Fake-Science

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Als Fake Science (auch Fake-Science) bezeichnet man in Analogie zu Fake-News[1] eine Veröffentlichung, die wie eine wissenschaftliche Publikation aussieht, aber nicht den grundlegenden wissenschaftlichen Grundsätzen des Erkenntnisgewinns genügt. Fake Science wird manipulativ verbreitet täuscht eine wissenschaftliche Erkenntnis vor. Ziele von Fake Science können unterschiedlich und Gründe, warum wir Menschen auf diese reinfallen kann man mit gefäschten Nachrichten[2] vergleichen.

Ziele von Fake Science[Bearbeiten]

  • wissenschaftliche Evidenz für die Qualität und den Nutzen eines Produktes zu suggerieren,
  • die wissenschaftliche Publikationslage zu verwässern, um dadurch sieht die wissenschaftliche Erkenntnis zu einem Thema ungeklärter aussehen zu lassen.
  • Bevölkerungsgruppen zu mobilisieren, die durch die pseudowissenschaftliche Publikation ein potentiellen Vorteil oder Nachteil haben sollen.
  • ...

Insgesamt ist es unabhängig vom konkreten inhaltlichen Ausprägung von Fake Science ein verbindendes Ziel, dies pseudowissenschaftlichen Informationen auch möglichst weit zu verbreiten.

Verbreitungsmethoden[Bearbeiten]

Fake Science ist kann man als ein Vorstufe oder vorbereitende Maßnahme für Fake News verstehen, da eine gefälschte Nachricht vertrauenswürdiger aussieht, wenn auch eine pseudowissenschaftliche Publikation dazu existiert. Da die Verbreitung von diesen Falschinformationen ein verbindendes Glied zwischen den pseudowissenschaftlichen Publikationen darstellt, so sind auch die Verbreitungswege analog zu Fake News überwiegend im Internet und dabei besonders in den sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien. Möchte man pseudewissenschaftliche Evidenz für die Qualität und den Nutzen eines Produktes generieren wird Fake Science auch für das virale Marketing verwendet.

Strategien für Fake Science[Bearbeiten]

Die getroffenen Maßnahmen für die Umsetzungen von Fake Science können stark variieren:

  • von der einfachen Behauptung, dass es wissenschaftliche Evidenz dazu gibt
  • bis zur Etablierung von einer Publikationsreihe, die Veröffentlichungen ohne tatsächliche wissenschatliche Qualitätssicherung generell oder nur teilweise erlaubt.

Aufgaben für Lernende[Bearbeiten]

  • (Gesellschaftlicher Schaden von Fake Science) Welcher gesellschaftliche Schaden wird durch Fake Science generiert oder kann potentiell generiert werden, wenn Sie sich unterschiedliche Bereiche der wissenschaftlichen Forschung ansehen?
    • Medizin und Medizinprodukte,
    • Informationstechnologie,
    • Industrie und Handel,
  • (Sprache und Terminologie) Der Rechtschreibduden hat den Begriff "Fake News" 2017 in die 27. Ausgabe aufgenommen,[3]. Erläutern Sie, wann ein Begriff in dem Rechtschreibduden aufgenommen wird und welche umgangssprachliche Bedeutung dieser für den Umgang mit Medien und die Kommunikation insgesamt besitzt.
  • (Freie unabhängige Presse) Ein freie und unabhängige Presse kann dabei unterstützen, Fake Science und die Motivation für deren Verbreitung aufzudecken.
    • Erläutern Sie, warum die Titulierung als „Lügenpresse“ eine Gegenreaktion auf diese Aufdeckung von Fake Science ist die letztlich in einen Informationskrieg münden kann.
    • Erläutern Sie, warum Fake News selbst dazu führt, dass freie unabhängige Presse in der Glaubwürdigkeit geschädigt wird und die Gegenmaßnahmen gegen Fake Science selbst dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.
  • (Zensur und Freiheit der Meinungsäußerung) Analysieren Sie die Rahmenbedingungen im Kontext von Internet und Freiheit der Meinungsäußerungen. Welche rechtsstaatlichen Prinzipien müssen im Zusammenhang mit Social Media alle berücksichtigt werden, wenn in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen verbreitet werden.
    • Wann werden Persönlichkeitsrechte des Einzelnen verletzt?
    • Wann wird ein gesellschaftliches Allgemeingut zerstört?
    • Wie sieht aus Ihrer Sicht ein sinnvolles Gleichgewicht Freiheit und Verboten aus? Versuchen Sie bei Ihrer Diskussion von den Extrempositionen auszugehen:
      • Jede(r) darf alles veröffentlichen was sie/er will!
      • Jede wissenschaftliche Veröffentlichung kann ggf. zensiert werden, wenn diese den Zielen der zensierenden Einrichtung widerspricht.
  • (Kategorische Imperativ) In den obigen Darstellungen geht immer um Einschränkungen der Publikation von Falschmeldungen und der Einschränkung von Freiheit. Diskutieren Sie aus philosophischer Sicht den kategorischen Imperativ und wenden Sie diesen auf Fake Science and Fake News an!
  • (Freiheit der Forschung und Lehre) Forschung kann auch im Auftrag von der Industrie erfolgen, um neue wissenschaftliche Erkenntnis für Verfahren zu entwickeln oder zu existierenden bereits etablierten Verfahren eine Risikoabschätzung durchzuführen. Diskutieren Sie die beiden Fälle:
    • Eine Publikation der Ergebnisse könnte für eine untersuchte Methode oder ein angewendetes Verfahren belegen, dass diese besonders effektiv sind,
    • Eine Publikation der Ergebnisse könnte zum Nachteil des Unternehmens sein, da ein Einbruch der Verkaufszahlen befürchtet werden muss,
    • Eine Publikation der Ergebnisse könnte zum Nachteil des Unternehmens sein, da ein Risiko für den Verbraucher bei Anwendung existiert,
Freiheit der Forschung und Lehre bedeutet, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse unabhängig von den Resultaten in der Forschung und Lehre eingesetzt werden können, sofern die rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. Gibt es aus Ihrer Sicht Resultate, die nicht Veröffentlichung werden dürfen/sollten und warum? Ist Weglassen von ggf. nachteiligen Erkenntnissen aus Ihrer Sicht bereits eine wissenschaftlich falsches Verhalten? Muss Fake Science ein notwendiges Übel einer freien Wissenschaft akzeptiert werden oder sehen Sie adäquate Gegenmaßnahmen, die gesamtgesellschaftlich getragen werden?


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. siehe Regelwerk: § 37 (E4), § 55 (3), § 45 (E1). - Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Stichwort: Fake News (Abruf: 2017-02-17)
  2. Gerd Antos: Fake News. Warum wir auf sie reinfallen. Oder: »Ich mache euch die Welt, so wie sie mir gefällt«. In: Der Sprachdienst, Heft 1, 2017, Seite 3
  3. „Fake News“, „postfaktisch“ und „Lügenpresse“ landen im Duden, manager magazin, 8. August 2017; abgerufen am 31. August 2017

Seiten-Information[Bearbeiten]

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