§1 Das Maximumprinzip für elliptische Differentialgleichungen
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- Sei
mit
ein Gebiet, in dem die stetigen Koeffizientenfunktionen
für
erklärt sind. Weiter sei die Matrix
für alle
symmetrisch. Den linearen, partiellen Differentialoperator zweiter Ordnung
erklärt durch
(1)

- nennen wir elliptisch bzw. degeneriert elliptisch, falls
bzw. 
- für alle
und alle
erfüllt ist. Gibt es Elliptizitätskonstanten
, so dass

- für alle
und alle
richtig ist, so heißt
gleichmäßig elliptisch. Im Falle
bezeichnen wir den reduzierten Differentialoperator mit
.
- I.
sei ein degeneriert elliptischer Differentialoperator auf dem beschränkten Gebiet
mit der Koeffizientenfunktion
.
- II. Es gebe Konstanten
, so dass
(2)
für alle 
- erfüllt ist.
- III. Schließlich sei
eine Lösung des Dirichletproblems
- mit Funktionen
und 
- Behauptung: Dann gibt es eine Konstante
, so dass gilt
(4)

1. Wir betrachten die Hilfsfunktion
mit zunächst noch beliebigem
. Wir berechnen


wobei wir
so groß gewählt haben, dass
erfüllt ist.
2. Mit noch zu fixierendem
erklären wir die Hilfsfunktion

Wegen
in
können wir abschätzen


Wählen wir nun
mit festem
, so folgt
(5)

für alle

.
3. Für
berechnen wir

Nun gilt
sogar für alle
. Wäre dieses nämlich nicht der Fall, so existiert ein
mit
für alle
. Dann gilt

im Widerspruch zu (5). Also folgt

für alle
und alle
. Nach Grenzübergang
ergibt sich schließlich

mit
.
q.e.d.
- I.
bezeichne einen reduzierten elliptischen Differentialoperator auf dem Gebiet
.
- II. Für
sei die Differentialgleichung

- erfüllt und
nehme in einem Punkt
ihr Maximum an, d. h.
für alle
.
- Behauptung: Dann folgt
für alle
.
Wir betrachten die nicht leere, in
abgeschlossene Menge

und zeigen, dass diese Menge offen ist. Da
ein Gebiet ist, folgt durch Fortsetzung die Identität
und somit

für alle

.
Sei also
beliebig gewählt. Dann betrachten wir für beliebiges
mit

die Kugel
vom Radius
um den Punkt
. Offenbar gilt
und
. Wir können also Elliptizitätskonstanten
so angeben, dass
gleichmäßig elliptisch ist. Wäre nun
erfüllt, so gilt die Ungleichung

im Widerspruch zu
. Somit folgt
. Da dies für beliebige
mit
gilt, erhalten wir
mit einem
. Also ist
offen.
q.e.d.
- I. Sei
ein Gebiet und
ein Randpunkt von
, für den folgendes gilt: Es gibt eine Kugel
und eine Funktion
mit
und
, so dass

- erfüllt ist.
- II. Die Koeffizientenfunktionen
seien so gegeben, dass der reduzierte partielle Differentialoperator

- gleichmäßig elliptisch auf
ist.
- III. Die Funktion
genüge der Differentialgleichung
für alle
.
- IV. Schließlich nehme
in
ihr Maximum an, d. h.

für alle

- und für ihre dort existierende Ableitung in Richtung der äußeren Normale
an
gelte

- Behauptung: Dann folgt
für alle
.
Wegen Voraussetzung I kann man eine Kugel
mit einem
und
so bestimmen, dass

richtig ist. Wäre nun
erfüllt, so würde nach dem Hopfschen Randpunktlemma
folgen, im Widerspruch zu Voraussetzung IV. Also nimmt
ihr Maximum im inneren Punkt
an und Satz 2 liefert
für alle
.
- Der lineare elliptische Differentialoperator
heißt stabil, falls es eine Funktion
mit
für alle 
- gibt.
§2 Quasilineare elliptische Differentialgleichungen
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Satz 1 (Eindeutige Lösbarkeit des gemischten Randwertproblems)
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- I. Es sei
ein beschränktes Gebiet. Der Rand
enthalte eine - eventuell leere - Teilmenge
mit den folgenden Eigenschaften:
- a) Die Menge
ist abgeschlossen.
- b) Für alle
gibt es ein
und eine Funktion
mit
und
, so dass gilt

- II. Die stetigen Funktionen
und
seien vorgelegt.
- III. Die beiden Funktionen
und
der Regularitätsklasse
seien Lösungen des gemischten, quasi linearen, elliptischen Randwertproblems
(1)

(2)

(3)

- Dabei bezeichnet
die äußere Normale auf
an
.
- IV. Schließlich gelte
für alle
.
- Behauptung: Dann folgt
für alle
.
Die Funktion

genügt der linearen, elliptischen Differentialgleichung
(4)

die in einer Umgebung von
gleichmäßig elliptisch ist. Weiter erfüllt
die homogenen Randbedingungen

und

.
Wegen Voraussetzung IV gilt für den Koeffizienten

für alle

.
Nach Satz 2 und Satz 3 aus §1 kann
weder in
noch auf
ihr globales Maximum und globales Minimum annehmen. Somit folgt
bzw.

in

.
q.e.d.
Satz 1 (Fourier-Plancherelsches Integraltheorem)
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- Der lineare Operator

- kann stetig fortgesetzt werden auf den Hilbertraum

- mit dem inneren Produkt

- Die Abbildung
besitzt die Umkehrabbildung

- die wiederum stetig auf
fortgesetzt werden kann. Weiter sind
und
isometrische Operatoren auf
, d. h.
für alle 
- und es gilt
für alle
.
Dieser Satz wird später bewiesen.
- Wir nennen den Operator
die Fouriertransformation und
die inverse Fouriertransformation.
- Die Funktion

- nennen wir die Kernfunktion der Wärmeleitungsgleichung.
Satz 2 (Parabolisches Maximum-Minimum-Prinzip)
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- Sei
eine Lösung der Wärmeleitungsgleichung

- Dann folgt

Durch eine Anwendung auf die Hilfsfunktionen

und

erhält man sofort die Behauptung.
q.e.d.
Satz 3 (Eindeutigkeitssatz für die Wärmeleitungsgleichung)
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- Gegeben sei die beschränkte, stetige Funktion
. Dann gibt es genau eine beschränkte Lösung
des Anfangswertproblems für die Wärmeleitungsgleichung zu dieser Funktion
, d. h.
(1)

(1)
in
,
(1)

(1)

Seien
und
zwei Lösungen von (1), so setzen wir

Für die Funktion

gilt dann
(2)

in

,
(2)

(2)

für alle

.
Wir wählen nun Zahlen
sowie
und erklären zu der Kugel
den parabolischen Zylinder
![{\displaystyle B_{R,T}:={\Bigl \{}(x,t)\in \mathbb {R} ^{n}\times \mathbb {R} _{+}:x\in B_{R},t\in (0,T]{\Bigr \}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/3032f8ce2d2d0ff6246b7d6727a820197b0c55f0)
mit dem parabolischen Rand
![{\displaystyle \Delta B_{R,T}={\Bigl \{}(x,t)\in {\overline {B_{R}}}\times [0,T]:x\in \partial B_{R}{\text{ oder }}t=0{\Bigr \}}.}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/e7b349d394d3f6fb3e5cdd5e12a95f05202916f4)
Auf
betrachten wir sowohl die Lösung
des Problems (2) als auch die Funktion
(3)

Die Funktion
genügt der Differentialgleichung

und auf dem parabolischen Rand gilt

Anwendung des parabolischen Maximum-Minimum-Prinzips liefert nun
(4)

Lassen wir nun
in Formel (4) streben, so folgt
![{\displaystyle w(x,t)=0,\quad x\in \mathbb {R} ^{n},\quad t\in (0,T]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/f3af3cf1e542ca929920e75d8d46d28240806250)
mit beliebigem
. Somit haben wir
bzw.
in
.
q.e.d.
- Sei
eine nicht konstante Funktion, für welche die Menge

- nicht leer ist. Wir nennen
eine charakteristische Fläche für die Differentialgleichung
(1)

- falls die zugehörige quadratische Form
(2)
:=\sum _{j,k=1}^{n+1}a_{jk}(y){\frac {\partial \varphi }{\partial y_{j}}}(y){\frac {\partial \varphi }{\partial y_{k}}}(y),\quad y\in \Omega }](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/d2af736239b66f8be02d2bbec55002063cbd726f)
- die Bedingung
für alle 
- erfüllt. Andererseits heißt
nicht charakteristische Fläche, wenn gilt
für alle
.
- Im Falle
sprechen wir von charakteristischen bzw. nicht charakteristischen Kurven.
- Zu dem Gebiet
und Zahlen
betrachten wir die Dose

- Wir erklären den d'Alembert-Operator
durch
(3)

- für
. Dabei ist
eine feste positive Konstante (welche im physikalischen Kontext die Lichtgeschwindigkeit darstellt).
Satz 1 (Energieabschätzung für die Wellengleichung)
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- Der Punkt
mit dem zugehörigen Kegel

- sei gegeben. Weiter sei
eine Lösung der homogenen Wellengleichung
(4)
in
.
- Hierbei ist
ein nicht negatives, stetiges Potenzial auf
.
- Dann gilt für alle
die Energieungleichung
(5)

1. Mit Hilfe der Transformation
ziehen wir uns auf den Fall
zurück. Die Koeffizientenmatrix des d'Alembert-Operators hat dann die Form
(6)

Für
betrachten wir die Dose

dessen Rand
aus den drei Hyperflächen
und
besteht. Dabei ist
eine charakteristische Fläche für die Differentialgleichung (4) mit der äußeren Normale


Für die Flächen

bzw.

erhalten wir die äußere Normale


2. Wir multiplizieren nun (4) mit
und berechnen
(7)

![{\displaystyle ={\frac {\partial }{\partial t}}{\Bigl [}(u_{t})^{2}{\Bigr ]}-2\operatorname {div} _{x}\,(u_{t}\nabla _{x}u)+2\nabla _{x}u_{t}\cdot \nabla _{x}u+2q(u_{t})^{2}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/eddfc435f771c1b79061126d627aa44d953cb840)
![{\displaystyle ={\frac {\partial }{\partial t}}\left[|\nabla _{x}u(x,t)|^{2}+\left|{\frac {\partial }{\partial t}}u(x,t)\right|^{2}\right]+\operatorname {div} _{x}\,(-2u_{t}\nabla _{x}u)+2q(u_{t})^{2}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/c08b8a839f023f390e8028ddb54213ca4fefec68)
für
. Integrieren wir (7) mit Hilfe des Gaußschen Satzes über die Dose
, so erhalten wir




Es ist nämlich
nicht negativ und es gilt

auf
. Es folgt also

q.e.d.
Satz 2 (Eindeutigkeit des Cauchyschen Anfangswertproblems für die Wellengleichung)
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- Die Voraussetzungen von Satz 1 seien erfüllt und
genüge zusätzlich den homogenen Cauchyschen Anfangsbedingungen
- Dann folgt
auf
.
Aus den Anfangsbedingungen (8) lesen wir ab

und die Energieabschätzung aus Satz 1 liefert

für alle

.
Somit folgt
auf
und daher
. Wiederum aus (8) erhalten wir schließlich

in

.
q.e.d.
§5 Die Wellengleichung im
für 
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- Zu vorgegebenen Funktionen
und
stellt die Funktion
(1)

- die eindeutig bestimmte Lösung des Cauchyschen Anfangswertproblems für die eindimensionale Wellengleichung
dar.
- Sei
gegeben. Wir nennen die Funktion
(2)

- den sphärischen Integralmittelwert von
über die Sphäre

- Zu vorgegebenem
mit
gehört die Funktion
der Regularitätsklasse
an und es gelten die folgenden Aussagen:
- a)
für alle
.
- b)
für alle
.
- c)
für alle
.
- d)
im
.
a) Aus (2) ersehen wir
und

für alle

.
b) und c) Ebenfalls aus (2) lesen wir sofort ab
und Differentiation liefert
für alle
.
d) Wir führen auf der Sphäre
Polarkoordinaten ein:

Nach Kapitel I, §8 wird der Laplaceoperator in diesen Koordinaten zu

wobei
den Laplace-
Beltrami-Operator auf der Sphäre
bezeichnet. In Kapitel I, §8 haben wir die Symmetrie von
auf
nachgewiesen. Wir erhalten damit für alle
und
die Gleichung




denn
. Also ist die Darbouxsche Differentialgleichung für alle
und
erfüllt. Da diese invariant unter der Spiegelung
ist, bleibt sie gültig für alle
und
.
q.e.d.
- Es seien Funktionen
und
vorgegeben. Dann wird das Cauchysche Anfangswertproblem
für die dreidimensionale Wellengleichung eindeutig gelöst durch die Funktion
(3)

- für
.
1. Gemäß Satz 2 für den Fall
erfüllt die Funktion
die Darbouxsche Differentialgleichung

Multiplikation mit
liefert

Wir betrachten nun die Funktion

mit
. Diese genügt der Wellengleichung
(4)

im

und erfüllt die Anfangsbedingungen
(5)

für alle

.
2. Wie in Teil 1 des Beweises sieht man, dass die Funktion

der Wellengleichung
im
genügt. Ferner gilt
. Wir betrachten nun die Funktion



Auch
erfüllt die Wellengleichung und wir haben die Anfangsbedingungen


für alle
.
3. Mit


für
erhalten wir eine Lösung der Wellengleichung und wegen (5) und obigen Anfangsbedingungen genügt
den Anfangsbedingungen

Verwenden wir nun die Substitution
, so folgt für alle
die Identität

q.e.d.
§6 Die Wellengleichung im
für 
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