Nachweis zu Artikel Subklinische Agitation

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[Zwischengespeicherte Seite, digitalisierter Auszug]

Haack, H.-P.: Häufigkeit der larvierten Depression. Die Medizinische Welt 1985 (43|85), 1370-73. Dieser Jahrgang ist nicht digitalisiert.


Zusammenfassung: Patienten, die mit einer rein neurologischen Fragestellung zur diagnostischen Abklärung überwiesen worden waren, wurden gezielt auf depressive Achsensymptome untersucht. [H.-P. Haack hat diesen Begriff 2009 ausgetauscht gegen depressive Kernsymptome]. In 14% der Fälle waren die körperbezogenen Beschwerden – bei Fehlen von neurologischen und anderen somatischen Befunden – Ausdruck einer endogenen Depression. Ein kleiner Teil (4,6%) hatte sowohl eine neurologische Erkrankung, als auch eine interkurrente endogene Depression.

Endogene Depressionen korrelieren ätiologisch nicht mit neurologischen Erkrankungen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die hier untersuchte Patientenklientel in ihrer Zusammensetzung vergleichbar mit Patienten in Allgemeinpraxen und in Praxen von Ärzten anderer Fachrichtungen. […] Verallgemeinert man die gefundenen Häufigkeiten, so wäre für durchschnittlich jeden 7. Patienten (14%) das Krankheitsgefühl, aus dem heraus er den Arzt aufsucht, auf eine depressive Erkrankung mit vordergründiger Somatisierung zurückzuführen oder wäre in 4 bis 5 % der Fälle durch eine gleichzeitig bestehende Depression ganz entscheidend geprägt.


Auszug:

Verdächtig auf eine endogene Depression mit vordergründiger Somatisierung ist immer die Trias:

[1] Diskrepanz zwischen körperbezogenen Beschwerden und ausgeprägtem Krankheitsgefühl einerseits und fehlendem oder unzureichendem Organbefund andererseits,
[2] ein Energie- und Kräfteverlust, der mit innerer Unruhe, Nervosität und vermehrter Reizbarkeit einhergeht,
[3] Durchschlafstörungen, wobei der Patient infolge seiner Beschwerden in der zweiten Nachthälfte aufwacht und sich um diese Zeit besonders schlecht fühlt.


Anmerkung:

Die Stimmungseinengung wurde bei larvierten [maskierten] Depressionen schon 1985 von H.-P. Haack diagnostisch nicht hoch veranschlagt im Vergleich zu Energiedefizit, innerer Unruhe und Tageschwankungen.