Kurs:Freies Wissen/Freiwillige Autoren und das Wiki-Prinzip

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Natürlich hat es seinen Vorteil, dass theoretisch „jeder Mensch“ die Artikel bearbeiten kann. Viele Augen sehen viel. Aber ein durchschnittlicher Artikel ist im Wesentlichen von jeweils etwa zwei bis fünf Wikipedianern geschrieben worden. Zusätzlich haben ein oder mehrere Dutzend Menschen kleinere Verbesserungen zum Artikel beigetragen: Tippfehler beseitigt, eine Formulierung verständlicher gemacht, Bilder hinzugefügt, den Artikel kategorisiert usw.

Gerade die besten Artikel kommen in der Regel dadurch zustande, dass ein einzelner Wikipedianer sich verantwortlich fühlt (oftmals ist es derjenige, der den Artikel angelegt hat). Man spricht dann inoffiziell vom „Hauptautoren“, der den Artikel nicht nur maßgeblich geschrieben hat, sondern ihn auch längerfristig betreut. In Diskussionen räumen die anderen Wikipedianer einem Hauptautoren ein besonderes Mitspracherecht ein; seine Leistung wird so belohnt. Allerdings muss auch ein Hauptautor sich natürlich an die Wikipedia-Richtlinien halten.

Das eigentliche Problem der Wikipedia besteht nicht darin, dass „jeder Mensch“ etwas „so mal eben“ verändern könnte, sondern umgekehrt darin, dass das Mitmachen immer schwieriger wird. Ein Neuling muss ein Gespür dafür entwickeln, welche Themen „relevant“, welche Beschreibungen „neutral“ (NPOV, neutral point of view), welche Ausdrucksweisen angemessen sind. Sonst werden seine Bearbeitungen von den erfahrenen Wikipedianern sogleich wieder gelöscht.