Benutzer:O.tacke/Zeitschrift fuer E-Learning-2011

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Zeitschrift für E-Learning, Heft 4/2011[Bearbeiten]

Die Zeitschrift für E-Learning hat zu Beiträgen für das offene Themenheft "E-Learning: Aktuelle empirische Forschungsansätze" aufgerufen.

Da ich bisher weder von anderen BWL-Lehrstühlen weiß, die öffentliche Hochschulseminare im Web 2.0 durchgeführt haben, noch empirische Ergebnisse zur Frage der Akzeptanz solcher Veranstaltungen durch die Studierenden kenne, würde ich gerne einen Aufsatz für das Heft schreiben, der wohl in die Kategorie "praktische Erfahrung" fällt, weniger in die eines ausgefeilten theoretischen Modells.

Zur Veranstaltung:

Bis zunächst 04. April habe ich Zeit, ein maximal zweiseitiges Exposé einzureichen. Meine bisherige Ausarbeitung dazu findet sich weiter unten. Die zwei Seiten sind bis auf die letzte Zeile bereits gefüllt; ich habe mich schon schmerzhaft von einigen Aspekten/Details getrennt und auch die Quellenangaben für das Exposé reduziert (später kämen die wieder rein). Für jede neue Nuance, die ich einfügen sollte, müsste also etwas anderes gestrichen werden.

Was haltet ihr von dem Exposé? Seht ihr Verbesserungsbedarf? Genügt der Absatz zur Methodik am Ende? Habt ihr eine gute Idee für einen Titel? Rückmeldungen nehme ich unten dankend entgegen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Der Beitrag wurde leider abgelehnt, da sich der Beitragsaufruf tatsächlich nur auf neuartige methodische/methodologische Überlegungen bzw. deren praktische Anwendungen bezog, die in der Tat im Exposé nicht berücksichtigt sind.

Vorläufiges Exposé[Bearbeiten]

In einem Studium soll neben anderen Kompetenzen auch die Sozialkompetenz gefördert werden. Darunter fällt etwa die Fähigkeit, mit Anderen Aufgaben zu bearbeiten und miteinander Probleme zu lösen; man spricht mitunter von Teamarbeit. Diese ist auch nach dem Studium von Bedeutung, denn Unternehmen messen ihr eine hohe Bedeutung bei und erhoffen sich, durch die Zusammenarbeit verschiedener Personen einen innovativen Mehrwert gegenüber Einzelarbeit zu erzielen (vgl. Busch/Lorenz, 2010, S. 42).

Diese Erwartung scheint auch in der wissenschaftlichen Forschung zu bestehen, wo Probleme immer komplexer werden und oftmals Gemeinschaftsarbeiten erfordern: In den letzten Jahrzehnten hat die Zusammenarbeit bei Forschungsvorhaben in verschiedenen Disziplinen deutlich zugenommen (vgl. exemplarisch Hunter/Leahey, 2008).

Zusätzlich zur Bedeutung von Kooperation und Kollaboration bei der Konstruktion von Wissen gewinnt die Forderung nach Interdisziplinarität und Transdisziplinarität an Bedeutung: Nach Gibbons et al. (2009) müsse man auch in der Wissenschaft die Globalisierung berücksichtigen und die Trennung zwischen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren durchbrechen. Ebenso betont Enkel, es sei in höherem Maße notwendig, transdisziplinär zu arbeiten (vgl. Borchard, 2009, S. 19). Dies gelinge nur, wenn Forscher den Entstehungsprozess des Wissens für eine Vielzahl von verschiedenen Beteiligten öffnen und nicht hierarchisch anlegen.

Aus den genannten Gründen scheint es sinnvoll, in universitären Seminaren das Anfertigen von Gruppenarbeiten nicht nur zu gestatten, sondern vielmehr die Ko-Konstruktion von Wissen bewusst zu fördern und die didaktische Gestaltung der Kurse darauf auszurichten. Zahlreiche Erfahrungen mit Wikis als technischem Hilfsmittel im geschlossenen Einsatz an Universitäten liegen bereits vor (vgl. exemplarisch Ebersbach/Glaser/Heigl, 2005). Speziell die Öffnung von Seminaren für Personen außerhalb der Hochschule bietet jedoch zusätzliche Chancen. So argumentieren etwa Spannagel und Schimpf (2009, S. 15) auf Grundlage ihrer Erfahrungen aus der Didaktik der Informatik, dass in öffentlichen Seminaren einerseits unterstützende Impulse entstehen könnten, andererseits Praxisbezüge möglich wären, die motivierend auf die Studierenden wirken. Aus betriebswirtschaftlichen Disziplinen, existieren jedoch bisher keine Ergebnisse zum Einsatz öffentlicher Seminare im Web 2.0, obwohl in Theorie und Praxis unter dem Schlagwort „Open Innovation“ die Bedeutung der hierarchie- und unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit hervorgehoben wird (vgl. etwa Bartl, 2010). Auch zur Akzeptanz durch die Beteiligten gibt es keine Erkenntnisse.

Im Sommersemester 2010 wurde am Institut für Organisation und Führung der Technischen Universität Braunschweig erstmals ein öffentliches Seminar durchgeführt. Die 13 Studierenden erstellten in einem frei zugänglichen Wiki gruppenweise Seminararbeiten zu Themen aus dem Bereich „Teammanagement“. Ideenbeiträge von Außenstehenden wurden dabei ausdrücklich zugelassen und durch Aufrufe zur Teilnahme auf den Plattformen Twitter und Xing gefördert. Der geplante Beitrag beschreibt einerseits die gewonnenen Erfahrungen aus Sicht des Betreuers, andererseits wird besonders auf die wahrgenommenen Eindrücke der Studierenden eingegangen. Diese hatten nach eigenen Angaben Wikis bisher lediglich zur Beschaffung von Informationen genutzt, nicht aber selbst eigenes Wissen eingebracht oder gemeinsam mit anderen Neues erarbeitet.

Das methodische Vorgehen entspricht im Sinne der Grounded Theory (vgl. etwa Glaser/Strauss, 2010) zunächst einer Erkundung des Feldes, um die theoretischen Erwägungen einer frühzeitigen Überprüfung in der Praxis zu unterziehen. Dabei stand im Mittelpunkt, welche subjektive Wirkung die Öffentlichkeit des Seminars auf die Studierenden hatte: Fühlten sie sich unwohl, weil jeder jederzeit den Stand der Arbeit einsehen konnte? Wurde es grundsätzlich als sinnvoll angesehen, dass unbekannte Außenstehende ihre Ideen beitragen können? Stellte es sich auch tatsächlich als hilfreich heraus? Eine quantitative Erhebung mittels eines likert-skalierten Fragebogens diente zum Ende des Semesters dazu, die Eindrücke der Studierenden zu den genannten Punkten und weiteren Aspekten festzuhalten.

Die ersten Ergebnisse legen nahe, dass Studierende öffentlichen Seminaren durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen und einen Nutzen darin sehen. Tiefer gehende Untersuchungen erfolgen im Sommersemester 2011 und werden besonders die Einbindung externer Beitragender stärker berücksichtigen.

Literatur

  • Bartl, M.: Open Innovation. Der offene Umgang mit Wissen verändert das Innovationsmanagement. Open Journal of Knowledge Management, 1(7); 2010, S. 7-15.
  • Busch, M.; Lorenz, M.: Rezept für Teamerfolg: Mitarbeiter stellen Teams selbst zusammen. IO New Management 34(1), 2010; S. 42-45.
  • Borchard, A.: Kooperation? Eher selten! (Interview mit Ellen Enkel). In: Süddeutsche Zeitung vom 19.10.2009, 66 (240); 2009, S. 19.
  • Ebersbach, A.; Glaser, M.; Heigl, R.: WikiTools. Kooperation im Web. Springer, Berlin, Heidelberg, 2005.
  • Gibbons, M.; Limoges, C.; Nowotny, H.; Schwartzman, S.; Scott, P.; Trow, M.: The new production of knowledge. Sage, London, 2009.
  • Glaser, B. G.; Strauss, A. L.: Grounded Theory, 3. Aufl. Huber, Göttingen, 2010.
  • Hunter, L., Leahey, E.: Collaborative Research in Sociology: Trends and Contributing Factors. The American sociologist 39(4); 2008, S. 290-306.
  • Moody, J.: The Structure of a Social Science Collaboration Network: Disciplinary Cohesion from 1963 to 1999. American Sociological Review 69(2); 2004, S. 213-238.
  • Spannagel, C.; Schimpf, F.: Offentliche Seminare im Web 2.0. In (Schwill, A.; Apostolopoulos, N.; Hrsg.): Lernen im Digitalen Zeitalter – Workshop-Band: Dokumentation der Pre-Conference zur DeLFI2009. Logos, Berlin, 2009; S. 13-20.

Rückmeldungen[Bearbeiten]

  • Die Formulierungen sind sehr stark passiv geschrieben. Dies macht sie weder einfacher zu lesen, noch führt dies dazu, dass ich die Inhalte als objektiver ansehe. Ich wünsche mir hier mehr Ich-Botschaften.
    • Nein, das ist in Ordnung so. Keine Ich-Botschaften in Abstracts zu wissenschaftlichen Artikeln. --Cspannagel 23:27, 6. Feb. 2011 (CET)
      • Es ist durchaus möglich, dass das Lesen von wissenschaftlichen Texten auf mich abfärbt. Normalerweise achte ich darauf, keine unnötigen Fremdwörter oder Anglizismen zu benutzen, vermeide eingeschobene Nebensätze, usw. Vielleicht ist es an der Zeit, mal wieder Wolf Schneider zur Hand zu nehmen. Was die Ich-Botschaften betrifft, sehe ich das auch nicht ganz so eindeutig: Man "macht das so", habe ich ja auch getan, aber ob es daher auch sinnvoll ist? Ich merke gedanklich mal einen Blog-Beitrag vor. In der aktuellen Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft gibt es einen philosophischen Essay zum Thema "Werte in der Wissenschaft". Passt nicht ganz dazu, aber teils schon. --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)
      • Keine Ich-Botschaften in Abstracts zu wissenschaftlichen Artikeln war auch eine Aussage meines Professors Anfang der Jahrtausendwende (Wirtschaftsinformatik, Biethan, Göttingen). Meine aktuelle Professorin (Politikwissenschaftlerein) macht es anders. "I argue..." (Töller: Voluntary Approaches to Regulation - Patterns, Causes and Effects) zitiert nach Handbook of the Politics of Regulations, Cheltenham, Edward Elgar 2011. Ich sehe es also heute als Geschmacksache an.
        • Ja, klar, es ist Geschmackssache. Und insbesondere Geschmackssache derjenigen, die etwas herausgeben. Wenn beispielsweise Herausgeber der Meinung sind, dass sie keine Ich-Botschaften wünschen, damit der Stil in einem Sammelband oder Herausgeberwerk nicht zu sehr uneinheitlich ist, dann ist das ok. Wie es die Herausgeber dieser Zeitschrift handhaben, weiß ich nicht. Aber in der Regel wird es angemahnt. Wenn man selbst einen anderen Stil hat, den man ja durchaus an anderen Stellen ausleben kann, dann muss man sich trotzdem nach den Anforderungen der Herausgeber richten. Im Zweifelsfall dort halt nachfragen.
        • Übrigens bedeutet das Vermeiden der ersten Person keineswegs, dass man stattdessen im Passiv schreiben muss. Zwei Beispiele gibts hier. --Cspannagel 00:44, 9. Feb. 2011 (CET) --Cspannagel 00:40, 9. Feb. 2011 (CET)


  • Der Stellenwert von Gruppenarbeit ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Ich würde im Rahmen des Designs durchaus berücksichtigen, dass dies auch eine Dimension der Internationalität ist.
    • Der Einsatz von Teamarbeit unterliegt kulturellen Einflüssen, stimmt - wie so ziemlich alles. Klar, warum nicht beispielsweise Länder nach Hofstede unterscheiden (Individualismus vs. Kollektuvismus als heißer Kandidat)? Liegt tatsächlich nahe, stinme ich dir zu. Ich könnte auch noch nach der Hierarchieebene unterscheiden (z. B. Führungsteams vs. Montageteams), nach Unternehmensfunktionen (Innovationsteams vs. Verkaufsteams), nach großen und kleinen Unternehmen, nach Branchen, usw. Da wird es überall Unterschiede geben. Teamarbeit ist auch nicht per se besser als Einzelarbeit; bei einfachen Aufgaben würde man mit Gruppenarbeit sicher mit Kanonen auf Spatzen schießen, wenn es nur um die Aufgabenerfüllung geht und nicht auch um den Zusammenhalt der Menschen (meinetwegen Taylor vs. Mayo oder Aufgabenorientierung vs. Mitarbeiterorientierung). Ich argumentiere, dass man bei vielen Probleme der heutigen Zeit allgemein so viele Aspekte berücksichtigen muss, dass selten eine geniale Einzelperson eine Lösung findet. Und auch hier zählt übrigens nicht nur die Aufgabenorientierung. Hunter und Leahey (ich meine, die beiden waren das), haben auch die Gründe für Zusammenarbeit unter Wissenschaftlern erfragt. Ein häufig genannter war schlicht: mehr Spaß. --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Ich wünschte mir eine konkretere Bezeichnung derjenigen Funktionen (genannt war wohl nur Wiki), die Du als Web 2.0 bezeichnest ("Einsatz öffentlicher Seminare im Web 2.0").
    • Würde ich auch nicht zustimmen. Die Leserschaft sollte mit diesen Begriffen mittlerweile etwas anfangen können. --Cspannagel 23:27, 6. Feb. 2011 (CET)
      • Da könnte man sicher präziser sein, stimmt schon. Wikis sind nur eine Teilmenge der webzwonulligen Instrumente. Zum Einsatz kamen jedoch begleitend auch noch mein Blog, Twitter und Xing - das steht im Exposé nicht drin, ein Königreich für eine Seite mehr! --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Denkbar wäre, die von Dir gewählte Form der Zusammenarbeit als Peer-Review im Entstehungsstadium anzusehen. Es ist zu berücksichtigen, dass diese Form der Zusammenarbeit auch negative Aspekte beinhaltet. Ich kann es jetzt nicht mit Zitat belegen, aber dies führt dazu, dass unorthodoxe Herangehensweisen häufig nicht gewählt werden. Durch den Gruppendruck leidet unter Umständen die Kreativität. Dies, so meine ich, müsste auch einer Untersuchung unterzogen werden.
    • Interessanter Aspekt! Wenn dir eine Quelle dazu einfiele, wäre das super! --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)
      • Das Problem wird beschrieben (ua.) im Zusammenhang mit Governance der Wissenschaft von Jochen Gläser / Stefan Lange in Benz und andere: Handbuch Governance - Theoretische Grundlagen und empirische Anwendungsfelder, 1. Auflage 2007, VS - Verlag, Seite 449. Zitat: "Diese Trends verstärken den Druck auf die Wissenschaftler, Risiken zu vermeiden und im Mainstream ihres Fachgebietes zu forschen." Mit "diese Trends" rekurrieren sie auf die Messung von Forschungsleistungen und nennen den Peer-Review als Beispiel. Jetzt habe ich mich natürlich hinsichtlich der (meiner) Fachrichtung offenbart.
        • Habe ich jetzt vorliegen, werde ich auf jeden Fall berücksichtigen, wenn ich den Beitrag erstelle. --O.tacke 09:26, 18. Feb. 2011 (CET)
      • Kenne das Problem auch im Kontext von geteilten Kongnitionen in computerunterstützten Gruppen. Hier neigt man dazu, eher Informationen einzubringen, die von allen anderen ohnehin geteilt werden. Mehr dazu gibt es bei Kopp, Birgitta/ Mandl, Heinz: Verteilte Kognition und ihre Bedeutung für eLearning. In: Baumgartner, P./ Reinmann, G.: Überwindung von Schranken durch eLearning. Innsbruck 2007. S. 109 - 114. Um diese negativen Aspekte zu minimieren, können Aktivitäten helfen, die metakognitives Wissen fördern, sodass ich weiß welches Wissen der andere hat und evtl. benötigt, dieses Wissen also transparent gemacht wird. Soziale Aspekte des Austauschs können ebenfalls förderlich oder hinderlich sein.--Timovt 14:41, 19. Feb. 2011 (CET)
        • Danke! Ja, darauf könnte man auch noch eingehen - in der Betriebswirtschaftslehre benutzt man dafür mitunter den Begriff des transaktiven Wissens (beschäftigt sich einer meiner Kollegen mit: siehe beispielsweise http://www.springerlink.com/content/588hx78564868837/). Ich denke, ich muss aber aufpassen, dass ich nicht zu sehr "zerfasere". --O.tacke 10:56, 20. Feb. 2011 (CET)
          • Danke für die Ergänzung!. Finde es immer gut, das aus mehreren Fachdisziplinen zu beleuchten. Auch bei Deinem Kollegen wird ja von Meta-Wissen gesprochen. Schaue mir das bei Gelegenheit mal an! Zerfaserung sollte man natürlich vermeiden. Fand den Aspekt nur trotzdem zusätzlich spannend.--Timovt 11:28, 20. Feb. 2011 (CET)
  • Durch die von Dir gewählte Herangehensweise ist es nicht zwangsläufig gewährleistet, dass verschiedene Forschungsperspektiven in das Ergebnis eingehen. Wahrscheinlich ist, dass in erster Linie Beteiligte der Seminare zusammen arbeiten, so dass homo ökonomicus weiterhin gegenüber homo sociologicus dominiert, wenn meine Vermutung Deiner Ausbildungsrichtung zutreffend ist.
    • Meine Ausbildungsrichtung, nun ja :-) Ich arbeite zwar in einem BWL-Institut, bin aber von Haus aus Wirtschafts-Informatiker und Mathestudent und passe eigentlich auch nicht so wirklich in die (stereotype) Welt der Kaufleute, würde ich sagen :-) Was den homo oeconomicus betrifft: auch in der BWL gehört der eigentlich längst in die Welt der Fabelwesen (siehe z. B. Simon, Tversky, Kahneman, Ariely, ...), aber so schön plakative Sachen halten sich nicht zuletzt dank der Medien hartnäckig. Zudem kann schlecht jammern, dass jemand nie mit anderen zusammen arbeitet, wenn ich nicht auch die Gelegenheit dazu schaffe. Wenn ich Menschen vom Typ Y (nach McGregor) haben möchte, muss ich sie auch entsprechend behandeln und das fördern. Das mag in der Uni und der Wirtschaft vielleicht noch nicht so verbreitet sein, wird es aber auch nie, wenn nicht mal jemand anfängt. --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Mein Erfahrungswissen zeigt mir, dass die Nachfrage (im Sinne von Beteiligung) an wissenschaftlichen Online - Projekten (außerhalb der Peer-Group) leider nicht übertrieben stark ist. Wann hälst Du die Trennung von wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren für aufgehoben. Ich hänge in diesem Punkt eher Luhmann nach und glaube nicht, dass die verschiedenen binären Codes der Wissenschaft und Gesellschaft sich im Kern aufheben lassen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob dies überhaupt sinnvoll ist. Dies soll allerdings kein Plädoyer gegen wissenschaftliche Inderdisziplinarität sein.
    • Vermutlich werden nie - Vorsicht, plakative böse Zuspitzung - Bild-Leser und Nobelpreisträger zusammen etwas Großes bewegen. So undurchlässig sehe ich die Grenzen aber nicht. In der Astronomie müssten die Wissenschaftler ohne Hilfe von Amateuren auf viele Ergebnisse verzichten, ich bekomme selbst immer wieder Anregungen aus allen Richtungen. Ich glaube, dass ein stärkerer Austausch zwischen Theorie und Praxis, zwischen Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern sinnvoll ist, nicht nur um bessere Ergebnisse zu erzielen, sondern auch wegen einer gesellschaftlichen Komponente. Darum übe ich mich in der öffentlichen Wissenschaft. --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Trotz allem ist dies ein sehr spannendes Projekt. Sollte Dein Aufsatz angenommen werden, würde ich es gern lesen.
    • Danke, sollte da mal irgendwo was draus werden, gebe ich Laut :-) --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Ich finde das Abstract sehr gut geschrieben, bin mir aber nicht sicher, ob es tatsächlich auf die Ausschreibung passt. Der forschungsmethodische Ansatz kommt hier zu wenig raus. Hier solltest du noch ein bisschen nachlegen: Wie hast du die Veranstaltung evaluiert? Welches Forschungsdesign hattest du? usw. - Ich glaube, darauf wird bei dieser Ausschreibung Wert gelegt. (Sie schreiben allerdings auch, dass es sich um ein "offenes" Themenheft handelt.) --Cspannagel 23:27, 6. Feb. 2011 (CET)
    • Möglicherweise habe ich den CfP falsch aufgefasst und habe mich vom expliziten Aufruf an Praktiker ("kritisch reflektierte empirische Studien oder praktische Erfahrungen") ins Bockshorn jagen lassen. Methodisch ist das ne ganz ganz kleine Nummer: Unter anderem durch deinen Artikel kamen Fragen auf, beispielsweise wie sich die Studierenden dabei fühlen und was sie als "Leidtragende" davon halten - spiegelt sich in den Fragen des Exposés wider. Simplen Fragebogen gebastelt, der anhand einer rein deskriptiven Auswertung Anhaltspunkte für tiefer gehendes Design liefert. Im Sinne der Grounded Theory also nix weiter als eine explorative Sensibilisierung im Felde. Sollte ich wohl tatsächlich wenigstens so benennen. Oder ich lasse das hier und gebe Gas für die DeLFI :-) Dilemma bleibt: Mich interessiert das tierisch, aber es bleibt Wochenendprivatvergnügen (bin in der falschen Fachrichtung/am falschen Lehrstuhl dafür) und zahlreiche methodische (da war rückblickend mein Studium grausig) und fachliche Lücken bringe ich ebenso mit (auch falsche Fachrichtung) und muss die Schritt für Schritt stopfen. --O.tacke 10:49, 7. Feb. 2011 (CET)


  • Einen Punkt den man zumindest nach dem Abstract noch einfügen könnte. Das Lernen in Gruppen bietet neben der Nützlichkeit für Teamarbeit im späteren Beruf auch Vorteile für das Lernen selbst. So kann meines Wissens die soziale Verankerung des Lernens für den Lernprozess von Vorteil sein (siehe auch situiertes Lernen). Die Arbeit in einer (offenen) Gruppe, der Austausch mit anderen gehört zusätzlich zu einer wichtigen Lernstrategie (Nutzung interner und externer Ressourcen). Mehr zu dem dahinterliegenden Konzept der Lernstrategien gibt es hier: http://www-campus.uni-regensburg.de/edu1/LIST0/list-konzept --Timovt 14:50, 19. Feb. 2011 (CET)
    • Auch hier ein Dankeschön! Aber ist es beim "Lernen selbst" nicht so, dass Gruppenarbeit per se nicht das Allheilmittel ist? Es gibt meines Wissens "Lerntypen", bei denen funktioniert das Lernen allein besser - Sozialkompetenz mal ausgenommen. --O.tacke 10:56, 20. Feb. 2011 (CET)
      • Das meinte ich. Für das "Lernen selbst" ist die Arbeit in Gruppen förderlich. Allerdings würde ich das nicht mit Lerntypen begründen wollen, da diese a) sehr kritisch diskutiert werden (siehe bspw. bei Stangl und b) der "Selbstlerner" zumindest bei den Lerntypendefinitionen, die ich so kenne nicht vorkommt. Mit Lernstrategien, die auch wichtig für das Selbststudium sind, kann man das m.E. besser begründen.--Timovt 11:28, 20. Feb. 2011 (CET)