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Kurs:Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2022-2023)/Teil II/Definitionsliste

Aus Wikiversity


Definition:(In)homogene lineare Gleichung

Es sei K ein Körper und  a1,,anK.  Dann nennt man

a1x1+a2x2++anxn=0

eine (homogene) lineare Gleichung in den Variablen x1,,xn zu den Koeffizienten aj, j=1,,n. Ein Tupel (ξ1,,ξn)Kn heißt Lösung der linearen Gleichung, wenn  j=1najξj=0  ist.

Wenn  cK  ein weiteres Element ist, so heißt

a1x1+a2x2++anxn=c

eine inhomogene lineare Gleichung und ein Tupel (ζ1,,ζn)Kn heißt Lösung der inhomogenen linearen Gleichung, wenn  j=1najζj=c  ist.



Definition:Lineares Gleichungssystem

Es sei K ein Körper und  aijK  für 1im und 1jn. Dann nennt man

a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0

ein (homogenes) lineares Gleichungssystem in den Variablen x1,,xn. Ein Tupel  (ξ1,,ξn)Kn  heißt Lösung des linearen Gleichungssystems, wenn  j=1naijξj=0  für alle  i=1,,m  ist.

Wenn  (c1,,cm)Km  beliebig ist, so heißt

a11x1+a12x2++a1nxn=c1a21x1+a22x2++a2nxn=c2am1x1+am2x2++amnxn=cm

ein inhomogenes lineares Gleichungssystem und ein Tupel  (ζ1,,ζn)Kn  heißt Lösung des inhomogenen linearen Gleichungssystems, wenn  j=1naijζj=ci  für alle i ist.



Definition:Äquivalente lineare Gleichungssysteme

Es sei K ein Körper und seien zwei (inhomogene) lineare Gleichungssysteme zur gleichen Variablenmenge gegeben. Die Systeme heißen äquivalent, wenn ihre Lösungsmengen übereinstimmen.



Definition:Linearkombination

Zu Vektoren v1,,vn im Km und Skalaren  s1,,snK  nennt man

i=1nsivi

eine Linearkombination dieser Vektoren.



Definition:Erzeugendensystem

Die Vektoren v1,,vn im Km heißen ein Erzeugendensystem des Km, wenn man jeden Vektor  wKm  als eine Linearkombination mit den Vektoren v1,,vn schreiben kann, wenn es also Skalare  s1,,snK  mit

w=i=1nsivi

gibt.



Definition:Basis

Die Vektoren v1,,vn im Km heißen eine Basis des Km, wenn man jeden Vektor  wKm  eindeutig als eine Linearkombination mit den Vektoren v1,,vn schreiben kann, wenn es also eindeutig bestimmte Skalare  s1,,snK  mit

w=i=1nsivi

gibt.



Definition:Matrix

Es sei K ein Körper und  m,n+.  Unter einer m×n-Matrix über K versteht man ein Schema der Form

(a11a12a1na21a22a2nam1am2amn),

wobei  aijK  für  1im  und  1jn  ist.



Definition:Matrizenmultiplikation

Es sei K ein Körper und es sei A eine m×n-Matrix und B eine n×p-Matrix über K. Dann ist das Matrixprodukt

AB

diejenige m×p-Matrix, deren Einträge durch

cik=j=1naijbjk

gegeben sind.



Definition:Einheitsmatrix

Die n×n-Matrix

En:=(10001000010001)

nennt man die Einheitsmatrix.



Definition:Diagonalmatrix

Eine n×n-Matrix der Form

(d11000d220000dn1n1000dnn)

nennt man Diagonalmatrix.



Definition:Untervektorraum

Es sei K ein Körper und  n.  Eine Teilmenge  UKn  heißt Untervektorraum, wenn die folgenden Eigenschaften gelten.

  1. Es ist  0U
  2. Mit  u,vU  ist auch  u+vU
  3. Mit  uU  und  sK  ist auch  suU


Definition:Affiner Unterraum

Es sei K ein Körper und  n+.  Eine Teilmenge  SKn  heißt affiner Unterraum, wenn (S leer ist oder) es einen Untervektorraum  UKn  und einen Punkt  PKn  mit

S=P+U={P+vvU}

gibt.



Definition:Gerade

Unter einer Geraden (in Punktvektorform) versteht man einen affinen Unterraum  GKn  der Form

G=P+Kv={P+svsK}

mit einem von 0 verschiedenen Vektor  vKn  und einem Aufpunkt  PKn



Definition:Ebene

Unter einer Ebene (in Punktvektorform oder Parameterform) versteht man einen affinen Unterraum  EKn  der Form

E=P+Kv+Kw={P+sv+tws,tK}

mit zwei Vektoren  v,wKn,  die keine Vielfachen voneinander sind, und einem Aufpunkt  PKn



Definition:Lineare Abbildung

Es sei K ein Körper und  m,n.  Eine Abbildung

φ:KnKm

heißt lineare Abbildung, wenn die beiden folgenden Eigenschaften erfüllt sind.

  1.  φ(u+v)=φ(u)+φ(v)  für alle  u,vKn
  2.  φ(sv)=sφ(v)  für alle sK und vKn.


Definition:Kern einer linearen Abbildung

Zu einer linearen Abbildung φ:KnKm heißt

kernφ={xKnφ(x)=0}

der Kern von φ.



Definition:Matrix zu linearer Abbildung

Es sei K ein Körper und seien m,n. Zu einer linearen Abbildung

φ:KnKm

heißt die m×n-Matrix

M=(aij)ij,

wobei aij die i-te Koordinate von φ(ej) bezüglich der Standardbasis ei des Km ist, die beschreibende Matrix zu φ (bezüglich der Standardbasen).



Definition:Invertierbare Matrix

Es sei K ein Körper und sei M eine n×n-Matrix über K. Dann heißt M invertierbar, wenn es eine weitere Matrix  AMatn(K)  mit

AM=En=MA

gibt.



Definition:Inverse Matrix

Es sei K ein Körper. Zu einer invertierbaren Matrix  MMatn(K)  heißt die Matrix  AMatn(K)  mit

AM=En=MA

die inverse Matrix von M. Man schreibt dafür

M1.


Definition:Elementare Zeilenumformungen

Es sei K ein Körper und sei M eine m×n-Matrix über K. Dann nennt man die folgenden Manipulationen an M elementare Zeilenumformungen.

  1. Vertauschung von zwei Zeilen.
  2. Multiplikation einer Zeile mit  s0
  3. Addition des a-fachen einer Zeile zu einer anderen Zeile.


Definition:Elementarmatrizen

Es sei K ein Körper. Mit Bij bezeichnen wir diejenige n×n-Matrix, die an der Stelle (i,j) den Wert 1 und sonst überall den Wert 0 hat. Dann nennt man die folgenden Matrizen Elementarmatrizen.

  1. Vij:=EnBiiBjj+Bij+Bji.
  2. Sk(s):=En+(s1)Bkk für s0.
  3. Aij(a):=En+aBij für ij und aK.


Definition:Relation

Es seien M und N Mengen. Eine Relation R zwischen den Mengen M und N ist eine Teilmenge der Produktmenge M×N, also  RM×N



Definition:Graph einer Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM

eine Abbildung. Dann nennt man

Γ=ΓF={(x,F(x))xL}L×M

den Graphen der Abbildung F.



Definition:Relation auf einer Menge

Eine Relation R auf einer Menge M ist eine Teilmenge der Produktmenge M×M, also  RM×M



Definition:Reflexive Relation

Eine Relation  RM×M  auf einer Menge M heißt reflexiv, wenn  (x,x)R  für alle  xM  gilt.



Definition:Transitive Relation

Eine Relation R auf einer Menge M heißt transitiv, wenn aus xRy und yRz stets xRz folgt.



Definition:Symmetrische Relation

Eine Relation R auf einer Menge M heißt symmetrisch, wenn aus xRy stets yRx folgt.



Definition:Antisymmetrisch

Eine Relation R auf einer Menge M heißt antisymmetrisch, wenn aus xRy und yRx stets x=y folgt.



Definition:Ordnungsrelation

Eine Relation auf einer Menge I heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn die drei folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist  ii  für alle  iI
  2. Aus  ij  und  jk  folgt stets  ik
  3. Aus  ij  und  ji  folgt  i=j


Definition:Lineare Ordnung

Eine Ordnungsrelation auf einer Menge I heißt lineare Ordnung (oder totale Ordnung), wenn zu je zwei Elementen  x,yI  die Beziehung xy oder yx gilt.



Definition:Äquivalenzrelation

Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge M ist eine Relation  RM×M,  die die folgenden drei Eigenschaften besitzt (für beliebige x,y,zM).

  1. Es ist  xx  (reflexiv).
  2. Aus  xy  folgt  yx  (symmetrisch).
  3. Aus  xy  und  yz  folgt  xz  (transitiv).

Dabei bedeutet  xy,  dass das Paar (x,y) zu R gehört.



Definition:Äquivalenzklasse

Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation und  xM.  Dann ist

[x]:={yM(x,y)R}

die Äquivalenzklasse von x bezüglich R.



Definition:Repräsentantensystem

Es sei eine Äquivalenzrelation auf einer Menge M. Eine Teilmenge  TM  heißt ein Repräsentantensystem für die Äquivalenzrelation, wenn es für jede Äquivalenzklasse genau ein Element in T aus dieser Klasse gibt.



Definition:Quotientenmenge

Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation. Dann heißt

M/R:={[x]xM}

die Quotientenmenge von R.



Definition:Kanonische Projektion

Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation und M/R die Quotientenmenge. Die Abbildung

qR:MM/R,x[x],

heißt kanonische Projektion von R.



Definition:Gruppenhomomorphismus

Es seien (G,,eG) und (H,,eH) Gruppen. Eine Abbildung

ψ:GH

heißt Gruppenhomomorphismus, wenn die Gleichheit

ψ(gg)=ψ(g)ψ(g)

für alle  g,gG  gilt.



Definition:Ringhomomorphismus

Es seien R und S Ringe. Eine Abbildung

φ:RS

heißt Ringhomomorphismus, wenn folgende Eigenschaften gelten:

  1.  φ(a+b)=φ(a)+φ(b)
  2.  φ(1)=1
  3.  φ(ab)=φ(a)φ(b)


Definition:Äquivalenzrelation zu einer Untergruppe

Es sei (G,0,+) eine kommutative Gruppe und  HG  eine fixierte Untergruppe. Für Elemente  x,yG  setzen wir  xHy  (und sagen, dass x und y äquivalent bezüglich H sind), wenn  xyH



Definition:Restklassengruppe

Es sei (G,0,+) eine kommutative Gruppe und  HG  eine Untergruppe. Die Quotientenmenge

G/H

mit der aufgrund von Satz 41.5 eindeutig bestimmten Gruppenstruktur heißt Restklassengruppe von G modulo H. Die Elemente  [g]G/H  heißen Restklassen. Für eine Restklasse [g] heißt jedes Element gG mit [g]=[g] ein Repräsentant von [g].



Definition:Ideal

Eine Teilmenge 𝔞 eines kommutativen Ringes R heißt Ideal, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1.  0𝔞
  2. Für alle  a,b𝔞  ist auch  a+b𝔞
  3. Für alle  a𝔞  und  rR  ist auch  ra𝔞


Definition:Wurzel

In einem kommutativen Halbring R nennt man zu  k1  und einem Element  rR  ein Element  xR  mit

xk=r

eine k-te Wurzel von r.



Definition:Intervalle

Es sei K ein angeordneter Körper. Zu a,bK, ab, nennt man

    •  [a,b]={xKax und xb} 

    das abgeschlossene Intervall.

    •  ]a,b[={xKa<x und x<b} 

    das offene Intervall.

    •  ]a,b]={xKa<x und xb} 

    das linksseitig offene Intervall.

    •  [a,b[={xKax und x<b} 

    das rechtsseitig offene Intervall.



    Definition:Folge

    Es sei M eine Menge. Eine Abbildung

    M,nxn,

    nennt man auch eine Folge in M. Eine Folge wird häufig in der Form

    (xn)n

    geschrieben.



    Definition:Konvergenz einer Folge

    Es sei (xn)n eine Folge in einem angeordneten Körper und es sei  xK.  Man sagt, dass die Folge gegen x konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

    Zu jedem ϵK, ϵ>0, gibt es ein  n0  derart, dass für alle  nn0  die Beziehung

    |xnx|ϵ

    gilt. In diesem Fall heißt x der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

    limnxn=x.

    Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert.), andernfalls, dass sie divergiert.



    Definition:Nullfolge

    Eine Folge (xn)n in einem angeordneten Körper, die gegen 0 konvergiert, heißt Nullfolge.



    Definition:Beschränkte Folge

    Es sei K ein angeordneter Körper und sei (xn)n eine Folge in K. Die Folge xn heißt beschränkt, wenn es ein Element  BK  mit

    |xn|B für alle n

    gibt.



    Definition:Cauchy-Folge

    Es sei K ein angeordneter Körper. Eine Folge (xn)n in K heißt Cauchy-Folge, wenn folgende Bedingung erfüllt ist.

    Zu jedem ϵK, ϵ>0, gibt es ein  n0  derart, dass für alle  n,mn0  die Abschätzung

    |xnxm|ϵ

    gilt.



    Definition:Teilfolge

    Es sei K ein angeordneter Körper und sei (xn)n eine Folge in K. Zu jeder streng wachsenden Abbildung , ini, heißt die Folge

    ixni

    eine Teilfolge der Folge.



    Definition:Vollständig angeordneter Körper

    Ein angeordneter Körper K heißt vollständig oder vollständig angeordnet, wenn jede Cauchy-Folge in K konvergiert (also in K einen Grenzwert besitzt).



    Definition:Reelle Zahlen (Cauchy-Folgen-Modell)

    Der Restklassenring C/N des Ringes C der rationalen Cauchy-Folgen modulo des Ideals N der Nullfolgen heißt Cauchy-Folgen-Modell der reellen Zahlen.



    Definition:Irrationale Zahl

    Eine Zahl  x  mit  x  heißt eine irrationale Zahl.



    Definition:Intervallschachtelung

    Es sei K ein angeordneter Körper. Eine Folge von abgeschlossenen Intervallen

    In=[an,bn],n,

    in K heißt eine Intervallschachtelung, wenn  In+1In  für alle  n  ist und wenn die Folge der Intervalllängen, also

    (bnan)n,

    gegen 0 konvergiert.



    Definition:Dedekindscher Schnitt

    Unter einem Dedekindschen Schnitt versteht man ein Paar (A,B) bestehend aus Teilmengen der rationalen Zahlen, die folgende Eigenschaften erfüllen.

    1. A und B sind nicht leer.
    2. AB=,

      d.h. es liegt eine Zerlegung der Menge aller rationalen Zahlen in zwei Teilmengen vor.

    3. Für jedes  xA  und jedes  yB  ist  x<y
    4. Zu  xA  gibt es ein  xA  mit  x>x


    Definition:Geometrisches Mittel

    Zu zwei nichtnegativen reellen Zahlen x und y heißt

    xy

    das geometrische Mittel.



    Definition:Eulersche Zahl

    Die reelle Zahl

    e:=limn(1+1n)n

    heißt Eulersche Zahl.



    Definition:Polynomring

    Der Polynomring über einem Körper K besteht aus allen Polynomen

    P=a0+a1X+a2X2++anXn

    mit  aiK,   n,  und mit komponentenweiser Addition und einer Multiplikation, die durch distributive Fortsetzung der Regel

    XnXm:=Xn+m

    definiert ist.



    Definition:Grad eines Polynoms

    Der Grad eines von 0 verschiedenen Polynoms

    P=a0+a1X+a2X2++anXn

    mit  an0  ist n.



    Definition:Leitkoeffizient

    Zu einem von 0 verschiedenen Polynom

    P=a0+a1X+a2X2++anXn

    mit an0 heißt an der Leitkoeffizient von P.



    Definition:Normiertes Polynom

    Ein Polynom

    P=a0+a1X+a2X2++anXn

    über einem Körper K heißt normiert, wenn an=1 ist.



    Definition:Teilt (Polynomring)

    Es sei K ein Körper. Man sagt, dass ein Polynom  TK[X]  ein Polynom  PK[X]  teilt, wenn es ein Polynom  QK[X]  mit

    P=TQ

    gibt.



    Definition:Rationale Funktion

    Es sei K ein Körper. Zu Polynomen P,QK[X], Q0, heißt die Funktion

    DK,xP(x)Q(x),

    wobei  DK  das Komplement der Nullstellen von Q ist, eine rationale Funktion.



    Definition:Stetige Funktion

    Es sei  D  eine Teilmenge,

    f:D

    eine Funktion und  xD.  Man sagt, dass f stetig im Punkt x ist, wenn es zu jedem  ϵ>0  ein  δ>0  derart gibt, dass für alle  xD  mit  |xx|δ  die Abschätzung  |f(x)f(x)|ϵ  gilt. Man sagt, dass f stetig ist, wenn sie in jedem Punkt  xD  stetig ist.



    Definition:Rationale Exponentschreibweise

    Zu  b+  und  q  mit  q=rs  (s>0) setzt man

    bq=brs:=brs.


    Definition:Reelle Exponentialfunktion zu einer Basis

    Es sei b eine positive reelle Zahl. Die Funktion

    ,xbx,

    heißt Exponentialfunktion zur Basis b.



    Definition:Logarithmus zu einer Basis

    Zu einer positiven reellen Zahl b>0, b1, wird der Logarithmus zur Basis b als Umkehrfunktion zur reellen Exponentialfunktion zur Basis b definiert. Der Wert dieser Funktion an der Stelle  x+  wird mit

    logbx

    bezeichnet.



    Definition:Kreis

    Es sei  M=(a,b)2  und  r+.  Dann nennt man die Menge

    {(x,y)2(xa)2+(yb)2=r2}

    den Kreis (oder die Kreislinie oder die 1-Sphäre) mit dem Mittelpunkt M und dem Radius r.



    Definition:Der Einheitskreis

    Die Menge

    E:={(x,y)2x2+y2=1}

    heißt der Einheitskreis.



    Definition:π

    Unter der Zahl π versteht man die Hälfte des Kreisumfanges des Einheitskreises.



    Definition:Winkel im Bogenmaß

    Der durch einen Kreisbogen der Länge  α[0,2π]  definierte Winkel heißt Winkel im Bogenmaß.



    Definition:Trigonometrischer Punkt

    Zu einem Winkel α (im Bogenmaß) nennt man denjenigen Punkt auf dem Einheitskreis, den man erreicht, wenn man sich auf dem Kreis in (1,0) startend gegen den Uhrzeigersinn auf dem Kreisbogen α lange bewegt, den trigonometrischen Punkt P(α) zu diesem Winkel.



    Definition:Kosinus

    Zu einem Winkel α versteht man unter cosα die erste Koordinate des trigonometrischen Punktes P(α).



    Definition:Sinus

    Zu einem Winkel α versteht man unter sinα die zweite Koordinate des trigonometrischen Punktes P(α).



    Definition:Ebene Drehung

    Eine lineare Abbildung

    D(α):22,

    die durch eine Drehmatrix (cosαsinαsinαcosα) (mit einem α) gegeben ist, heißt Drehung.



    Definition:Kosinusreihe

    Für  x  heißt

    n=0(1)nx2n(2n)!

    die Kosinusreihe zu x.



    Definition:Sinusreihe

    Für  x  heißt

    n=0(1)nx2n+1(2n+1)!

    die Sinusreihe zu x.



    Definition:Diskrete Wahrscheinlichkeitsdichte

    Zu einer endlichen Menge M nennt man eine Abbildung

    f:M0,xf(x),

    mit

    xMf(x)=1

    eine (diskrete) Wahrscheinlichkeitsdichte auf M.



    Definition:Ereignis (endlicher Wahrscheinlichkeitsraum)

    Auf einer endlichen Menge M sei eine diskrete Wahrscheinlichkeitsdichte f:M0 gegeben. Dann nennt man jede Teilmenge  EM  ein Ereignis und man nennt

    μf(E):=xEf(x)

    die Wahrscheinlichkeit von E.



    Definition:Endlicher Wahrscheinlichkeitsraum

    Eine endliche Menge M zusammen mit einer fixierten diskreten Wahrscheinlichkeitsdichte f:M0 und mit der Potenzmenge aller Ereignisse nennt man einen endlichen Wahrscheinlichkeitsraum.



    Definition:Endliches Wahrscheinlichkeitsmaß

    Auf einem endlichen Wahrscheinlichkeitsraum (M,f) heißt die Abbildung

    μf:𝔓(M)0,Eμf(E)=xEf(x),

    ein endliches Wahrscheinlichkeitsmaß.



    Definition:Bernoulli-Verteilung

    Es sei  p[0,1].  Die endliche Wahrscheinlichkeitsdichte fp auf  M={0,1}  mit

    fp(1)=p

    und

    fp(0)=1p

    heißt Bernoulli-Verteilung.



    Definition:Laplace-Raum

    Es sei M eine endliche Menge. Dann nennt man die Wahrscheinlichkeitsdichte

    λ:M0,

    die jedem Element  xM  den konstanten Wert 1#(M) zuweist, die Laplace-Dichte auf M. Die Menge M versehen mit dieser Dichte heißt Laplace-Raum.



    Definition:Produkt von Wahrscheinlichkeitsräumen

    Es seien (M1,μ1),,(Mn,μn) endliche Wahrscheinlichkeitsräume mit zugehörigen Dichten fi. Dann nennt man die Produktmenge M1××Mn zusammen mit der durch

    f(x1,,xn):=f1(x1)fn(xn)

    gegebenen Wahrscheinlichkeitsdichte den Produktraum der Wahrscheinlichkeitsräume.



    Definition:Binomialverteilung

    Es sei  p[0,1]  und  n.  Die endliche Wahrscheinlichkeitsdichte Bp,n auf  M={0,1,,n}  mit

    Bp,n(k)=(nk)pk(1p)nk

    heißt Binomialverteilung zur Stichprobenlänge n und zur Erfolgswahrscheinlichkeit p.



    Definition:Unabhängige Ereignisse

    Zwei Ereignisse E und F in einem endlichen Wahrscheinlichkeitsraum (M,P) heißen unabhängig, wenn

    P(EF)=P(E)P(F)

    ist.



    Definition:Paarweise unabhängige Ereignisse

    Es sei ein endlicher Wahrscheinlichkeitsraum (M,P) gegeben. Die Ereignisse

    E1,,EkM

    heißen paarweise unabhängig, wenn

    P(EiEj)=P(Ei)P(Ej)

    für alle  ij  ist.



    Definition:Vollständig unabhängige Ereignisse

    Es sei ein endlicher Wahrscheinlichkeitsraum (M,P) gegeben. Die Ereignisse  E1,,EkM  heißen vollständig unabhängig, wenn für jedes r, 2rk, und jede r-elementige Teilmenge  I{1,,k}  die Gleichheit

    P(iIEi)=iIP(Ei)

    gilt.



    Definition:Bedingte Wahrscheinlichkeit

    Es sei (M,P) ein endlicher Wahrscheinlichkeitsraum und  BM  eine Teilmenge mit positiver Wahrscheinlichkeit. Dann nennt man zu jedem Ereignis  EM  die Zahl

    P(E|B)=P(EB)P(B)

    die bedingte Wahrscheinlichkeit von E unter der Bedingung B.