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Kurs:Diskrete Mathematik (Osnabrück 2020)/Definitionsliste

Aus Wikiversity


Definition:Endliche Menge

Eine Menge heißt endlich mit Elementen, wenn es eine Bijektion

gibt.



Definition:Fakultät

Zu einer natürlichen Zahl nennt man die Zahl

die Fakultät von (sprich Fakultät).



Definition:Permutation

Eine Permutation auf einer Menge ist eine bijektive Abbildung



Definition:Potenzmenge

Zu einer Menge nennt man die Menge aller Teilmengen von die Potenzmenge von . Sie wird mit

bezeichnet.



Definition:Binomialkoeffizient

Es seien und natürliche Zahlen mit  .  Dann nennt man

den Binomialkoeffizienten über “.



Definition:Verknüpfung

Eine Verknüpfung auf einer Menge ist eine Abbildung



Definition:Kommutative Verknüpfung

Eine Verknüpfung

auf einer Menge heißt kommutativ, wenn für alle    die Gleichheit

gilt.



Definition:Assoziative Verknüpfung

Eine Verknüpfung

auf einer Menge heißt assoziativ, wenn für alle    die Gleichheit

gilt.



Definition:Neutrales Element

Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

gegeben. Dann heißt ein Element    neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle    die Gleichheit    gilt.



Definition:Inverses Element

Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

und einem neutralen Element    gegeben. Dann heißt zu einem Element    ein Element    inverses Element (zu ). wenn die Gleichheit

gilt.



Definition:Monoid

Ein Monoid ist eine Menge zusammen mit einer Verknüpfung

und einem ausgezeichneten Element    derart, dass folgende beiden Bedingungen erfüllt sind.

  1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. es gilt

    für alle  

  2. ist neutrales Element der Verknüpfung, d.h. es gilt

    für alle  



Definition:Kommutativer Halbring

Ein kommutativer Halbring ist eine Menge mit Verknüpfungen und (genannt Addition und Multiplikation) und mit zwei ausgezeichneten Elementen und derart, dass folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Addition ist eine kommutative, assoziative Verknüpfung, für die das neutrale Element ist.
  2. Die Multiplikation ist eine kommutative, assoziative Verknüpfung, für die das neutrale Element ist.
  3. Es gilt das Distributivgesetz, also

    für alle

     


Definition:Gruppe

Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element    und mit einer Verknüpfung

heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

  1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle    gilt
  2. Das Element ist ein neutrales Element, d.h. für alle    gilt
  3. Zu jedem    gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein    mit


Definition:Kommutative Gruppe

Eine Gruppe heißt kommutativ (oder abelsch), wenn die Verknüpfung kommutativ ist, wenn also    für alle    gilt.



Definition:Untergruppe

Es sei eine Gruppe. Eine Teilmenge    heißt Untergruppe von wenn folgendes gilt.

  1.  
  2. Mit    ist auch  
  3. Mit    ist auch  


Definition:Ring

Eine Menge heißt ein Ring, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

und (nicht notwendigerweise verschiedene) Elemente    gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

  1. Axiome der Addition
    1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt  
    2. Kommutativgesetz: Für alle    gilt  
    3. ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle    ist  
    4. Existenz des Negativen: Zu jedem    gibt es ein Element    mit  
  2. Axiome der Multiplikation
    1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt  
    2. ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle    ist  
  3. Distributivgesetz: Für alle    gilt    und  


Definition:Kommutativer Ring

Ein Ring heißt kommutativ, wenn die Multiplikation kommutativ ist.



Definition:Körper

Ein kommutativer Ring heißt Körper, wenn    ist und wenn jedes von verschiedene Element ein multiplikatives Inverses besitzt.



Definition:Relation

Es seien und Mengen. Eine Relation zwischen den Mengen und ist eine Teilmenge der Produktmenge , also  



Definition:Graph einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann nennt man

den Graphen der Abbildung .



Definition:Linkseindeutige Relation

Eine Relation    heißt linkseindeutig, wenn es zu jedem    maximal ein    mit    gibt.



Definition:Rechtseindeutige Relation

Eine Relation    heißt rechtseindeutig, wenn es zu jedem    maximal ein    mit    gibt.



Definition:Linksvollständige Relation

Eine Relation    heißt linksvollständig, wenn es zu jedem    ein    mit    gibt.



Definition:Rechtsvollständige Relation

Eine Relation    heißt rechtsvollständig, wenn es zu jedem    ein    mit    gibt.



Definition:Relation auf einer Menge

Eine Relation auf einer Menge ist eine Teilmenge der Produktmenge , also  



Definition:Reflexiv

Eine Relation    auf einer Menge heißt reflexiv, wenn für alle gilt.



Definition:Transitiv

Eine Relation auf einer Menge heißt transitiv, wenn aus und stets folgt.



Definition:Symmetrisch

Eine Relation auf einer Menge heißt symmetrisch, wenn aus stets folgt.



Definition:Antisymmetrisch

Eine Relation auf einer Menge heißt antisymmetrisch, wenn aus und stets folgt.



Definition:Relationstreu

Es seien und Mengen mit darauf erklärten Relationen bzw. . Man nennt eine Abbildung

relationstreu (oder relationserhaltend), wenn für alle    mit auch gilt.



Definition:Ordnungsrelation

Eine Relation auf einer Menge heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist    für alle  
  2. Aus    und    folgt stets  
  3. Aus    und    folgt  


Definition:Lineare Ordnung

Eine Ordnungsrelation auf einer Menge heißt lineare Ordnung (oder totale Ordnung), wenn zu je zwei Elementen    die Beziehung oder gilt.



Definition:Angeordneter Ring

Ein kommutativer Ring heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf gibt, die die beiden Eigenschaften

  1. Aus    folgt    für beliebige  
  2. Aus    und    folgt    für beliebige  

erfüllt.



Definition:Teilen ()

Man sagt, dass die natürliche Zahl die natürliche Zahl teilt (oder dass von geteilt wird, oder dass ein Vielfaches von ist), wenn es eine natürliche Zahl derart gibt, dass    ist. Man schreibt dafür auch .



Definition:Produktordnung

Es sei , , eine Familie von geordneten Mengen. Dann nennt man die auf der Produktmenge    durch

falls

für alle    gilt, die Produktordnung.



Definition:Ordnungstreu

Es seien und zwei Mengen, auf denen jeweils eine Ordnung definiert ist. Eine Abbildung

heißt ordnungstreu (oder monoton), wenn für alle    mit    stets auch    gilt.



Definition:Ordnungsvolltreu

Es seien und zwei Mengen, auf denen jeweils eine Ordnung definiert ist. Eine Abbildung

heißt ordnungsvolltreu, wenn für alle    genau dann    gilt, wenn    gilt.



Definition:Monoton fallende Abbildung

Es seien und zwei Mengen, auf denen jeweils eine Ordnung definiert ist. Eine Abbildung

heißt monoton fallend, wenn für alle    mit    stets    gilt.



Definition:Größtes Element

Es sei eine geordnete Menge. Ein Element    heißt größtes Element von , wenn    für jedes    gilt.



Definition:Kleinstes Element

Es sei eine geordnete Menge. Ein Element    heißt kleinstes Element von , wenn    für jedes    gilt.



Definition:Maximales Element

Es sei eine geordnete Menge. Ein Element    heißt maximal (in ) oder ein maximales Element (von ), wenn es kein Element , , mit    gibt.



Definition:Minimum

Es sei eine geordnete Menge. Ein Element    heißt minimal (in ) oder ein minimales Element (von ), wenn es kein Element , , mit    gibt.



Definition:Obere Schranke

Es sei eine geordnete Menge und    eine Teilmenge. Ein Element    heißt obere Schranke für , wenn    für jedes    gilt.



Definition:Untere Schranke

Es sei eine geordnete Menge und    eine Teilmenge. Ein Element    heißt untere Schranke für , wenn    für jedes    gilt.



Definition:Supremum

Es sei eine geordnete Menge und    eine Teilmenge. Ein Element    heißt Supremum von , wenn die kleinste obere Schranke von ist.



Definition:Infimum

Es sei eine geordnete Menge und    eine Teilmenge. Ein Element    heißt Infimum von , wenn die größte untere Schranke von ist.



Definition:Gemeinsamer Teiler

Es seien natürliche Zahlen. Dann heißt eine natürliche Zahl gemeinsamer Teiler der , wenn jedes teilt für .



Definition:Gemeinsamer Teiler

Es seien natürliche Zahlen. Dann heißt eine natürliche Zahl der größte gemeinsame Teiler der , wenn ein gemeinsamer Teiler der ist und wenn jeder gemeinsame Teiler der dieses teilt.



Definition:Gemeinsames Vielfaches

Zu einer Menge von natürlichen Zahlen

heißt eine natürliche Zahl ein gemeinsames Vielfaches, wenn ein Vielfaches von jedem ist, also von jedem geteilt wird.



Definition:Kleinstes gemeinsames Vielfaches

Zu einer Menge von natürlichen Zahlen

heißt eine natürliche Zahl das kleinste gemeinsame Vielfache dieser Zahlen, wenn ein gemeinsames Vielfaches der ist und wenn jedes gemeinsame Vielfache der Zahlen ein Vielfaches von ist.



Definition:Euklidische Restfolge

Es seien zwei ganze Zahlen (mit ) gegeben. Dann nennt man die durch die Anfangsbedingungen und und die mittels der Division mit Rest

rekursiv bestimmte Folge die Folge der euklidischen Reste.



Definition:Verband

Eine geordnete Menge mit der Eigenschaft, dass für je zwei Elemente    ein Infimum und ein Supremum existiert, heißt Verband.



Definition:Algebraischer Verband

Eine Menge mit zwei kommutativen und assoziativen Verknüpfungen und heißt algebraischer Verband, wenn die Absorptionsgesetze

und

gelten.



Definition:Zugehörige Ordnung (Verband)

In einem algebraischen Verband nennt man die durch

falls

definierte Ordnung, die zugehörige Ordnung.



Definition:Beschränkter Verband

Ein Verband heißt beschränkt, wenn es in ihm ein kleinstes Element und ein größtes Element gibt.



Definition:Komplementärer Verband

Ein beschränkter Verband heißt komplementär, wenn es zu jedem    ein    mit    und    gibt.



Definition:Distributiver Verband

Ein Verband heißt distributiv, wenn in ihm die Distributivgesetze

und

gelten.



Definition:Boolescher Verband

Ein Verband heißt boolesch, wenn er komplementär und distributiv ist.



Definition:Atom

Es sei eine geordnete Menge mit einem kleinsten Element . Ein Element    heißt Atom, wenn    ist und die Beziehung    nur für    und    gilt.



Definition:Äquivalenzrelation

Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge ist eine Relation  ,  die die folgenden drei Eigenschaften besitzt (für beliebige ).

  1. Es ist    (reflexiv).
  2. Aus    folgt    (symmetrisch).
  3. Aus    und    folgt    (transitiv).

Dabei bedeutet  ,  dass das Paar zu gehört.



Definition:Äquivalenzklasse

Es sei    eine Äquivalenzrelation und  .  Dann ist

die Äquivalenzklasse von bezüglich .



Definition:Repräsentantensystem

Es sei eine Äquivalenzrelation auf einer Menge . Eine Teilmenge    heißt ein Repräsentantensystem für die Äquivalenzrelation, wenn es für jede Äquivalenzklasse genau ein Element in aus dieser Klasse gibt.



Definition:Quotientenmenge

Es sei    eine Äquivalenzrelation. Dann heißt

die Quotientenmenge von .



Definition:Kanonische Projektion

Es sei    eine Äquivalenzrelation und die Quotientenmenge. Die Abbildung

heißt kanonische Projektion von .



Definition:Gruppenhomomorphismus

Es seien und Gruppen. Eine Abbildung

heißt Gruppenhomomorphismus, wenn die Gleichheit

für alle    gilt.



Definition:Ringhomomorphismus

Es seien und Ringe. Eine Abbildung

heißt Ringhomomorphismus , wenn folgende Eigenschaften gelten:

  1.  
  2.  
  3.  


Definition:Äquivalenzrelation zu einer Untergruppe

Es sei eine kommutative Gruppe und    eine Untergruppe. Für Elemente    setzen wir    (und sagen, dass und äquivalent sind), wenn  



Definition:Restklassengruppe

Es sei eine kommutative Gruppe und    eine Untergruppe. Die Quotientenmenge

mit der aufgrund von Satz 12.5 eindeutig bestimmten Gruppenstruktur heißt Restklassengruppe von modulo . Die Elemente    heißen Restklassen. Für eine Restklasse heißt jedes Element mit ein Repräsentant von .



Definition:Ideal

Eine Teilmenge eines kommutativen Ringes heißt Ideal, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1.  
  2. Für alle    ist auch  
  3. Für alle    und    ist auch  


Definition:Multinomialkoeffizient

Es sei eine natürliche Zahl und natürliche Zahlen mit  .  Dann nennt man

den Multinomialkoeffizienten über .



Definition:Partition

Es sei eine Menge. Eine Teilmenge    heißt Partition von , falls die folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  1. Für alle    gilt  
  2. Für  ,   ,  gilt  
  3. Die Elemente von bilden eine Überdeckung von , d.h. jedes Element von liegt in mindestens einem Element von .


Definition:Stirling-Zahlen zweiter Art

Die Anzahl der Partitionen einer -elementigen Menge in Blöcke heißt Stirling-Zahl zweiter Art. Sie wird mit bezeichnet.



Definition:Bellzahl

Die Anzahl der Partitionen einer -elementigen Menge heißt Bellzahl und wird mit bezeichnet.



Definition:Ungerichteter Graph

Ein ungerichteter Graph auf einer Menge (die die Eckpunktmenge des Graphen heißt) besteht aus einer gewissen Auswahl an zweielementigen Teilmengen (die die Kantenmenge des Graphen heißt) von .



Definition:Nachbarschaft (Graph)

Zu einem Punkt    in einem Graphen    nennt man

die Nachbarschaft von .



Definition:Vollständiger Graph

Ein Graph auf einer Menge heißt vollständig, wenn je zwei Punkte miteinander durch eine Kante verbunden sind.



Definition:Kantenfreier Graph

Ein Graph    heißt kantenfrei, wenn die Kantenmenge leer ist.



Definition:Linearer Graph

Ein Graph    heißt linear, wenn es eine Auflistung aller Knoten derart gibt, dass die Kantenmenge gleich , , ist.



Definition:Sterngraph

Ein Graph    heißt Sterngraph, wenn es in ihm einen Knoten (das Zentrum) gibt, der mit allen anderen Knoten verbunden ist und dies die einzigen Kanten des Graphen sind.



Definition:Grad (Graphentheorie)

Zu einem Punkt    in einem Graphen nennt man die Anzahl der Kanten, die an anliegen, den Grad von . Er wird mit bezeichnet.



Definition:Isolierter Punkt

Ein Punkt    eines Graphen mit Grad heißt isoliert.



Definition:Blatt

Ein Punkt    eines Graphen mit Grad heißt Blatt.



Definition:Minimalgrad

Zu einem Graphen nennt man

den Minimalgrad des Graphen.



Definition:Maximalgrad

Zu einem Graphen nennt man

den Maximalgrad des Graphen.



Definition:Vollständiger Graph

Ein Graph auf einer Menge heißt -regulär, wenn jeder Punkt den Grad besitzt.



Definition:Untergraph

Ein Graph heißt Untergraph eines Graphen , wenn  ,     und die Kanten aus nur Bezug auf Punkte aus nehmen.



Definition:Voller Untergraph

Ein Untergraph    heißt voll, wenn jede Kante aus , die Punkte aus verbindet, auch eine Kante in ist.



Definition:Homomorphismus von Graphen

Es seien    und    Graphen. Eine Abbildung mit der Eigenschaft, dass aus    stets    folgt, heißt Graphhomomorphismus.



Definition:Isomorphismus von Graphen

Es seien    und    Graphen. Ein Graphhomomorphismus heißt Isomorphismus, wenn es einen Graphhomomorphismus

derart gibt, dass

und

gilt.



Definition:Isomorphe Graphen

Zwei Graphen    und    heißen isomorph, wenn es einen Graphisomorphismus gibt.



Definition:Schwacher Graphhomomorphismus

Es seien    und    Graphen. Eine Abbildung mit der Eigenschaft, dass aus    entweder    oder aber    folgt, heißt schwacher Graphhomomorphismus.



Definition:Graphautomorphismus

Es sei    ein Graph. Ein Isomorphismus heißt Automorphismus.



Definition:Automorphismengruppe (Graph)

Zu einem Graphen nennt man die Gruppe aller Automorphismen

die Automorphismengruppe von . Sie wird mit bezeichnet.



Definition:Homogener Graph

Ein Graph    heißt homogen, wenn es zu je zwei Knotenpunkten    einen Automorphismus

mit

gibt.



Definition:Starrer Graph

Ein Graph    heißt starr, wenn die Automorphismengruppe von trivial ist.



Definition:Komplementärer Graph

Zu einem Graphen    nennt man den Graphen den komplementären Graphen (oder Komplementärgraph). Er wird mit bezeichnet.



Definition:Restgraph

Zu einem Graphen    und einer Teilmenge    der Kantenmenge versteht man unter , genannt Restgraph, denjenigen Graphen, dessen Punktemenge ist und dessen Kantenmenge aus besteht.



Definition:Kantengraph

Es sei    ein Graph. Man nennt denjenigen Graphen, dessen Knotenmenge die Kantenmenge von ist und bei dem zwei Knoten und (also Kanten aus ) genau dann durch eine Kante verbunden werden, wenn und einen gemeinsamen Punkt in besitzen, den Kantengraphen zu .



Definition:Bildgraph

Es sei    ein Graph, eine Menge und eine Abbildung. Unter dem Bildgraphen zu versteht man denjenigen Graphen, dessen Knotenmenge durch das Bild    von und dessen Kantenmenge durch

gegeben ist.



Definition:Quotientengraph

Es sei    ein Graph und sei eine Äquivalenzrelation auf . Dann nennt man die Quotientenmenge , versehen mit der Bildgraphenstruktur zur kanonischen Abbildung

den Quotientengraphen zu . Er wird mit bezeichnet.



Definition:Kontraktionsgraph

Es sei    ein Graph und    eine Kante, die die Knotenpunkte und verbindet. Man nennt denjenigen Graphen mit der Knotenmenge  ,  bei der und miteinander identifiziert werden, und bei dem die Kantenmenge aus den Bildkanten zur Kontraktionsabbildung besteht, den Kontraktionsgraphen zu  .  Er wird mit bezeichnet.



Definition:Disjunkte Vereinigung (Graphen)

Zu zwei Graphen und mit disjunkten Knotenmengen und nennt man den Graphen mit der Knotenmenge und der Kantenmenge    die disjunkte Vereinigung der Graphen.



Definition:Kartesisches Produkt (Graph)

Zu zwei Graphen und nennt man den Graphen mit Knotenmenge , wobei zwischen zwei Knoten und genau dann eine Kante besteht, wenn entweder    und    oder    und    gilt, das kartesische Produkt der Graphen.



Definition:Weg

Ein Weg in einem Graphen ist eine Folge von Knoten derart, dass für alle eine Kante ist.



Definition:Zusammenhängender Graph

Ein Graph heißt zusammenhängend, wenn es zu je zwei Punkten    einen Weg gibt, der und verbindet.



Definition:Zusammenhangskomponente (Graph)

Zu einem Punkt    in einem Graphen nennt man

die Zusammenhangskomponente von .



Definition:Weglänge (Graph)

Unter der Länge eines Weges in einem Graphen versteht man die Anzahl seiner Kanten.



Definition:Abstand (Graph)

Zu zwei Knotenpunkten und in einem zusammenhängenden Graphen versteht man unter dem Abstand die minimale Länge eines verbindenden Weges von nach .



Definition:Durchmesser (Graph)

Unter dem Durchmesser eines zusammenhängenden Graphen    versteht man das Maximum über alle Abstände zu  



Definition:Radius (Graph)

Unter dem Radius eines zusammenhängenden Graphen    versteht man den Ausdruck



Definition:Exzentrizität (Graph)

Zu einem Knotenpunkt    eines zusammenhängenden Graphen    nennt man

die Exzentrizität von .



Definition:Zyklus

Ein Weg in einem Graphen heißt Zyklus, wenn    ist.



Definition:Kreis (Graph)

Ein Kreis in einem Graphen ist ein Zyklus der Länge ohne Wiederholungen.



Definition:Rundgang

Ein Graph heißt Rundgang, wenn es in ihm einen Kreis gibt, der alle Knotenpunkte und alle Kanten genau einmal durchläuft.



Definition:Taille

Die Taille eines zyklischen Graphen ist die kürzeste Länge eines Kreises in .



Definition:Umfang

Der Umfang eines zyklischen Graphen ist die längste Länge eines Kreises in .



Definition:Wald

Ein Graph ohne Kreis heißt Wald



Definition:Baum

Ein zusammenhängender Wald heißt Baum.



Definition:Aufspannender Baum

Ein Untergraph    eines Graphen    heißt aufspannender Baum von , wenn ein Baum mit der vollen Knotenmenge ist.



Definition:Matroid

Zu einer endlichen Menge heißt eine Teilmenge

ein Matroid, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist  
  2. Aus    und    folgt  
  3. Wenn    mit

    so gibt es ein    derart, dass  



Definition:Basis (Matroid)

In einem Matroid auf einer Menge nennt man die maximalen Mengen aus Basen.



Definition:Rang (Matroid)

In einem Matroid auf einer Menge nennt man die gemeinsame Anzahl der Elemente in einer jeden Basis von den Rang des Matroids.



Definition:Aufspannender Wald

Ein Untergraph    eines Graphen    heißt aufspannender Wald von , wenn ein Wald ist, dessen Bäume mit den Zusammenhangskomponenten von übereinstimmen.



Definition:Multigraph

Ein Multigraph besteht aus einer Knotenmenge , einer Kantenmenge und einer Abbildung



Definition:Adjazenzmatrix

Zu einem Graphen    versteht man unter der Adjazenzmatrix diejenige - Matrix, deren Einträge durch

gegeben sind.



Definition:Charakteristisches Polynom (Graph)

Zu einem Graphen nennt man das charakteristische Polynom der Adjazenzmatrix das charakteristische Polynom von .



Definition:Inzidenzmatrix

Es sei    ein Graph. Unter der Inzidenzmatrix zu verstehen wir die - Matrix, deren Einträge durch

gegeben sind.



Definition:Gradmatrix

Es sei    ein Graph. Unter der Gradmatrix zu verstehen wir die - Diagonalmatrix, deren Diagonaleintrag an der Stelle durch den Grad im Knotenpunkt gegeben ist.



Definition:Laplace-Matrix

Zu einem Multigraphen versteht man unter der Laplace-Matrix die Differenz

aus Gradmatrix und Adjazenzmatrix .



Definition:Bipartiter Graph

Ein Graph    heißt bipartit, wenn es eine disjunkte Zerlegung

derart gibt, dass es nur Kanten zwischen und gibt.



Definition:Vollständiger bipartiter Graph

Der vollständige bipartite Graph ist derjenige Graph, dessen Knotenmenge aus der disjunkten Vereinigung einer -elementigen Menge und einer -elementigen Menge besteht und dessen Kantenmenge durch

gegeben ist.



Definition:Paarung (Graph)

Eine Paarung in einem Graphen    ist eine Kantenmenge  ,  wobei die Kanten aus zueinander disjunkt sind.



Definition:Abgedeckter Knotenpunkt

Wir sagen, dass eine Paarung in einem Graphen    einen Knotenpunkt    abdeckt, wenn es eine Kante aus gibt, zu der gehört.



Definition:Paarung (Teilknotenmenge)

Eine Paarung    in einem Graphen heißt Paarung für eine Teilmenge  ,  wenn jeder Knoten aus von einer Kante aus abgedeckt wird.



Definition:Perfekte Paarung

Eine Paarung    in einem Graphen    heißt perfekt, wenn die Kanten der Paarung jeden Knoten des Graphen abdecken.



Definition:Maximale Paarung

Eine Paarung    in einem Graphen    heißt maximal, wenn jedes mit    keine Paarung ist.



Definition:Optimale Paarung

Eine Paarung    in einem Graphen heißt optimal, wenn sie unter allen Paarungen von die größtmögliche Anzahl von Kanten enthält.



Definition:Paarungszahl

Die Paarungszahl eines bipartiten Graphen    ist die größtmögliche Anzahl von Kanten in einer Paarung von .



Definition:Paarungsbedingung

Es sei ein bipartiter Graph mit einer Bipartition    und sei  .  Man sagt, dass die Paarungsbedingung erfüllt, wenn für jede Teilmenge    die Beziehung    gilt.



Definition:Alternierender Weg

Es sei    ein Graph und    eine Paarung. Man nennt einen Weg in alternierend (bezüglich der gegebenen Paarung), wenn er abwechselnd Kanten aus und aus besitzt.



Definition:Knotenüberdeckung

Es sei    ein Graph. Eine Teilmenge    heißt Knotenüberdeckung von , wenn jede Kante mindestens einen Knoten aus trifft.



Definition:Minimale Knotenüberdeckung

Es sei    ein Graph. Eine Knotenüberdeckung    von heißt minimal, wenn zu jedem    keine Knotenüberdeckung ist.



Definition:Optimale Knotenüberdeckung

Es sei    ein Graph. Eine Knotenüberdeckung    von heißt optimal, wenn es keine Knotenüberdeckung von mit weniger als Elementen gibt.



Definition:Knotenüberdeckungszahl

Es sei    ein Graph. Die minimale Anzahl von Knoten in einer Knotenüberdeckung von heißt Knotenüberdeckungszahl von .



Definition:Hamiltonkreis

Ein Kreis in einem Graphen heißt Hamiltonkreis, wenn in ihm jeder Knotenpunkt vorkommt.



Definition:Hamiltonscher Graph

Ein Graph heißt hamiltonsch, wenn es in ihm einen Hamiltonkreis gibt.



Definition:Eulerscher Kantenzug

Es sei    ein Graph. Ein Kantenzug heißt eulersch, wenn in ihm jede Kante aus genau einmal vorkommt.



Definition:Eulerscher Graph

Ein Graph heißt eulersch, wenn in ihm ein geschlossener Eulerzug existiert.



Definition:Kantendisjunkte Untergraphen

Zwei Untergraphen    und    in einem Graphen    heißen kantendisjunkt, wenn    ist.



Definition:Färbung

Es sei ein Graph. Eine Abbildung

in eine Menge heißt Färbung des Graphen.



Definition:Zulässige Färbung

Es sei ein Graph. Eine Färbung

heißt zulässig, wenn benachbarte Knotenpunkte stets eine verschiedene Farbe bekommen.



Definition:Chromatische Zahl

Zu einem Graphen    nennt man die minimale Anzahl an Farben, die man für eine zulässige Färbung benötigt, die chromatische Zahl des Graphen. Sie wird mit bezeichnet.



Definition:Chromatisches Polynom

Zu einem Graphen    versteht man unter dem chromatischen Polynom die Funktion, die durch

gegeben ist.



Definition:Geometrische Realisierung eines Graphen

Es sei    ein Graph. Eine (überschneidungsfreie) geometrische Realisierung von im besteht aus folgenden Daten.

  1. Eine injektive Abbildung

    zu jedem Knotenpunkt    gibt es also einen Punkt    und verschiedene Knotenpunkte besitzen verschiedene Realisierungen .

  2. Zu jeder Kante    eine injektive stetige Abbildung

    mit    und  

  3. Für verschiedene Kanten    ist


Definition:Planarer Graph

Ein Graph heißt planar, wenn er eine geometrische Realisierung im besitzt.