Institut Bodenkunde/Profildiskussion

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Hier soll der Versuch unternommen werden, Photos von Bodenprofilen zu diskutieren, soweit dies möglich ist. Es können eigene Photos oder Funde auf Commons hier zur Diskussion gestellt werden. Fragen?


Profil Freising[Bearbeiten]

Entschuldigt bitte, wenn das Layout dieses Artikels nicht sehr schön ist, aber ich bin eher passiver User. Folgendes Profil biete ich zur Diskussion an:

Löss-Bodenprofil. Klick, um zu vergrößern.

Das Profil[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich um ein (typisches?) Lössbodenprofil aus dem Raum Freising (Bayern), wie man es im Tertiärhügelland häufiger antrifft. Es ist 3,80m mächtig, allerdings wird das anstehende Gestein, bzw. wahrscheinlich die fluviatilen Schotter, Moränen oder Molasse nicht erreicht, so dass man von einer größeren Mächtigkeit ausgehen kann.

Horizontabfolge[Bearbeiten]

Die Horizontabfolgen stimmen auf jeden Fall. Sie sind auf dem Bild auch zu sehen (eingezeichnet), hier aber nochmal der Übersicht halber:

  • Ap 0-30cm
  • Sw-Al 30-60cm
  • Sd-Bt 60-80cm
  • Sw-Bv-Cv 80-105cm
  • Bv-Sd-Cv 105-130cm
  • IISd-Bv1 130-150cm
  • IISd-Bv2 150-172
  • IISd-Bv3 172-195cm
  • IISd-Bv4-Cv 195-215cm
  • IIISd-Bt1 215-235cm
  • IIISd-Bt2a 235-250cm
  • IIISd-Bt2b 250-270cm
  • IIISd-Bv-Cv 270-300cm
  • IVSw 300-320cm
  • IVSd1a 320-335cm
  • IVSd1b 335-360cm
  • IVSd2 360-380+cm

Diskussion und offene Fragen[Bearbeiten]

  • Der Boden der ersten Schicht könnte eine rezente Pseudogley-Parabraunerde sein.
  • Um welchen Boden handelt es sich in der zweiten, dritten und vierten Schicht?
  • In welche Abschnitte der Kaltzeiten lassen sich die Schichten einordnen?
  • Kann man anhand Bt- und Bv-Horizonte der zweiten und dritten Schicht schon von Bodenbildung sprechen?

--Sennahoj19 12:10, 17. Jun. 2009 (CEST)

Profil Lüneburger Heide[Bearbeiten]

Bodenprofil der Lüneburger Heide. Klick, um zu vergrößern.

Substrat[Bearbeiten]

Bei Lüneburger HEIDE würde ich zunächst auf Sandige Böden tippen. Hier sind Geologen oder Kenner der Lüneburger Heide gefragt. -- Turnvater Jahn 23:03, 15. Mai 2008 (CEST)

Exakt, hier handelt es sich um Dünensande. Mittelsand bzw. feinsandiger Mittelsand um genau zu sein. --84.167.105.72 20:15, 29. Mai 2010 (CEST)

Horizontfolge[Bearbeiten]

Für mich sieht das schwer nach einem Podsol aus.

  • Ahe leicht humoser Auswaschungshorizont (mittelgrau)
  • Ae Auswaschungshorizont (hellgrau)
  • Bh Humusanreicherungshorizont (schwarz)
  • Bs Sesquioxidanreicherungshorizont (rotbraun)
  • C Ausgangsgestein (gelb)

-- Turnvater Jahn 23:03, 15. Mai 2008 (CEST)

Diskussion[Bearbeiten]

Ich hab leider noch wenig Kenntnisse von Bodentypen, aber könnte es nicht auch ein Pseudogley sein? --84.181.31.219 15:32, 21. Jun. 2008 (CEST)

Naja, ich denke, kein reiner Pseudogley. Dafür ist das Band einfach zu dunkel. Aber eine Überprägung wäre durchaus denkbar. Die roten "Schlieren" könnten daher rühren, aber auch aus der Sesquioxidverlagerung der Podsolierung stammen. Man müsste einfach "näher ran". PS: Schön, dass jemand die Seite hier entdeckt und geantwortet hat! -- Turnvater Jahn 18:13 21.06.2008

Kleine Ergänzung ich geb zu ich hab net soviel Ahnung von Bodentypen aber wenns ein Gley wäre dann müsste ja irgend eine Art Senke oder sowas da sein wozu man dann auch "weiter weg" müsste -- Christian b219 01:06, 11. Apr. 2009 (CEST)

Es handelt sich auf dem Foto um einen klassischen Podsol mit der Horizontfolge Ahe/Ae/Bh/Bs/C. Dieser Bodentyp ist typisch für die Lüneburger Heide. Hier sind Vorraussetzungen für die Podsolierung (durchlässiches Ausgangsgestein, ausreichende Niederschlag und saure Nadelstreu) vorhanden (ZECH 1997, S. 217). Der Ahe, nur oben rechts zu erkennen, lässt auf eine deutliche Auswaschung von organischer Substanz und der Sesquioxide des Eisens, Mangans und Aluminiums schließen. Diese Tendenz verstärkt sich im Ae Horizont. Durch bis heute nicht vollständig geklärte Mechanismen, wird erst im Bh Horizont die organische Substanz und im nächsten Horizont (Bs) die Sesquioxide ausgefällt. Der darunter liegende C stellt das Ausgangsgestein dar. Einen Pseudogley ist hier ausgeschlossen, da für diesen Bodentyp eine stauende Schicht oder Horizont vorhanden sein muss. Da bei der Podsolierung ein durchlässiges Substrat Vorraussetzung ist, ist Staunässe auszuschließen. Der sich entwickelnde Bs Horizont, der verfestigt Ortstein genannt wird stellt ebenfalls keine Sperre dar (SCHWERDTFEGER 1994, S.247). Eine Möglichkeit wäre Einfluss von Grundwasser. Da aber der C Horizont keine rote Fleckung aufweist und der Bs Horizont auch nicht fleckig erscheint kann dies hier ebenfalls ausgeschlossen werden.

Quellen: Schwerdtfeger, G.; Kuntze, H.; Roeschmann, G. (1994) Bodenkunde, 5. Auflage Verlag Eugen Ulmer Stuttgart

Zech, W. & Hintermaier-Erhard (1997) Wörterbuch der Bodenkunde Ferdinant Enke Verlag Stuttgart

Ich kann mich meinen Vorgänger nur anschließen, da ich mir relativ sicher bin, exakt das Profil auch vor kurzem im Feld angesprochen zu haben. Es handelt sich tatsächlich um einen klassischen Eisenhumuspodsol, der an einer Dünenkuppe nahe der Ortschaft Vollbüttel aufgeschlossen ist. --84.167.117.43 06:23, 26. Mai 2010 (CEST)

Also es handelt sich zweifelsohne um einen Normpodsol. Die Frage, die sich mir stellt ist eher, ob der Ae-Horizont in einer anderen Schicht entwickelt ist als die B-Horizonte. Findet man bei Podsolen nämlich häufiger. Gibt es da eine texturelle Differenzierung? In der Lüneburger Heide wurde durch das jahrhundertelange Abplaggen der Boden über weite Flächen stetig freigehalten, so dass es zu massiven Deflationserscheinungen kam. Die ausgeblasenen Sande (v.a. Fein- und Mittelsande) haben andernorts die Böden überdeckt. In genau diesen Deckschichten sind häufig die Ae-Horizonte der Podsole entwickelt. In Mittelgebirgen sind es wiederum oft Kolluvien, die mit den Ae-Horizonten koinzidieren.