Benutzer:Ursula Kronberger/Experteninterview

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Interview mit Mag. Harald Kratzer (Geschäftsführer vom Sternbräu)[Bearbeiten]

1. Was verstehen Sie unter Weltkulturerbe? Was bedeutet es für Sie?

Also Weltkultur weiß ich auch nur was man so gehört hat; Das ist glaub ich Ende der 90er Jahre ist Salzburg Weltkulturerbe geworden; Und bedeutet natürlich einen besonderen Schutz; ist natürlich ein Komplement für Salzburg und natürlich auch für die Betriebe, die ja arbeiten. Allerdings haben wir natürlich schon vor diesen Weltkulturerbe Ende der 90er Jahre schon einen Schutz gehabt. Das ist die sogenannte Sachverständigenkommission (SVK) Die ist nur zuständig für die Altstadt; Alles wo es ums Bauen geht. Ums Bauen und ums Umbauen. Das ist also wenn du jetzt in Maxglan was baust ist es was anderes, als wenn du in der Altstadt was baust oder renovierst oder umbaust, weil die Sachverständigerkommission da überall mitreden kann, wie gebaut wird welche Farbe die Schirme haben usw. Was an und für sich gut ist, das ist entstanden in den 70er Jahre wo die ganze Altstadt wirklich verhunzt worden ist und da wäre wirklich Gefahr gewesen, dass die ganze Altstadt wirklich verschandelt worden wäre. Nun natürlich fürs Bauen ist es sehr schwer und es gibt natürlich auch, wir haben auch viele Sträuße mit der Sachverständigenkommission ausgefochten, aber man muss sich mit denen zusammenraufen und dann kommt meistens eh was gutes dabei raus. Also diesen Schutz hat es eh eigentlich schon immer gegeben für die Altstadt und es hat jetzt auch auf internationellen Ebene gehobene worden. Also das bedeutet für mich Weltkulturerbe, wobei wir bei unseren Sanierungs- und Renovierungsprojekt eigentlich nichts zu tun gehabt haben mit der Unesco oder Weltkulturerbe. In Gegensatz zu anderen Projekten. Wie Casco zum Beispiel, die haben sich bei uns nie geäußert also nicht negativ und nicht positiv. Das ist zumindest schon ein gutes Zeichen.

2. Welchen Stellenwert hat die Bewahrung des Weltkulturerbes beim Sternbräu?

Schutzzone 1 nennt sich das jetzt bei der zuständigen Sachverständigenkommission. [...] Also das hat für mich als Gastronom und wir haben über 100 Mitarbeiter schon einen Stellenwert, weilt natürlich die Millionen von Touristen die jährlich nach Salzburg kommen und das wirklich unabhängig von allen Krisen der Welt. Salzburg ist wirklich ein Magnet, also die Stadt Salzburg. Wenn zum Beispiel mal ein Markt ausfällt, wie vor sechs Jahren der amerikanische, kommt der anderer Markt nach oder andere Gäste. Also Salzburg ist wirklich ein Magnet und zum Großteil natürlich auch aufgrund der schönen Architektur, die natürlich erhaltenswert ist und darum ist dieser Stellenwert des Schützen für mich auch sehr wichtig.

3. Warum wurde das Sternbräu 2013 teilweise komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut, anstatt es zu renovieren?

Das Sternbräu gibt es schon seit 1542, also schon Jahrhunderte lang. [...] Um dieses Arial geht es das ist das Sternbräu ist in den letzten Jahrhunderte immer um und ausgebaut und angebaut worden. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war hier noch die Brauerei, also hier ist Bier gebraut worden bis 1917. Dann sind die übersiedelt in das Sternbrauerei Arial in der Riedenburg, wo jetzt diese modernen Bauten sind, weil bis in den 50er Jahre ist dann draußen Bier produziert worden, also dann ist dieser Hof geschaffen worden dann ist hier mal ein Hof geschaffen worden. Dieser Teil ist vor 80 Jahren ist dann da eben etwas gebaut worden und das ist zum Beispiel für UNESCO und für die Sachverständigenkommission überhaupt gar keine Zeit, also das heißt das ist nicht schützenswert. Wir unser Motto war, Natürlich ist das ganze Sternbräu in die Jahre gekommen, weil der letztere größere Umbau war 1986, also hat was geschehen müssen, also mit Leitungen, Sanitäranlagen usw. weil das war natürlich fast nicht mehr zumutbar. Zuerst war die Überlegung das im laufenden Betrieb zu machen, was natürlich wirklich eine Beeinträchtigung für die Gäste gewesen wäre und dann haben wir uns eben geeinigt komplett zuzusperren, was natürlich auch ein irrer Umsatzendgang ist und ungefähr zwei Jahre, es waren genau 20 Monate umzubauen und zu sanieren. Und da hat man natürlich schon bewusst Wert darauf gelegt, alles was schützenswert ist zu schützen, aber natürlich auch neues zu erlauben. Diese blauen Geschichten die ich da gezeichnet habe, die stehen unter Schutz. [...] Das Sternbräu hat sich immer entwickelt. Das erhalten was schützenswert ist. [...] Die sogenannte historisierende Architektur. Das heißt, das ist eine Architektur die darauf abzielt, dass etwas Alt aussieht. Ist aber nicht wertvoll, weil das ist Neu und hat keine architektonische Sprache. Und man hat sich entschlossen gemeinsam mit der SVK komplett wegzugehen davon und es abzureißen und einen modernen Glasbetonbau zu Wagen. [...] Die ganzen alten Stuben wurden jedoch behalten. [...] Einiges wurde saniert, aber einiges wurde auch neugebaut.


4. 2013 wurde während den Umbauarbeiten eine spätmittelalterliche Stadtmauer entdeckt und daher die Baupläne erheblich geändert. Wie wurde diese Stadtmauer in das neu umgebaute Sternbräu muteinbezogen?

Genau also die Stadtmauer geht quasi hier entlang. Man hat da schon gewusst, dass da die Stadtmauer war, aber man hat nicht gewusst, dass die so gut erhalten ist. Und die Stadtmauer ist quasi hier hinuntergehend 6 Meter. Aus dem Grund, dass in den letzten Jahrhunderten hier immer mal aufgeschüttet ist, das heißt das Niveau war früher viel niedriger. [...]

5. Erzählen Sie mir etwas über den Bürgersaal, weil er ist schließlich ein besonderer Saal ist.

Der Bürgersaal hätten wir zwar abreißen dürften, aber er ist einer der berühmtesten Säle des Sternbräus. Da ist die Inneneinrichtung sehr wertvoll. Hier sind Kassettendecken und Rießengemälde von Karl Reisenbichler, die er gemalt hat gegen Kost und Logie. Aber natürlich hat er auch keine Technik gehabt, keine Lüftung gehabt, schlechte Leitungen gehabt. Also dieser Bereich ist komplett entkernt worden, alles abgetragen worden, alle Bänke nummeriert, alles gelagert worden. Dann ist eine bessere Lüftung eingebaut worden, unterkellert geworden, gute Fenster, gutes Dach und dann ist der Raum wieder eins zu eins wieder aufgebaut worden. Alles ist aus dem Jahre 1920. [...]