Projekt:AnOrMaL/Psychologie

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Interview: Psychologin Janina

Die Psychos: Hallo Janina! Janina: Hallo! DP: Vielen Dank, dass du dir Zeit für unser Interview nimmst. Kannst du uns vielleicht erst einmal allgemein beschreiben, was man als Psychologin für Aufgabenbereiche hat? J.: Psychologen beobachten und erklären Verhalten. Und sie versuchen, Verhalten vorherzusagen. Dabei gibt es viele verschiedene Richtungen: Zum einen die klinische Psychologie, sie beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen und Störungen. Die wirtschaftliche Psychologie konzentriert sich auf Arbeits- und Organisationspsychologie. Wirtschaftspsychologen sind in Firmen tätig in den Bereichen Personal, Marketing, Werbung, Organisationsentwicklung und viele mehr. Die Einsatzbereiche in der Wirtschaft sind sehr vielfältig. Dann gibt es natürlich auch die pädagogische Psychologie, die sich mit dem Bereich Schule und Erziehungsberatung auseinandersetzt. Und an den Unis findet die reine Forschung statt, auf allen Gebieten der Psychologie. In der Forschung ist die Mathematik in Form von Statistik natürlich am meisten vertreten. DP.: Und in welchem Bereich arbeitest du genau? J.: Ich arbeite im Bereich klinische Psychologie am ZI Mannheim (Zentralinstitut für seelische Gesundheit). DP.: Was genau sind deine Aufgaben am ZI? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? J.: Wir psychologischen Psychotherapeuten therapieren Patienten, das sind z.B. Suchtkranke. Aber wir sind auch alle gleichzeitig in der Forschung tätig und führen z.B. Interviews mit Patienten durch und sammeln diese Daten, um Studien durchzuführen. DP.: Wo genau kommt denn da die Mathematik vor? J.: In der Forschung, also bei der Durchführung von Studien, brauchen wir Mathematik, um statistische Analysen zu erstellen. Außerdem testen wir bei Patienten oft die Rechenfähigkeit, um festzustellen, wie fit sie noch sind. Die mathematischen Fähigkeiten sagen sehr viel über die allgemeine Denkfähigkeit aus. Durch mathematische Tests vermeiden wir außerdem Sprachbarrieren. Somit kann ausgeschlossen werden, dass jemand die Aufgaben nicht lösen kann, weil er die Aufgabenstellung nicht versteht. DP.: Um noch einmal auf die Forschung zurückzukommen: Welche Art von Mathematik braucht ihr dafür? J.: Das sind in erster Linie Algorithmen, die wir zum Teil auch selbst erstellen müssen. Das ist eigentlich der Hauptteil, in dem die Mathematik in der Psychologie vorkommt. Ansonsten brauchen wir auch Grundlagen der Geometrie, um z.B. Forschungsergebnisse in Diagrammen und Graphiken präsentieren zu können. In vielen Studien spielt auch die Mittelwertsberechung eine große Rolle, wenn man z.B. zwei Gruppen hat und eine davon die Kontrollgruppe ist, berechnet man den Mittelwert der beiden Gruppen, um sie vergleichen zu können. Beim Erstellen vom IQ-Tests ist mathematisches Verständnis natürlich auch unbedingt notwendig. Am häufigsten benutzen Psychologen allerdings „banale“ Mathematik: Rechnungen an die Krankenkasse werden täglich mehrmals ausgestellt. DP.: Janina, vielen Dank für das Interview!