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Cloud Computing von Hans Fuchs und Alfred Halbeisen

Juli 2011

1. Cloud Computing – ein neues Paradigma[Bearbeiten]

„Cloud Computing ist kein Hype, sondern die Evolution von Technologien und IT Managementkonzepten, die sich seit über 10 Jahren in der Entwicklung befinden. So sind IT-Entscheider seit jeher bestrebt, ihre IT-Ressourcen möglichst effizient und flexibel einzusetzen.“ (Experton Group AG - www.experton-group.de).

Cloud Computing bietet den Anwendern erhebliche Vorteile im Hinblick auf schnelle Verfügbarkeit und Planung der notwendigen Ressourcen. Die Dienste und Anwendungen können geleast oder angemietet werden. Dadurch sind die Investitionskosten genauer kalkulierbar und können optimal im Budget berücksichtigt werden.

1.1 Was ist Cloud Computing[Bearbeiten]

Was bedeutet eigentlich Cloud Computing? Es wird viel über dieses Thema diskutiert und beinahe jeder einzelne der sich mit diesem Thema beschäftigt versteht darunter etwas anderes. Es gibt eigentlich keine einheitliche Definition für die Cloud. Das Cloud Computing ist ein momentaner Trend der nicht nur von den vielen grossen im Internet tätigen Firmen wie zum Beispiel Amazon, Google, IBM und Microsoft verwendet wird. Unter dem Deckmantel der Cloud werden IT-Ressourcen dem Endanwender bereitgestellt. Meist wird bei Bedarf der benötigte Service über das Internet angefordert, bereitgestellt und anschliessend verwendet.

Die Bezahlung der Leistung erfolgt über die verbrauchte Datenmenge, Funktionsumfang und über die gesamte Zeitdauer der Nutzung. Je nach Vertrag gelangt nur die dementsprechend wirklich benötigte Leistung zur Abrechnung. Somit können auch Spitzen sehr gut abgefangen werden, ohne im eigenen Datencenter mehr Ressourcen bereitstellen zu müssen. Würde die Ressourcenbereitstellung firmen intern abgewickelt werden, kann das oft viele Monate Vorlaufzeit bedeuten und kann nie so kostengünstig und flexibel wie von den Cloud Anbieter umgesetzt werden. Die Leistungen können immer und überall von den unterschiedlichsten Endgeräten bezogen werden, gerade so wie wir es brauchen oder wollen.

In den jeweiligen Datacenter läuft nicht mehr ein dedizierter physischer Server, sondern die benötigten Ressourcen können dynamisch, je nach Anforderung, mit der jeweiligen benötigten Leistung, schnell und einfach auf virtueller Basis bereitgestellt werden. Bezahlt wird immer nur die Leistung die wir benötigen. Wir bezahlen mehr, wenn wir viel nutzen, und weniger wenn wir gerade fast nichts benötigen. Diese Agilität wünschen wir uns in den Unternehmensinternen Rechenzentren, kann aber aufgrund der Grösse nicht so eins zu eins umgesetzt werden.

1.2 Organisationsformen von Cloud[Bearbeiten]

Je nachdem wie eine Cloud-Ressource für den Anwender zur Verfügung gestellt wird, unterscheidet man zwischen einer Private Cloud oder einer Public Cloud. Beide Lösungen unterscheiden sich nur organisatorisch, technisch sind beide Lösungen gleich aufgebaut. Hintergrund ist immer, dass sich der Endanwender nicht um die Herkunft der Ressource kümmern muss. Für die Anwendungen selbst, sowie für die Anwender spielt der Ort und die Art und Weise der Bereitstellung keine Rolle. Die Bereitstellung erfolgt entweder über das unternehmenseigene Rechenzentrum, oder über das öffentliche Internet vom sogenannten Cloud Anbieter. Im Folgenden werden die einzelnen Organisationsformen genauer beschrieben.

1.2.1 Public Cloud[Bearbeiten]

Als Public Cloud wird die über das Internet bereitgestellte IT-Infrastruktur bezeichnet. Die Anwender, egal ob firmen intern oder privat, greifen auf die für sie freigeschaltete Infrastruktur sowie den bereitgestellten Ressourcen über das öffentliche Internet zu. Es werden für die einzelnen Benutzer keine eigenen fix zugewiesenen Ressourcen mehr benötigt. Alle benötigten Ressourcen werden beim Cloud Anbieter abonniert und stehen somit jederzeit zur Verfügung. Die Ressourcen können meist auch sehr flexibel und extrem variabel genutzt werden. Je nach Anforderung können die Dienste mehr oder weniger intensiv genutzt werden. Immer genau in dem Umfang wie es gerade benötigt wird. (Microsoft 2011).

Mittlerweile werden viele Dienste der Public-Cloud-Anbieter entsprechend einer EU- konformen Regulierung angeboten. Diese Umsetzung bietet viele Vorteile im Bereich der Datensicherheit und der sogenannten Compliance2. Alle Befürchtungen und Fragen werden dadurch nicht beseitigt und müssen für jeden einzelnen Fall mit dem Anbieter abgesprochen und verhandelt werden.

1.2.2 Private Cloud[Bearbeiten]

Die Private Cloud wir im Firmeneigenen Rechenzentrum betrieben sowie kontrolliert und je nach Anforderung ausgebaut. Es können so die benötigten Dienste optimal an die im Unternehmen benötigten Abläufe entsprechend programmiert werden. Der Zugriff auf die Privat Cloud ist ausschliesslich für die im eigenen Unternehmen registrierten Benutzer verfügbar und kann von extern Anwendern nur über ein Portal oder über ein VPN3 erreicht werden. Die Dienste selbst werden auch hier meist nur über den Browser4, wie zum Beispiel den Internet Explorer, bereit gestellt. Dies ist nahezu immer problemlos möglich, da die angewandte Technologie die gleiche wie in der Public Cloud ist, und somit kein Unterschied besteht. (Microsoft 2011).

Der Trend geht momentan für nahezu alle Programme und Anwendungen genau in die gleiche Richtung. Immer mehr Anwendungen sind über den Browser aufrufbar und können nur noch darüber verwaltet und bearbeitet werden. Nicht nur namhafte Software- und Anwendungsanbieter wie zum Beispiel VMware, Citrix, Microsoft und so weiter setzen auf diesen Trend, viele kleinere Anbieter wie Salesforce.com ziehen genau in die gleiche Richtung.

1.2.3 Hybrid Cloud[Bearbeiten]

Speziell grosse Firmen berücksichtigen in ihrer aktuellen IT-Strategie die Umsetzung einer Hybrid Cloud. Die Hybrid Cloud ist eine Kombination aus Private Cloud, Public Cloud und der traditionellen IT-Umgebung wie wir sie schon seit Jahren kennen und betreiben. Die Bereitstellung einer Hybrid Cloud eröffnet einem Unternehmen komplett neue Möglichkeiten um die Firmeninternen Prozesse optimal abzubilden. (Microsoft 2011).

Als ein praktisches Beispiel: Webseiten wie zum Beispiel ein Webshop wird zum Teil im internen Rechenzentrum betrieben, und zum Teil bei einem Provider.

Der Provider stellt für das Unternehmen nicht nur einen Teil der Infrastruktur bereit, er kann auch bei extremen Nutzungsspitzen die benötigten Ressourcen beisteuern. Dies kann technisch soweit ausgebaut werden, dass bei Bedarf auch relativ schnell in sehr kurzer Zeit zwischen einer Private Cloud und Public Cloud umgeschaltet werden kann. Dies ermöglicht uns eine sehr agile und prozessorientierte unserer Business Anforderungen.

1.3 Sicherheit in der Cloud[Bearbeiten]

Da wir keine physische Hardware beziehen oder nutzen, wir auch nicht einsehen können, welche Hardware in welchen Umfang momentan gerade verwendet wird, wird diese Art und Weise des Services als Cloud bezeichnet. Durch die Darstellung als sogenannte Wolke, erspart sich der Anbieter einer solchen Lösung die genaue Aufzeichnung und Dokumentation für den Endkunden. Es wird hier auch sehr viel mit SLA’s, sogenannten Service Level Agreements, gearbeitet und so die Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten definiert und auch garantiert.

Es müssen aber auch die jeweiligen nationalen Gesetze und Vorschriften im Bereich Cloud Computing berücksichtigt werden. So ist aktuell nicht immer klar ersichtlich, wer im Detail Zugang und Zugriff auf die Daten hat. Durch das unterschiedliche Hosting der einzelnen Anbieter entstehen auch immer verschiedene Risiken wie zum Beispiel Verfälschung der Daten oder Überlastung der IT-Ressourcen. Durch vertragliche Vereinbarungen und Klassifizierung der Daten kann die Gefahr innerhalb des Abwicklungsprozesses gemildert werden. Es wird jedoch geraten, nicht ohne genaue Überprüfung der Möglichkeiten und Zusagen zu handeln. (Russ 2010).

2. Services in der Cloud[Bearbeiten]

Je nachdem ob Software, gesamte Plattformen oder „nur“ die Infrastruktur als Cloud Service angeboten werden, differenziert die Experton Group nach folgenden Kriterien:

  • SaaS – Software as a Service: Horizontale und vertikale Anwendungen
  • PaaS – Platform as a Service: Anwendungsentwicklung, Middleware
  • IaaS – Infrastructure as a Service: Server, Storage, Datenbanken

2.1 Software as a Service (SaaS)[Bearbeiten]

Software as a Service (SaaS) wird die Bereitstellung von Software bezeichnet. Die Software läuft hier auf Servern und je nach verwendeter Technologie kommen dabei verschiedene Konzepte zum Einsatz.

Software, bzw. Anwendungen werden meist über das Web angeboten und können dadurch auf beinahe jedem Gerät ausgeführt werden, auf dem ein Browser installiert ist. Für die meisten Cloud Anwendung werden alle gängigen und zur Zeit verfügbaren Browser unterstützt. Als Beispiel für solche Anwendungen gehören Google Webapp, Microsoft Office 365, Applikationen von Salesforce und ähnliche.

SaaS Anwendungsbeispiele werden in den nachfolgenden Seiten unter den Hauptpunkt Software as a Service noch genauer beschrieben.

2.2 Platform as a Service (PaaS)[Bearbeiten]

Bei dieser Bezeichnung mietet der Kunde mit dem Betriebssystem mehr als nur die reine Rechenkraft. Unter PaaS werden zum Beispiel Produkte wie „force.com“ von Salesforce.com, „App Engine“ von Google und „Windows Azure“ von Microsoft gesehen. Hier wird die Applikation bewusst von der technischen Komponente getrennt. Der Benutzer soll nur die benötigte Plattform bekommen und soll nicht mit der Administration des Systems belastet werden. (Experton Group AG 2010, S.23).

PaaS Anwendungsbeispiele werden in den nachfolgenden Seiten unter dem Hauptpunkt Platform as a Service noch genauer beschrieben.

2.3. Infrastructure as a Service (IaaS)[Bearbeiten]

Die einfachste Form des Cloud Computing ist Infrastructure as a Service. Hier wird die reine Rechenkraft und Datenspeicher nach dem jeweiligen Bedarf angemietet. Anschliessend kann je nach Bedarf vom Anbieter die benötigte Ressource wie Speicherbedarf oder Prozessorleistung zum Teil dynamisch hinzugefügt oder wieder entfernt werden. Als bekanntestes Beispiel neben „Verizon“ und „savvis“ sei hier „Amazon web services“ genannt.

IaaS Anwendungsbeispiele werden in den nachfolgenden Seiten unter dem Hauptpunkt Infrastructure as a Service noch genauer beschrieben.

3. Software as a Service[Bearbeiten]

In diesem Abschnitt wird anhand von Praxisbeispielen eine Übersicht aufgelistet, die einen generellen Überblick über die SaaS Landschaft bieten soll. Als Software as a Service werden Lösungen für die Office Umgebung, sowie auch für sämtliche Geschäftsprozesse eines Unternehmens angeboten. Im Weiteren werden CRM und Office Lösungen verschiedener Anbieter näher beschrieben.

3.1 Customer Relationship Management - CRM[Bearbeiten]

Im Zeitalter des „high speed business“ ist es sehr wichtig den Kunden genau zu kennen um einen Verkauf rasch und erfolgreich abzuschließen. Eiligst haben sich in den letzten Jahren viele Software-Entwicklungsunternehmen mit der Entwicklung und Verbesserung von sogenannten CRM-Lösungen, also Kunden-Kontaktdaten mit mehr als nur Adresse und Telefonnummer, beschäftigt.

Seit neuestem reden erfolgreiche Entwickler von CRM Lösungen nicht mehr vom reinen Customer Relationship Management sondern vom sogenannten xRM (Anything Relationship Management). Dies soll die neue Ära für alle möglichen Dateiformen und Anwendungsbereiche eines Unternehmens bezeichnen. D.h., dass das bisherige, rein kundenbezogene Marketing- und Arbeitstool mittlerweile so stark am Markt von den Unternehmen angenommen wurde, dass nun erneute, bisher noch nicht integrierte Unternehmensbereiche interessiert sind, dieses sehr erfolgreiche Werkzeug auch für Anwendungen in der Entwicklung, Produktion und Lagerhaltung etc. einzusetzen. Selbstverständlich sind auch in diesen neuen Arbeitsbereichen Cloud-Lösungen gefragt. Man denke nur an z.B. Servicetechniker, Auslands-Meetings für strategische und produktebezogene Diskussionen mit Partnerunternehmen oder in einer Konzern- Struktur. Hier alle Businessdaten brandaktuell mit in der Tasche zu haben ist ein enormer Vorteil für rasche Lösungsfindung und strategische Ausrichtung von Unternehmen.

3.1.1 Salesforce[Bearbeiten]

Salesforce, ein weltweit agierendes Unternehmen (Gründungsmitglied der europäischen Eurocloud Deutschland6), hat sich als der Pioneer von Cloud- Lösungen im Enterprise-Sektor zu einem der führenden Unternehmen entwickelt.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in den USA stellt Geschäftsanwendungen für Unternehmen zur Miete über das Internet zur Verfügung. salesforce.com versteht sich als Anbieter von Software as a Service und Platform as a Service und ist vor allem auf Kundenbeziehungsmanagement (CRM) für Unternehmen jeder Größe spezialisiert.

Die weltweit bekannten Salesforce-Events prägen die neusten Entwicklungen von Cloud-Lösungen für Unternehmen. Systeme wie SAP oder Microsoft können problemlos eingebunden werden und der User hat dank Cloud Computing ab sofort den Schreibtisch überall dort, wo er ihn haben will.

Lösungen für Kundenmanagement (CRM), Kundenservice (Service über alle Interaktionskanäle) und Zusammenarbeit im ganzen Unternehmen (Chatter: Eine Collaboration7-Anwendung und Plattform die dabei hilft, Informationen sicher im Unternehmen zu verknüpfen und freizugeben).
Nebst Testsoftware für mehrere Wochen ist jede Anwendung pro Monat pro Benutzer zu mieten. Alle diese Anwendungen sind momentan in mehr als 25 Sprachen erhältlich.

3.1.2 CAS PIA von CAS Software AG[Bearbeiten]

Auf jedem mobilen Gerät mit Browser können mit CAS PIA8 neben Adressen und Kalenderdaten umfangreiche Funktionen für das laufende Bearbeiten im CRM- Bereich genutzt werden. Mailing-Funktionen, Verkaufschancen berechnen, alle Aktivitäten einem Kunden oder Lieferanten zuordnen, Einsicht in Rechnungslegung etc. sind hier nur ein paar mögliche Mehrleistungen.

Eingebunden in bestehende Software für Rechnungslegung, Buchhaltung, Lohnverrechnung, Lagerhaltung etc. (CAS-Eigene sowie z.B. auch in Software wie des Unternehmens Lexware-Haufe, bekannt durch den in Mitteleuropa sehr verbreiteten PC Kaufmann), können hier alle notwendige Details für den Außendienst-Mitarbeiter oder Home-Office-User integriert werden. Zugriffrechte- Verwaltung berücksichtigen, dass nur nutzbringenden Daten für den jeweiligen Anwender abrufbar sind.

Somit erweitert sich der Anwendungsbereich von bestehenden „in-house“-Lösungen auf dem absolut aktuellen Datenstand für alle im externen Bereich des Unternehmens tätigen Mitarbeiter. Es kann jedoch auch als Stand-Alone- Marketingtool für kleine Unternehmen verwendet werden. Der Vorteil: Es wird keinerlei Hardware außer einem Internetzugang und einem Device mit einem Browser mehr benötigt.

Eine Abrechnung erfolgt monatlich pro Nutzer. Die Anzahl der Lizenzen kann monatlich für die notwendige Menge an Nutzern angepasst werden. Im Monatspreis ist ein unbegrenzter Speicherplatz für CRM- und Adressen inkludiert.

3.2 Office Applikationen[Bearbeiten]

Aus der Cloud kann man nicht nur Spezialapplikationen wie von Salesforce oder CAS PIA beziehen, es gibt hier auch laufend neue Anbieter im Bereich der Office Applikationen für Text-, Tabellen- und Präsentationserstellungen. Zur Zeit sind für den Office Bereich fast immer nur die zwei „Big Player“ im Gespräch. Diese Beiden sind Google und Microsoft.

Das bekannte Unternehmen Oracle hat sich seit kurzem wieder mit der Einführung von Oracle Cloud Office in den Medien zurückgemeldet. Die aktuelle Version 3.3 kann unter anderem in den Anwendungen

  • Oracle Business Intelligence
  • Oracle E-Business Suite sowie
  • Microsoft SharePoint

nahtlos eingebunden werden. (Oracle EMEA Brand 2011).

Google bietet mit seinen Google Apps ein komplettes Angebot an, welches für den Heimanwender kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Für den Enterprise Kunden gibt es die Möglichkeit die eigene Domäne einzubinden. Diese Option ist für das Mailen von Vorteil, damit die Anwender eine Firmen Mailadresse und das Kalendersharing verwenden können.

Von Microsoft gibt es seit einiger Zeit die „live“ Umgebung, die in Q2/2011 durch die Enterprise Lösung Office 365 abgelöst bzw. ergänzt werden wird. Im Vergleich zu Google Apps ist Office 365 100% kompatibel mit den von Microsoft angebotenen Office 2010 Paket. Diese Möglichkeit ergänzt perfekt die lokale Office Anwendungen von Microsoft. Wie bei Google kann auch Office 365 in die Enterprise Umgebung eingebunden werden. (Microsoft Office 365 2011).

3.2.1 Google Apps von Google[Bearbeiten]

Für Firmen sind neben dem Versenden und Empfangen von E-Mails spezielle Office Anwendungen zum Erstellen der notwendigen Dokumente wie Briefe und Tabellen notwendig. Google bietet hier eine Vielzahl von Anwendungen an, die in verschieden abgestuften Kombinationen angeboten werden. Diese Anwendungen, die sogenannten „Google Apps for Business“ ersetzen die lokalen Applikationen der Anwender. Diese Apps sind jederzeit online verfügbar, können jedoch nicht offline oder ohne aktiven Internetzugang betrieben werden.

Google Apps umfasst folgende Hauptanwendungen:

  • Google Mail, zum Versenden und Empfangen von E-Mails
  • Google Kalender, zum Planen der Termine
  • Google Text & Tabellen, Office Anwendungen
  • Google Groups, Erstellen von Verteilerlisten
  • Google Sites, zum Erstellen von Teamwebsites
  • Google Videos, sichere Bereitstellung von Video

Unternehmen können von Google Apps profitieren, wenn komplette Abteilungen, Organisationen, oder sogar das gesamte Unternehmen mit Google Apps arbeitet. Mitarbeiter profitieren von den Funktionen, wie die innovative Zusammenarbeit in Echtzeit, sowie den universellen Zugriff jederzeit und überall. Es wird die Erstellung von einfachen Team- oder Projekt-Webseiten ohne notwendige Unterstützung der eigenen IT ermöglicht. Dadurch wird die Freigabe von Informationen im Unternehmen oft um ein vielfaches verbessert. (www.google.com, online).

"Ich arbeite ständig mit Menschen aus aller Welt zusammen. Und die Zusammenarbeit, vor allem die in Google Text & Tabellen, ist großartig. Für uns ist es ein tolles Tool zur Steigerung unserer Produktivität." (Laura Zawazki, IT-Manager, Motorola Mobile Devices).

Diese effiziente Möglichkeit des Zugriffes, der Verfügbarkeit, sowie der Unabhängigkeit vom Arbeitsort und Betriebssystem, wird die Idee von BYOT (Bring your own Technology), welche von vielen großen Firmen genau unter die Lupe genommen wird, gefördert.

3.2.2 Office 365 von Microsoft[Bearbeiten]

Microsoft Office 365 stellt neben den üblichen Kommunikations-Tools noch eine Vielzahl weiterer Business-Anwendungen zur Verfügung.

  • „Outlook“ - zugreifen auf den eigenen Outlook-Kalender, Kontakte und Aufgaben
  • „Lync“ - für Instant Messaging, Audio- und Videoanrufe sowie Online- Besprechungen.
  • Teamwebsite beinhaltet:

- „SharePoint Online“ gemeinsam Arbeiten an Dokumenten, und teilen von Informationen und Ideen sowie Access-Datenbankenservice
- Eigene Teamwebseite, eigene Hauptwebseite
- „Office Web Apps“: Word, Excel, Powerpoint, OneNote

Die Anwendungen bieten mehr als übliche Office-Pakete von Microsoft. Vor allem die unternehmensinterne Kommunikation und der Informations-/ Datenaustausch profitiert hier durch einfach verwendbare Tools. Oberflächen und Werkzeuge sind dem Anwender bekannt und vertraut.

Microsoft wirft hier alles in die Waagschale um beim Cloud-Computing seine Claims abzustecken und den sehr verbreiteten Google Apps den Wind aus den Segeln zu nehmen. Durch die Kombination von Office Software für den Desktop (lokal) und neuen Cloud-Diensten (mobil) versucht Microsoft, seinen Umsatzbringer “Office” als neuen Träger einzusetzen.

Zur Preisgestaltung wird hier zwischen kleineren Unternehmen und größeren Unternehmungen/ Organisationen unterschieden. Es gibt gegenüber dem bisherigen, sehr vielfältigen und teils verwirrenden Preisgestaltungen von Microsoft eine deutliche Vereinfachung der Kostenstrukturen. Ebenfalls wird auch hier pro Monat pro Anwender abgerechnet.


4 Platform as a Service (PaaS)[Bearbeiten]

Bei der Umsetzung und Bereitstellung einer bestimmten Plattform mit deren Softwareumgebung muss sich der Anwender um nichts mehr kümmern. Es fallen für den Anwender keine weiteren Anschaffungskosten für Infrastruktur und Software an. Diese Lösung ist optimal für den kompletten Lifecycle Test inklusive der Entwicklung, Erprobung und Einführung neuer Lösungen ohne zusätzlich Hardware beschaffen zu müssen.

Momentan gibt es noch nicht sehr viele Anbieter in diesem Bereich, daher wird hier die Lösung und die Möglichkeiten bestimmter Firmen eingegangen. Das Angebot in Internet steigt fast täglich, jedoch wird im Folgenden auf die Lösungen wie zum Beispiel von Salesforce und der Lösung Microsoft Windows Azure-Plattform genauer eingegangen. Mit Hilfe dieser Lösungen können Anwendungen entwickelt und zum Laufen gebracht werden. Im optimalen Fall können die Anwendungen anschliessend auch zwischen den Anbietern gewechselten werden, womit die Gefahr des Lock-In vermieden wird.

4.1 force.com von Salesforce.com[Bearbeiten]

Salesforce.com bietet nicht nur verschiedene Softwarelösungen für ein Unternehmen an, es ist auch in den Bereichen von Paas, Platform as a Service, aktiv und bietet hier einige sehr hilfreiche Möglichkeiten für ein Unternehmen. Salesforce bietet folgende Lösungen an:

  • Appforce Ermöglicht die Erstellung von Unternehmensanwendungen in den Bereichen Personal, Finanzen, Projektmanagement und vieles mehr, ohne einen professionellen Programmierer beschäftigen zu müssen.
  • Force.com sites Die notwendige Firmenwebsite und die Web-Applikationen können so zur Verfügung gestellt werden. Es muss keine Serverhardware oder andere Infrastruktur bereitgestellt werden. Steigt der Ressourcenbedarf im Laufe der Zeit an, wird der Bedarf vom Provider abgedeckt.
  • VMforce Mit VMforce können alle notwendigen Java-Anwendungen bereitgestellt werden. Es können alle Java-Standardcodes wie POJOs, JSPs, Servlets und so weiter verwendet werden.
  • ISVforce Werkzeuge und Ressourcen zum Vertrieb der eigenen Anwendungen werden hier unterstützt. Flexible Vertriebsoptionen und Unterstützung für einen Echtzeitsupport werden ebenso unterstützt.
  • Database.com Die Datenbanken von Database.com unterstützen alle gängigen und bekannten Programmiersprachen wie Java, C# oder PHP. Es wird bei diesen Datenbanken auch die Lösungen anderer Cloud Anbieter wie Amazon EC2 oder Google AppEngine unterstützt. Der Zugriff kann von verschiedenen Geräten wie beispielsweise iPhone, iPad, Android und Blackberry aus gemacht werden.

Für all diese Produkte wird von Salesforce die komplette Infrastruktur bereitgestellt. Salesforce bietet in diesem Bereich alle Möglichkeiten die wir von einem firmeninternen Rechenzentrum kennen. Es wird eine hohe Verfügbarkeit inklusive Performancereports garantiert und zur Verfügung gestellt. Für die Anwendungsentwicklung wird die standardisierte API Schnittstelle voll unterstützt, damit die Verbindung und Integration mit bestehenden Anwendungen die eventuell im eigenen Rechenzentrum laufen hergestellt werden können. Viele Firmen möchten ihre CRM, EMC oder BI Lösung nicht ausserhalb des Unternehmens betreiben. (Salesforce 2011).

4.2 Microsoft Windows Azure[Bearbeiten]

Mit Windows Azure werden Dienste angeboten, die zur Ausführung von verschieden Anwendungen benötigt werden. Diese Anwendungen werden in den Rechenzentren von Microsoft betrieben und unterstützen die Verknüpfung zu vorhandenen Systemen genauso wie die Benutzerauthentifizierung und Datenhaltung innerhalb von Windows Azure.

Windows Azure wird in verschiedene Bereiche unterteilt. Der erste Teil ist für die Ausführung von Anwendungen. In diesem Teil ist es möglich, Anwendungen zu betreiben, die mit dem Windows Azure Software Development Kit entwickelt wurden. Die Anwendungen können bestimmte Infrastrukturinstanzen zugeordnet werden, womit eine optimale und automatische Skalierung bereitgestellt werden kann. Die Anwendungen können in verschiedenen Programmiersprachen wie C#, Java, PHP Python und Ruby entwickelt werden.

Ein weiterer Bereich ist der Speicher (Storage) Bereich, der auch für das Streaming von Videos verwendet werden kann. Die in diesem Bereich gespeicherten Videos können nicht nur über Silverlight, sondern auch problemlos für iOS und Android Endgeräte bereitgestellt werden.

Der im Windows Azure verfügbare Service Bus (Windows Azure AppFabric) integriert verteilte Anwendungen die auf Windows Azure betrieben werden. In Kombination mit Windows Azure AppFabric Access Control wird die Implementierung einer Benutzerauthentifizierung der bereits vorhanden Authentisierungs- und Autorisierungssteuerung im Unternehmen unterstützt und möglich gemacht.

Mit dieser Lösung von Microsoft Azure kann dediziert ein Microsoft Rechenzentrum in der Europäischen Union ausgewählt werden, oder bewusst eine weltweite Redundanz ausgewählt werden. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit über Windows Azure Connect auf einfache und sichere Weise ein virtuelles privates Netzwerk einzurichten und auf Daten im firmeneigenen Rechenzentrum zu verbinden. Diese Lösungen werden unter anderem für skalierende Web-Frontends für E-Commerce- Lösungen und die Öffnung von CRM-Systemen für mobile Smartphone- Anwendungen verwendet.

Von Microsoft wird für die garantierte Verfügbarkeit ein Windows Azure Traffic Manager für automatisiertes Load Balancing für Traffic bereitgestellt. Der Traffic Manager steigert die Performance von Anwendungen, indem der bezogene Service automatisch einem Rechenzentrum zugeordnet wird, das zur benötigten Zugriffszeit die beste Netzwerkperformanz aufweist. Der Traffic Manager überwacht die Anwendungen nicht nur um auftretende Last zu verteilen, es wird auch im Fehlerfalle der komplette Datentransfer auf ein alternatives Rechenzentrum umgeleitet und somit die Verfügbarkeit um ein vielfaches gesteigert.

5. Infrastructure as a Service[Bearbeiten]

Um bestimmte Infrastruktur aus der Cloud zu beziehen, wird dies als IaaS bezeichnet. In diesem Abschnitt wird die Möglichkeit von Storage Lösungen aus der Cloud näher beschrieben. Eine Auswahl an Anbietern und ihren Produkten hierzu werden in Punkt 5.1.1 und 5.1.2 näher erläutert.

5.1 Storage Lösungen[Bearbeiten]

Ein besonders häufiges und immer notwendigeres Bedürfnis im Datenzeitalter ist die Notwendigkeit Daten aller Art zu speichern. Und die benötigte Datenmenge jedes einzelnen Anwenders steigt exponentiell an. Wurden Daten früher noch auf Disketten mit 1,44 MB abgespeichert, sind mittlerweile einige Gigabytes notwendig um die gleiche Information abzuspeichern. Dabei ist in erster Linie nicht der Dateninhalt verantwortlich, vielmehr haben sich die Möglichkeiten der Datenerstellung geändert. Noch vor Jahren wurden Fotos analog erstellt und entwickelt. Heutzutage wird jedes Foto digital erstellt und mit 2 bis 5 MB Größe abgespeichert. Um flexibel auf die Daten von jedem Ort verfügbar zu haben, gibt es hier entsprechende IaaS Lösungen. (Eigene Erfahrung).

5.1.1 Dropbox[Bearbeiten]

Dropbox wurde 2007 in San Francisco gegründet und hat mittlerweile mehr als 25 Millionen registrierte Benutzer in mehr als 175 Ländern.
Mit der IaaS Lösung von Dropbox stehen jedem einzelnen Anwender, in erster Linie private Anwender, jederzeit 2 GB an Daten kostenlos zur Verfügung. Mit einem Enterprise Account kann man die Datenmenge auf bis zu 100 GB erweitern, welcher dann kostenpflichtig ist.

Mit Dropbox kann man auf Fotos, Videos, Musik und Daten jederzeit und überall zugreifen und die Daten können auf einfache Weise mit anderen geteilt werden. Der Dienst wird für Windows, Mac und Linux sowie für iPhone, iPad, Android und BlackBerry Betriebssysteme angeboten.

Die Anwendung Dropbox kann als Software auf den verschiedenen Devices installiert werden. Alle Daten können automatisch mit den online Daten auf das lokale Datenlauferk synchronisiert werden. Werden Daten in dieses lokale Verzeichnis gespeichert, werden diese automatisch auf das online Datenverzeichnis kopiert und stehen somit wieder überall und jederzeit zur Verfügung. Es können Arbeitsgruppen, öffentliche Gruppen mit Lese- und/ oder Schreiberlaubnis erstellt werden. Sehr hilfreich ist das sehr einfache und übersichtliche Tool zur Einladung und Verwaltung der Teammitglieder über deren Dropbox-Accouts.

5.1.2 Amazon Simple Storage Service (Amazon S3)[Bearbeiten]

Mit Amazon S3 wird von Amazon web services eine einfache Web-basierende Schnittstelle zum Speichern und Abrufen beliebiger Datenmengen zu jeder Zeit und von jedem Ort über das Internet angeboten. Entwickler haben Zugriff auf dieselbe extrem skalierbare, zuverlässige, schnelle und kostengünstige Datenspeicherinfrastruktur, die von Amazon selbst auch zum Ausführen ihres eigenen globalen Website-Netzwerks verwendet wird. Dadurch können Entwickler von den Vorteilen einer flexiblen Skalierbarkeit profitieren. Die Kapazität des Datenspeichers für das Schreiben, Lesen und Löschen der Objekte geht von 1 Byte bis maximal 5 TB. Für das Speichern der Daten stehen mehrere Datencenter in verschiedenen Regionen zur Verfügung. Die Daten können nur manuell in andere Regionen übertragen werden, dadurch kann sichergestellt werden, dass die Daten auf jeden Fall in Europa oder in Amerika verbleiben.

Mit Amazon web services steht uns ein richtiger Global Player zur Verfügung, der hauptsächlich im Enterprise Umfeld anzutreffen ist. Mit der in verschiedenen Regionen verfügbaren Infrastruktur bietet Amazon für global tätige Firmen eine optimale Lösung, mit der bestimmte Daten problemlos und hochverfügbar in die Cloud verlagert werden können.

6. Kosten[Bearbeiten]

Nebst immer mehr Cloud Anbietern, die sich über Werbung finanzieren und somit den Kunden freien Speicherplatz anbieten haben sich im Business- bzw. Enterprise- Segment ausschließlich kostenpflichtige Anwendungen etabliert. Doch auch hier gibt es Unterschiede je nach Anforderung.

Die Schlagwörter von Cloud Computing wie „Hardware-Ressourcen und Softwaredienste über das Internet nutzen“, „ganz nach dem augenblicklichen Bedarf“ oder „Die Kosten im Griff – keine Hardware-Investitionen“ klingt in den Ohren der meisten Anwender und Unternehmensentscheider geradezu phantastisch. Schließlich müssen Unternehmen beim der Anschaffung und Betreuung einer eigenen Rechner-Struktur für geschäftskritische Anwendungen die Kosten langfristig planen. Neue Rechner und Lizenzen lassen sich nicht einfach wieder im nächsten Monat zurückgeben. Resultate sind ungenutzte, bezahlte und teils mit Servicekosten verknüpfte Ressourcen, die das Unternehmen für eventuelle Lastspitzen einsatzbereit halten muss.

Das Cloud Computing soll dieser „Verschwendung“ ein Ende setzen. Versprechen diese Werbeslogans wirklich eine Kostensenkung? Wie viel spart ein Unternehmen durch Cloud Computing? Beim echten Recherchieren erweist sich der Kostenvergleich zwischen eigener IT-Struktur und Cloud-Lösungen als Problem. Viele Unternehmen tun sich bereits schwer, ihre derzeitigen, laufenden IT-Kosten zu beziffern. Nahezu unmöglich wird es bei einer Kombination von zwei IT- Betriebsmodellen, diese kostenmäßig zu erfassen.

Also bleibt oft der einzige Ausweg, die Anforderungen der Mitarbeiter und Abteilungsleiter abzufragen und abzuwägen, ob sich Cloud Computing Anwendungen für die modernen Arbeitsweisen des Unternehmens besser integrieren als das bisherige IT-System im eigenen Haus. Beim positiven Entscheid für diese Technik bleibt vorerst den meisten Unternehmen nichts anderes übrig als zum bisherigen IT-System die Cloud Technologie parallel zu integrieren und zu hoffen, dass sich die versprochenen Kostenreduktionen in späterer Zukunft wirklich einstellen werden.

Hilfestellung für eine Grob-Kostenberechnung gibt es jedoch schon in Form von ein paar Berechnungssystemen im Web wie z.B. der Cloud Kalkulator der Experton Group. Wer sich selbst diese Entscheidung nicht zutraut soll sich auf alle Fälle an entsprechend erfahrene Unternehmen aus dem Business-Software-Sektor wenden und sich von mehr als einem Unternehmen unabhängig beraten lassen.


7. Visionen[Bearbeiten]

In der relativ kurzen Zeit, in der immer mehr Computer zuerst Einzug in den Unternehmen, später in vielen Haushalten für die private Nutzung Einzug hielten, wurde immer davon ausgegangen, dass eine Person einen einzigen Computer verwendet. Durch den ständigen Drang der Nutzer, Vernetzungen immer weiter auszudehnen und unabhängig vom Büro oder von der Wohnung auf Informationen zuzugreifen, wurden mobile Geräte entwickelt. Auch die Telefonie hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich weiterentwickelt. Mobile Telefone sind eigentlich Computer oder sehr umfänglich funktionierende Mobile Devices, die mittlerweile so viel können, dass gerademal das Ursprungskonzept des Telefonierens zur Nebensache eines mobilen Telefons geworden ist.

Durch die Weiterentwicklung von Sicherheitssystemen ist nicht nur SMS versenden und chatten möglich, e-Rechnungen, Government-Lösungen und Online-Banking wäre in dieser heutigen Form vor einigen Jahren gar nicht denkbar gewesen. Auch direkte Zugriffe auf Daten und Unterlagen von Mitarbeitern in Unternehmen, die sich sehr umsichtig gegen den sogenannten „Datenklau“ schützen, sind mittlerweile ganz normal.

Hier ein kurzer Rückblick über die Entwicklung von Lösungen zum externen Datenzugriff bzw. zur Datenverteilung:

  • Homeoffice-Anwendungen (analoge Modems etc...) – ca. 15 Jahre
  • Outsourcing Infrastruktur - 10 Jahre (mittlerweile gestorben)
  • VPN-Tunnellösungen – ca. 8-10 Jahre
  • Portallösungen – ca. 8-10 Jahre
  • Privatbereich (Picasa, iTunes, facebook, skype...) – ca. 5 Jahre

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Unternehmen, Marketing-Forscher und Analysten sowie Universitäten mit der Weiterentwicklung dieser Trends der vergangenen Jahrzehnte und wagen einen Blick in die Zukunft. Hier ein Einblick in laufende Analysen und künftige, visionäre Gedanken.

7.1 Networking Days an der Universität Liechtenstein - Mai 2011[Bearbeiten]

Ziel des Networking Days ist der Wissens- und Erfahrungsaustausch - sowie vor allem die Pflege persönlicher Kontakte - zwischen Studierenden und Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft.

  • Thema 2011: "Content in the Cloud: Wie Cloud Computing das betriebliche Informationsmanagement revolutioniert".

Unter anderem waren Vorträge von folgenden Teilnehmern zu hören:

  • Thomas von Bülow, EuroCloud Deutschland_eco e.V.
  • Dr. Christian Russ, Hilti AG
  • Jürg Nüssli, OpenText

Infos zum Event direkt über die Universität Liechtenstein. (Universität Liechtenstein 2011).

7.2 Gartner IT Trends 2011 (Gartner, Inc., Standford, USA)[Bearbeiten]

Am 19.10.2010 veröffentlichtes Gartner die Top 10 strategischen Technologien für das Jahr 2011 und künftig. (Gartner Inc. 2010). Die Top 10 Technologien laut Gartner werden:

  • Cloud Computing
  • Mobile Applications and Media Tablets
  • Social Communications and Collaboration
  • Video
  • Next Generation Analytics
  • Social Analytics
  • Context-Aware Computing
  • Storage Class Memory
  • Ubiquitous Computing
  • Fabric-Based Infrastructure and Computer

Auszug aus Gartner Symposium/ITxpo, 17.-21. Oktober 2010, Orlando: “Cloud Computing. Cloud computing services exist along a spectrum from open public to closed private. The next three years will see the delivery of a range of cloud service approaches that fall between these two extremes. Vendors will offer packaged private cloud implementations that deliver the vendor's public cloud service technologies (software and/or hardware) and methodologies (i.e., best practices to build and run the service) in a form that can be implemented inside the consumer's enterprise. Many will also offer management services to remotely manage the cloud service implementation. Gartner expects large enterprises to have a dynamic sourcing team in place by 2012 that is responsible for ongoing cloudsourcing decisions and management.”(Gartner Inc. 2010).

7.3 Ubiquitous computing[Bearbeiten]

Der Begriff „Ubiquitous computing“ wurde erstmals 1988 von Mark Weiser verwendet. Er schrieb im Jahre 1991 den Aufsatz „The Computer for the 21st Century“ und verwendete hier diesen Ausdruck.

Nach der Vision von Mark Weiser wird der (Personal-) Computer als Gerät verschwinden und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt werden. Statt wie derzeit, wenn der PC selbst Gegenstand der menschlichen Aufmerksamkeit ist, soll das „Internet der Dinge“ den Menschen künftig bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren Computer sollen Menschen helfen ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. (Weiser 1991).

Geräte beherbergen bereits jetzt Methoden und Technologien um nicht nur über das Internet sondern auch direkt untereinander zu kommunizieren. So werden z.B. neben der immer mehr verbreiteten Anwendung, dass ein Nutzer mehrere Computer und Mobile Devices verwendet, künftig auch vermehrt Steuerungen der Haustechnik sowie Haushaltsgeräte wie z.B. Geschirrspüler, Reinigungsgeräte, Maschinen in der Küche und für die Körperpflege, direkt einbindbar sein. (in Anlehnung an Patrick Ritchel, Wolfgang Auer: Patrick Ritschel 2006).

Alle Geräte werden sich künftig automatisch untereinander selbst überwachen und synchron halten. Abgleichungen und Mehrfacheinträge von Beträgen, Adressdaten etc. gehören somit der Vergangenheit an, der Anwender kümmert sich nicht mehr darum, von wo und wann er Daten speichert oder Befehle bzw. Anforderungen absendet.

Selbstredend ist hier die Cloud Technologie bzw. Cloud Computing eine ideale Basis für die Umsetzung dieser visionären Vorstellung.

8. Zusammenfassung[Bearbeiten]

Heutzutage sind im Business-Bereich noch viele unterschiedliche, nicht genormte Formate und Schnittstellen für Cloud-Anwender ein Hindernis. Beim Wechsel eines Anbieters zum nächsten sind die Lösungen noch bei weitem nicht so weit gedungen wie man dies heute bei den Telefon- und Internet-Anbietern kennt. Hier müssen Regelwerke zur Vereinheitlichung entstehen, damit z.B. ein Unternehmen, das die Auslagerung der CRM-Anwendung oder weiterer Tools in die Cloud vollzogen hat, unkompliziert und rasch zu einem anderen Anbieter wechseln und dort mit seinem Datenstamm und Dokumentenpool weiterarbeiten kann. Speziell Software-Anbieter (SaaS) haben hier mit unterschiedlichen Lösungen noch einen weiten Weg vor sich.

Auch die rechtliche Situation bei Datenverlust, Datenübernahme etc. ist derzeit global gesehen noch nicht eindeutig und durchsichtig. Auch in diesem Segment muss unserer Meinung nach das Cloud Computing noch einiges verbessern und kundenfreundlicher gestalten.

TV und Musik-Konsum zu Hause wird denselben Entwicklungsweg nehmen wie im Business + Mobile-Device Bereich. Speziell bei Mobile-Devices sind bereits heute nur mehr wenige Hardware-Komponenten wie Display, Lautsprecher, Mikrofon und Kamera als Schnittstelle bzw. als „Human Interface“ vorhanden. Künftig werden viele, derzeit sehr verbreitete Hardware-Komponenten nicht mehr nötig sein. Sogenannte Streamingboxen - teils in Geräten fix integriert - mit einfachen Eingabe-Ausgabe Schnittstellen zum Anwender werden sich in vielen weiteren Sektoren der Elektronik und Elektrotechnik sowohl im Privatbereich als auch im Business-Sektor verbreiten. Kabel TV und SAT-TV wie wir es heute kennen wird immer weniger werden. Das Konsumverhalten wird sich durch vermehrte Verbreitung von Video-On-Demand Anbietern innerhalb weniger Jahre stark verändern.

Wir beobachten gespannt die sich immer schneller ändernden und neu auftretenden Einsatzgebiete, das Verhalten der Anwender sowie die Akzeptanz am Privat- und Businessmarkt und freuen uns auf eine faszinierende, aufregende Zukunft mit Cloud Computing.

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