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R^2/Addition und Multiplikation/Umkehreigenschaften/Beispiel

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Wir betrachten die Abbildung

φ:22,(x,y)(x+y,xy).

Diese Abbildung ist nicht injektiv, da (x,y) und (y,x) auf das gleiche Tupel abgebildet werden, und auch nicht surjektiv, da beispielsweise (0,1) nicht im Bild liegt. Trotzdem kann man das Gleichungssystem u=x+y und v=xy in gewisser Hinsicht auflösen, also x und y durch u und v ausdrücken. Zunächst ist

x=uy

und damit

v=xy=(uy)y=uyy2

oder

y2uy+v=0.

Damit ist

y=±u24v+u2

und somit

x=u24v+u2.

Bis auf die Wahl der Vorzeichen kann man also die Urbilder zu (u,v) rekonstruieren. Dies zeigt erneut, dass es manchmal mehrere Urbilder und manchmal keine Urbilder gibt (wenn die Wurzel keine reelle Lösung hat). Ein eindeutiges Urbild existiert genau dann, wenn der Radikand gleich 0 ist, also bei

0=u24v=(x+y)24xy=x2+2xy+y24xy4=x22xy+y24=(yx)24,

d.h. bei  x=y.  In einem Punkt (x,x) verhält sich die Abbildung φ insofern gut, dass das Bild davon (also (2x,x2)) nur ein Urbild (nämlich (x,x)) besitzt. Diese Eigenschaft überträgt sich aber auf keine offene Umgebung des Punktes, da ja (x+h,xh) und (xh,x+h) beide auf (2x,x2h2) abgebildet werden. In dieser Hinsicht verhalten sich die anderen Punkte besser. Es sei (x0,y0) gegeben mit (sagen wir)

y0>x0.

Dann besitzt

(u0,v0)=(x0+y0,x0y0)

wie oben ausgerechnet zwei Urbildpunkte, und zwar ist (der Startpunkt legt die Vorzeichen fest)

(x0,y0)=(u024v0+u02,u024v0+u02).

Diese Formeln kann man unter der Bedingung, dass

u24v>0,

als „lokale Umkehrabbildung“ interpretieren, und dies ist in einer offenen Umgebung U2 von (u0,v0) erfüllt. Das Bild von U2 unter dieser lokalen Umkehrabbildung ist eine offene Umgebung U1 von (x0,y0), und die Einschränkung führt zu einer bijektiven Abbildung

φ|U1:U1U2

mit der angegebenen Umkehrabbildung.