Projekt:Die Außenlager des KZ Groß-Rosen/KZ Groß-Rosen

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Das Konzentrationslager Groß-Rosen Etwa 60km südwestlich von Breslau, in der heutigen Wojwodschaft Wałbrzych, befindet sich das Dorf Rogóznica, dessen deutscher Name Groß-Rosen während des Zweiten Weltkrieges eines der größten und berüchtigsten nationalsozialistischen Konzentrationslager bezeichnete. Die gute Eisenbahnanbindung an der Strecke von Jauer nach Striegau und insbesondere der nahe der Ortschaft gelegene Steinbruch, mit seinem großen Vorkommen des schwarz-weißen Schlesischen Granits, weckte bald schon das Interesse des SS-Unternehmens „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH“ (DEST). Im Jahre 1940 erwarb bzw. pachtete die DEST den Steinbruch und das Steinbruchgelände. Geplant war eine Vergrößerung des Steinbruchs und die rentable Herstellung von Werksteinen im Umfang von 50.000 Kubikmetern jährlich. Die zum Abbau benötigten Arbeitskräfte konnten, dank der bestehenden Zusammenarbeit mit der Inspektion der Konzentrationslager im KZ Sachsenhausen, in gleicher Weise durch den Einsatz von KZ-Häftlinge aufgebracht werden. In Groß-Rosen wurde ein Außenkommando des KZ-Sachsenhausen errichtet. Am 2. August 1940 verlegte man die ersten 100 Gefangenen vom Hauptlager dort hin. Bereits 1941 beabsichtigte man eine Erweiterung des Steinbruchs auf 400m Länge, 140m Breite und 70–80m Tiefe. Die Zuführung von Arbeitskräften und Leitung des Lagers von Sachsenhausen aus, erwies sich zunehmens als schwierig, so daß Groß-Rosen schlußendlich am 1. Mai 1941 in ein selbständiges Konzentrationslager umgewandelt wurde. Bis zum Januar 1945 stieg die Zahl der Inhaftierten von anfangs 900 auf 76728 an. Die alleinige Beschäftigung der Häftlinge im Steinbruch und im Granitwerk, sowie in verschiedenen Kommandos innerhalb des Lagers (Maurer-, Tischler-, Schuster-, Gärtner- und Webereikommando), konnte aufgrund der steigenden Anforderungen der totalen Kriegsführung nicht aufrechterhalten werden, so daß bereits 1942 das erste Außenlager in Breslau-Lissa (Wrocław-Lésnica, Polen) eingerichtet wurde. Die meisten der ungefähr 100 Außenlager enstanden bei bestehenden oder aus luftbedrohten Gebieten verlegten Betrieben der Kriegswirtschaft bzw. Rüstungsindustrie. Eine gesonderte Stellung hatten die 12 Lager des Komplex Riese im Eulengebirge, in denen 13.000 jüdische Häftlinge unterirdische Fertigungsstätten und ein neues Führerhauptquartier bauten. Mit Herannahen der sowjetischen Truppen im Januar 1945 begann die schrittweise Evakuierung der bedrohten Außenlager, während das Hauptlager durch mehrere Kolonnen, der von Auschwitz kommenden Todesmärsche, maßlos überfüllt war. Um den 8./9. Februar 1945 erfolgte der Abtransport der Häftlinge aus Groß-Rosen nach Buchenwald, Flossenbürg (bzw. dessen Außenlager Hersbruck und Leitmeritz), Mauthausen und die Außenlager Dora und Nordhausen des KZ Mittelbau. Nur wenige Häftlinge blieben in Groß-Rosen zurück und wurden am 13. Februar 1945 von der sowjetischen Armee befreit.