Basiskonzepte im GSP-Unterricht/Struktur

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Basiskonzepte im GSP-Unterricht/Struktur

Das Basiskonzept der "Struktur" ist eine dem gesellschaftlichen, also soziologischen Bereich zugeordnete Konzeption, welche versucht, grundlegende Zusammenhänge menschlichen Zusammenlebens zu systematisieren und analysierbar zu machen.[1]

Das Basiskonzept Struktur[Bearbeiten]

Kurzpräsentation, die das Basiskonzept Struktur für den Geschichtsunterricht erklärt.

Mit dem Begriff Struktur wird jene entwickelte Konzeption beschrieben, die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht ermöglicht, strukturelle Elemente der Gesellschaft insgesamt oder in Teilen erfassen zu können, so auch die Strukturierung der heutigen Gesellschaft. Ziel des Unterrichts ist es somit, dass die Schülerinnen und Schüler strukturelle Konstellationen in den verschiedenen Gesellschaften erkennen. Dies führt, laut Kühberger, schließlich zu einer Komplexitätssteigerung in der Beurteilung, da Schülerinnen und Schüler befähigt werden, verschiedene Gesellschaftsordnungen miteinander zu vergleichen. Besonders Gegenüberstellungen von Sozietäten eignen sich im Unterricht, um strukturelle Ordnungen von Gesellschaften zu verdeutlichen. Die Lehrpersonen ermöglichen den Schülerinnen und Schüler damit, einen Überblick über vergleichbare Strukturelemente in verschiedenen Gesellschaften und Kulturen zu erhalten. Die Schülerinnen und Schüler begreifen in der Folge, dass gewisse strukturelle Merkmale in jeder Gesellschaft, ob vergangen oder gegenwärtig, zu finden sind.[1]

Durch das Aufzeigen von strukturellen Ordnungen vergangener Epochen und Kulturen wird auch der Blick auf die heutigen Gesellschaftsstrukturen geschärft. Den Schülerinnen und Schüler können so komplizierte gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich gemacht werden. Damit erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Grundgerüst, welches ihnen ermöglicht, das erworbene Wissen über Gesellschaftsstrukturen auf unterschiedliche Epochen sowie auf aktuelle politische und gesellschaftliche Kontexte anwenden zu können.[1]

Anwendungsbeispiele für den Unterricht[Bearbeiten]

Die Lehrpersonen wählen eine dem Lehrziel der Schulstufe entsprechende, sinnvolle Strukturanalyse einer Gesellschaft aus.

So könnte ausgehend vom neuen Lehrplan für das Unterrichtsfach Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung zum Beispiel in der 6. Schulstufe die gesellschaftliche Struktur des Mittelalters anhand der Ständeordnung erarbeitet werden. Die sogenannte Ständeordnung strukturierte im Mittelalter das gesamte gesellschaftliche Leben. Damit waren Menschen in bestimmte soziale Gruppen eingeteilt. Durch diese soziale Einordnung ergaben sich für die einzelnen Stände bestimmte Rechte und Pflichten, wodurch die Gesellschaft eine ausgeprägte Struktur erhielt. Der Einzelne wurde mit seiner Geburt in einen bestimmten Stand geboren und blieb in diesem bis zu seinem Tod. Damit war auch der weitere Verlauf des Lebens entscheidend durch die Gesellschaftsstruktur geprägt.

Im Bereich der Antike würde sich z.B eine Analyse der politischen und gesellschaftlichen Ordnung der spartanischen Gesellschaft anbieten, da es dazu viele Quellen gibt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anja Besand: Sozialwissenschaftliche Basiskonzepte als Leitideen der politischen Bildung. Perspektive für Wissenschaft und Praxis. In: Autorengrupp Fachdidaktik (Hrsg.):Konzepte der politischen Bildung. Eine Streitschrift. Bundeszentrale für politische Bildung (=Band 1141),Wochenschauverlag, Schwalbach/Ts. 2011.
  • Christoph Kühberger: Kompetenzorientiertes historisches und politisches Lernen. Methodische und didaktische Annäherungen für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung (Österreichische Beträge zur Geschichtsdidaktik. Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung 2). Studienverlag, Innsbruck­–Wien­–Bozen 2009, ISBN 105.3706547023.
  • Christoph Kühberger: Lernen mit Konzepten – Basiskonzepte in politischen und historischen Lernprozessen. In: Politisches Handeln im demokratischen System Österreichs. Information zur politischen Bildung. Nr. 38, Wien 2016.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Christoph Kühberger: Kompetenzorientiertes historisches und politisches Lernen. Methodische und didaktische Annäherungen für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung (Österreichische Beträge zur Geschichtsdidaktik. Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung 2). Studienverlag, Innsbruck­–Wien­–Bozen 2009, ISBN 105.3706547023, S.104.

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