Benutzer:O.tacke/QLnext

Aus Wikiversity
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Überblick[Bearbeiten]

Um die "Nachwuchslehrenden" an der TU Braunschweig zu fördern, wurde dort das Programm QL:next ins Leben gerufen. In einer zeitstabilen Gruppe werden wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni in verschiedenen Bereichen geschult, die für den Lehrbetrieb von Bedeutung sind.

Zu den ersten Modulen zählen:

  1. Lehre planen (2 Tage)
  2. Methodenwerkstatt (2 Tage)
  3. Vorlesungen gestalten und Rhetorik (1 Tag)
  4. Fair prüfen (1 Tag)
  5. E-Learning (1 Tag)

Diese werden zum einen ergänzt durch kollegiale Hospitationen, das heißt die Gruppenmitglieder besuchen sich gegenseitig in Lehrveranstaltungen, beobachten diese und geben Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Zum anderen werden mehrere Gruppen- und auf Wunsch auch Einzelcoachings angeboten.

Lehre planen[Bearbeiten]

Das erste Modul fand vom 21.10.2009 bis 22.10.2009 statt und befasste sich mit dem Thema "Lehre planen".

Einbahnstraße und Schlüssel

Am ersten Tag sollten wir ein Bild malen, das zeigt, wieso uns die Fortbildung interessiert und was uns zur Anmeldung bewogen hat. Gegenseitig haben wir uns dann erläutert, was unsere MachKunstwerke aussagen sollen.

Mein erstes Bild zeigt ein "Einfahrt verboten"-Schild, weil Lehre mir oft wie eine Einbahnstraße vorkommt. Der Dozent steht vorne und unterrichtet frontal, hält lediglich einen Vortrag. Eine Diskussion mit den Studenten oder gar unter den Studenten findet viel zu selten statt (von Privatgesprächen nebenbei mal abgesehen). Ein Beweggrund war für mich zu lernen, wie man eine entsprechend anregende Umgebung schafft und mit welchen Methoden man die gewünschte Aktivierung herstellt, die Denkprozesse in Gang setzt und letztlich zur Konstruktion von Wissen führt.

Das zweite Bild zeigt einen Schlüssel, weil Lehrveranstaltungen meiner Ansicht nach viel zu verschlossen sind. Dozenten wissen gar nicht, was und wie ihre Kollegen unterrichten und wollen sich selbst häufig auch gar nicht "in die Karten" gucken lassen - man könnte sich ja eine Blöße geben. Dabei sind viele sicher in der Situation, dass sie an einigen Stellen Probleme haben, zu denen Rat nicht schlecht wäre. Ich habe jedenfalls meine Bereitschaft signalisiert, frei meine eigenen Ideen zu äußern, offen zu sein für Kritik und keine Angst zu haben, mich zu blamieren. Ganz wie ein Ganz wie ein Neuron.

Ähnliche Methoden zum Eisbrechen kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit beim Jugendrotkreuz, wo Seminare vergleichbar abliefen. War für einige eher ungewohnt nach dem Motto "Was, wir sollen hier malen?", aber für mich war das dann doch sehr vertraut und beruhigend - quasi wie ein Heimspiel.

Wir haben in Folge in den beiden mit verschiedenen Methoden verschiedene Themen be- und erarbeitet und auch darüber diskutiert:

  • Welche Grundlegenden Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?
    • Didaktischer Dreisprung
    • 20-Minuten-Regel
  • Was hat Einfluss auf die Lehr-Lernsituation und an was man sich orientieren kann?
    • Lernen mit Herz, Hand und Verstand im Sinne von Pestalozzi
    • TZI-Dreieck
    • Motivation, Überblick, Partizipation, Anforderungsniveau, Anschlussfähigkeit, Eigenaktivität, Reflexion, Selbstwirksamkeit, Transfer
  • Gruppenprozesse bzw. die fünf Phasen nach Tuckman
  • Planungswerkstatt (systematisches Vorgehen bei der Planung einer Veranstaltung)
    • Rahmenbedingungen klären
    • Thema und Titel festlegen
    • Ablaufplanung
    • ...

Die beiden Tage haben wirklich Spaß gemacht und ich habe einige neue Dinge gelernt. So habe ich zum Beispiel durch die Beschäftigung mit den Gruppenprozessen und den Hinweisen unserer kundigen Coaches Claudia Nounla und Björn Kiehne (noch einmal herzlichen Dank!!!) einige Fehler entdeckt, die ich wahrscheinlich begangen habe und auch in weiteren Diskussionen viele Anregungen erhalten, was ich verbessern muss. Außerdem habe ich die Planungswerkstatt gleich dazu benutzt, um meine kurz nach der Fortbildung stattfindende Einführung ins Seminar Praktisch lernen und Gutes tun (vorher schnöde "Nonprofit-Management") komplett umzubauen. Hat hervorragend geklappt. Zwar lief nicht alles nach Plan, aber allein durch die Struktur konnte ich umdisponieren und hatte sogar Zeit, zwischendurch nachzudenken, wie ich in der neuen Situation am besten weitermachen sollte. Die Veranstaltung hat sich auf jeden Fall gelohnt, und ich bin hungrig auf mehr. Freue mich schon, die anderen nächsten Monat wiederzusehen.

Coaching, 1. Sitzung[Bearbeiten]

Aufgeteilt in zwei kleinere Gruppen haben wir am 18.11.2009 unser erstes Coaching bekommen. Was in der Gruppe besprochen wird, soll allerdings vertraulich sein, daher werde ich das auch nicht öffentlich zugänglich machen.

Coaching, 2. Sitzung[Bearbeiten]

Am 27.01.2010 erhielten wir unser zweites Coaching. Wie immer, war es vertraulich, daher wird der Inhalt nicht öffentlich zugänglich gemacht. Dennoch: Man lernt, wie man in einer Gruppe gemeinsam Probleme reflektieren und mögliche Lösungen entwickeln kann.

Methodenwerkstatt[Bearbeiten]

Im zweiten Modul der Fortbildung ging es am 12.02.2010 und 13.02.2010 darum, mit welchen Methoden man

  • Wissen erarbeiten lassen kann,
  • erarbeitetes Wissen präsentieren lassen kann,
  • Diskussionen gestalten kann und,
  • eine anregende Lernatmospähre herstellen kann.

Es wurde eine breite Palette von Werkzeugen vorgestellt, so dass meine erste Erwartung an den Workshop voll und ganz erfüllt wurde. Da die Zeit begrenzt war, erhielten wir zusätzlich eine Ausarbeitung mit vielen weiteren Anregungen. Im Workshop selbst waren dran:

  • Drehen und Wenden
  • Echte Fragen
  • Fishbowl
  • Glückstopf
  • Impulsreferat mit Arbeitsauftrag
  • Infomarkt
  • Lagerfeuer
  • Pro und Contra
  • Placemat
  • Problemorientiertes Lernen
  • Puzzle-Gruppen
  • PQ4R-Methode
  • Sandwichmethode

Sehr schön war, dass wir innerhalb dieser Methoden bekanntes Wissen vertiefen konnten und auch neues hinzugewannen. Meine zweite Erwartung, die Dinge praktisch anzugehen, wurde ebenfalls voll erfüllt: Wir haben die Methoden am eigenen Leibe erfahren und können so viel besser einschätzen, wie sich Lernende in der jeweiligen Situation fühlen. Zu meinen Favoriten zählen der Infomarkt, das Problemorientierte Lernen und auch das Impulsreferat - zu diesen habe ich auch schon die ein oder andere Idee, an welcher Stelle ich sie einsetzen könnte.

Am ersten Tag war ich noch ein wenig erschöpft von den Vortagen (EduCamp in Hamburg, Mathematikseminar in Hagen), aber am zweiten lief es richtig rund. Der Workshop hat mit besser gefallen als der erste - das dürfte aber nicht an den Inhalten oder der Gestaltung gelegen haben, sondern an den gefestigten Strukturen innerhalb der Teilnehmergruppe.

Einige Impressionen vom Workshop lassen sich bei Prezi einsehen.

Vorlesungen gestalten und Rhetorik[Bearbeiten]

Am 04. März fand ein eintägiger Workshop zum Thema "Vorlesungen gestalten und Rhetorik" statt. Ich war vom Berufsalltag ein wenig erschlagen und nicht ganz so motiviert wie sonst. Unter dem Motto "Wie bin ich nur in diese Scheiße geraten?" :-) haben wir beipielsweise diskutiert, was eine gute Vorlesung ausmacht und einige Methoden wiederholt. Für viele war das leider ein wenig uninterressant, da sie sich eher neue Ideen gewünscht hatten. Der zweite Teil beschäftigte sich mit Rhetorik - die viel mehr ist als nur "Redekunst". Es durfte unter anderem praktisch erprobt werden, wie man mit Stilmitteln Interesse wecken kann. Prima durchgeführt, leider war aber nur der Nachmittag dafür eingeplant; definitiv zu wenig Zeit für solch ein Thema.

Extratermin: LdL und das aktive Plenum[Bearbeiten]

Da mehrere Teilnehmer sich gewünscht hatten, mehr Methoden kennen zu lernen - speziell auch für Vorlesungen - wurde am 12. April ein freiwilliger Extratermin angeboten. Per Skype wurde zunächst Jean-Pol Martin zugeschaltet, der die Methode Lernen durch Lehren (LdL) entwickelt hat und für Fragen zur Verfügung stand. Im Vorfeld war das Konzept durch ein Video und zwei Artikel vorgestellt worden. Im Anschluss präsentierte Christian Spannagel die Idee hinter seinem aktiven Plenum, das auch gleich praktisch ausprobiert wurde. Als zusätzliches "Goodie" stellte er Twitter vor und integrierte dieses Werkzeug auch gleich. Da ich an der Planung beteiligt war, hier keine Bewertung :-)

Fair prüfen[Bearbeiten]

Am 21. Mai stand das Thema Fair prüfen auf dem Programm. Inhaltlich wurde zunächst überhaupt der Sinn von Prüfungen diskutiert und unsere persönlichen Erfahrungen damit einbezogen. Als Schwerpunkt wurde dann mittels Videos, durch einen Vortrag und durch eine Diskussion das Thema mündliche Prüfungen behandelt. Höhepunkt des Tages war aber sicher das abschließende Rollenspiel, in dem wir selbst mündliche Prüfungen abgeleistet, abgenommen und beobachtet haben - das hat viel Spaß gemacht :-) Aus Zeitmangel haben wir leider das Thema schriftliche Prüfungen nicht behandelt, aber immerhin gab es nachträglich wenigstens schriftliche Unterlagen dazu.

E-Learning[Bearbeiten]

  • Einführung mit gegenseitigem Vorstellen
  • Nennung und Einordnung von "neuen Medien" in die Bereiche Kommunikation, Inhalt und Organisation.
  • Diskussion zu einzelnen Instrumenten wie Twitter, Stud.IP oder Delicious; für einige Teilnehmer erschlagend viel
  • Praktische Übung in Stud.IP
  • Vortrag zum Thema "Wer sind meine Studierenden"
    • Soziodemografische Daten
    • Vorwissen
    • Lernmotiation
    • Lerndauer
    • Erfahrung und Einstellung
    • Lernorte und Medienzugang
    • Gender und Diversity
  • Gegenseitig gesammelt: Vorwissen über Studierende und deren Hintergründe (wie oben). Praktischer Test einer Gruppe am SmartBoard von SmartTechnologies - ging voll daneben. Hat einfach unsere Aufzeichnungen gelöscht, Bedienung ist nicht gerade intuitiv.
  • Praxisarbeit im Wiki (von Stud.IP)