Informatik/Verwaist/Thema 8: Web 1.0 vs Web 2.0

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Web 1.0, Hypertext und Hypermedia[Bearbeiten]

Hypertext war lange Zeit nur eine Idee. Bereits 1945 hatte Vannevar Bush in seinem Artikel „As we may think“ die Systematik klassischer Buchtexte kritisiert. Er bemängelte die herkömmliche Art der alphabetischen und numerischen Indexierung und Wissensspeicherung, sowie die mühsame Informationssuche, die allein über Klassen und Subklassen stattfinden könne und stellte fest, dass auch das menschliche Gehirn und Denken einer anderen Logik folge. Dennoch dauerte es noch einige Jahre, bis sich aus dieser Idee die ersten Hypertext-Systeme entwickelten. Seinen Durchburch erlebte das Hypertext-Konzept aus heutiger Sicht wohl im Zusammenhang mit der weltweiten Vernetzung von Rechnern über das Internet und der Entstehung des WWW (Gerdes 1997,2000). Die Idee des Hypertext hat seither in vielen Bereichen (elektronische Bücher, Lexika, Lernprogramme,...) Einzug gehalten und ist wohl nicht mehr wegzudenken.

Was ist Hypertext?[Bearbeiten]

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche von Hypertext und den damit verbundenen, zum Teil grob verschiedenen Perspektiven aus denen das Hypertext-Konzept betrachtet wird, ist es beinahe unmöglich, eine allgemein annerkannte Definition von Hypertext zu finden (Gerdes, 1997,2000). Nichtsdestotrotz lassen sich bestimmte Eigenschaften identifizieren, die ein Hypertext aufweisen muss, um eindeutig als solcher qualifiziert werden zu können.

Grundprinzipien[Bearbeiten]

Hypertexte bestehen grundstäzlich aus Knoten und Links, wobei Knoten atomare Informationseinheiten darstellen, die über elektronische Verweise, sogenannte Links auf nichtlineare Weise miteinander verbunden sind (Gerdes 1997, 2000). Nachdem Hypertexte nicht wie bei einem traditionellen Text linear-hierarchisch organisiert sind und damit keine festgelegte Lesereihenfolge vorliegt, müssen die einzelnen Knoten voneinander unabhängig formuliert werden.

Elektronische Texte[Bearbeiten]

Keine Hypertexte sind daher gedruckte Enzyklopädien, Wörtbücher oder ähnliches. Hier spricht man zum Teil von manuellen Hypertexten (Gerdes 1997, 2000).

Graphische Übersicht (sog Browser)[Bearbeiten]

Zum Teil wird die graphische Übersicht zur Visualisierung der Struktur eines Hypertextes (sog. Browser, darf allerdings nicht verwechselt werden mit dem Internet-Browser!) als zwingender Bestandteil eines Hypertextes angesehen (Gerdes 1997, 2000).

Neue Suchmöglichkeit[Bearbeiten]

Durch das Verfolgen von Links soll es dem Benutzer ermöglicht werden, schneller und leichter an die gewünschte Information zu gelangen (Gerdes 1997, 2000).

Graphische Oberfläche und Prinzip der direkten Manipulation[Bearbeiten]

Eine ansprechende und vor allem leicht verständliche graphische Oberfläche soll es dem Benutzer mittels eines Eingabegerätes (z.B. Maus) erlauben, direkt und für den Benutzer sichtbar mit dem Programm zu interagieren (Gerdes 1997, 2000).

Aufbau und Darstellung von Hypertexten[Bearbeiten]

Sowohl bei der Darstellung und Gestaltung der einzelen Knoten und Links, als auch bei der grundlegenden Festlegung der Struktur eines Hypertextes gibt es unzählige Möglichkeiten. Im Folgenden sollen einige wichtige Darstellungs- und Gestaltungsalternativen behandelt werden. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Gestaltung eines Hypertextes immer im Hinblick auf die Zielgruppen erfolgen sollte (Gerdes 1997, 2000).

Knoten[Bearbeiten]

Noch bevor man sich der Darstellung von Knoten widmen kann, muss man sich die Frage stellen, wie lang ein Knoten überhaupt sein darf bzw. wie viele Informationen er enthalten darf. Im Ergebnis zeigt sich, dass es hierfür keine allgemein gültige Anwort gibt. Diese Fragen sind für jeden Einzelfall gesondert zu beantworten und von Zielgruppen sowie Anwendungsbereichen abhängig (Gerdes 1997, 2000). Auch die Darstellung von Knoten kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen. So stellt sich die Frage wieviele Knoten am Bildschrim angezeigt werden sollen (immer nur einer, zwei, mehrere in überlappenden Fenstern?) und wie das Probelm des den Rahmen des Computerbildschirms übersteigenden Knoteninhalts gelöst werden soll (durch bildschirmweises Blättern oder Scrollen?) (Gerdes 1997, 2000).

Links[Bearbeiten]

Bezüglich der Gestaltungsmöglichkeiten von Links haben sich in der Literatur mehrere Klassifizierungen durchgesetzt, die hier kurz angesprochen seien (vgl. vor allem Kuhlen, 1991).

  • Unidirektional bidirektional
  • Intra-, inter- oder extrahypertextuell
  • Global oder lokal
  • Assoziative (enthalten keine Hinweise auf die Hypertextstruktur) oder typisierte Links (enthalten Hinweise auf die Hypertextstruktur)

Bezüglich der Darstellung und Platzierung werden embedded links, also in den Text eingebettete, und getrennt angezeigte Links unterschieden. Auch hier bestehen unzählige Möglichkeiten der graphischen Darstellung (z.B. durch farbliches Hervorheben sog. hotwords oder durch Fontwechsel, durch Änderung der Cursorform etc.). Zum Teil finden auch beide Darstellungsarten gleichzeitig in einem Hypertext Verwendung (Gerdes 1997, 2000).