Benutzer:Falko Wilms/Nugget-Chart
Diese Seite richtet sich vornehmlich an die vollzeitlich oder nebenberuflich Studierenden in den Kursen von Falko Wilms an der FH Vorarlberg
Worum es geht
[Bearbeiten]Der 5 Minuten Kurzvortrag zu einem bestimmten Text oder einer Thematik wird immer beliebter. Ob als Stellungnahme in einer Diskussion, als Impulsvortrag beim Dinner Speaking oder als Einführung in ein Themenmeeting. Es geht keinesfalls darum, jemanden überzeugen. Es geht darum, Gedanken kurz und dennoch nachvollziehbar darzulegen. Es gilt so zu formulieren, dass man von allen anwesenden Personen gut verstanden wird, ohne Irritationen oder Missverständnisse auszulösen.
Wirkungsvolle Grundstruktur
[Bearbeiten]In der anglo-amerikanischen Welt ausgebildete Akademiker haben in ihrem Studium die Anwendung einer standardisierten Denkstruktur in Wort und Schrift eingeübt. Das Verwenden dieser Grundstruktur gilt anglo-amerikanisch ausgebildeten Akademikern als das erkennbare Merkmal des akademischen Denkens/Präsentierens. In einem 5 Minuten-Kurzvortrag ist daher zwar der Inhalt des vorzutragenden Sachzusammenhangs wichtig, aber die Grundstruktur des Vortragens ist entscheidend und sollte sich am anglo-amerikanischen Standard orientieren.
Damit die anwesenden Personen nicht vor Langeweile ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken ist folgende Struktur anzuraten:
- In der Einleitung wird statt einer langweiligen Standard-Begrüßung am Beginn der Kernsatz des Gedankengangs als These formuliert. (Zusammen mit der im 2. Satz folgenden Begrüßung dauert dies ca. 1 min.)
- Im Mittelteil wird der vorgetragene Gedankengang in 3 Punkten gegliedert. Für jeden dieser Punkte bleibt ca. 1 min. Zeit. Hier kann nur das wirklich Wesentliche genannt werden!
- Am Ende wird statt einem langweiligen Standard-Abschluss ein aus dem Inhalt abgeleiteter Handlungstipp formuliert. Er weist in die Zukunft (wird also in der Zeitform Futur formuliert) und zeigt einen zukünftigen Nutzen des Gesagten auf. (Dafür bleibt ca. 1 min Zeit.)
Das Nugget-Chart
[Bearbeiten]Ein Nugget-Chart ist ein Tool, mit dem man den persönlichen Einsatz eines am anglo-amerikanischen Standard orientierten Kurzvortrags einüben kann. Es beinhaltet den wirklich wesentlichen Inhalt eines Textes, einer Folienfolge oder eines Themengebietes.
Statt einer traditionellen Überschrift wird ein Header bzw. ein Eye Catcher benutzt, der kurz und prägnant auf das Wesentlichste des Inhaltes hinweist. Damit wird am Beginn der Kerngedanke dargelegt.
Im oberen Teil des Charts wird das Allerwesentlichste, das Zweitwesentlichste und das Drittwesentlichste mit jeweils einem einzigen Satz ausformuliert. (Diese Sätze könnten im Vortrag oder in einem kleineren Text jeweils mit einem eigenen Absatz etwas detaillierter ausgeführt werden.)
Im unteren Teil des Charts werden aus den drei Aussagesätzen zwei konkrete Handlungstipps abgeleitet und auf den Nutzen hingewiesen, das dadurch zu erwarten ist. Da die Folgen erst noch eintreten werden, sind sie in der Zeitform Zukunft formuliert. Beispielsweise: Achten Sie bewusst auf das Einhalten der Teamregeln, so werden Sie in Ihrem Team eine gute Zusammenarbeit bewirken.
Im oberen Teil des Charts werden also drei wesentliche Aussagen über einen Sachzusammenhang erstellt, dessen Fachinhalt woanders mit vielen weiteren Details zur Verfügung steht.
Im unteren Teil jedoch geht es darum, aus diesen Aussagen konkrete Tipps für das eigene Tun abzuleiten. Dabei sind unbedingt auf zu erwartende positive Folgen des eigenen Tuns hinzuweisen.
Abschließend wird der Inhalt der beiden Tipps zu einem gemeinsamen Kern verdichtet und dieser Kern in der Form eines Headers bzw. Eye-Catchers ausformuliert. Diese Formulierung wird dann im Kopf des Charts statt einer Überschrift benutzt. Die im Chart zuerst genannte Formulierung wird also bei der Charterstellung erst zuletzt erarbeitet!
Erstellung eines Nugget-Charts
[Bearbeiten]Ein solches Nugget-Chart wird mit folgenden Arbeitsschritten erstellt:
Phase 1: (Kernaussagen entwickeln)
- Die Grundstruktur bzw. den "roten Faden" des durchzuarbeitenden Inhaltes erkunden
- Die 3 wesentlichen Kernaussagen des Inhaltes herausfiltern
- Kernaussagen nach Bedeutung für das Verständnis priorisieren, die bedeutsamste Aussage erhält Platz 1
- Kernaussagen in jeweils einem Aussagesatz formulieren und auf dem Chart notieren
Phase 2: (Handlungstipps ableiten)
- Einen Kontext/Bezugsrahmen formulieren, in dem die Kernaussagen interpretiert und zu Handlungstipps verarbeitet werden sollen
- mit Bezug zum Kontext aus den Kernaussagen zwei konkrete Handlungstipps ableiten und dabei jeweils eine erwartete Folgewirkung aufzeigen
- Jeden Tipp mit der zu erwartenten Folge in einem Aussagesatz auf dem Chart notieren
- Aus den Tipps einen einzeiligen Eyecatcher/Header erstellen und im Kopf des Charts notieren
Verschriftlichung eines Nugget-Charts
[Bearbeiten]- wiss. schreiben an der FHV
- Sinn des Nugget-Charts
- WORD-Vorlage für den Text
- Vorlage für Texte ohne Abstract
- Text ohne Abstract
- Vorlage für Texte mit Abstract
- Text mit Abstract
Ist das Nugget-Chart wie oben beschrieben erstellt, kann es mit folgenden Arbeitsschritten verschriftlicht werden:
Phase 3:
- (vorangestellter Abstract)
- Ein Aussagesatz ohne Komma über das Hauptthema des Textes formulieren
- Ein Satz über den Kontext/Gesamtzusammenhang notieren, in dem dieses Thema behandelt wird
- Ein Satz mit der wesentlichen Kernaussage des Textes schreiben
- Ein Satz mit dem Kern der abgeleiteten Handlungstipps abfassen
erster Absatz
- die 1. Kernaussage des Charts als ersten Satz des 1. Absatzes benutzen
- den roten Faden diese Aussage mit drei, vier Sätzen weiter ausführen
zweiter Absatz
- die 2. Kernaussage des Charts als ersten Satz des 2. voranstellen
- den roten Faden diese Aussage mit drei, vier Sätzen weiter ausführen
dritter Absatz
- die 3. Kernaussage des Charts als ersten Satz als Beginn des 3. verwenden
- den roten Faden diese Aussage mit drei, vier Sätzen weiter ausführen
vierter Absatz
- den 1. Handlungstipp des Charts als ersten Satz des 4.Absatzes formulieren
- - mit dem Verb (Tuwort) den Satz beginnen (angeben, was zu tun angeraten wird), dieser Satzteil wird in Gegenwart formuliert
- - eine dadurch bewirkte zukünftige Folge angeben, dieser Satzteil wird in Zukunft notiert
- => beispielhafte Formulierung: Benutze eine verständliche Sprach, so wirst Du gut verstanden werden
- den Kerngehalt dieses Tipps mit drei, vier Sätzen weiter entfalten
fünfter Absatz
- den 2. Handlungstipp des Charts als ersten Satz des 5. Absatzes niederschreiben
- - mit dem Verb (Tuwort) den Satz beginnen (angeben, was zu tun angeraten wird), dieser Satzteil wird in Gegenwart formuliert
- - eine dadurch bewirkte zukünftige Folge angeben, dieser Satzteil wird in Zukunft notiert
- => beispielhafte Formulierung: Benutze eine verständliche Sprach, so wirst Du gut verstanden werden
- den Kerngehalt dieses Tipps mit drei, vier Sätzen weiter entfalten
den Header entwickeln
- den 'gemeinsamen Nenner' bzw. die 'Klammer' der beiden Tipps herausarbeiten
- dafür eine (zu) kurze Formulierung erarbeiten
- dem Text voranstellen
Übung zur Verbesserung eines Nugget-Charts
[Bearbeiten]- Sie bilden 3er-Gruppen
- jeder verschriftlicht ein Nugget-Chart
- jeder gibt sein Papier an ein anderes Gruppenmitglied weiter
- jeder füllt liest sich das erhaltene Paper durch und kommentiert es mit diesem Feedback-Bogen
- jedes Gruppenmitglied bekommt sein gelesenes Papert zurück und dazu der ausgefüllte Feedback-Bogen
- jedes Gruppenmitglied überarbetet sein Papier bis zur Fertigstellung.
Das Benotungsverfahren
[Bearbeiten]Die Bewertung erfolgt auf Basis einer skalierenden Punktvergabe mit der leistungsstärksten Arbeit als Referenzpunkt. Sollte eine Arbeit die Bestehensgrenze nicht erreichen, erfolgt eine proportionale Anhebung aller Leistungen, wobei die relativen Abstände konstant bleiben.
Im Bologna-Raum hat eine Benotung nachvollziehbar, dokumentiert und transparent zu sein. Die Punktevergabe hat auf klare Regeln gestützt zu sein. Die Benotung hat leistungsgerecht zu erfolgen, jede Diskriminierung auszuschließen, alle Studierenden gleich zu behandeln und die Bestehensgrenze klar zu regeln.
Die konkrete Benotung erfolgt durch eine regelgeleitete Bewertung auf einer Skala von 0–100 Punkten. Jede erkennbar angewandte Regel ergibt positive Punkte. Die Schwierigkeit der Anwendung der einzelnen Regeln wird durch unterschiedliche Gewichte erfasst. Die leistungsstärkste Arbeit wird absolute benotet (z. B. 85 erreichte Punkte von möglichen 100). Alle Arbeiten werden relativ zur leistungsstärksten Arbeiten gemäß ihrer prozentualen Abstände skaliert. Da die Gewichtung der Regeln in die Bewertung einfließt, spiegelt der Abstand zur besten Arbeit die tatsächliche Leistung (und die Schwierigkeit, diese zu erbringen) recht genau wider. Eine Arbeit, die in einem "schwierigen" Bereich punktet, wird entsprechend mehr gewürdigt. Falls die leistungsstärkste Arbeit nicht die möglichen 100 Punkte erreichen sollte, wird das Leistungsniveau dennoch gerecht abgebildet, ohne unrealistische Volltreffer zu erzwingen. Falls die leistungsschwächste Arbeit unter der Bestehensgrenze von 50 Punkten liegen sollte, wird ein gleichmäßiger Punkteaufschlag auf alle Arbeiten gegeben, sodass die schwächste Arbeit 50 Punkte erreicht, mit „ausreichend“ benotet wird und die Abstände zwischen den Arbeiten konstant bleiben.
Die absolute Benotung der leistungsstärksten Arbeit erlaubt die Vergleichbarkeit mit anderen Kursen zu gleichen und zu anderen Zeiten. Die relative Bewertungaller anderen Arbeiten erlaubt eine verständliche Einordnung der einzelnen Arbeiten in Leistungsspektrum des Kurses. Andere Skalierungsmethoden (z. B. die z-Transformation) sind deutlich schwieriger zu interpretieren. Zugleich hilft die Möglichkeit des Anhebens schwacher Leistungen zur Bestehensgrenze, potentiell unfaire Durchfallerquoten bei schwer kalibrierbaren Prüfungen zu vermeiden. Die Option ist insbesondere bei unterschätztem Schwierigkeitsgrad pädagogisch sinnvoll.
Benotungskriterien für die Verschriftlichung eines Nugget-Charts
[Bearbeiten]Inhaltliche Kriterien
- Beschreibt der Header, um was es im Kern geht?
- Beschreibt der 1. Absatz die allerwichtigste Erkenntnis der Thematik, beginnend mit der 1. Kernaussage des Charts?
- Beschreibt der 2. Absatz die zweitwichtigste Erkenntnis des Themas, beginnend mit der 2. Kernaussage des Charts?
- Beschreibt der 3. Absatz die drittwichtigste Erkenntnis des Sachzusammenhangs, beginnend mit der 3. Kernaussage des Charts?
- Ist der 4. Absatz ein aus 1 - 3 abgeleiteter Handlungstipp, der mit einem Verb (Gegenwart) beginnt und eine erwartete (Zukunft) positive Folge aufzeigt?
- Ist der 5. Absatz ein aus 1 - 3 abgeleiteter Handlungstipp, der mit einem Verb (Gegenwart) beginnt und eine erwartete (Zukunft) positive Folge aufzeigt?
Formale Kriterien
- Hat der Text genau 5 Absätze?
- Haben die Absätze die gleiche Anzahl an Zeilen?
- Haben mindestens die Absätze 1 - 3 eine Quellenangabe?
- Wurden verschiedene Fachquellen benutzt?
- Wurden mehr Fachquellen als im Durchschnitt aller Arbeiten benutzt?
- Ist eine vollständige Literaturliste vorhanden?
- Ist das verschriftlichte Chart in der Arbeit dokumentiert?
Je mehr Fragen zum erstellten Text mit JA beantwortet werden, desto besser ist die erreichte Note. Wird das erforderliche Template nicht benutzt, erfolgt ein Abzug von 10 Punkten von 100 erreichbaren Punkten.
Es können nur Arbeiten benotet werden, auf deren Ausdruck der Name der Autorin bzw. des Autors dokuentiert ist. Ansonsten gilt die Arbeit als anonyme Abgabe und wird zwingend mit ungenügend benotet. Internetquellen, Lehrfolien und Semesterunterlagen werden nicht als Quelle anerkannt.
BITTE UM BEACHTUNG
Abgegebene Arbeiten bekommen in folgenden Fällen zwingend 10 Punkte Abzug von 100 möglichen Punkten:
- Sie sind ohne das geforderte Template erstellt worden.
- Sie enthalten nicht die im Nugget-Chart formulierten 3 Kernaussagen.
- Sie enthalten nicht nummerierte Fußnoten.
- Sie geben nicht die Anzahl an Zeichen inkl. Leerzeichen an.
- Sie enthalten weniger als 2.700 Zeichen (mit Leerzeichen).
- Sie werden zu spät abgegeben.
=> Prüfungsleistungen, auf deren Ausdruck kein Name zu sehen ist, werden gesetzlich zwingend mit 5 bewertet!
(FACH)QUELLEN:________________________________
Wissenschaftliches Arbeiten umfasst immer auch den geübte, nachvollziehbare, inhaltlich passende und korrekte Benutzung von Quellen will, muss daher mit glaubhaften Quellen richtig umgehen können. Zu den anerkannten Quellen für einen wiss. Text zählen vor allem Fachbücher, Artikel in Fachzeitschriften, Aufsatzsammlungen und Konferenzbänden sowie Studien und Forschungsberichte.
Ausdrücklich gelten als nicht geeignete Quellen:
- Wiki-Beiträge
- Texte/Textpassagen aus social-media-Kanälen
- youtube-Beiträge
- Lehrunterlagen
- blogposts
- Passagen aus homepages
FORMATIERUNG BENUTZTER QUELLEN:________________________________
- Quellen werden durch Fußnoten und nicht durch Endnoten angegeben
- Füßnoten werden im Text mit arabischen Ziffern durchnummeriert
- Quellenangaben stehen am Seitenende und erfolgen standardisiert in einem Stil, wobei immer auch die Seitenzahlen anzugeben sind
Durch die Verwendung eines Standardtemplates und der hier angegebenen Angabe von benutzten Quellen wird eine größtmögliche Vergleichbarkeit der abgegebenen Prüfungsleistung erreicht.