Schopenhauer Aphorismen zur Lebensweisheit Epilog

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Schopenhauers Begriffe Wille und Vorstellung entsprechen den Kategorien Natur und Geist. Der Wille (Natur) manifestiert sich in Materie und Leben. Die Vorstellung (Geist) umfasst abstrahierende Begriffsbildung und deren Anwendung auf antizipierende Imagination (Kreativität in jeglichem Sinn) und resümierende Reflexion (Erkennen). Für Schopenhauer ist Geist subjektiv (subjektgebunden), aber absolut in seiner Begrifflichkeit, Natur dagegen objektiv, doch relativ aufgrund ihres Wandels. Je geistvoller ein Mensch gemäß seinen Anlagen ist, um so individueller gerät nach Schopenhauer seine Persönlichkeit und um so befremdlicher empfinden ihn geistig Anspruchslose.

Trotz aller Misanthropie dachte Schopenhauer sozial und erkannte ausdrücklich die Leistungen («Vorteile») des Gemeinwesens an. Sie nutzt und geniest auch der Außenseiter, ist letztlich sogar auf sie angewiesen. Von talentierten und hochbegabten Zeitgenossen, die, wie er, aufgrund ihres Herkommens finanziell unabhängig waren, erwartete Schopenhauer, dass sie sich nützlich machen.

Intellektuell eigenständige Persönlichkeiten, die sich vom Miteinander im Alltag ausgegrenzt oder enttäuscht fühlen, sollen sich damit abfinden und sich die Vorteile vor Augen halten, die das Alleinsein bringt. Diese Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch den Text.

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