Benutzer:O.tacke/2013/gfhf2014

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Die 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung wird sich vom 25. Juni - 27. Juni 2014 mit einem sehr spannenden Thema beschäftigen: Tabus an der Hochschule. Dazu gibt es auch einen entsprechenden Aufruf zu Beiträgen. Ich werde mich daran beteiligen.


Einreichungstext[Bearbeiten]

Was es wissenschaftlichen MitarbeiterInnen schwierig macht, gut zu lehren

Fallbeispiele an der TU Braunschweig

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen an Hochschulen klagen immer wieder über ihre Situation, allerdings selten öffentlich. In ihrer Qualifizierungsphase scheinen die Ängste um die Promotion oder die eigene Karriere zu überwiegen (vgl. dazu etwa Filer (2013), online). Anonym befragt geben jedoch fast 50 % von ihnen an, dissertationsfremde Aufgaben in der Lehre als besonders hohe Belastung wahrzunehmen (vgl. Grühn et al. (2009), S. 45).

Um allerdings auch diese Verpflichtung möglichst gut zu bewältigen, nehmen Personen des wissenschaftlichen Mittelbaus gerne entsprechende Angebote zur Weiterbildung wahr. Diese Erfahrungen machen wir im Projekt teach4TU an der TU Braunschweig, das verschiedene Möglichkeiten bereithält, um sich im Bereich Hochschuldidaktik zu qualifizieren. Klinger berichtet, welche Hürden mitunter schon überwunden werden müssen, um an solchen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen zu können: Einige Lehrende würden Urlaub einreichen oder sich gar krank melden und Seminare heimlich besuchen (vgl. Klinger (2013), S. 42). An uns wird zudem oft herangetragen, dass das Erlernte zwar geschätzt wird, in der Praxis oft aber nicht umgesetzt werden kann. Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen wird es durch verschiedene Rahmenbedingungen schwierig gemacht, gut zu lehren. Eine Diskussion darüber findet jedoch allenfalls hinter vorgehaltener Hand statt.

Ziel dieses Beitrags ist es nicht, diesbezüglich ein repräsentatives Bild über die Lage an der TU Braunschweig oder an deutschen Universitäten zu liefern. Es werden vielmehr exemplarisch Fälle aus der Praxis vorgestellt, um Probleme offenzulegen und die Aufmerksamkeit darauf zu richten. Eine solche erste Auseinandersetzung erscheint mir unerlässlich zu sein, sollen die Schwierigkeiten tatsächlich eingehend analysiert, diskutiert und behoben werden.

Um sich einen Überblick zur Situation zu verschaffen, wird zweistufig vorgegangen. In einem ersten Schritt wurden Ende 2013 wissenschaftliche MitarbeiterInnen dazu befragt, was es ihnen schwierig mache, gut zu lehren. Wiederholt tauchten dabei etwa zu enge Vorgaben durch Vorgesetzte auf. Der Spielraum bei der inhaltlich-strukturellen oder methodisch-didaktischen Gestaltung von Lehrveranstaltungen sei gering oder gar nicht vorhanden. Von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter wurde gar angedeutet, dass eine Kommunikation über Lehre an seinem Lehrstuhl komplett fehle und nicht einmal Bereitschaft vorhanden sei, darüber zu sprechen.

Ausgehend von dieser überblicksartigen Erhebung werden Leitfragen entwickelt, um Anfang 2014 in Einzelinterviews detailliertere Schilderungen dokumentieren und weitergeben zu können. Die Ergebnisse sollen Anhaltspunkte liefern, welche Aspekte stärker untersucht werden müssten, um sie gegebenenfalls bei der Konzeption von Maßnahmen der Hochschulentwicklung stärker zu berücksichtigen.

Quellen


Anmerkungen??? Immer her damit![Bearbeiten]

  • Ist es nicht so, dass nur Leute an solchen Umfragen teilnehmen, die mal ihrem Unmut Luft machen wollen? Jemand bei dem alles i.O. ist wird nicht auf die Headline zur Datenerhebung anspringen. Die Datensätze sind (wie auch nicht gefordert) nicht repräsentativ.
    • Ja, und genau dafür ist die Geschichte gedacht. Es geht darum, genau diese Fälle ans Licht zu holen, die sonst im Verborgenen bleiben und lieber nicht angesprochen werden (sollen). Andererseits zur Repräsentativität, ohne das überbewerten zu wollen: Die erste Erhebung fand mit all denjenigen statt, die an der Abschlussveranstaltung zu unserer Basisqualifizierung teilgenommen haben (rund 20 Leute), siehe Tabus an der Uni – Was es WiMis schwierig macht, gut zu lehren. Das Thema betraf nicht die Minderheit. --O.tacke (Diskussion) 16:02, 8. Jan. 2014 (CET)
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Meine Gedanken dazu[Bearbeiten]

Aspekte, die es wissenschaftlichen MitarbeiterInnen schwierig machen, gut zu lehren
  • Ziel des Beitrags wäre es NICHT, ein repräsentatives Beispiel der Gesamtsituation an deutschen Hochschulen zu liefern, sondern anhand von Beispielen das Ausmaß der Problematik zu dokumentieren, endlich einmal anzusprechen und eventuell Handlungsfelder abzuleiten => Deskriptiver Beitrag
  • Die Lehre steht immer noch hinter der Forschung an, aber dennoch gibt es viele wissenschaftliche MitarbeiterInnen, die bei und Qualifizierungsprogramme besuchen. Problem, das uns immer wieder genannt wird: Prima Sachen in der Weiterbildung gelernt, aber oft auch keine Wertschätzung durch den Chef, keine Ermöglichung/Unterstützung durch den Chef bis hin zu konträren Vorgaben.
  • Die berufliche Situation von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen ist oft... na sagen wir schwierig und ihre gefühlten Handlungsoptionen stark eingeschränkt: Befristung der Verträge, Vorgesetzter = Betreuer der Doktorarbeit = Gutachter der Doktorarbeit, ...
  • Einige wissenschaftlichen MitarbeiterInnen müssen sich für die Weiterbildung in der Lehre Urlaub nehmen, einige melden sich wohl sogar geheim krank.
  • Offen ausgesprochen wird das nicht. Ein Tabu. Hat aber Konsequenzen auf die Hochschullehre und die Akteure der hochschuldidaktischen Weiterbildung.
  • Schritte
    • Sammlung von Problemfeldern durch Befragung von TeilnehmerInnen von Weiterbildungsmaßnahmen (etwa "Was behindert euch daran, gute Lehre nach euren Vorstellungen zu gestalten?" mit Blick auf die Rahmenbedingungen bzw. die Makro- und Meso-Ebene der Lehre). Erledigt: Tabus an der Uni – Was es WiMis schwierig macht, gut zu lehren
    • Ableitung von Leitfragen für Interviews
    • Interviews


Logbuch[Bearbeiten]

Grafisch aufbereitet als Zeitleiste...

29.11.2013[Bearbeiten]

Entschluss gefasst, für die Tagung etwas einzureichen

17.12.2013[Bearbeiten]

Zur Sensibilisierung mit wissenschaftlichen MitarbeiterInnen MindMaps zu der Frage entwickelt, was es ihnen schwierig macht, gut zu lehren.

19.12.2013[Bearbeiten]

Kurze Beschreibung des Vorgehens am 17.12.2013 im Blog veröffentlicht

08.01.2013[Bearbeiten]

Die erste Kontroverse entsteht: Ich darf prinzipiell zur Tabu-Konferenz der gfhf fahren, meinen Abstract soll ich aber "unverbindlicher" machen. Merkt ihr was? Probleme an öffentlich finanzierten Unis öffentlich klar anzusprechen, ist selbst ein Tabu... Kurz diskutiert auf Google+

13.01.2014[Bearbeiten]

Abstract verschickt

27.01.2014[Bearbeiten]

Rahmen/Leitfragen für die narrativen Interviews skizziert. Den/die mache ich im Vorfeld nicht öffentlich, da die TeilnehmerInnen dadurch nicht vorab beeinflusst werden sollen.

28.01.2014[Bearbeiten]

Heute habe ich insgesamt 85 wissenschaftliche MitarbeiterInnen der TU Braunschweig angeschrieben, die an der Basisqualifizierung von teach4TU teilgenommen haben oder gerade teilnehmen. Von ihnen stehen mir hoffentlich viele als PartnerInnen für ein Interview zur Verfügung. Ich habe in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass es um die "Tabu-Tagung" der dgfh geht und auch auf den Blogbeitrag verwiesen, in dem ich die ersten Schritte dokumentiert habe. Außerdem habe ich transparent gemacht, dass ich den Prozess öffentlich begleiten werde (etwa hier im Wiki), sie selbst aber natürlich absolut anonym bleiben werden. Als spätesten Termin für die Rückmeldung habe ich den 7. Februar vorgesehen.

29.01.2014[Bearbeiten]

08.02.2014[Bearbeiten]

17.02.2014[Bearbeiten]

19:40 -- es sollte heute eigentlich die Rückmeldungen zu Annahme oder Ablehnung geben. Leider kam nichts. Geduld ist gefragt.

24.02.2014[Bearbeiten]

  • Die Rückmeldung zu meinem Beitragsvorschlag kam heute mit einer Woche Verspätung. Leider habe ich eine Absage bekommen.
  • Kurzer Blogbeitrag zur Absage
  • TeilnehmerInnen informiert

28.02.2014[Bearbeiten]

Die ersten zwei Termine für Interviews am 20. März und 21. März stehen. Eine Lehrperson hat allerdings auch ihre Bereitschaft zurückgezogen, zur Verfügung zu stehen. Looooift.

21.03.2014[Bearbeiten]

Projekt eingestellt aus verschiedenen beruflichen wie persönlichen Gründen.

Materialsammlung[Bearbeiten]

Situation von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen[Bearbeiten]

Rahmenbedingungen der Hochschule/Hochschuldidaktik[Bearbeiten]

  • Altvater, Peter; Bauer, Yvonne; Gilch, Harald (Hrsg.) (2007): Organisationsentwicklung in Hochschulen, URL: http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200714.pdf (zuletzt abgerufen am 30.11.2013).
  • Huber, Michael (2012): Die Organisation Universität, in: Apelt, Maja; Tacke, Veronika (Hrsg.): Handbuch Organisationstypen, Wiesbaden: Springer, S. 239-252.
  • Jacob, Anna Katharina; Teichler, Ulrich (2011): Der Wandel des Hochschullehrerberufs im internationalen Vergleich, URL: http://www.uni-kassel.de/wz1/pdf/BMBF_Hochschullehrerstudie2011_Druck.pdf (zuletzt abgerufen am 30.11.2013).
  • Klinger, Melanie (2013): Determinanten der Teilnahmebereitschaft an hochschuldidaktischen Qualifizierungsmaßnahmen - Forschungsbefunde und Modellüberlegungen, in: Barnat, Miriam et. al. (Hrsg.): Junge Hochschul- und Mediendidaktik. Forschung und Praxis im Dialog, Hamburg: Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg, S. 37-50.
  • Schomburg, Harald; Flöther, Choni; Wolf, Vera (2012): Wandel von Lehre und Studium an deutschen Hochschulen - Erfahrungen und Sichtweisen der Lehrenden, URL: http://www.hrk-nexus.de/uploads/media/HRK_nexus_LESSI.pdf (zuletzt abgerufen am 30.11.2013).
  • Urban, Diana; Stolz, Katrin (2013): Wohin des Weges, Hochschuldidaktik? Über Profilbildungsprobleme und Perspektiven der Professionalisierung - zwei Dissertationsvorhaben, in: Barnat, Miriam et. al. (Hrsg.): Junge Hochschul- und Mediendidaktik. Forschung und Praxis im Dialog, Hamburg: Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg, S. 9-26.

Auch noch...[Bearbeiten]

  • Spannagel, Christian (2012): Die sieben Todsünden eines Wissenschaftlers, in: Ludwig, Matthias; Kleine, Michael (Hrsg.): Beiträge zum Mathematikunterricht 2012, Münster: Verlag für wissenschaftliche Texte und Medien, .S. 41-48.