- Zu
erklären wir durch

- die Menge der
-mal stetig differenzierbaren
bzw. stetigen
periodischen komplexwertigen Funktionen.
- Sei
mit
für alle
gegeben. Dann setzen wir

- als Windungszahl (Umlaufszahl) der geschlossenen Kurve
in Bezug auf den Punkt
.
- Sei
mit
für alle
. Ferner sei eine Folge von Funktionen
mit
für alle
und
gegeben, die gleichmäßig in
gegen
konvergiert, d. h. es gilt
für alle
.
- Dann setzen wir

- Sei die Schar von stetigen Kurven
für
gegeben. Ferner gelten
und
für alle
.
- Dann ist
in
konstant.
Wegen
und der Kompaktheit der Menge
gibt es ein
, so dass
für alle
gilt. Da
auf
gleichmäßig stetig ist, gibt es ein
mit der Eigenschaft

für alle
![{\displaystyle t\in [0,2\pi ]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/8dbc9ed8510c75442ce1d2e73f021258fc7e04c6)
, falls

.
Seien nun
und
zwei approximierende Folgen mit

bzw.

für alle
![{\displaystyle t\in [0,2\pi ]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/8dbc9ed8510c75442ce1d2e73f021258fc7e04c6)
.
Dann gibt es ein
, so dass für alle
folgendes gilt:

für alle
![{\displaystyle t\in [0,2\pi ]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/8dbc9ed8510c75442ce1d2e73f021258fc7e04c6)
.
Es gilt nun
für alle
und es folgt

für alle
![{\displaystyle \tau ^{*},\tau ^{**}\in [\tau ^{-},\tau ^{+}]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/f87335ce2be1e755eec259efbec9ace389cd6d59)
mit

.
Da
nicht von
abhängt und
kompakt ist, liefert ein Fortsetzungsargument
für
.
- Zu festem
seien
zwei stetige Funktionen mit der Eigenschaft
für alle
.
- Für die Kurve
gelten
für
sowie
.
- Dann existiert ein
mit
.
Wir setzen
und betrachten die Homotopie

Wegen

für alle
liefert das Homotopielemma
und nun existiert ein
mit
.
q.e.d.
- Jedes komplexe Polynom

- vom Grade
besitzt mindestens eine komplexe Nullstelle.
Wir setzen
und betrachten zu festem
die Funktion

Wir berechnen

Wir wählen nun
so groß, dass für alle
mit
die Ungleichung

richtig ist. Dann gibt es nach dem Satz von Rouché ein
mit
, so dass
erfüllt ist.
- Sei
eine stetige Abbildung. Dann hat
mindestens einen Fixpunkt, d. h. es gibt ein
mit
.
Wir betrachten die Schar von Abbildungen

Für alle
gilt

Nun wenden wir den Satz von Rouché auf die Funktion
mit der Randfunktion
und auf
für ein festes
an. Wir finden dann für jedes
ein
mit der Eigenschaft

Wählen wir speziell
, so folgt

wobei wir noch
gesetzt haben. Nach Auswahl einer in
konvergenten Teilfolge erhalten wir wegen der Stetigkeit von

- Sei
ein beliebiger Punkt und die Funktion
genüge der Bedingung
für alle
. Dann nennen wir

- die Umlaufszahl der Kurve
um den Punkt
.
- Sei die stetige Funktion
mit
und
gegeben, welche in
eine isolierte Nullstelle besitzt, d. h. es gelten
und
für alle 
- Dann erklären wir den Index von
in Bezug auf
wie folgt:
mit
.
- Die Funktion
habe die Randfunktion
mit
. Ferner besitze
in
die paarweise verschiedenen Nullstellen
mit zugehörigem Index
und
. Dann gilt die Identität

1. Wir setzen

und berechnen



mit der 1-Form
. Dabei wird
in mathematisch positivem Sinn durchlaufen.
2. Zu hinreichend kleinem
betrachten wir das Gebiet

Setzen wir
![{\displaystyle \varphi _{k}(t):=f(z_{k}+\varepsilon e^{it}),\quad t\in [0,2\pi ],\quad k=1,\ldots ,p,}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/c30e6a951d5ad91b1df35f9edffa7979d20f3957)
so folgt wie in Teil 1 des Beweises

wobei die Kurven
in mathematisch positivem Sinn durchlaufen werden. Der Stokessche Integralsatz liefert nun


q.e.d.
§2 Der Abbildungsgrad im 
[Bearbeiten]
- Seien
eine beschränkte, offene Menge im
und

- für
eine Funktion mit
für alle
. Mit einem
betrachten wir eine Funktion
mit den Eigenschaften
- (a)
für alle
und für ein
,
- (b) es gelte

- Dann erklären wir den Brouwerschen Abbildungsgrad von
bezüglich
gemäß

- Dabei ist

- die Funktionaldeterminante der Abbildung
.
- Sei
mit
für alle
gegeben. Ferner sei
eine Funktionenfolge mit
für alle
und alle 
- und es gelte
für 
- gleichmäßig in
. Dann setzen wir

- und nennen dieses den Brouwerschen Abbildungsgrad für stetige Funktionen.
- Sei
für
eine Schar stetiger Abbildungen mit den Eigenschaften
- (a)
,
- (b)
für alle
und alle
.
- Dann ist
in
.
Zunächst gibt es ein
, so dass
für alle
und alle
richtig ist. Weiter existiert ein
, so dass für alle
mit
die Ungleichung

für alle

gilt. Wir wählen nun mit

zulässige Approximationsfolgen für
bzw.
. Dann gibt es ein
, so dass die Ungleichungen

für alle

und alle

sowie

für alle

und alle

erfüllt sind. Es gilt nun

für alle

und es folgt

für alle
![{\displaystyle \tau ^{*},\tau ^{**}\in [a,b]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/411a9f8f6210f67bfc08890f7728678b14fe3b2f)
mit

.
Dieses ergibt
für
.
q.e.d.
- Sei
eine beschränkte, offene Menge und
sei stetig. Weiter sei
mit
für alle
eine stetige Fortsetzung von
auf den
. Dann setzen wir

- für die Ordnung von
in Bezug auf den Punkt
.
- Jede stetige Abbildung
der Einheitskugel
in sich besitzt einen Fixpunkt
, für welchen also
gilt.
Wir betrachten für alle
die Abbildung

welche die Randbedingung

für alle

und alle

erfüllt. Nun gibt es zu jedem
ein
mit
bzw.
. Wir wählen nun eine Folge
für
, so dass
in
konvergiert. Dann folgt

q.e.d.
Satz 2 (Igelsatz von Poincaré und Brouwer)
[Bearbeiten]
- Sei
gerade. Mit

- bezeichnen wir die
-dimensionale Sphäre im
. Dann gibt es kein tangentiales, nullstellenfreies und stetiges Vektorfeld auf der Sphäre
.
Wäre
ein solches Vektorfeld, so wären
und
für alle
erfüllt. Wir betrachten nun zu
die Abbildung
und die Homotopie

Es gilt

für alle
und alle
. Es folgt

Für gerades
würde also

folgen. Das ist aber ein Widerspruch!
q.e.d.
- Sei
. Für ein
und ein hinreichend kleines
gelte
und
für alle
. Dann nennen wir

- den Index von
im Punkt
. Dabei ist
.
- Seien
eine offene Menge und
eine stetig differenzierbare Abbildung. Ferner sei
kompakt und

- die Menge ihrer kritischen Werte. Dann ist
eine
-dimensionale Lebesgue-Nullmenge.
Wir können ohne Einschränkung annehmen, dass
ein Würfel ist:

Wir nehmen nun eine gleichmäßige Zerlegung des Würfels
in
Würfel der Kantenlänge
mit
, indem wir auf den Achsen die Zerlegung
mit
zugrunde legen. Damit erhalten wir die Würfel
mit den Eigenschaften

Der Durchmesser eines Würfels
berechnet sich gemäß

Wir setzen nun

Sei
die Indexmenge, die zu den Würfeln
gehört, welche mindestens einen Punkt
mit
enthalten. Dann folgt

.
Es gibt nun für jedes
eine Funktion
mit
sowie

Dabei bezeichnet
die charakteristische Funktion einer Menge
. Es folgt

und für die Funktion
gilt

für alle
. Für
folgt schließlich
und somit ist
eine
-dimensionale Lebesguesche Nullmenge.
- Sei
eine beschränkte, offene Menge und
mit
. Dann gibt es ein
mit
, so dass folgendes gilt:
- (1) Die Gleichung
hat höchstens endlich viele Lösungen
.
- (2) Für
ist
richtig.
Sei

so ist
kompakt und es gilt
. Die Menge

der kritischen Werte von
ist nach dem Sardschen Lemma eine Lebesguesche Nullmenge. Somit existiert ein
mit
und
. Wir zeigen nun, dass mit diesem
die Eigenschaft (1) gilt: Angenommen, die Gleichung
hätte unendlich viele Lösungen
und ohne Einschränkung gelte
für
. Wegen
für alle
würden sich die
-Stellen von
im Punkt
häufen. Da aber
und
sind, ist
dort lokal injektiv und wir erhalten einen Widerspruch. Folglich gibt es nur endlich viele Lösungen der Gleichung
, die offenbar alle die Eigenschaft (2) haben.
q.e.d.
- Sei
eine offene Menge und
. Dann nennen wir die Menge
![{\displaystyle G_{x}:=\left\{y\in {\mathcal {O}}:{\begin{matrix}es\ existiert\ ein\ \varphi (t):[0,1]\to {\mathcal {O}}\in C^{0}([0,1])\\mit\ \varphi (0)=x\ und\ \varphi (1)=y\end{matrix}}\right\}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/3d6171bd163ff224d7b9b987946a72df31d99cc0)
- die Zusammenhangskomponente von
in
.
- Zu einer Funktion
nennen wir

- den Träger von
.
- Sei
und
. Dann setzen wir

- für den Abbildungsgrad von
bezüglich des Punktes
.
- Sei
ein Gebiet, so setzen wir
für ein
.
- Seien
und sei
offen und beschränkt. Wir setzen
. Mit
bezeichnen wir die beschränkten Zusammenhangskomponenten von
. Schließlich wählen wir ein
. Dann gilt die Identität

- wobei die Reihe nur endlich viele nicht verschwindende Terme hat.
1. Wir setzen

Nach dem Weierstraßschen Approximationssatz aus Kapitel I, §1 können wir Folgen
und
wählen, die gleichmäßig auf jedem Kompaktum gegen
bzw.
konvergieren. Wir erklären noch die Funktionen

Damit folgen

für

sowie

für

auf jedem Kompaktum.
2. Es gibt ein
, so dass

für alle

und alle

richtig ist. Wir wählen nun eine zulässige Testfunktion
mit der Eigenschaft
. Dann gilt für alle
und
die Identität


Setzen wir

für

,
dann gilt

für
. Hierbei sind nur endlich viele Terme der Summe ungleich 0. Beachten wir noch

so folgt

Nun gibt es ein
, so dass

für alle

gilt. Weiter gibt es ein
, so dass

für alle

und alle

richtig ist. Insgesamt erhalten wir

q.e.d.
- Gegeben seien zwei homöomorphe kompakte Mengen
und
im
. Dann gilt
.
Da
und
homöomorph sind, gibt es eine topologische Abbildung
mit der Umkehrabbildung
. Mit dem Tietzeschen Ergänzungssatz konstruieren wir Abbildungen
mit
für alle
und
für alle
. Wir nehmen nun

an und können ohne Einschränkung von
ausgehen. Somit ist
endlich. Wir bezeichnen mit
und
die beschränkten Zusammenhangskomponenten von
bzw.
. Ist
und
, so liefert der Produktsatz


für

.
Nun gibt es ein
mit

für

.
Somit erhalten wir in

einen Widerspruch. Die Annahme war also falsch, es gilt die Gleichheit.
q.e.d.
- Sei
homöomorph zur Einheitssphäre
mit der topologischen Abbildung
. Dann zerlegt die topologische Sphäre
den
in ein beschränktes Gebiet
, das wir Innengebiet nennen und ein unbeschränktes Gebiet
, das wir Außengebiet nennen. Für
gilt

Wie im Beweis von Satz 1 setzen wir die Abbildungen
und
zu stetigen Abbildungen
bzw.
auf den
fort. Da die Sphäre
den
in ein Innengebiet und ein Außengebiet zerlegt, folgt

nach Satz 1. Für die Abbildung
gilt
für alle
. Der Produktsatz liefert

Aus der Ganzzahligkeit des Abbildungsgrades folgt für

q.e.d.
- Sei
ein Gebiet und
eine stetige, injektive Abbildung. Dann ist
wieder ein Gebiet.
Da
zusammenhängend und
stetig ist, folgt zunächst, dass
zusammenhängend ist. Wir zeigen die Offenheit von
: Sei
beliebig und
so klein gewählt, dass
erfüllt ist. Für die stetige, injektive Abbildung

gilt
. Somit folgt

Mit einem hinreichend kleinen
gilt
für alle
. Wir erhalten nun aus dem Homotopiesatz

für

.
Für alle
mit
existiert also ein
mit
. Das bedeutet
. Somit ist
eine offene Abbildung und die Menge
ist ein Gebiet.
q.e.d.
- Jede topologische Sphäre
zerlegt den
in ein Innengebiet
und ein Außengebiet
, d. h.

- und es gilt
.
Wir haben nur
für
zu zeigen. Sei
die topologische Abbildung und sei
ein beliebiger Punkt. Wir setzen dann
und betrachten die Mengen

mit
. Gehen wir zu den Bildmengen
und
über, so folgt
. Da
zusammenhängend ist, bleibt nach Satz 1 auch
zusammenhängend. Somit gibt es zu festen Punkten
und
einen stetigen Weg
, der
und
verbindet und
nicht trifft. Da jedoch
die Gebiete
und
trennt, folgt
und somit
. Ist nun
der erste Punkt von
, der
trifft und
der erste Punkt von
, der
trifft, so wählen wir Punkte
für
auf
mit
. Lassen wir nun
sächsischen erhalten wir Punktfolgen
mit

für

.
Somit folgt
.
q.e.d.