wir könnten in kürzester Zeit eine sehr gefährliche Bewegung werden.

Gefährlich?

  • Klar. Der Pleonasmus #OpenScience ist ein Frontalangriff auf Wissenschaft, welche offenbar als Closed, Gated, Applied gesehen wird. Der Radikale Inklusionismus der Wikimedia-Foundation läuft gegen Wissenschaft, Politik, Massenmedien, aber auch der Ökonomie. Wir arbeiten hier ja alle ohne Geld mit. Die Grundidee der Negativen Einkommenssteuer wurde in den 40er-Jahren von einer Frau entwickelt: Juliet Rhys-Williams. Hast du ihren Namen schon einmal gehört? - Die "Ich AG" ist ja schon heute ein faktisches Grundeinkommen in Deutschland: Einfach sehr beleidigend umgesetzt. Die Sozialdemokratien machten aus Bürgerinnen und Bürgern juristische Personen, welche sich zu liquidieren haben, wenn sie nicht mehr Verschuldungsfähig sind. Ja. Ich denke, die Wikipedia-Community ist auf sehr subversive Art und Weise ausserordentlich gefährlich, weil diese kleine, lose, durch "Schwache Bindungenden" gekennzeichnete Bewegung seit bald 19 Jahren eine akzeptierte, geschätzte, stark referenzierte Praxis installiert hat...

Zurück zu deiner Sperre: Wie ging es dann weiter?

Wie ging es weiter?

  • Es gab eine zweite Sperre, welche die 3 Tage "Denkpause" erweiterte. Jetzt wechselte der Grund auf: "Kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit". Das ist freilich absurd, allein schon dadurch, dass es stundenlange LIVE-Streams gibt, wo wir mit einem Mitarbeiter von Wikimedia Schweiz - einem Administrator und neu Mitglied des Schiedsgerichtes - Editierarbeiten machen. Der gesuchte Sperrgrund führte aber Idealerweise zur Anerkennung der unzulänglichen Beschreibung von dem, was heute "Mitarbeit im Aufbau der Enzyklopädie" meinen könnte. Ein Administrator formulierte eine astreine, mögliche Definition aus. Es kam aber bisher zu keinem Meinungsbildung oder ähnlichem. Kurzum: Ich hatte also längst meine Freude gefunden und den strategischen Wert von diesem #sms2smsBAN erkannt und machte wild weiter, obwohl es auch jetzt leicht gewesen wäre, aus der Sperre herauszukommen. Unter grosser Mithilfe verschiedener Administratoren kam es zu einer Eingabe beim Schiedsgericht. Ein Instrument, welches seit der Einführung in permanenter Krise hockt. Die Gruppe schien aber weder arbeitsfähig, noch konnte nachvollziehbar klar erkennbar gemacht werden, was die Rolle des Gremiums überhaupt sein könnte. Ich bekam unterschiedlichste Beratungen und Tipps. Sogar von einem Insider "Ghost Writings" was an genau bestimmter Stelle einzukopieren sei. Ein grandioser Durcheinander. Und selbst für mich als erfahrender Wikipedianer auch handwerklich eine Zumutung. Die Arbeit im Visual Editor ist dort unmöglich. Du bist dort also gezwungen, deine Gedanken in quasi-"Quellcode" abzulegen... (lacht lange und laut) Zusammenfassend: Von Beginn weg eskalierte "die Diskussion" und konnte so durch alle Instanzen gezogen werden. Letzter Sperrgrund vom 5. Juli 2019 tönt dem Verlauf sehr angemessen: "Metasockenpuppe" + "Diskussionsaccount".

Was passierte nachher?

  1. Wir editieren zunehmend in grösseren Gruppen.
  2. Wir editieren zunehmend Wikimedia-Projekte übergreifend.
  3. Die Editierprojekte bedürfen zunehmend umfangreicheren Absprachen.

Und darauf reagiert WikiDienstag.ch wie?

  • Mit einem ProdUsing. Wir haben uns das Problem selbst gestellt und versucht einen Umgang damit zu erfinden. Daraus entstand ein Vorschlag für einen Workflow. Wir haben eine Idee, wie eine Software-mässige unterstützung möglich wäre. Die Frage ist, ob das was taugt, ob damit gearbeitet werden könnte, ob andere mit einsteigen, bzw. ob andere Vorgehensweisen und Problemlösungen gefunden werden können und es zu einer Zusammenarbeit kommt... Für mich wird wichtig sein, dass ich weiterhin die offizielle Unterstüzung von Wikimedia Schweiz behalten darf, dass ich den Auftrag, welcher Statistik Stadt Zürich an uns vergeben hat, mit der Unterstützung der Wikimpedia/Wikidata-Community durchgeführt werden kann. Ob es gelingt, WikiDienstag.ch auch finanziell auf stabile Beine zu stellen... Mir ist nicht langweilig, wenn du das meinst.

Und dass #sms2smsBAN aufgehoben wird, das ist dir gar nicht so wichtig?

  • Doch. Selbstverständlich. Unbedingt. - Aber es muss wohl noch eine soziale Erfindung gemacht werden, damit alle Beteiligten nicht das Gesicht verlieren. Es muss ja eine Lösung sein, welche die Administratoren, die Mitarbeitenden aus der "Redaktion Film und Fernsehen", der verantwortliche Projektleiter von Wikimedia Deutschland, Wikimedia Schweiz als offizielle Projektunterstützer und auch ich damit gut leben können. Ich fürchte, dass es unter den aktuellen Bedingungen von Wikimedia Deutschland zu "persönlichen Aussprachen" kommen muss. Was - wie gesagt - allen Ideen von Wikipedia widerspricht. Nicht zu letzt den zwei Zielen von #Wikimedia2030.

Wie geht es jetzt weiter?


Links:

Quotes:

  • Medienkompetenz erkennen wir heute daran, dass nicht auf das geschaut wird, was gezeigt wird.
  • Ich schaue dir auf das kommunikative Setting und sage dir, was du willst.
  • Soziale Arbeit ist Arbeit am Sozialen. Nicht an Körpern. Nicht an Psychen.
  • Ich traue dem Hyperlink mehr zu, als der Kunst, der Wissenschaft, der Ökonomie, der Politik.
  • (6) "Neue Medien" ermöglichen der "Gesellschaft der Gesellschaft" eine nächste Antwort auf "Die Soziale Frage". (dfdu.org/manifest)
  • (7) "The Next Organisation Will Not Be Organised" (dfdu.org/manifest)
  • (8) "There Is No Such Thing As A Next University." (dfdu.org/manifest)
  • "Die Lehrstühle / Haben wir nicht / Aber die Wörter / Nehmen wir ihnen weg" / (frei nach Niklaus Meienberg, eingemacht im Kloster Dissentis)

Massen(leitende)medien:

Podcasts

Andere über... (alle aus Band 1, "Die Form der Unruhe", Junius Verlag 2009)

  • "Die Form der Unruhe, in der sich rebell.tv bewegt () ist dafür ein gutes Beispiel, geboren aus jener seltenen Kombination liberalen, ökologischen und sozialen Denkens, die es fast nur in der Schweiz gibt." Prof. Dr. Dirk Baecker
  • "Perpetual Beta: Das führt rebell.tv vor." (Prof. Dr. Andrea Back)
  • "rebell.tv gehört mit zu den Pionieren auf diesem Neuland, experimentiert unaufhörlich mit diesem vielschichtigen Instrumenten, lotet Möglichkeiten und Grenzen aus und steckt seine Claims in die scih öffnenden Räumen wie eine Lokomitive, die ihre Schienen mit sich führt und vor sich auslegt." (Prof. Dr. Franz Schultheis)
  • "Gute Sozialarbeit ist genau das: Sie blendet potenziell Ausgeblendetes ein, sie inkludiert Exkludiertes. Diese Vorgehensweise ist ihre ethische Basis, ihre Gerechtigkeitspraxis." (Prof. Dr. Heiko Kleve)
  • "Solche Rebellen begegnen uns im rebell.tv der Tina Piazzi und des Stefan M. Seydel, die mit geradezu stoischer Unerschütterlichkeit durch den Echoraum der Medien navigieren." (Prof. Dr. Bazon Brock)
  • "rebell.tv is one of those massive media conglomerates, sort of like Murdochs company, just a lot smaller." (daddyD, FM4/ORF/Wien, Morning Show, 2007)