Diskussion:Annäherung an eine Kunstdefinition

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Hünsche Idee und Versuch. Der Versuch einer Kunstdefinition klingt für mich aber eher nach exklusivem Wunsch, denn nach Definition. Es bleibt bei Kunst doch immer die subjektive Empfindung. Die subjektive Arbeit. Wenn mein Kopf meint, einen Berg zu Kunst zu erheben, ihn als Zeichen auszuweisen, das nicht zurück in die Natur bedeutet, dann gilt das für mich. Das könnte ich jetzt an jedem Argument ausführen. Ist aber jetzt nicht so wichtig. Man sollte überhaupt in den essentiellen Eigenschaften nicht monolithisch Authoritätsargumente ausstellen, sondern widersprüchliche Aussagen zulassen und aneinander verhandeln. Beispiel: http://29.media.tumblr.com/tumblr_lruwlsiewH1qe4lx7o1_500.jpg Wenn Kunstdefinition denn zumindest Meinungskanon ist, dann sollte die Definition aber nicht mathematisch sein, sondern von jedem sofort verständlich. Wenn ich eine Aussage als Lochkarte herausbringe kann ich mich lange darüber freuen, keinen Widerspruch zu erhalten. Vorschlag: Versuch doch mal eine Geschichte der Kunstdefinition und setze diese Definitionen in den Kontext seiner Zeit. Und dann setze deinen Vorschlag in den Kontext unserer Zeit und versuche, noch immer Beständigkeit zu beanspruchen. Definitionen müssen aus einem Diskurs gefiltert und gelöst werden. 31.16.34.54 09:00, 5. Dez. 2011 (CET) N3MO PS: Der anthropologische Aspekt birgt zudem die Gefahr von chauvinistischem Eurozentrismus. Wenn man so eine Aussage trifft, dass Homo mit dem Eintreffen in Europa intellektuell mutiert ist und Kunst das erste Mal möglich wurde, sollte man -- nein, muss man zwingend, um nicht Ausgelächtert zu werden -- stichhaltige Quellen anbringen :) 31.16.34.54 09:05, 5. Dez. 2011 (CET) N3MO[Beantworten]

"...sollte man -- nein, muss man zwingend, um nicht Ausgelächtert zu werden -- stichhaltige Quellen anbringen:" - WIKIVERSITY ist nicht WIKIPEDIA. In WIKIVERSITY wird nicht abgeschrieben wie in WIKIPEDIA. Hier werden eigene Gedanken vorgestellt. --Hans-Peter Haack (Diskussion) 03:38, 21. Jul. 2012 (CEST)[Beantworten]

Einfügung von fremder Hand im Artikel, dort entfernt und hier platziert[Bearbeiten]

Eine "Grunddefinition" von Peter Hacks aus: Die Maßgaben der Kunst (Unter den Medien schweigen die Musen)

"Die Theorie der Kunst hatte den Namen Ästhetik getragen. Die Ästhetik ist die Wissenschaft von der Kunst und zugleich ihre Technik: sowohl die Beschreibung ihrer Gesetze also als die Anleitung zu ihrer Herstellung. Kunst, weiß die Ästhetik, ist folgender Vorgang. Ein Subjekt (der Künstler, der auf seine Weise die Gesellschaft vertritt) legt einem anderen Subjekt (dem Publikum, das auf seine andere Weise die Gesellschaft vertritt) ein Objekt an die Sinne und ans Herz. Objekt kann eine politische Geschichte sein oder auch nur ein gemalter Pfirsisch. In beiden Fällen wird es vom Künstler falsch wahrgenommen, wobei in dieser Unfähigkeit zur Objektivität etwas wie eine Absicht steckt; der Art vertritt endlich auch der Kunstgegenstand die Gesellschaft und ist auch das Objekt, ohne daß es aufhörte, ein Objekt zu sein, ein Subjekt. Im Kunstzusammenhang verhandelt die Gesellschaft mit der Gesellschaft die Gesellschaft. (Sinn und Ziel der Verhandlung ist das Ideal, will sagen, die bestvorstellbare Weise für das Subjekt Menschheit, wie mit dem Objekt Welt zurande zu kommen. Das nur nebenher). Die Verhandlung erfolgt immer vermittelt über ein anschauliches Gebilde, das Kunstwerk. Das Kunstwerk ahmt den Gegenstand nach. Es hat drei Eigenschaften. Es ahmt ihn ähnlich nach; es ahmt ihn in einer Haltung nach, welche der eigentliche Inhalt des Kunstwerks ist und an der Kunst die Hauptsache, und dann drittens geschickt: so nämlich, daß das Publikum den Wusch habe, es zu genießen. Es ist schön. Damit es diese Eigenschaften nicht verfehle, erfolgt die Nachahmung in einer als zweckdienlich erprobten Form: einer Gattung. Das ist grob und vorläufig gesagt und nicht alles. Als Faustregel, immerhin, reicht es. Keine Kunst verfährt anders. Was für Kunst die Menschen im Lauf der Geschichte erwartet und vor allem erhalten haben, hat sich oft geändert, und alle Kunstwerke sind untereinander verschieden. Aber alle Kunstwerke sind von der Ästhetik erfaßt und fallen unter die obige Bestimmung. Das Wort Ästhetik bildet keine Mehrzahl. Die Ästhetik ist die Theorie der Kunst, und von einem Ding gibt es nur eine Theorie. In unserer – wieso eigentlich unserer? – Gegenwart indes begegnen wir einer Erscheinung, die zu erscheinen nicht das recht hat: einer Ästhetikenschwemme. Man hört ganz auf, die Ästhetik zu betreiben, und beliebt statt derer eine ganze Plage von Ästhetiken. Sie haben Namen wie: Produktionsästhetik, Rezeptionsästhetik, Dokumentarästhetik, Materialästhetik, und so immer fort. Fast keinen dieser Namen versteht man. Mit dem Kauderwelsch wird man keinen Turm baun. Wer um der Verträglichkeit willen versucht, in dem Namenswirrwarr einen Sinn herauszuspüren, könnte die Neuen Ästhetiken für Teillösungen aus Denkschwäche nehmen. Die ermatteten Gehirne des 20. Jahrhunderts, könnte er zu meinen versuchen, reichen nicht hin, das gesamt der Ästhetik zu überblicken, was ja wirklich nicht einfach ist, und blähen, kurzatmig, wie sie sind, deren Teile auf. Statt die ganze Kunst auf den Begriff zu bringen, erzählen sie, was der Künstler tut, was das Publikum tut, was für Rechte und Pflichten dem Objekt zustehn und vielleicht sogar noch, was das Kunstwerk sei. Aber die Neuen Ästhetiken begnügen sich nicht damit, zur Ästhetik beizusteuern. Sie sind es, die sich nicht vertragen. Sie spielen sich auf und gebärden sich, als ob sie selbst wer wären. Das aber geht nicht. Die Neuen Ästhetiken sind entweder in der Ästhetik enthalten (und damit überflüssig) oder nicht enthalten, und dann handeln sie von etwas anderem als von der Kunst. Letzteres ist, was sie tun. …“

Der Sprachaufwand erinnert mich an «Des Kaisers neue Kleider». Wenig Stoff, viel Trara. Wer weiß, wovon er redet, formuliert klarer. --Hans-Peter Haack (Diskussion) 13:58, 20. Apr. 2013 (CEST)[Beantworten]