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Universität Augsburg


Lehrstuhl: Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und interkulturelle Kommunikation


Aufbaumodul: “ Die kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung“


Dozentin: Eva Sondershaus, M.A


Sommersemester 2013


Heidi Spengler, Carolin Herz


"Mit der historischen Entwicklung des Inselstaates Malta hat sich das Identitätsgefühl von Generation zu Generation verändert"

Wir haben uns im Rahmen unserer Projektarbeit für das Seminar „Kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung“ dafür entschlossen, uns mit dem kleinen Inselstaat Malta auseinanderzusetzen. Malta hat eine sehr bewegte Geschichte und Entwicklung hinter sich, was nicht zuletzt an der politisch interessanten Lage im Mittelmeer und der Kolonialzeit liegt. Wir haben uns daher gefragt, wie die Malteser sich heute fühlen. Welcher Nation fühlen sie sich zugehörig und wie hat der geschichtliche Hintergrund der Insel das Identitätsgefühl der Malteser beeinflusst oder verändert?

Um dies herauszufinden, beschäftigten wir uns zunächst mit der Insel an sich und sammelten allgemeine Informationen zu Geschichte, Politik, Religion, etc. Im Anschluss daran führten wir Interviews mit 3 Maltesern zwischen 20 und 30 Jahren, um herauszufinden, wie sich „Identität“ heutzutage auf Malta definiert.





Merħba lil malta – Willkommen auf Malta
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Geografie
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Die maltesischen Inseln befinden sich im Mittelmeer zwischen der Meerenge von Sizilien und Libyen. Dort erstreckt sich einer der kleinsten Staaten der EU auf knapp 250 Quadratkilometer. Die Inselrepublik besteht aus drei Insel -Malta, Gozo und Comino-, auf welchen insgesamt 410.000 Menschen leben. (Stand 2012) Der maltesische Archipel liegt in den Subtropen, was ihm afrikanische Sommer und milde Winter beschert. Auf Malta regnet es das ganze Jahr über ziemlich selten, daher ist besonders in den Sommermonaten das Wasser sehr knapp. Trotz des strapazierenden Klimas kann Malta eine relativ große Artenvielfalt in der Flora und Fauna vorweisen. Das Artenspektrum ist typisch mediterran. Comino ist mit Abstand die kleinste Insel. Sie ist in dem Gozo Chanel zwischen Malta und Gozo gelegen und bis auf ein einziges Hotel völlig unbewohnt. Die Insel Gozo wird gerne als die kleine Schwester Maltas bezeichnet. Hier gehen die Uhren anders. Gozo ist deutlich kleiner als die Hauptinsel und auch weniger stark besiedelt. Im Vergleich zu seiner großen Schwester ist die Insel auch weitaus bergiger und grüner. Auf Gozo steht noch die Landwirtschaft im Vordergrund und das ruhige einfache Leben. Teilweise macht es den Eindruck als sei hier die Zeit stehen geblieben. Malta ist die Hauptinsel und auch die am stärksten besiedelte. Ihre maximale Breite beträgt 13 km und ihr Länge nicht mehr als 28 km. Im Osten und Südosten ist das Gelände ziemlich eben und flacht an den Küsten leicht in das Meer ab, wohingegen Westen und Norden ein deutlich raueres Relief vorweisen können. Fast die komplette Westküste ist von Klippen durchzogen. Dies ist einer der Gründe, warum sich die Menschen mehr im Zentrum und an der anderen Seite der Insel niederlassen. War Mdina noch die alte Hauptstadt im Zentrum der Insel, ist es heute Valletta an der Ostküste. Vor allem in dieser Region spielt sich das Leben ab. Die Städte Valletta, Sliema und St. Julians haben sich zu großen Ballungsräumen entwickelt und auch miteinander verflechtet. Heute gelten sie als die großen Touristenzentren, welche wohl die Haupteinnahmequellen des Staates sind.


Geschichte
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5200 v. Chr. Erste Besiedelung

4000- 2500 v. Chr. Epoche der Tempelbauer

2000- 1000 v. Chr. Epoche der bronzezeitlichen Schienenbauer

1000- 218 v. Chr. Herrschaft der Phönizier

218v. Chr. - 397 n.Chr. Römische Herrschaft. Nach dem Aufenthalt des Apostels Paulus auf Malta im Jahre 59 n. Chr. entsteht die erste christliche Gemeinde auf der Insel

397- 870 Byzantinische Herrschaft

870- 1070 Arabische Herrschaft

1070- 1530 Erst erobern die Normannen von Sizilien aus Malta. 1194 geht die Insel an die Staufenkaiser über. 1282 an das spanische Königreich von Aragon

1530- 1798 Herrschaft der Ritter. Kaiser Karl V., erster Habsburger auf dem spanischen Königsthron, überlässt den durch die Türken von Rhodos vertriebenen Johanniterrittern die Insel

1565 Die Johanniter wehren eine fast viermonatige türkische Belagerung ab und bauen Malta zur Festung aus

1789 Die Ritter kapitulieren vor den Truppen Napoleons

Ab 1800 Britische Herrschaft

• Großbritannien erkannte die günstige Lage der Insel

• Verwaltungspositionen werden weiterhin mit Maltesern besetzt

• Malta entwickelte sich schnell zum Handelszentrum des Mittelmeeres

• Nach dem Fall Napoleons verlor die Insel wieder an Einfluss

• Nationalversammlung hatte nur noch repräsentative Funktionen

• Großbritannien kontrollierte die Insel wieder strenger

• Ab 1950 kam wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung für Malta -> Dampfschiffe kamen um ihre Kohlevorräte aufzustocken -> beinahe Vollbeschäftigung -> Bevölkerungswachstum

• Italienische Flüchtlinge werden durch den Wohlstand angelockt

• Briten versuchten die Malteser zu anglisieren

• Sprachkonflikt zwischen Arbeiterklasse und Oberschicht

• (für kurze Zeit) Einigung auf bilingualen Unterricht: Englisch und Italienisch

• Italienisch wurde aus dem Alltag gestrichen, Englisch und Maltesisch verbreiteten sich

• Während des 1. Weltkriegs diente Malte mit seinen Werften und Häfen als militärische Basis für die Alliierten (auch „Krankenpfleger des Mittelmeeres“ genannt)

• Nach dem 1. Weltkrieg stieg die Arbeitslosenrate wieder, ebenso die Lebensmittelpreise

• Forderungen nach mehr Selbstbestimmung von Arbeitern und Oberschicht


1921 Neue Verfassung der Nationalverfassung tritt in Kraft

• Beschränkte innere Selbstverwaltung

• Briten hatten weiterhin Kontrolle über Ministerien für Verteidigung, Außenpolitik und Einwanderungsangelegenheiten

1934 Wegen Uneinigkeiten der maltesischen Parteien wird die Verfassung außer Kraft gesetzt und die Insel wird wieder zur politisch unmündigen Kolonie

• Kolonialherren legen Englisch und Maltesisch als Amtssprachen fest

• Italienisch wird abgeschafft

1940-1945 Malta spielt wieder eine wichtige Rolle für die Alliierten während des 2. Weltkriegs

• Malt dient den Alliierten wieder als militärischer Stützpunkt

• Von 1940 bis 1942 wird Malta durch permanente Luftangriffe der deutschen und italienischen Luftwaffe getroffen

• Auf Malta fielen die meisten Bomben wenn man nach Fläche geht

• Die maltesische Bevölkerung erhielt am 155. April 1942 das Georgs-Kreuz für Tapferkeit (seither auf der Flagge zu sehen)

• Nach Ende des 2. Weltkrieges bekam Malta seine beschränkte Selbstverwaltung wieder

21. September 1964 Malta wird unabhängig

• 21. September wird zum Nationalfeiertag

1974 Deklaration der Republik

• Einführung einer neuen Verfassung

1979 Die britischen Truppen verlassen die Insel

2004 EU - Beitritt Maltas

2008 Einführung des Euro

Sprache(n) auf Malta[Bearbeiten]

Aufgrund der historisch-politischen Vorgeschichte der Insel gibt es heute auf Malta zwei Amtssprachen: Maltesisch und Englisch. Die maltesische Sprache ist aus einem arabischen Dialekt entstanden und gehört zu den semitischen Sprachen. Das Besondere hierbei ist, dass maltesisch die einzige semitische Sprache ist, die das lateinische Alphabet benutzt, erweitert durch die Buchstaben Ċ/ċ, Ġ/ġ, Ħ/ħ und Ż/ż. Der maltesische Wortschatz wurde im Laufe der Zeit vom Italienischen und vom Englischen beeinflusst. 330.000 Menschen sprechen Maltesisch als Muttersprache und viele Malteser sehen ihre Muttersprache als Identifikationsmerkmal an.

Seit der britischen Kolonialherrschaft beherrschen nahezu alle Malteser die englische Sprache und sie wurde während der fast 200 Jahren britischer Herrschaft auch zur Amtssprache auf Malta.

Bis in die dreißiger Jahre war auch Italienisch auf der Insel weit verbreitet und es war kurzzeitig auch der Unterricht bilingual - englisch und italienisch. Bis 1934 war Italienisch auch Gerichts- und Verwaltungssprache. Heute ist die italienische Sprache immer noch verbreitet z. Bsp. wegen der Beliebtheit italienischer Fernsehprogramme.

Schulsystem[Bearbeiten]

Auf Malta gibt es insgesamt drei Arten von Bildungseinrichtungen - Staatlich, kirchlich und privat – nur letzteres ist kostenpflichtig. Zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr können maltesische Kinder eine Vorschule besuchen, welche mit unserem Kindergarten vergleichbar ist. 95% aller Kinder in diesem Alter nehmen das freiwillige und kostenlose Angebot an.

Die schulpflichtige Zeit besteht in Malta vom 5. bis zum 16. Lebensjahr, wobei man diese Zeit in zwei Perioden unterteilen kann. Zuerst wird die Primarstufe besucht, welche sechs Jahre dauert. Danach folgt die Sekundarstufe, welche fünf Jahre beträgt.

In der Primarstufe bzw. Grundschule durchlaufen die Schüler zwei Zyklen. Der erste dauert drei Jahre. Hier lernen die Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen und trainieren außerdem ihre sozialen Kompetenzen. Darauf folgen drei weitere Jahre (2. Zyklus). In diesem werden die Kinder auf die untere Sekundarstufe vorbereitet. Die Grundschule endet mit der Junior Lyceums Prüfung. Diese entscheidet, ob es den Schülern erlaubt sei mit der Sekundarbildung weiter zu machen.

Nachdem diese Prüfung erfolgreich bestanden wurde, kommt es zum Übertritt auf eine untere Sekundarschule. Auf der Insel Malta gibt es drei Formen davon. Einmal das Junior Lyceum (Gymnasium), welches auf eine akademische Ausbildung an einer Hochschule vorbereitet. Wer ein Gymnasium jedoch besuchen will, muss vorher noch eine Aufnahmeprüfung machen. Hier werden die Fächer Maltesisch, Englisch, Religion, Mathematik und Sozialkunde abgefragt. Die zweite Form ist die sogenannte Area Secondary School. Diese kann man mit unseren Realschule gleichsetzten. Der Lehrplan ist hier weniger anspruchsvoller als am Junior Lyceum. Die letzte Form der Sekundarschule ist die Sonderschule ( school for very low achievers). Diese wird von den Schülern besucht, welche sich nicht für einen Besuch an der Area Secondary School qualifizieren konnten.

Generell sind alle Sekundarschulen nach Geschlechtern getrennt. Nach der unteren Sekundarstufe folgt die höhere Sekundarstufe. Der Übertritt zum College, welches besucht wird zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr. Hier gibt es widerum unterschiedliche Zweige. Einmal den akademischen, welcher vor allem auf das Studium an der Universität vorbereitet. Und einmal den beruflichen Zweig, welcher sich auf das Berufspraktische spezialisiert hat. Zur wichtigsten Institution auf dem akademischen Zweig gehört das Junior College. Dieses bereitet in zwei Jahren auf das Universitätsstudium vor und endet mit der allgemeinen Hochschulreife ( MATSEC Certificate). Für den berufsorientierten Zweig gibt es ein eigenes College, welches seinen Fokus auf Kunst, Wissenschaft und Technologie gelegt hat. Das MCAST -Malta College of Arts, Science and Technology. Da der Staat Malta relativ klein ist, gibt es auf der Insel nur eine Universität. Die University of Malta besitzt insgesamt 11 Fakultäten , welche von ca. 7000 Studenten besucht werden. 10% davon kommen aus dem Ausland

Religion[Bearbeiten]

In Maltas Verfassung ist der Katholizismus als Staatsreligion eingetragen und so verwundert es auch nicht, dass 98% der maltesischen Bevölkerung römisch-katholisch sind. Auf der Gesamtfläche Maltas gibt es über 350 Kirchen.

Die Religion nimmt auf Malta großen Einfluss auf die Politik und das häusliche Leben. Schwangerschaftsabbruch ist strafbar, oben ohne baden ist verboten und in den meisten Häusern findet man Hausaltäre oder in Gebäudefronten gemeißelte Bilder von Heiligen. Malta war außerdem das letzte EU-Land, das im Oktober 2011 Scheidungen erlaubte.

Die Malteser sind ein sehr religiöses und traditionsbewusstes Volk. Sie ehren ihre Insel und sind stolz auf ihre Geschichte. Die folgenden Feiertage werden auf Malta streng eingehalten. An all diesen wird die Arbeit niedergelegt und man feiert mit großen Festen diese Ehrentage.


1. Januar - Neujahr

10. Februar - Schiffbruch des Hl. Paulus

19. März - St. Joseph

31. März - Tag des Friedens

März / April (Datum wechselt) - Karfreitag

1. Mai - Tag der Arbeit

7. Juni - Sette Giugno

29. Juni - St Peter und St Paul - Feiertag der Schutzheiligen der Insel (L-Imnarja)

15. August - Maria Himmelfahrt (Santa Marija)

8. September - Our Lady of Victories

21. September - Tag der Unabhängigkeit

8. Dezember - Maria Empfängnis

13. Dezember - Tag der Republik

25. Dezember - Weihnachten


Die restlichen 2% bilden Protestanten, Orthodoxe, Juden und Muslime

Nationalitäten auf Malta[Bearbeiten]

Die Insel Malta gehört zu einem der beliebtesten Zuwanderungsländern des Mittelmeeres. Immer mehr Menschen reisen aus den unterschiedlichsten Motiven auf dem Archipel ein. Die Zahl der ausländischen Mitbürger steigt seit 2008 konstant. Mittlerweile machen diese knapp 5% der kompletten Inselbevölkerung aus. Man kann den Zuwanderungsstrom nach Malta drei Motive zuteilen. Einmal die Flucht aus dem Heimatland auf Grund von politisch und ökonomisch schlechten Bedingungen. Als Beispiel kann hier Libyen oder Tunesien angeführt werden. Oder allgemein gesagt, die Nordküste Afrikas. Malta ist der am nahe gelegenste europäische Staat und von Afrika in nur wenigen Stunden mit dem Boot erreichbar. Dies nützen viele Flüchtlinge und kommen als illegale Einwanderer auf der Insel an. In jüngster Zeit kann man auch eine vermehrte Einreise aus Spanien und Italien feststellen. Auf Grund der momentanen schlechten ökonomischen Bedingungen in diesen Ländern zieht es viele auf die Insel, um Arbeit zu finden.

Ein weiteres Motiv ist der Wunsch nach einer Zweitwohnung bzw. einem Altersruhesitz(vgl. 2006, Steineck A., Einführung in den Tourismus). Vor allem viele Briten und Deutsche zieht es nach Beenden der Karriere in den Mittelmeerraum. Die Insel Malta gehört, neben Mallorca und Ibiza, zu einem der beliebtesten Altersdomizile. Denn neben dem mediterranen Flair findet man dort immer noch typisch britische Eigenschaft vor , was für viele das Leben und Anpassen dort erleichtert. Die letzte Kategorie beschränkt sich auf die Menschen, welche aus freien Stücken nach Malta kommen. Diese Zuwanderer kommen meist aus dem nördlichen Europa und versuchen dort unter Sonne ein neues entspanntes Leben anzufangen.

Im Jahr 2008 bestand der größte Anteil an offiziell gemeldeten ausländischen Bürgern aus Briten, Indern, Serben und Bulgaren (Times of Malta, 2010, http://www.timesofmalta.com/articles/view/20100915/local/foreign-residents-in-malta-increase-by-3-100-in-a-year.327005). Eine solch exakte Statistik existiert für die darauffolgenden Jahre nicht mehr. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich durch die Tumulte, die sich in den letzten Jahren in der Mittelmeerregion abgespielt haben, die Anzahl der Araber, Afrikaner, Spanier und Italiener deutlich erhöht hat. Ein Problem mit dem Malta immer mehr zu kämpfen hat, denn die Zuwanderung nimmt weiter zu und die Dunkelziffer nicht gemeldeter Bürgern wird immer höher.

Politik und Nationalgefühl auf Malta[Bearbeiten]

Das Repräsentantenhaus der Inselrepublik Maltas ist ein Einkammerparlament. Dieses wird geleitet von dem Staatspräsident von Malta und dem Speaker of House. Das Parlament besteht insgesamt aus 65 Abgeordneten. Eine Wahlperiode beträgt auf Malta 5 Jahre. Da auf den maltesischen Inseln eine große Gespaltenheit bei den Wählern herrscht, ist es normal , dass die Wahlen stets sehr knapp entschieden werden. Die Wahlbeteiligung auf der Insel ist stets ausgesprochen hoch. Die Malteser sind ein leidenschaftliches Volk, wenn es um den Bereich Politik geht. Man könnte die Politikfreude fast mit der Begeisterung für Fußball gleichsetzen.

In den letzten 25 Jahren lag die Wahlbeteiligung nie unter 95 %. Zwar sind die Bürger nicht verpflichtet zu wählen, jedoch sorgt der Staat selbst mit verschiedensten Anreizen dafür, dass die Einwohner selbstverständlich ihre Stimme abgeben. Ein Beispiel wäre hierfür, dass der Staat Malta für im Ausland lebende Malteser fast die kompletten Kosten für ein Flugticket übernimmt, wenn sie für den Wahltag auf die Insel fliegen.

Auf Malta gibt es mehrere verschiedene Parteien. Doch die mit Abstand größten, sind die konservative Partit Nazzionalista und die sozialistische Labour Party. Neben diesen zwei gibt es auch noch die Grün- Alternative, Alternative Demokratika und die ultrarechte Azzjoni Nazzjonaii. Diese sind aber nicht sehr bedeutend und eher recht klein. Von Generation zu Generation wird die Parteizugehörigkeit auf der Insel weitergegeben. Es ist sehr schwer und fast unmöglich für kleinere Parteien in das Parlament einzuziehen, da die langfristige Parteienbindung durch das maltesische Verhältniswahlrecht begünstigt wird. Die eigentliche EU- Aufnahme der Republik verzögerte sich um einige Jahre auf Grund der Wahlniederlage der Nationalkonservativen im Jahre 1996. Am 13.12. 2002 kam es zur Entscheidung auf dem EU- Gipfeltreffen in Kopenhagen. Im Zuge der Osterweiterung wurde die Insel mit acht weiteren mittel- und osteuropäischen Staaten in die Europäische Union aufgenommen. Seitdem ist es möglich mit einem Reisepass oder einem Personalausweis auf dem Archipel einzureisen

Theoretische Identitätsbildung[Bearbeiten]

„Ökologische, wirtschaftliche, politische, militärische, hygienische, und meteorologische Entwicklungen machen nicht an nationalen oder regionalen Grenzen Halt.“ (Hofstede, 2006)

Mit diesem Satz beschreibt Hofstede sehr gut unsere Situation. Nur weil wir einer anderen ethnischen Gruppe oder Nation angehören, ändert sich nichts an den Herausforderungen durch äußere Einflüsse, vor denen wir im Alltag stehen. Jedoch hängt die Art und Weise wie wir damit umgehen von unserer kulturellen Identität und unserem kulturellen Hintergrund ab.

Jedes Menschliche Individuum wird im Laufe seines Lebens geprägt durch das verschiedene Denken, Fühlen und Handeln, das er in seinem Leben erlernt. Das meiste davon während der frühen Kindheit und was hier erlernt wird, ist nur schwer wieder abzulegen. Diese erlernten Muster werden allgemein auch als Kultur bezeichnet. Der Begriff Kultur beinhaltet in diesem Zusammenhang sämtliche Denk-, Fühl- und Handlungsmuster. Desweiteren ist Kultur eine Gemeinsamkeit der Menschen, die einem bestimmten sozialen Umfeld angehören. In diesem Umfeld bildet sich unsere Identität gemäß Hofstede aus folgenden Komponenten:


Menschliche Natur: Diesen Faktor haben alle Menschen gemeinsam. Die menschliche natur beinhaltet das Empfinden von Emotionen, das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Interaktion mit anderen und nach Kommunikation.

Kultur: Die Umsetzung der oben genannten Bedürfnisse und die Art und Weise wie/ob/wann wir unsere Emotionen zeigen, wird von der Kultur in der wir leben beeinflusst.

Persönlichkeit: Die Persönlichkeit teilt das Individuum mit keinem anderen Menschen, denn es ist die einzigartige Kombination aus Charkterzügen die teilweise genetisch vererbt wurden oder erlernt wuden.

Weitere Faktoren, die in der Identitätsbildung eine Rolle spielen, erläutert Hofstede in seinem Kapitel „Symbole, Helden, Rituale und Werte“.

Symbole: Worte, Gesten, Bilder oder Objekte die nur von Angehörigen der gleichen Kultur als solche identifiziert werden sind Symbole. Des weiteren gehören auch Kleidung, Haartrcht, Flaggen und Statussymbole zu dieser Kategorie der Identifikationsmerkmale.

Helden: Personen (tot oder lebendig, fiktiv oder real) mit angesehenen Eigenschaften gelten als Verhaltensvorbilder für die Gemeinschaft.

Rituale: Kollektive Tätigkeiten, die im Rahmen der Kulturgemeinschaft „um ihrer selbst willen“ (Hofstede, 2006) ausgeübt werden und als „sozial notwendig“ (Hofstede, 2006) gelten, nennt man Rituale. Dazu gehören z. B. Begrüßungsformen und religiöse Zeremonien. Oft werden solche Rituale vollzogen um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Werte: Sie bilden den Kern der Kultur und somit auch der Identitätsbildung. Werte sind Gefühle, die entweder zu einem Plus- oder einem Minuspol tendieren. Zum Beispiel die Empfindungen gut – böse, schön – hässlich, natürlich – unnatürlich, usw. Diese Werte werden schon sehr früh im Leben erworben.

Hofstede nennt noch einige weitere Maßstäbe und Einflüsse für Kultur- und Identitätsbildung, wie z. B. Kulturebenen, Kulturwandel, Kulturdimensionen, etc. Doch die Kernaussage lässt sich mit diesen Ausführungen schon zusammenfassen: Unsere Identitätsbildung hängt sowohl von genetischen als auch kulturellen Faktoren ab und verleiht uns Zugehörigkeit zu einer kulturellen Gruppe. Üblicherweise leben wir unser ganzes Leben lang gemäß unserer kulturellen Prägung, haben jedoch heutzutage oftmals die Möglichkeit durch Auslandsaufenthalte oder das Studium einer bestimmten Kultur neue Eindrücke zu gewinnen und unser kulturelles Bewusstsein zu erweitern.

Definition des Messinstruments[Bearbeiten]

Wir haben uns für die Form des Leitfadeninterviews entschieden. Durch die offene Form des Gespräches und nur durch wenig vorgeschriebene Stichpunkte auf Seiten des Interviewers, wollten wir eine ehrliche und offene Stellungnahme der Probanten erreichen. Die Interviews wurden während der Pfingstfeiertage auf Malta selbst geführt. UnserenProbanten sind drei geborene Malteser im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Wir hoffen in den hierauf anschließenden Interviews durch bestimmte Aussagen, Wortwahlen, Erzählungen und Bemerkungen Informationen und Hinweise zu bekommen, die sich entweder mit unserer These decken oder diese widerlegen.


Interview 1 Interview 2 Interview 3
Name Fabien Lara Robin
Alter 29 24 27
Geburtsort Madliena, Malta Attard, Malta Bugibba, Malta
Wohnort St. Julians, Malta Attard, Malta London, UK
Beruf Operation Manager in a hotel English Teacher Worker in a marketing company

Interviews mit maltesischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen[Bearbeiten]

Fabien[Bearbeiten]

- Hey, man. So you have some minutes for me and my uni project? It´s the thing, which I told you already when I was still in Germany.

- Ah, yes. I remember. Sure.

- Ok, so first of all. Can you give a little description about yourself. Who you are? Where you live ? Blablabla

- Haha, yeah, cos we don´t know each other.

- Should be a little bit offical ;)

- Ok, well my name is Fabien. I´m 29 and live Malta, St.Julians. I work as an operation manager in a hotel at spinola bay and that´s already since 6 years. OMG

- Hahah, you are getting old, dude. Ok, and you´re maltese and were also born here?

- Yes, I was born in Madliena. The neighborcity of St. Julians. And yeah, I´m offically maltese.

- Offically?

- Well, I have a maltese ID, but I think I´m kind of everything

- Hahah , what??

- As you know, a lot of people in the past came from other countries to live here. Also my family. My mum is half french, half maltese. My Dad is half italian, half maltese. I think I have everything in my blood.

- But, which languages did you grow up then?

- Basically, maltese, english and italian. Italian and english we spoke or still speak at home and maltese we spoke most of the time only in school.

- Does everybody in Malta speaks good English?

- Haha defintily not. Depends on the area. Where a lot of forgein people are , Maltese people speak a proper english. But then more in the south or in the center…. It´s difficult. But also a lot of my people doesn´t want to speak English

- Really? Why?

- There are proud of their country and think English is affecting our culture. But that´s bullshit. We are a bilingual country. They should accept

- And where do you speak which language? So at home english and italian. At work?

- English, cos of the tourists

- With your friends?

- Depends. Most of the time a maltese- english mix

- And how was it in school or Uni?

- In school only maltese and in Uni then only english. We had a lot of foreign students

- And when it comes to offical stuff? Like government things, offices…

- Me personal, only english. But you can also speak maltese. The people there have to speak both and also all papers are translated in both languages

- Ok, can we speak quick about your family? Where do they live? Have you a sister or a brother?

- Haha, Come on. You know them! Yes, I have one sister. She is one year younger. And till last year we all ( including my parents) lived together in Madliena. But now I´m a broke man, since I bought this place.

- Yeah, that´s so important for our theses

- :P

- So tell me quick something about your school and so on. Where have you been and stuff like this?

- Ok , first I went to primary school, then to secondary school, where I did my A-Levels

- They were offical maltese schools?

- Yeah, the first was a public one, but the second a private. Yes, and after that I went for 3 years to the tourism school in Pembroke and then directly to uni, where I did my Bachelor.

- The tourism school? The same as Xixi?

- Yes

- Aaah, ok so I know what it is

- Did you also study abroad?

- Unfortunatly not to long. I was one semester in Edinburgh . I did my internship in a hotel there

- Nothing more?

- No :/

- And after your studies?

- I got immediatly a job at the hotel. First at the reception and then as a manager. So I never left the rock. Sometimes I´m not sure if it was a good idea.

- To start work here immediatly?

- Yeah, sometimes I feel like I´m stuck here. Lot of my friends left the island and they are really happy. Malta is to small. I love the island. But after 3 month I start to get claustrophobia. So I go on holiday

- You go quite often, right?

- Yes, I try to go every 3 month. Also if it´s just Sicily for the weekend.

- Would you like to live somewhere else?

- To be honest I think about it quite often. But I still kind of afraid. Maybe one day. Well not maybe. For sure. I don´t see myself getting old here. I hope I can do it one day.

- Where would you like to go?

- Mmmmh. Maybe London or Rom. Or if I find the balls Brazil.

- Working in a hotel?

- Yes, something like this. But at the moment it´s just a dream and I also can´t afford it. :D

- No comment :D But you want to have a family?

- One day, yes. Wanna be a dad and a husband.

- You´re chicks are most of the time not maltese, right?

- Naaa. I think the last time I went out with a maltese girl was, when I was 16. Most of the time I meet foreign people. Also during my free time. I prefer hanging out with them. I like the exchange of the different culture. Exchange between locals can get really boring

- Btw are you a football fan?

- Well not as crazy as other maltese people. But yes.

- Which team do you support?

- Most of the time Italy. Sometimes Spain

- And Malta?

- Hahaha we don´t have so much success. But when there is a match…. Of course I support my country. Hahah but we loose most of the time

- Haha I know. So funny. Ok and what are your hobbies? Apart from spending money on a huuuuuge flat?

- :) I love cooking, travelling, work outs, salsa and capoeira. But during cos of work, I can´t do all this things to often

- OOOh, I almost forgot to ask. Do you guys have some local heros or fairy tales?

- MMMh not to much , but I can send you a link with them.

- You like them ?

- As a child yes. My mum used to read them to us quite a lot

- And are you religious?

- Hahaha NOOO.

- But it´s Malta? Haha

- Yes; I know. But compared to other people, I started to think. This country is so religious and we grow up with traditions or opinions, where other people just think WTF. In my opinion the people should wake up and stop believing all this nonsense what the church tell us. If I have children one day, I will definitly raise them different. They should be allowed to have an own opinion and start to dicvover the world by their own.

- Ok, and now my last question. Do you feel like you belong to this island? I mean are you connected to it?

- Mmmmh, I think yes. Everybody does this. I mean having a connection to his mothercountry. I like Malta for the same reason why you are always here. Also cos I have my family and friends here. But some opinions or thoughts, which are going on here, are strange… even more me as a local. I think when you start to travel and leave the rock once, you gonna see a lot of things different. Sometimes it feel strange saying I´m maltese. I prefer saying I´m a mix :D When I compare myself with my parents or grandparents…. This generation is different. We start to discover the world and want to see and hear more things than the whats going on here. But in general…. It´s quite good living here

- Oh yeah that´s right. Ok, thx, dude. We are done and I head to Robin now. Think I can ask you some things in the future , too? Not sure if I forgot something.

- Of course, pupa. Cya

- Cu

Lara[Bearbeiten]

- Hey, Larita!! Great to see you

- Hey , Pupa . Yeah, feels like ages that we saw each other

- How is it going?

- Oooh, quite good. Just returned from work. We are so busy these weeks. Summer is close

- Thx so much by the way, that you help us a bit with this Uni project.

- Haha, yeah. No problem. But I still can´t believe it , that you both chose Malta. Girl, you really got stuck here

- Haha, yes. Kind of. Ok let´s start, so we are done quicker. First of all, can you introduce your self quick?

- Ok, I´m Lara. I´m 24 years old. I´m Maltese and work as an English teacher in a school of language here in St. Julians. Ah, and I live in Attard

- You live there with your family?

- Yes, with my parents and my two sisters. But it depends on the season

- Huh?

- Basically I live there only in winter and spring. The other time of the year I live in Swieqqie with my grandma.

- Really? I never knew.

- Well, I don´t have a car. So must take the bus and this take ages. You know the bus system here. So in summer when we have high season and I have to work more, I move closer to St.Julians. That saves me a lot of time

- Oh yeah, I see. But how did you become a teacher? You studied that at uni?

- Hahah no.It was luck. Well after secondary school I went straight to uni. First I didn´t know what to do. So I started with English literature. Soo boring. But I did it till the end and graduated last summer. Thank god! Well, and to this language school I came during my last break of university. I needed money, so I was handing out my CV almost everywhere. And finally I ended up there. But I like it. I love the contact with the foreign students. To hear from their culture and traditions, listening to their opinions or experience. That makes fun and it never gets boring. I think this whole english school business, has a big positive effect.

- How do you mean this?

- You know, we are a very small country. I love it , but I think that some different influences can makes us a bit more open. I mean , this doesn´t let us loose the contact to the rest of the world. I like to discover new things :)

- Have you been abroad for longer period of time?

- You mean living?

- Yes. Studying abroad or stuff like this.

- No, unfortunatly not. Well, I travel quite often. I try to leave the island at least every 4 month. Even though it´s sometimes just a weekend. But I never lived really abroad.

- Where do you go, when you are on holiday?

- Well, of course Italy, cos it´s the closest one. Like Bologna, Rom or Sicily. But I also go quite often to the UK or Spain. Haha I don´t have enough money to cross the ocean.

- Actually, a lot Maltese choose these places….

- Of course, it´s so close and we speak the languages. English our mother tongue and Italian we learn in school. Haha we are too lazy sometimes.

- Also a lot of maltese people move there

- Yeah , that´s true. Well the people , who are fed up with the rock. Move most of the time to London or Rom. There you don´t have problems to communicate, finding a job is also not to difficult. There are a lot of opportunities. And you live in a global city with a loooooot of people.

- That´s important?

- Oh yeah. For most of them. You know, the island can get f***ing small. Sometimes it´s more like a village than a state. So you need to see something else, before you freak out. And living in a big city with different nationalities , can be a nice change. But no idea, how the people in London can handel the weather there. Hahah. I would definitly choose Italy.

- Would you like to move to an other country?

- Mmmmh no. Well, I can´t say what´s going on in 20 years. But right now, I´m really happy with my life here.

- That´s always good. :) Can we go quick back to your schooltime? So you went like everybody first to primary school, then secondary school and the Uni.?

- Yes, right

- And they were all maltese schools?

- Yes, all public schools. Well and then the public Uni here.

- Which kind of language did you learn there?

- In school we learnt italian, and later I had ´little bit french. But I totally sucked there

- And which languages do you speak now? I mean with your family, with your friends, at work?

- Ok, well with family it depends. When I speak with my sisters, we speak English. But with my grandma or so, I only speak Maltese.

- But she know how do speak English?

- Yes yes. But I don´t know why, she doesn’t like it. Also my uncles and aunties. Never heard them speaking in English.

- And with your friends?

- Depends also. Of course, I speak english with my non-maltese friends, but with the maltese we speak most of the time a mix.

- And at work, of course English?

- Hahah yeah.. It´s an English language school.

- And how was it at school?

- Well at uni we spoke all English. There are a lot of international students and also all the courses were in English. But in primary school and secondary school we only spoke maltese. Also on the playground there were teacher paying attention , which kind of language we spoke. They didn´t really accept English. Strangers!

- Really? That´s a bit awkward. And now, what´s your plan for the future? You keep on going with teaching?

- Mmmh, I don´t know yet. Well, I definitly start with my master in september and then we will see. But till september I work there for sure. I need money to survive haha

- You will do your master here in Malta?

- Yes, a lot of my friends start there too. So it´s gonna be really good :)

- If you had to talk about your self in 10 years, where would you see yourself?

- Haha then I´m already 34. Well, I hope then I found already the love of my life and maybe I´m already pregnant

- You want to have a family?

- Yessssss. I´m dreaming from this typical husband, children, house, dog story. Hahah that sounds so girly.

- Would you like to have that here in Malta?

- Well; that´s not important for me. If I find the right person and he wants to stay with me here… perfect. But I also don´t have a problem to leave.

- Are the guys, with who you go out, maltese for foreigner?

- Hahaha. No all of the are non-maltese. I don´t know why, but all guys I´m attracted to are not from here. Hahaha I swear I don´t do that on purpose.

- Hahah the future of Malta will be safe. Ok my last questions for you. Any hobbies?

- Mmh, I like to go out for party, traveling, and hanging out with friends. Sometimes also reading

- Haha do you like football?

- Every Maltese does :D . Well, I´m not so crazy as some other people. But during the worldcup or things like that, I like to watch it.

- Which team do you support?

- England!!!

- And what about Malta?

- Hahah come on, we hardly ever play an important game. But, if we do it….. of course, than I´m proud to be Maltese……Even though we loose most of the time. I think football is a thing, which connect us. There are not to many things going on here :D

- That´s true. You all go crazy , when it´s comes to football. Ok my last question. Do you feel , that you are connected to this island and believe that you belong here.

- Yes, definitly. I´m proud to be maltese. This island is my mothercountry and here live the people I love. I was born here and grew up here. Well, of course there are some things, which I don´t accept or I can´t agree. Some laws, some behavior from the gouverment or the people by themselves or the whole religious topic. Sometimes I think, that at some points we still live a bit in the past. But come on , you know this rock. You have to love it.

- Oh yeah, that´s true. I´m so happy being back. Thx a lot pupa! I´m heading to the last interview now. See you tonight

- You´re welcome. See you later

Robin[Bearbeiten]

- Rooob, sorry I´m late. Was talking to Lara

- Don´t worry, I just arrived some minutes ago. How is it going?

- Good, good. Finally left Germany and back on the beautiful rock. You look good, man.

- Haha thx. I prefer definitly the maltese sun , than the british rain

- What a surprise :D Thank you really for giving me some answers. Shall we start?

- Yes, sure. What do you want me to do?

- First, can you give a little introduction about yourself?

- Good. I´m Robin. I´m 27 and I´m maltese. I was born here in Buggiba , but now I live in London. Well and there I work in a marketing company.

- Only you live in London or also your family?

- Well, my mum and my grandparents and some uncles and so on live still here in Malta. My sister live in Beligium with her family. And in London lives my dad, some cousins of mine and myself.

- How did it come that you guys moved to London?

- Haha long story. Well, right after I was born my whole family left Malta. It was during the time of the bank scandal. The country with the government went crazy. So my family left. Better safe than sorry. We moved to London , but returned everytime we had holiday. Well, when I was 6 years old, we moved back completely. But of course, we still were connected to London. And after school and uni, I decided to go back there. Well and some of my family followed.

- Oh yeah, I heard of this period. Was a horrible time in the history of Malta. So but in London you live now on your own?

- Yes, I do. But try as often as possible to see my family here on the rock. Sometimes I come just for the weekend

- Hahah yeah I noticed. 34 h during the election.Dude, you are crazy

- Haha this trip was special.

- So tell me. Where did you go to school? What did you study?

- Ok, I went to a kindergarten in London for 2 years. At then primary school and secondary school, I did here in Malta. I went to the same schools as Fabien .

- Oh yeah, he told me. And Uni?

- No , for Uni I went to Scottland. I studied in Edinburgh. Did my Bachelor in Microbiology& Infection

- Ok. And so during your schooltime you only spoke maltese and then in scottland of course english?

- Yes yes. Haha in my Uni some didn´t even know where Malta was

- Haha a lot don´t. That´s a shame . And how is it with your family and your friends? Which language do speak there?

- Well in London, of course, I only speak English. Sometimes when I meet some maltese friends there, we try to speak in our mothertongue. But I´m so used to speak English in this area that it´s sometimes really difficult to switch to maltese. With my family ….we also speak most of the time English. I think it´s cos we stayed all together for a long time in the UK. We are used to this. Maltese I only really speak when I´m in Malta. With the friends there we speak a kind of mix. And really Maltese I only speak with the older generation, like my grandpa, or when I´m in the embassy or stuff like this.

- Why only with your grandparents?

- You know, they never left this island and they very proud to be maltese. For me it´s a kind of respect speaking only maltese with them

- Ah, I see. Ok let´s speak about your experiences abroad. I know, you lived quite a long time abroad. So tell me!

- Hahah yeah. I love to travel and I did a lot of crazy things already. Ok, after school I went for a year to Australia. I did a kind of work and travel and crossed the whole country. This was haaamazing! Well and after that I went Scottland for Uni. And after this period I moved already to London. Well and a year ago, I quit my job and went to south america for half a year.

- That sounds all so great. I´m so jealous everytime I hear you talking about for travels. What did you do in South America?

- I tried to learn spanish and helped to built up a school in argentina. One of best times of my life.

- And how is it with going on holiday? You travel a lot?

- Yes. Of course I go often to Malta to see my family, but I also try to go once a year to a place I haven´t been before. Have a big list with destinations :)

- Have you ever thought of moving back to Malta? Or why did you leave the island?

- Well, never seriously. Of course when you see the bad weather here and think about the sunny times they have there, you think WTF. But I´m happy with my life here and I think it´s good that I decided to leave.

- Why?

- You know, I travelled a lot and lived in other countries and saw a lot of things. I think, if I were going back, I would feel myself being in a prison. I need these open areas ,the bunch of people …. I can not really describe it…. But I hope you know, what I mean. I ´m happy with this bigcity lifestyle in London.

- You miss Malta sometimes?’

- Of course. It´s my mothercountry and I´m still related to it. A lot of my friends live there and my family. And of course the food and the sun, the sea …. Some aspects , which are missing in London :D

- So you have a positive attitude to Malta and you feel connected?

- Yeah, sure. But I think for me it´s easier than , for example for Fabien. I only come here once a year for a couple of month. For me Malta is kind of a holiday destination. Of course, I´m still interested what´s going on here. I read the maltese news every day , before I go to work. But it doesn´t affect me to much anymore. I think when you are farther away, you get a kind of objective view. Haha and that´s good. Sometimes I can only shake one´s head. But I´m proud to be from here

- By the way are you religious as all the other people here?

- Haha no. I think that´s just a thing of the older generation. Well, from my friends I don´t know anyone going to church on Sunday

- Shame on you!! :D Ok, man. You are almost done. Just a few questions left. So what about you and football? You are typical maltese there?

- Hahah oh yeaaaah. We love football. Also politics. I think we are always searching something for partying

- So you support Malta?

- Of course. Well we hardly ever play in an international game. But if….Jien kburi li tkun maltese

- Whaaaaat???

- Then i´m proud to be maltese

- Haha ok I see. And apart from Malta, which country do you support?’

- England and sometimes Spain

- Lot´s of maltese support England

- Yeah. Italy or England. Our country is divided haha

- I see :) Ok, and what do you do in your freetime?

- MMh, most of the time I hang out with my friends in some cool corners in London. I like also cooking or going for a hike in the countryside of the UK.

- Ok and now my last one. Where do you see yourself in ten years?

- Well, I hope that one day there will be someone , who isn´t afraid of marrying me :D And I also want children.

- Haha , I cross my fingers. Oh , I asked that everybody…. So you don´t have a maltese girlfriend or go with maltese people out for dates?

- Haha no. Well, I don´t have a problem with that and I think I would like to meet one again. But I ´m there in London and not to many of them run around there

- Yes. That´s true. Ok, thank you so much. We are done.

- Good. Was a pleasure to help you. We catch up soon , ok?

- Yes, for sure. Want to see you, before I leave. Cya

Auswertung der Interviews[Bearbeiten]

Im Folgenden werden die vorangegangen Interviews nach den Grundsetzen von Hofstede genauer analysiert und ausgewertet. Die Identitätsbildung eines Individuums setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zu diesen gehört die Menschliche Natur, welche das Empfinden von Emotionen und das Bedürfnis nach Gemeinschaft beinhaltet. Ebenso gibt es die Persönlichkeit, welche eine Kombination aus Charakterzügen darstellt. Eine weitere Komponente ist die Kultur, welche beeinflusst ob und wie wir Emotionen und Bedürfnisse zeigen. Die drei eben genannten Aspekte bilden die großen Hauptkomponenten im Modell nach Hofstede. Sie sind generell und können auf das einzelne Individuum angewendet werden. In der folgenden Auswertung werden aber nun die Aspekte Werte, Rituale, Helden und Symbole genauer betrachtet. Diese spielen ebenfalls ein wichtige Rolle bei der Identitätsbildung und sind von Kulturkreis zu Kulturkreis anders aufzufassen.

Malta präsentiert sich in der Öffentlichkeit als sehr religiöses Land. Die Religion spielt in diesem Land eine große Rolle, welche sich auch in den Gesetzten und Rechten des Landes widerspiegelt. Bis heute ist die Abtreibung auf Malta strengstens verboten, die Pille danach nicht erhältlich und Scheidung wurde erst vor zwei Jahren durch einen Volksentscheid legalisiert. Die maltesische Bevölkerung ist stolz auf dies und jeder kirchliche Feiertag wird mit pompösen Festen gefeiert. Der Anschein des katholischen Staates soll gewahrt werden. Doch nicht jede Generation stimmt dieser Einstellung zu. Bei der Befragung von Maltesern zwischen 20- 30 Jahren wurde eines klar: Religion erfreut sich hier an keiner großen Beliebtheit. Zwar werden die Ansichten der Großeltern und Eltern geduldet, doch selbst möchte man nicht in solche Muster verfallen. Für die jüngeren Malteser ist Religion eine Sache der älteren Generation („[...] that´s just a thing of the older generation“ Robin Z.75 ) Selbst würden sie sich nicht als religiös bezeichnen. („[..] I don´t know anyone going to church on Sunday” Robin Z.75- Z.76) Ihrer Meinung nach wurden sie erzogen durch Traditionen und Ansichten, die ihnen heute als fraglich und unverständlich erscheinen.(„[..]we grow up with traditions and opinions, where other people just think what the F***“ Fabien Z.95- Z.96) Akzeptanz fällt ihnen bei diesem Thema schwer, da sich ihre Grundeinstellung über die Jahre geändert hat.(„[..] there are some things, which I don´t accept or I can´t agree” Lara Z.111- Z.112) Malta sei mit einigen lebensprägenden Aspekten in der Vergangenheit hängen geblieben ( vgl. Lara Z.113- Z.114). Der Wunsch der jungen Generation besteht darin, dass die Menschen auf der Insel selbst aufwachen, anfangen zu denken und zu hinterfragen und vor allem aufhören alles zu glauben, was ihnen erzählt wird. ( vgl Fabien Z.96– Z.97)

Für die junge Generation Maltas ist internationale Begegnung sehr wichtig. Viele Studenten verbringen ein Semester im Ausland oder verlegen gleich ihr ganzes Studium in ein anderes Land. Außerdem ist es auch nichts Ungewöhnliches ein paar Jahre der Kindheit mit seiner Familie im Ausland zu verbringen, z. Bsp. England oder Italien. Vielleicht lässt sich dadurch die Sehnsucht, die Insel hin und wieder zu verlassen erklären. Ein weiterer Faktor sind auch die internationalen Einflüsse durch den eigenen Familienstammbaum. Da schon viele Nationen auf Malta waren haben die Eltern oft italienische, französische oder britische Vorfahren. Daher kommt es auch, dass die jungen Malteser sich „nicht nur als Malteser“ sehen, sondern als „kind of everything“ (Fabien Z. 13). Die jungen Malteser fühlen sich nach längeren Aufenthalten auf der Insel wie im Gefängnis („I travelled a lot and lived in other countries and saw a lot of things. I think if I were going back I would feel like being in a prison.”Robin Z. 62 f.) und versuchen mit einem Kurzurlaub wieder etwas Zerstreuung und Abwechslung zu erlangen. Oder sie wandern gleich in eines der beliebten Länder wie Italien oder England aus. Da die meisten Malteser mit diesen Sprachen aufgewachsen sind, fühlen sie sich in diesen Ländern sehr wohl und finden sich auch gleich zurecht. Doch bei all dieser Sehnsucht neue Länder zu bereisen und dem Traum irgendwann ein Leben außerhalb Maltas zu führen, zieht es die jungen Menschen früher oder später immer wieder zurück auf die kleine Mittelmeerinsel. Auch wenn sie den internationalen Austausch und die Weltoffenheit bevorzugen, vergessen sie niemals ihre Heimat und legen sehr viel Wert darauf, regelmäßig Familie und Freunde auf Malta zu besuchen („It’s my mothercountry and I’m still related to it.“ Robin Z. 66; „Everybody does this […] having a connection to his mothercountry.” Fabien Z. 102) und ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen (“But try as often as possible to see my family here on the rock. Sometimes I come just for the weekend […] 34 hours during the elections.” Robin Z. 22 ff.).

Hofstede definiert die Identitätsbildungskomponente „Helden“, als Personen (tot oder lebendig, fiktiv oder real) mit angesehenen Eigenschaften, die als Verhaltensvorbilder für die Gemeinschaft gelten. In den Interviews kamen keine speziellen Heldenfiguren oder Vorbilder auf. Jedoch wurde deutlich, dass die Malteser eine große Leidenschaft für den Fußball und die Politik haben. Sie bezeichnen sich selbst als etwas verrückt dies bezüglich.(vgl. Fabien Z.78) Da die Insel ziemlich klein ist, gibt es nicht sehr viel geboten was ein nationales Gefühl schafft. Laut den jungen Maltesern ergibt sich im Fußball und in der Politik diese Möglichkeit. Auf eine gewisse Art und Weise verbinden dies Themen nämlich.(„I think football is a thing, which connects us.“ Lara Z.106- Z.107) Was beim Thema Fußball auffällt, ist das Malteser vor allem die Länder Italien und England unterstützen.( vgl. Interview 1-3) Dies liegt wohl daran, dass sie zu diesen Ländern die meiste Verbundenheit fühlen. Spielt aber die maltesische Nationalmannschaft selbst, steht das ganze Land geschlossen hinter ihnen.(„[...]we hardly ever play in important games.But if we do it...of course, than I´m proud to be Maltese.....Eventough we loose most of the time.“ Lara Z.105- Z.106) Die Malteser sind ein leidenschaftliches Volk und lieben es zu feiern.(„ I think we are always searching for something for partying“ Robin Z.79- Z.80) Aber auch die Politik hat einen besonderen Stellenwert. Das Nationalgefühl der jungen Malteser reicht sogar so weit, dass sie für eine Stimmabgabe extra auf die Insel fliegen („ Sometimes I come just for the weekend. 34 hours during the elections.“ Robin Z.22- Z.23) Für die heutigen Malteser mag es vielleicht keine einzelnen Helden geben zu welchen man aufblickt. Doch erfüllen Fußballmannschaften und politische Parteien möglicherweise den Zweck einer Zugehörigkeit und einer Verbundenheit zu einer bestimmten Gruppierung.

Sprache war und ist immer ein Thema auf Malta. Während der Kolonialisierung wurde Malta zu einem bilingualen Staat und ist es bis heute noch. Die Amtssprachen Englisch und Maltesisch koexistieren auf der Insel und werden von den Maltesern ganz unterschiedlich genutzt und empfunden. Viele ältere Menschen sprechen ausschließlich maltesisch und verweigern die zweite Amtssprache (siehe Interview 1, Z. 23 ff.), was dazu führt, dass vor allem jüngere Menschen im Kreis der Familie und speziell mit ihren Großeltern maltesisch sprechen („Maltese I only speak with the older generation, like my grandpa“ Robin Z. 40), in ihrer Freizeit mit Freunden und in der Schule aber meistens Englisch oder einen Mix aus beiden Sprachen. Die englische Sprache ist für die jungen Menschen nicht nur ein äußeres Zeichen ihrer bilingualen Identität, sondern auch der einfachste Weg mit den vielen verschiedenen Inselbesuchern zu kommunizieren. Auch auf weiterführenden Schulen und der Universität wird hauptsächlich englisch gesprochen, die Kurse an der Universität finden auf Englisch statt. Außerhalb der maltesischen Umgebung fällt es schwer umzudenken und maltesisch zu sprechen, auch wenn man auf Landsleute trifft (vgl. Interview 3, Z. 35 f.). Die bilinguale Insel führt bei den jungen Bewohnern auch zu eine bilingualen Identität. Für sie steht Englisch für interkulturelle Begegnungen, Austausch mit anderen Nationen und die Möglichkeit mit einer viel größeren Masse kommunizieren zu können. Wohingegen Maltesisch für Familie, Tradition, Großeltern, Heimat und Heimatsverbundenheit steht.

Rückbezug zur These[Bearbeiten]

Das Lebensgefühl der jungen Malteser hat sich im Vergleich zu dem ihrer Vorfahren sehr verändert. Traditionelle Bräuche und Religion sind in den Hintergrund gerutscht und machen Platz für Gemeinschaftserlebnisse wie Fußball oder politische Veranstaltungen. Mit den Möglichkeiten, die die Globalisierung bietet, haben die Malteser auch das Reisen entdeckt und heißen jede Gelegenheit willkommen, der Enge der Insel für eine gewisse Zeit zu entkommen. Ein weiterer Faktor der das Reisen für die jungen Inselbewohner einfacher macht, ist der EU-Beitritt Maltas 2008. Außerdem kommt ihnen auch die zweite Amtssprache Englisch zur Hilfe, oder die Tatsache, dass in vielen Familien mehrere Nationen vertreten sind und so auch Italienisch oder Französisch gesprochen wird. Die jungen Inselbewohner wollen neue Erfahrungen sammeln und sehen jeden Besucher auf Malta als eine Chance für die Insel offener und modernen zu werden.

Dennoch vergessen die jungen Malteser nicht woher sie kommen und kehren immer wieder auf die Insel zurück. Sei es um Familie und Freunde zu besuchen oder an den nationalen Wahlen teilzunehmen. Ein Teil ihrer Herzen schlägt immer noch maltesisch.

Literaturverzeichnis[Bearbeiten]

Bonechi, M. (2012): Malta und die Nachbarinseln Gozo und Comino, Casa Editrice Perseus - Buchreihe Plurigraf


Bundesagentur für Arbeit, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung: Bildungssystem in Malta, http://www.ba-auslandsvermittlung.de/lang_de/nn_2860/DE/LaenderEU/Malta/Bildungssystem/Bildungssystem-knoten.html__nnn=true (20.06.13)


Camilleri I., Times of Malta (2010): Foreign residents in Malta increase by 3,100 in a year, http://www.timesofmalta.com/articles/view/20100915/local/foreign-residents-in-malta-increase-by-3-100-in-a-year.327005 (17.06.13)


Europäisches Parlament (2004): Malta- Entwicklung der Wahlbeteiligung bei allgemeinen Wahlen, http://www.europarl.europa.eu/elections2004/ep-election/sites/de/yourvoice/mt/turnout/index.html (22.06.13)


Hofstede, G. (2006): Lokales Denken, globales Handeln, S.1 - 13, Deutscher Taschenbuchverlag München


IT intouch GmbH Bärbroich: Malta- Informationen über Malta, http://malta-informationen.de , (10.06.13)


Malta Tourism Authority (2013): Visit Malta, http://www.visitmalta.com/de (13.06.13)


Zammit, V. (2011): Malta, Geschichte & Tradition, BDL Publishing, San Gwann Malta