Projekt:Heimatforschung als Citizen Science

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Projekt
Projekttitel Heimatforschung als Citizen Science
Ansprechpartner MMunke
Scholia: (Q28024172)
Laufzeit Frühjahr 2022
Kurzbeschreibung
Offene Materialsammlung u.a. für die Tagung "HeimatPraktiken. Aneignungsformen und alltägliche Konstruktionen von Heimat in historischer Perspektive", 19./20. Mai 2022, Dresden
Heimat-Wetzgau.jpg

Das Projekt dient der Erstellung und Sammlung von Lehr- und Lernmaterialien, die sich mit der ehrenamtlichen Beschäftigung mit lokaler Geschichte - gemeinhin als "Heimatforschung" bezeichnet - befassen. Im Kontext der Arbeit des Saxonica-Referates an der SLUB Dresden in deren Rolle als Landesbibliothek wird eine solche Beschäftigung als "Citizen Science" verstanden, hier breit definiert als eine eigenständige forschende Tätigkeit außerhalb der institutionalisierten und akademisierten professionellen Forschung.

Vortragsabstract[Bearbeiten]

veröffentlicht am 19. Mai 2022 in "Saxorum. Blog für interdisziplinäre Landeskunde in Sachsen"

Begriffe[Bearbeiten]

Heimatforschung[Bearbeiten]

Citizen Science[Bearbeiten]

  • "aktive Beteiligung von Personen an wissenschaftlichen Prozessen, die nicht in diesem Wissenschaftsbereich institutionell gebunden sind" (Aletta Bonn et al.: Weißbuch "Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland", Berlin/Leipzig 2021, S. 11, https://doi.org/10.31235/osf.io/ew4uk)
  • Partizipationsstufen nach Rick Bonney et al.: kontributiv, kollaborativ, ko-kreativ (vgl. Rick Bonney u. a.: Public Participation in Scientific Research. Defining the Field and Assessing Its Potential for Informal Science Education. A CAISE Inquiry Group Report, Washington D.C. 2009, S. 11)
  • "ehrenamtliche[r], forschende[r] Bereich neben der institutionalisierten, berufsständischen [W]issenschaft" (Thorsten Hoppe-Hartmann: Citizen Science – Ein neues Konzept für die Geschichtswissenschaft oder ein alter Hut?, 1. November 2018, https://geschichten.hypotheses.org/48)
  • zwei Grundbedeutungen: "[…] eine, die Citizen Science als eine nichtselbstständige Form von Wissenschaft auffasst, bei der die Beiträge der Laien letztlich einer Auswertung und Kontrolle durch die Experten bedürfen (meist auch bereits einer Planung durch diese), und eine andere, die sie als eine selbständige, solcher Kontrolle nicht bedürftige Form, breit in der Gesellschaft verankerter Wissensbeschaffung versteht." (Peter Finke: Citizen Science. Das unterschätzte Wissen der Laien, München 2014, S. 42)

Akteure und Praktiken[Bearbeiten]

Geschichtsvereine (regional, städtisch, ...)[Bearbeiten]

"interdisziplinäre" Vereine[Bearbeiten]

  • Landesverein Sächsischer Heimatschutz
    • Heimattage
    • Kalender "Sächsische Heimat": "Jede Abbildung und jede Beschreibung im Kalender Sächsische Heimat spiegelt entweder einen besonderen Flecken sächsischer Landschaft wider oder offenbart ein Stück schützenswerter Natur, erinnert an historische Persönlichkeiten und ihre Leistungen, enthüllt den Reichtum auf uns überkommener Denkmale oder forscht nach Wesen und Wandel volkskultureller Traditionen."
    • Sächsischer Landespreis für Heimatforschung: "In Sachsen befassen sich viele Menschen intensiv in ihrer Freizeit mit ihrer unmittelbaren Lebenswelt in ihrer ganzen Vielfalt. Dazu gehören auch Forschungen zu Natur und Landschaft, Gesellschaft und Kultur. Diese Forschungsergebnisse spiegeln den kulturellen Reichtum Sachsens wider. Dabei ist es in der globalisierten Welt einerseits wichtig, Traditionen zu bewahren und für die Nachwelt festzuhalten. Andererseits kommt es darauf an, neue Wege der Wissensvermittlung und der Identitätsstiftung zu suchen. Die Ausrichter des Preises möchten verstärkt junge Menschen und jene, die neu nach Sachsen gekommen sind, ermutigen, den Blick auf Heimat bewusst zu machen, zu erweitern oder zu hinterfragen."
    • öffentliche Verlautbarungen zum "Heimat"-Begriff

offene(re) Organisationsformen[Bearbeiten]

Konzepte[Bearbeiten]

Open Citizen Science[Bearbeiten]

  • verstanden als "[b]ürgerwissenschaftlicher Umgang mit offenen Kulturdaten und die zur Nachnutzung und zur weiteren Bearbeitung offene Präsentation der Ergebnisse" (Jens Bemme/Martin Munke: Open Citizen Science. Leitbild für kuratorische Praktiken in Wissenschaftlichen Bibliotheken. In: Klaus Ulrich Werner (Hrsg.): Bibliotheken als Orte kuratorischer Praxis, Berlin/Boston 2021, S. 165–200, hier: S. 167f., https://doi.org/10.1515/9783110673722-013)
  • offene Kulturdaten als "digitalisierte Publikationen und Objekte aus sog. GLAM-Institutionen ('Galleries, Libraries, Archives, Museums'), deren offen erschlossene Inhalte und Metadaten sowie ihre offene Kuratierung, Bereitstellung und Bearbeitung" (Jens Bemme/Martin Munke: Offene Daten und die Zukunft der Bürgerforschung in Wissenschaftlichen Bibliotheken. In: Thomas Bartoschek/Daniel Nüst/Mario Pesch (Hrsg.): Forum Citizen Science 2019. Die Zukunft der Bürgerforschung, Münster 2019, S. [27]–[39], hier: S. [32], https://doi.org/10.17605/OSF.IO/QHRC4 nach Helene Hahn: Kooperativ in die digitale Zeit – wie öffentliche Kulturinstitutionen Cultural Commons fördern. Eine Einführung in offene Kulturdaten, Berlin 2016, bes. S. 2 f., 9 f. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0297-zib-59131)

Landschaftskommunikation[Bearbeiten]

  • vgl. hier Kenneth Anders/Lars Fischer: Auf der Suche nach einer neuen Sesshaftigkeit. Texte über Landschaftskommmunikation, Croustillier 2015
  • Landschaft als „geteilter Raum“ (S. 19) zwischen Menschen und Natur
  • "Heimat im Sinne eines von uns selbst gestalteten, attraktiven und vielen Aneignungsweisen offen stehenden Raumes" (S. 26)
  • siehe auch dies.: Landschaftskommunikation. Thesen und Texte, Croustillier 2012; Landschaftskommunikation. Ein kleines Handbuch, München 2020

Illustrationen und Präsentationen[Bearbeiten]