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Kurs:Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2018-2019)/Teil I/Definitionsliste

Aus Wikiversity


Definition:Leere Menge

Unter der leeren Menge versteht man diejenige Menge, die kein Element besitzt. Sie wird mit

bezeichnet.



Definition:Teilmenge

Es seien T und M Mengen. Man sagt, dass T eine Teilmenge von M ist, wenn jedes Element von T auch ein Element von M ist.



Definition:Durchschnitt

Zu Mengen L und M heißt

LM={xxL und xM}

der Durchschnitt (oder die Schnittmenge) der beiden Mengen.



Definition:Vereinigung

Zu zwei Mengen L und M heißt

LM={xxL oder xM}

die Vereinigung der beiden Mengen.



Definition:Differenzmenge

Zu Mengen A,B nennt man

AB:={xxA und x∉B}

die DifferenzmengeA ohne B “.



Definition:Komplement

Zu einer Teilmenge  TM  in einer Menge M heißt

MT={xMx∉T}

das Komplement von T (in M).



Definition:Disjunkte Mengen

Zwei Mengen L und M heißen disjunkt, wenn ihr Durchschnitt  LM=  ist.



Definition:Kontraposition

Zu einer Implikation αβ heißt die Implikation ¬β¬α die zugehörige Kontraposition.



Definition:Abbildung

Es seien L und M Mengen. Eine Abbildung F von L nach M ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge L genau ein Element der Menge M zugeordnet wird. Das zu  xL  eindeutig bestimmte Element wird mit F(x) bezeichnet. Die Abbildung drückt man als Ganzes häufig durch

F:LM,xF(x),

aus.



Definition:Surjektiv

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F surjektiv, wenn es für jedes  yM  mindestens ein Element  xL  mit

F(x)=y

gibt.



Definition:Injektiv

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F injektiv, wenn für je zwei verschiedene Elemente  x,xL  auch F(x) und F(x) verschieden sind.



Definition:Bijektiv

Es seien M und L Mengen und es sei

F:ML,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F bijektiv, wenn F sowohl injektiv als auch surjektiv ist.



Definition:Endliche Menge

Eine Menge M heißt endlich mit n Elementen, wenn es eine Bijektion

{1,,n}M

gibt.



Definition:Hintereinanderschaltung

Es seien L,M und N Mengen und

F:LM,xF(x),

und

G:MN,yG(y),

Abbildungen. Dann heißt die Abbildung

GF:LN,xG(F(x)),

die Hintereinanderschaltung der Abbildungen F und G.



Definition:Identische Abbildung

Es sei M eine Menge. Dann heißt die Abbildung

MM,xx,

die also jedes Element  xM  auf sich selbst schickt, die identische Abbildung oder Identität auf M. Sie wird mit Id oder IdM bezeichnet.



Definition:Umkehrabbildung

Es sei F:LM eine bijektive Abbildung. Dann heißt die Abbildung

G:ML,

die jedes Element  yM  auf das eindeutig bestimmte Element  xL  mit  F(x)=y  abbildet, die Umkehrabbildung zu F.



Definition:Konstante Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei  cM  ein Element. Dann heißt die Abbildung

LM,xc,

die also jedes Element  xL  auf c abbildet, die konstante Abbildung zum Wert c.



Definition:Dedekind-Peano-Axiome

Eine Menge N mit einem ausgezeichneten Element  0N  (die Null) und einer (Nachfolger)-Abbildung

:NN,nn,

heißt natürliche Zahlen (oder Dedekind-Peano-Modell für die natürlichen Zahlen), wenn die folgenden Dedekind-Peano-Axiome erfüllt sind.

  1. Das Element 0 ist kein Nachfolger (die Null liegt also nicht im Bild der Nachfolgerabbildung).
  2. Jedes  nN  ist Nachfolger höchstens eines Elementes (d.h. die Nachfolgerabbildung ist injektiv).
  3. Für jede Teilmenge  TN  gilt: Wenn die beiden Eigenschaften
      •  0T
      • mit jedem Element
       nT  ist auch  nT

    gelten, so ist  T=N



    Definition:Produktmenge

    Es seien zwei Mengen L und M gegeben. Dann nennt man die Menge

    L×M={(x,y)xL,yM}

    die Produktmenge der beiden Mengen.



    Definition:Graph einer Abbildung

    Es seien L und M Mengen und es sei

    F:LM

    eine Abbildung. Dann nennt man

    Γ=ΓF={(x,F(x))xL}L×M

    den Graphen der Abbildung F.



    Definition:Verknüpfung

    Eine Verknüpfung auf einer Menge M ist eine Abbildung

    :M×MM,(x,y)(x,y)=xy.


    Definition:Assoziative Verknüpfung

    Eine Verknüpfung

    :M×MM,(x,y)xy,

    auf einer Menge M heißt assoziativ, wenn für alle  x,y,zM  die Gleichheit

    (xy)z=x(yz)

    gilt.



    Definition:Kommutative Verknüpfung

    Eine Verknüpfung

    :M×MM,(x,y)xy,

    auf einer Menge M heißt kommutativ, wenn für alle  x,yM  die Gleichheit

    xy=yx

    gilt.



    Definition:Neutrales Element

    Es sei eine Menge M mit einer Verknüpfung

    :M×MM,(x,y)xy,

    gegeben. Dann heißt ein Element  eM  neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle  xM  die Gleichheit  xe=x=ex  gilt.



    Definition:Addition

    Die Summe n+k zweier natürlicher Zahlen n und k ist diejenige natürliche Zahl, die man erhält, wenn man von n ausgehend k-fach den Nachfolger nimmt.



    Definition:Multiplikation

    Das Produkt ab zweier natürlicher Zahlen ist definiert als die a-fache Summe der Zahl b mit sich selbst.



    Definition:Potenz

    Zu einer natürlichen Zahl a und einer natürlichen Zahl n nennt man die n-fache Multiplikation von a mit sich selbst

    aaaa

    (n Faktoren) die n-te Potenz von a. Sie wird mit an bezeichnet.



    Definition:Quadratzahl

    Eine Zahl der Form n2 mit  n  heißt Quadratzahl.



    Definition:Relation auf einer Menge

    Eine Relation R auf einer Menge M ist eine Teilmenge der Produktmenge M×M, also  RM×M



    Definition:Ordnungsrelation

    Eine Relation auf einer Menge I heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn die drei folgenden Bedingungen erfüllt sind.

    1. Es ist  ii  für alle  iI
    2. Aus  ij  und  jk  folgt stets  ik
    3. Aus  ij  und  ji  folgt  i=j


    Definition:Lineare Ordnung

    Eine Ordnungsrelation auf einer Menge I heißt lineare Ordnung (oder totale Ordnung), wenn zu je zwei Elementen  x,yI  die Beziehung xy oder yx gilt.



    Definition:Größergleichrelation auf N

    Man sagt, dass eine natürliche Zahl n größergleich einer natürlichen Zahl k ist, geschrieben

    nk,

    wenn man von k aus durch endlichfaches Nachfolgernehmen zu n gelangt.



    Definition:Maximum

    Zu einer endlichen nichtleeren Teilmenge  T  heißt a das Maximum von T, wenn  aT  ist und wenn  ax  für alle  xT  gilt.



    Definition:Minimum

    Zu einer nichtleeren Teilmenge  T  heißt b das Minimum von T, wenn  bT  ist und wenn  bx  für alle  xT  gilt.



    Definition:Differenz natürlicher Zahlen

    Für natürliche Zahlen

    ab

    ist ab diejenige natürliche Zahl c für die

    a=b+c

    gilt. Sie heißt die Differenz zwischen a und b.



    Definition:Kommutativer Halbring

    Ein kommutativer Halbring R ist eine Menge mit Verknüpfungen + und (genannt Addition und Multiplikation) und mit ausgezeichneten Elementen 0 und 1 derart, dass folgende Bedingungen erfüllt sind:

    1. Die Addition ist eine kommutative, assoziative Verknüpfung, für die 0 das neutrale Element ist.
    2. Die Multiplikation ist eine kommutative, assoziative Verknüpfung, für die 1 das neutrale Element ist.
    3. Es gilt das Distributivgesetz, also
      a(b+c)=(ab)+(ac)

      für alle

       a,b,cR


    Definition:Potenzmenge

    Zu einer Menge M nennt man die Menge aller Teilmengen von M die Potenzmenge von M. Sie wird mit

    𝔓(M)

    bezeichnet.



    Definition:Teilen ()

    Man sagt, dass die natürliche Zahl a die natürliche Zahl b teilt (oder dass b von a geteilt wird, oder dass b ein Vielfaches von a ist), wenn es eine natürliche Zahl c derart gibt, dass  b=ca  ist. Man schreibt dafür auch a|b.



    Definition:Gemeinsamer Teiler

    Es seien a1,,ak natürliche Zahlen. Dann heißt eine natürliche Zahl t gemeinsamer Teiler der a1,,ak, wenn t jedes ai teilt für i=1,,k.



    Definition:Größter gemeinsamer Teiler

    Es seien a1,,ak natürliche Zahlen. Eine natürliche Zahl g heißt größter gemeinsamer Teiler der a1,,ak, wenn g ein gemeinsamer Teiler ist und wenn g unter allen gemeinsamen Teilern der a1,,ak der (bezüglich der Ordnungsrelation auf den natürlichen Zahlen) Größte ist.



    Definition:Teilerfremd

    Zwei natürliche Zahlen heißen teilerfremd, wenn sie keinen gemeinsamen Teiler 2 besitzen.



    Definition:Gemeinsames Vielfaches

    Zu einer Menge von natürlichen Zahlen

    a1,,ak

    heißt eine natürliche Zahl b ein gemeinsames Vielfaches, wenn b ein Vielfaches von jedem ai ist, also von jedem ai geteilt wird.



    Definition:Kleinstes gemeinsaes Vielfaches

    Zu einer Menge von natürlichen Zahlen

    a1,,ak

    heißt die Zahl b das kleinste gemeinsame Vielfache der a1,,ak, wenn b ein gemeinsames Vielfaches ist und unter allen gemeinsamen Vielfachen 0 der a1,,ak das Kleinste ist.



    Definition:Primzahl

    Eine natürliche Zahl  n2  heißt eine Primzahl, wenn die einzigen natürlichen Teiler von ihr 1 und n sind.



    Definition:Primzahlzwilling

    Ein Primzahlzwilling ist ein Paar bestehend aus p und p+2, wobei diese beiden Zahlen Primzahlen sind.



    Definition:Fakultät

    Zu einer natürlichen Zahl n nennt man die Zahl

    n!:=n(n1)(n2)321

    die Fakultät von n (sprich n Fakultät).



    Definition:Binomialkoeffizient

    Es seien k und n natürliche Zahlen mit  kn.  Dann nennt man

    (nk):=n!k!(nk)!

    den Binomialkoeffizientenn über k “.



    Definition:Ganze Zahlen

    Die Menge der ganzen Zahlen besteht aus der Menge aller positiven natürlichen Zahlen +, der 0 und der Menge {nn+}, deren Elemente die negativen ganzen Zahlen heißen.



    Definition:Nachfolgerabbildung ()

    Unter dem Nachfolger N(x) einer ganzen Zahl  x  versteht man die Zahl

    N(x):={N(a), falls x=a,V(b), falls x=b mit b+.


    Definition:Negation ()

    Unter der Negation auf der Menge der ganzen Zahlen versteht man die Abbildung :, die durch

    (x):={a, falls x=a,b, falls x=b mit b+,

    gegeben ist.



    Definition:Addition ( )

    Auf den ganzen Zahlen wird folgendermaßen eine Verknüpfung, genannt Addition, eingeführt (dabei bezeichnen a,b natürliche Zahlen). Es ist

    a+b:=a+b,
    a+(b):={ab, falls ab,(ba), falls a<b,
    (a)+b:={ba, falls ba,(ab), falls b<a,
    (a)+(b):=(a+b).


    Definition:Multiplikation ( )

    Auf den ganzen Zahlen wird folgendermaßen eine Verknüpfung, genannt Multiplikation, eingeführt (dabei bezeichnen a,b natürliche Zahlen). Es ist

    ab:=ab,
    a(b):=(ab),
    (a)b:=(ab),
    (a)(b):=ab.


    Definition:Betrag

    Unter dem Betrag |n| einer ganzen Zahl n versteht man die Zahl selbst, falls diese positiv ist, oder aber die Zahl n, falls n negativ (und n positiv) ist.



    Definition:Ring

    Eine Menge R heißt ein Ring, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

    +:R×RR und :R×RR

    und (nicht notwendigerweise verschiedene) Elemente  0,1R  gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

    1. Axiome der Addition
      1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cR  gilt  (a+b)+c=a+(b+c)
      2. Kommutativgesetz: Für alle  a,bR  gilt  a+b=b+a
      3. 0 ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle  aR  ist  a+0=a
      4. Existenz des Negativen: Zu jedem  aR  gibt es ein Element  bR  mit  a+b=0
    2. Axiome der Multiplikation
      1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cR  gilt  (ab)c=a(bc)
      2. 1 ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle  aR  ist  a1=1a=a
    3. Distributivgesetz: Für alle  a,b,cR  gilt  a(b+c)=(ab)+(ac)  und  (b+c)a=(ba)+(ca)


    Definition:Kommutativer Ring

    Ein Ring R heißt kommutativ, wenn die Multiplikation kommutativ ist.



    Definition:Gruppe

    Eine Menge G mit einem ausgezeichneten Element  eG  und mit einer Verknüpfung

    G×GG,(g,h)gh,

    heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

    1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle  f,g,hG  gilt
      (fg)h=f(gh).
    2. Das Element e ist ein neutrales Element, d.h. für alle  gG  gilt
      ge=g=eg.
    3. Zu jedem  gG  gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein  hG  mit
      hg=gh=e.


    Definition:Kommutative Gruppe

    Eine Gruppe (G,e,) heißt kommutativ (oder abelsch), wenn die Verknüpfung kommutativ ist, wenn also  xy=yx  für alle  x,yG  gilt.



    Definition:Größergleichrelation auf

    Auf den ganzen Zahlen definieren wir folgendermaßen die Größergleichrelation . Wir sagen

    ab,

    wenn es eine natürliche Zahl n mit

    a=b+n

    gibt.



    Definition:Angeordneter Ring

    Ein kommutativer Ring heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf R gibt, die die beiden Eigenschaften

    1. Aus  ab  folgt  a+cb+c  für beliebige  a,b,cR
    2. Aus  a0  und  b0  folgt  ab0  für beliebige  a,bR

    erfüllt.



    Definition:Teilen (Z)

    Man sagt, dass die ganze Zahl a die ganze Zahl b teilt (oder dass b von a geteilt wird, oder dass b ein Vielfaches von a ist), wenn es eine ganze Zahl c derart gibt, dass  b=ca  ist. Man schreibt dafür auch a|b.



    Definition:Untergruppe

    Es sei (G,e,) eine Gruppe. Eine Teilmenge  HG  heißt Untergruppe von G, wenn Folgendes gilt.

    1.  eH
    2. Mit  g,hH  ist auch  ghH
    3. Mit  gH  ist auch  g1H


    Definition:Euklidische Restfolge

    Es seien zwei ganze Zahlen a,b (mit b0) gegeben. Dann nennt man die durch die Anfangsbedingungen r0=a und r1=b und die mittels der Division mit Rest

    ri=qiri+1+ri+2

    rekursiv bestimmte Folge ri die Folge der euklidischen Reste.



    Definition:Kommensurabel

    Zwei Strecken s und t heißen kommensurabel, wenn es eine Strecke g mit der Eigenschaft gibt, dass beide Strecken ganzzahlige Vielfache von g sind.



    Definition:p-Exponent

    Zu einer ganzen Zahl  n0  und einer Primzahl p nennt man den Exponenten, mit dem p in der Primfaktorzerlegung von n vorkommt, den p-Exponenten von n. Er wird mit νp(n) bezeichnet.



    Definition:Proportional

    Wenn zwischen zwei Größen x und y (die in , in , in , in oder einem beliebigen kommutativen Ring variieren) ein Zusammenhang der Form

    y=cx

    mit einer festen Zahl c besteht, so spricht man von einem proportionalen Zusammenhang zwischen den beiden Größen und man sagt, dass y proportional zu x ist. Die Zahl c, die den Umrechnungsfaktor zwischen den beiden Größen darstellt, heißt Proportionalitätskonstante.



    Definition:Rationale Zahl

    Unter einer rationalen Zahl versteht man einen Ausdruck der Form

    ab,

    wobei  a,b  und  b0  sind, und wobei zwei Ausdrücke ab und cd genau dann als gleich betrachtet werden, wenn  ad=bc  (in ) gilt. Die Menge aller rationalen Zahlen wird mit bezeichnet.



    Definition:Gekürzter Bruch

    Ein Bruch a/b heißt gekürzt, wenn a und b teilerfremd sind.



    Definition:Stammbruch

    Eine rationale Zahl der Form 1n, n+, heißt Stammbruch.



    Definition:Addition auf

    Die Addition der rationalen Zahlen x=ab und y=cd ist durch

    ab+cd:=ad+bcbd

    definiert.



    Definition:Multiplikation auf

    Die Multiplikation von rationalen Zahlen x=ab und y=cd ist durch

    abcd:=acbd

    definiert.



    Definition:Körper (ausführlich)

    Eine Menge K heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

    +:K×KK und :K×KK

    und zwei verschiedene Elemente  0,1K  gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

    1. Axiome der Addition
      1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt:  (a+b)+c=a+(b+c)
      2. Kommutativgesetz: Für alle  a,bK  gilt  a+b=b+a
      3. 0 ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle  aK  ist  a+0=a
      4. Existenz des Negativen: Zu jedem  aK  gibt es ein Element  bK  mit  a+b=0
    2. Axiome der Multiplikation
      1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt:  (ab)c=a(bc)
      2. Kommutativgesetz: Für alle  a,bK  gilt  ab=ba
      3. 1 ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle  aK  ist  a1=a
      4. Existenz des Inversen: Zu jedem  aK  mit  a0  gibt es ein Element  cK  mit  ac=1
    3. Distributivgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt  a(b+c)=(ab)+(ac)


    Definition:Körper

    Ein kommutativer Ring R heißt Körper, wenn  R0  ist und wenn jedes von 0 verschiedene Element ein multiplikatives Inverses besitzt.



    Definition:Anordnung auf den rationalen Zahlen

    Auf den rationalen Zahlen wird die Größergleichrelation durch  abcd  (bei positiven Nennern b,d+), falls  adcb  in gilt, definiert.



    Definition:Angeordneter Körper

    Ein Körper K heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf K gibt, die die beiden Eigenschaften

    1. Aus  ab  folgt  a+cb+c  (für beliebige a,b,cK),
    2. Aus  a0  und  b0  folgt  ab0  (für beliebige a,bK),

    erfüllt.



    Definition:Betrag (angeordneter Körper)

    In einem angeordneten Körper K ist der Betrag eines Elementes  xK  folgendermaßen definiert.

    |x|={x, falls x0,x, falls x<0.


    Definition:Arithmetisches Mittel

    Zu n Zahlen a1,,an in einem angeordneten Körper K nennt man

    a1+a2++ann

    das arithmetische Mittel der Zahlen.



    Definition:Archimedisch angeordnet

    Es sei K ein angeordneter Körper. Dann heißt K archimedisch angeordnet, wenn das folgende Archimedische Axiom gilt, d.h. wenn es zu jedem  xK  eine natürliche Zahl n mit

    nx

    gibt.



    Definition:Intervalle

    Es sei K ein angeordneter Körper. Zu a,bK, ab, nennt man

      •  [a,b]={xKax und xb} 

      das abgeschlossene Intervall.

      •  ]a,b[={xKa<x und x<b} 

      das offene Intervall.

      •  ]a,b]={xKa<x und xb} 

      das linksseitig offene Intervall.

      •  [a,b[={xKax und x<b} 

      das rechtsseitig offene Intervall.



      Definition:Gaußklammer

      Zu einer rationalen Zahl x ist die Gaußklammer x durch

      x=n, falls x[n,n+1[ und n,

      definiert.



      Definition:Gemischter Bruch

      Unter einem gemischten Bruch versteht man einen Ausdruck der Form

      nab

      mit einer natürlichen Zahl n und einer rationalen Zahl ab mit  a,b  und  a<b.  Der Wert eines gemischten Bruches ist

      n+ab.


      Definition:Wachsende Funktion

      Es sei K ein angeordneter Körper und  TK  eine Teilmenge. Eine Abbildung

      f:TK

      heißt wachsend, wenn für je zwei Elemente  x,xT  mit  xx  auch  f(x)f(x)  gilt.



      Definition:Streng wachsende Funktion

      Es sei K ein angeordneter Körper und  TK  eine Teilmenge. Eine Abbildung

      f:TK

      heißt streng wachsend, wenn für je zwei Elemente  x,xT  mit  x<x  auch  f(x)<f(x)  gilt.



      Definition:Fallende Funktion

      Es sei K ein angeordneter Körper und  TK  eine Teilmenge. Eine Abbildung

      f:TK

      heißt fallend, wenn für je zwei Elemente  x,xT  mit  xx  die Abschätzung  f(x)f(x)  gilt.



      Definition:Streng fallende Funktion

      Es sei K ein angeordneter Körper und  TK  eine Teilmenge. Eine Abbildung

      f:TK

      heißt streng fallend, wenn für je zwei Elemente  x,xT  mit  x<x  die Abschätzung  f(x)>f(x)  gilt.



      Definition:Lineare Funktion

      Es sei K ein Körper. Eine Funktion der Form

      f:KK,xcx,

      mit einem festen  cK  heißt lineare Funktion.



      Definition:Dezimalbruch

      Eine rationale Zahl, die man mit einer Zehnerpotenz als Nenner schreiben kann, heißt Dezimalbruch.



      Definition:Darstellung eines Dezimalbruches im Dezimalsystem

      Es sei ein Dezimalbruch

      a10k

      mit a=±b, b, und  k  gegeben, und es sei

      b=i=0nbi10i=bnb1b0

      die Dezimaldarstellung von b. Dann nennt man

      ±bnbk,bk1b1b0

      die Darstellung des Dezimalbruches im Dezimalsystem.



      Definition:Prozent

      Ein Prozent ist 1100.



      Definition:Promille

      Ein Promille ist 11000.



      Definition:(Ganzzahlige) Exponentialfunktion

      Es sei K ein angeordneter Körper und  bK+  ein positives Element. Dann nennt man die Abbildung

      K,nbn,

      die (ganzzahlige) Exponentialfunktion zur Basis b.



      Definition:Folge

      Es sei M eine Menge. Eine Abbildung

      M,nxn,

      nennt man auch eine Folge in M. Eine Folge wird häufig in der Form

      (xn)n

      geschrieben.



      Definition:Dezimalbruchfolge

      Es sei K ein angeordneter Körper. Eine Folge der Form

      xn=an10n

      mit  an  und

      an10nan+110n+1<an+110n

      heißt Dezimalbruchfolge.



      Definition:Konvergenz einer Folge

      Es sei (xn)n eine Folge in einem angeordneten Körper und es sei  xK.  Man sagt, dass die Folge gegen x konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

      Zu jedem ϵK, ϵ>0, gibt es ein  n0  derart, dass für alle  nn0  die Beziehung

      |xnx|ϵ

      gilt. In diesem Fall heißt x der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

      limnxn=x.

      Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert.), andernfalls, dass sie divergiert.