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Kurs:Mathematik zu Mechanik/Harmonischer Oszillator

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Geplanter Inhalt

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  • Komplexe Zahlen
  • Taylor-Reihen
  • Harmonischer Oszillator

Übersicht
Der Harmonische Oszillator (HO) ist wichtig, weil:

  • er ein einfaches Problem darstellt
  • er analytisch vollständig lösbar ist (und Vieles, das auch nur etwas komplizierter ist, ist nicht mehr analytisch lösbar)
  • jedes Potential in der Umgebung eines Minimums (Maximums) durch ein quadratisches Potential annäherbar ist, also durch einen HO
  • er ein beliebtes Übungsbeispiel ist
  • ...

Themen:

  • Einfachstes Modell: ungedämpfter, ungetriebener HO
  • Gedämpfter HO
  • Getriebener, gedämpfter HO (erzwungene Schwingungen)
  • HO im Lagrange-Formalismus
  • HO im Hamilton-Formalismus
  • “Verschieben” des Potentials (-> quadratisch erweitern)
  • Fourier-Entwicklung
  • Green's Funktionen
  • Beispiele (Pendel, Feder, ...)


Definitionen, Schreibweisen, ...
Ein Punkt über einer Größe bedeutet selbstverständlich eine zeitliche Ableitung:
x˙x˙(t)tx(t)

Ungedämpfter, ungetriebener HO

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Bewegungsgleichung:

x¨+ω2x=0

Dies ist eine lineare, homogene Differentialgleichung zweiter Ordnung. Weil sie zweiter Ordnung ist muss sie zwei linear unabhängige Lösungen haben sowie zwei „Integrationskonstanten“. Finden („erraten“) wir also einen Ansatz, also zwei linear unabhängige Funktionen, die Lösungen der Gleichung sind, so sind die Linearkombinationen dieser beiden Funktionen die Lösungen des Problems. Die beiden Integrationskonstanten werden durch die Anfangsbedinungen gegeben.

Lösen mit dem Ansatz:

x(t)=Aek1t+Bek2t

Bemerkungen: dieser Ansatz funktioniert beim (ungetriebenen) HO immer. Da sich hier die Terme, in denen k1 bzw. k2 vorkommen, sonst nicht unterscheiden, genügt es, eine Funktion in die Differentialgleichung einzusetzen, es sollten sich zwei Lösungen für dieses k ergeben (zum Beispiel durch eine quadratische Gleichung, die ja bekanntlich zwei Lösungen hat (die im schlimmsten Fall identisch sind)).

x(t)=ekt,x˙(t)=kekt=kx(t),x¨(t)=k2ekt=k2x(t)

Einsetzen in die Bewegungsgleichung:

x¨+ω2x=0
k2x+ω2x=0k2=ω2k=±iω

Es ergeben sich also tatsächlich zwei Werte für k. Die allgemeinste Lösung ist:

x(t)=Aeiωt+Beiωt

Dies ist nur eine "Schreibweise" der Lösung, aufgrund der Euler'schen Formel

eix=cos(x)+isin(x)

mit den Beziehungen

A=C2i+D2,B=C2i+D2

ist sie identisch zu (z.B.):

x(t)=Csin(ωt)+Dcos(ωt)

Gedämpfter, ungetriebener HO

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Vollkommen analog zum ungedämpften, nur mit dem Dämpfungsterm 2γx˙:

x¨+2γx˙+ω02x=0

Wieder der Ansatz exp(αt), der auf eine quadratische Glg. mit zwei Lösungen führt.

x(t)=eαt,x˙(t)=αeαt,x¨(t)=α2eαt

Einsetzen:

[α2+2γα+ω02]eαt=0

Die Exponentialfunktion ist immer ungleich 0, es muss also der Klammerausdruck 0 sein (damit die Gleichung erfüllt ist):

α2+2γα+ω02=0
α=γ±γ2ω02

Hier kommen jetzt ganz natürlich komplexe Zahlen ins Spiel: ist der Ausdruck in der Wurzel negativ, also wenn |γ|<|ω0|, so ist das Ergebnis komplex. Es müssen drei Fälle unterschieden werden:

  • γ2<ωo2 : Schwingfall
  • γ2=ωo2 : Asymptotischer Grenzfall
  • γ2>ωo2 : Kriechfall

Im Schwingfall ist die Lösung die gleiche wie beim ungedämpften Oszillator, jedoch mit etwas geringerer Frequenz. Für γ=0 ergibt sich der ungedämpfte Oszillator.

Im asymptotischen Grenzfall sind beide Lösungen der quadratischen Gleichung identisch. Es muss also noch eine weitere Lösung existieren (eine Differentialgleichung 2. Ordnung hat zwei linear unabhängige Lösungen). Diese ist x(t)=teγt.

Im Kriechfall schwingt der Oszillator gar nicht mehr sondern "kriecht" nur mehr in Richtung 0-Punkt.