Kurs:E-Marketing 2/Themenseite/Twitter als Marketinginstrument

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Einleitung[Bearbeiten]

Twitter (von englisch Gezwitscher) ist eine Social Media Anwendung in dem Bereich Mikroblogging, sie ermöglicht den Nutzern Einträge von einer maximalen Zeichenanzahl von 140 Zeichen online abzuspeichern und diese damit für jeden Menschen online einsehbar zu machen. Was Twitter von anderen Social Media Anwendungen unterscheidet, ist dass Twitter als enduser-device keinen Computer benötigt sondern ein simples Mobiltelefon über die Sms-Funktion als Eingabegerät reicht. Dadurch ist Twitter für wesentlich mehr Menschen nutzbar als alle bisherigen Sozial Media Anwendungen.

Twitter war 2006 ursprünglich als Kommunikationsdienst einer in San Francisco ansässigen Podcasting-Firma Namens Odeo konzipiert, doch sehr bald zeichnete sich das Potenzial des Produktes ab und wurde noch im selben Jahr von der Firma Obvious vermarktet. Um den Unternehmenserfolg darzustellen und nicht zu sehr ins Detail zu gehen, sind hier ein paar aktuelle Zahlen die am 9. September, 2011 von Twitter veröffentlicht wurden. Twitter hat derzeit 100 Millionen aktive Nutzer von denen allerdings nicht alle aktiv bloggen. 50 Millionen User loggen sich täglich ein und die Zahl der täglichen Tweets beträgt durchschnittlich 230 Millionen.

Um diese Einleitung abzuschließen bleibt noch zu klären wie Twitter Geld verdient, da der Dienst frei verfügbar für jeden Menschen weltweit nutzbar ist und Twitter auch lange ohne Werbeeinnahmen auskommen musste (2008 verkaufte Twitter keine Werbung und erzielte keinerlei Einnahmen)[1], war hier die Kreativität der Geschäftsleitung gefragt. Da es sich bei Twitter um einen Wegbegleiter des großen Social Media-player Facebook handelt und das Potential früh genug erkannt wurde, konnte sich Twitter über langfristige Investitionen von verschiedensten Seiten, finanziell gut aufstellen.

Das finanzielle Potenzial das in Twitter steckt, kann man sehr schön an dem Beispiel des letzten Großinvestors zeigen, der bei Twitter eingestiegen ist. Ende 2011 stieg der saudische Milliardär Alwaleed bin talal bei Twitter ein und erwarb mit einer Investition von 300 Millionen US Dollar eine Beteiligung von 3,8 Prozent. Der Gesamtwert des Unternehmens beträgt heute ca. 8 Milliarden US Dollar.[2]


Social Media[Bearbeiten]

Der Begriff "Social Media" oder "Soziale Medien" steht für Beiträge in Form von Texten, Bildern, Videos oder Audiodateien, die von Personen über Onlinemedien veröffentlicht werden. Diese veröffentlichten Beiträge bieten die Möglichkeit einer sozialen Interaktion von Personen in einer virtuellen Gemeinschaft oder mit der Allgemeinheit. Social Media dient dazu, Informationen über das Internet anderen Teilnehmern zugänglich zu machen oder miteinander zu kommunizieren.

Beispiele für Beiträge in Onlinemedien:

  • Text-Informationen in Weblogs, Wikis, Foren
  • Fotos auf Plattformen, Fotos in sozialen Netzwerken, Blogs, Communities
  • Videos auf Portalen, Videos in sozialen Netzwerken
  • Applikationen auf Webseiten, in sozialen Netzwerken etc.

Social Media ermöglicht eine Kommunikationsbeziehung zwischen vielen Sendern und Empfängern, sogenannte n:n-Medien, im Unterschied zur klassischen 1:1-Kommunikation. Diese Mehrwegkommunikation versetzt den Mediennutzer in die Rolle des Informationssenders und -empfängers, wo Rezipienten selbst aktiv werden können und Beiträge veröffentlichen können.[3]

Social Media Marketing[Bearbeiten]

Social Media Marketing bezeichnet den zielorientierten Einsatz von Social Media im Marketing. Dieses Form des Marketings nutzt die Vorteile der n:n-Kommunikation im Web und die aktive Beteiligung der Nutzer, um die Marketingziele des Unternehmens zu erreichen. Das Ziel von Social Media Marketing besteht in der Kommunikation des Unternehmens mit der Zielgruppe mittels Social Media, um eine langfristige Beziehung mit den Kunden aufzubauen. Durch Social Media können World-of-Mouth-Effekte erzeugt und Inhalte über ein Unternehmen viral schnell verbreitet werden. Daher ist das Unternehmen bestrebt, die sozialen Medien in gewissen Grad zu beeinflussen und positive World-of-Mouth-Effekte zu verstärken und negative Nachrichten durch das Engagement zu minimieren. Einsatzfelder des Social Media Marketings:

  • Die Kommunikation mit den Kunden mit Fokus auf Erreichung der Marketingziele.
  • Die Beeinflussung der Zielgruppe zur Erzielung von gewünschten Handlungen.
  • Die Nutzung von Social Media Marketing für die Marktforschung.[4]

Typologie und Aktivitäten von Social-Media-Nutzern[Bearbeiten]

Der Erfolg von Social Media ist auf die aktive Teilnahme ihrer Nutzer zurückzuführen. Der Grad der Nutzung von Social Media kann stark variieren, weshalb eine Einteilung in verschiedene Typen der Social-Media-Nutzer möglich ist.

Creators: "Erschaffer"[Bearbeiten]
  • Erstellen eigene Blogs und eigene Homepages
  • Laden eigene Videos und Audio-Dateien auf Webseiten
  • Verfassen und Veröffentlichen Artikel
Critics: "Kritiker"[Bearbeiten]
  • Kommentieren die Blogs anderer
  • Beteiligen sich an Online-Foren
  • Beteiligen sich an veröffentlichten Aritkel
  • Kommentieren von Bewertungsseiten von Produkten und Services
Collectors: "Sammler"[Bearbeiten]
  • Ergänzen von Tags und Fotos auf Webseiten
  • Befürworten ("voten" für) von Online-Webseiten
Joiners: "Mitglieder"[Bearbeiten]
  • Pflegen eigene Profile auf Sozialen Netzwerk-Seiten
  • Besuchen von Webseiten anderer Nutzer
Spectators: "Zuschauer"[Bearbeiten]
  • Lesen in Blogs anderer Nutzer
  • Hören von Podcasts anderer Nutzer
  • Lesen in Online-Foren und auf Bewertungsseiten
  • Schauen Videos anderer Nutzer an
Inactives: "Inaktive"[Bearbeiten]
  • Nichts von dem oben erwähnten, keine Nutzung von Social Media

Gründe für eine aktive Teilnahme an Social Media liegen am Wunsch der sozialen Interaktion mit anderen Nutzern, am Knüpfen von Kontakten mit anderen Nutzern, am Aufbau von Wissen und Spaß an der Beteiligung an Social Media.[5]

Formen von Social Media[Bearbeiten]

Aufgrund der hohen Dynamik des Medienumfeldes gibt es zahlreihe Erscheinungsformen von Social Media. Zu den bekanntesten Erscheinungsformen von Social Media zählen Wikis, Weblogs, Mikroblogs, Podcasts, Soziale Netzwerke, Social-Bookmarking-Dienste, Bewertungsseiten und Foto- und Videosharing-Dienste.[6]

Weblogs[Bearbeiten]

Der Begriff Weblog, auch Blog genannt bezeichnet ein Tagebuch, das eine einzelne Person oder mehrere Personen, sogenannte "Blogger" im Web führen, indem sie chronologisch sortierte Beiträge auf einer Webseite verfassen. Das Führen dieses Tagebuchs von den "Bloggern" wird als "bloggen" bezeichnet. Die Tagebuch- oder Blog-Einträge können von den Lesern der Webseite unmittelbar kommentiert werden. Der Vorteil von Weblogs gegenüber klassischen Medien ist die Schnelligkeit und Direktheit der Verbreitung von Informationen. Um Beiträge verschiedenen Themen zugeordnen zu können, werden sogenannte Tags klassifiziert. So können jedem Beitrag beliebig viele Kategorien zugewiesen werden.[7]

Es gibt zwei Arten von Blogs:

  • Private Blogs: Blogs, die von Privatpersonen geführt werden
  • Corporate Blogs: Blogs, die von Unternehmen betrieben werden.

Unternehmen nutzen Corporate Blogs, um Informationen und Neuigkeiten zu verbreiten, Feedback von Kunden zu erhalten und als Kundenservice um mit Kunden zu kommunizieren. Corporate Blogs sollen das Vertrauen in das Unternehmen oder die Marke stärken, das Unternehmen transparenter machen und eine emotionale Nähe zwischen Kunden und Unternehmen schaffen. [8]

Mikroblogging[Bearbeiten]

Eine Variante von Weblogs sind Mikroblogs. In Mikroblogs werden kurze Textnachrichten, ähnlich einer SMS-Textnachricht, veröffentlicht. Die Anzahl der Zeichen pro Nachricht und der Nachrichten sind begrenzt und können entweder privaten oder öffentlichen Nutzern zugänglich gemacht werden. Die Textnachrichten werden wie ein Weblog chronologisch sortiert auf einer Webseite dargestellt. Der weltweit größte und bekannteste Mikroblogging-Dienst ist Twitter.[9]

Twitter[Bearbeiten]

Twitter ist ein Micro-Blogging-Dienst, der 2006 in San Francisco gegründet wurde, bei welchem Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen online, per Sms oder per E-Mail versendet werden können. Jene Textnachrichten, auch Tweets genannt, sind kostenlose Nachrichten, die auch Links zu anderen Webseiten und Videos enthalten können. Übersetzt heißt Twitter "Gezwitscher" oder "Geschnatter" und ermöglicht eine Kommunikation in Echtzeit. Als "Follower" werden Personen bezeichnet, die Textnachrichten eines Autors abonnieren und als "Twitoshpere" wird die ganze Community bezeichnet, die auf Twitter Nachrichten veröffentlicht und liest. Das Kommentieren von Beiträgen, Antworten oder Weiterleiten auf Tweets wird als "Reply" oder "ReTweet" bezeichnet. Voraussetzung fürs Twittern ist das Eröffnen eines Accounts auf, das man entweder personenbezogen oder sachbezogen, für ein Unternehmen, erstellen kann.[10][11][12]

Twitter für Anfänger[Bearbeiten]

Um eine kleine Einführung in die Funktionsweise von Twitter zu geben, werden hier einige Sreenshots gezeigt und das Userinterface erklärt.


Die Anmeldung bei Twitter ist kinderleicht, das einzige was man außer einem funktionierenden Internet Zugang benötigt, ist eine E-Mail Adresse. Ein einfaches Modem sollte genügend Leistung mit sich bringen, um das problemlose Tweeten zu ermöglichen. Ist die Anmeldung geschehen, kann es auch schon los gehen. Zu Beginn wird man mit einer Reihe von Interessensvorschlägen dazu gebracht, seine ersten Tweets zu "follown" und erhält somit in den ersten Minuten eine recht gute Einführung in das Medium. Hat man diese Vorauswahl getroffen, so wird man automatisch zur Startseite weitergeleitet. Startseite

Die Startseite teilt sich in vier Hauptbereiche auf: Oben links sehen wir unser Profil, es zeigt uns und anderen Usern gewisse Eckdaten unseres Accounts. Hier kann man Informationen darüber finden, wie viele Tweets von diesem Account verfasst wurden, wievielen Tweetern der Account followed und wieviele Follower dieser Account besitzt. In diesem Zusammenhang will ich kurz noch einmal auf einige Ausdrucksweisen eingehen die zum Verständnis der Thematik von Nöten sind. Wenn wir davon sprechen, dass ein Account Tweets followed, dann meinen wir damit dass auf diesem Account alle Tweets, die von einem Account gesendet werden der gefollowed wird, auf der Startseite unter der Kategorie "Updates" abrufbar und lesbar sind. Wenn wir von Followern sprechen, meinen wir damit die Leute, die unserem Account oder anderen Accounts follown, und damit alle unsere Tweets wiederum auf ihren Startseiten abrufen können.

Als zweiten Teil der Startseite bietet Twitter den Usern eine Auswahl an Tweets denen man folgen könnte, sie setzt sich aus den erfragten Daten und den zuvor gewählten Tweets zusammen. Bei unserem Probeaccount wurde uns hier Frank Elstner aus unerklärlichen Gründen vorgeschlagen. Darunter finden sich dann die weltweiten Trends, in der Tweeter in verschiedenen Rubriken ihre Tweets in öffentliche Chatrooms schreiben können.

Auf der rechten Seite befinden sich die zuvor erwähnten Updates, die uns immer die neuesten Tweets der Accounts liefern die wir follown.


@Verbinde

Unter der Rubrik @Verbinde bietet Twitter seinen Usern Möglichkeiten, mit anderen Accounts zu interagieren und zum Beispiel Tweets zu verfolgen oder auf Tweets reagieren zu können, die dich selber oder deinen Account betreffen. Diese Funktion ist besonders für Businessuser interessant und für PRM im Bezug auf Twitter äußerst hilfreich.


#Entdecke

Hinter #Entdecke verbirgt sich eine Ausführlichere Ausarbeitung der möglichen Auswahl an Tweets denen man folgen könnte. Hier werden unter Geschichten, Themengruppen zusammengefasst und alle dazugehörigen Tweets abgebildet. Dies ermöglicht es eine Grundordnung in dem schier endlosen Fluss an Tweets zu bekommen und ist bei ca 230 Millionen Tweets täglich auch sehr sinnvoll. Des Weiteren lassen sich die Tweets unter "Kategorien durchsuchen" nach Musik, Unterhaltung, Sport und vielen weiteren unterscheiden.

Text

Unter Einstellungen kann man seinen Account benutzerspezifisch einrichten und verändern. Nicht nur die Sicherheitsvorkehrungen, das Profil und das Design spielen dabei eine Rolle, vor allem kann man Mobiltelefone an einen Account linken und damit alle Tweets direkt auf dem Handy empfangen und senden, was auch das wirklich revolutionäre an Twitter ausmacht.

Twitter als Instrument des Marketings[Bearbeiten]

Möglichkeiten und Chancen[Bearbeiten]

Informationsverbreitung und Steigerung der Bekanntheit[Bearbeiten]

Unternehmen können Twitter als Marketinginstrument nützen, um Informationen und Werbung an die Kunden zu bringen und Twitter als Kommunikationsinstrument einzusetzen. Da Twitter als Instrument zur schnellen Verbreitung von Informationen dient, können Unternehmen ihre Kunden jederzeit und mehrmals am Tag mit neuesten Informationen und aktuellen Produktangeboten versorgen. Da zahlreiche Unternehmen auf Twitter um die Aufmerksamkeit der Kunden kämpfen, werden spezielle Produktangebote nur auf Twitter für die Follower angeboten..[13] Zahlreiche Informationen über das Unternehmen, die Marke oder die Produkte können über Twitter veröffentlich werden und somit zur schnelle und breiten Bekanntheit des Unternehmens oder der Marke beitragen. Je häufiger Beiträge über ein Unternehmen getwittert werden, desto eher steigt der Bekanntheitsgrad des Unternehmens, der Marke oder der Produkte.[14] Daher ist es besonders wichtig, dass das Unternehmen häufig neue Informationen, Neuigkeiten oder wechselnde Angebote den Kunden über Twitter vermittelt. Um eine Informationsüberlastung zu vermeiden, sollte das Unternehmen besonders auf die Qualität der Mitteilungen achten und der Umfang eines Twitter-Beitrages sollte eher prägnant sein, um den Kunden schnell mit den wichtigsten Informationen zu versorgen.[15]

Imagepflege[Bearbeiten]

Beteiligt sich das Unternehmen aktiv auf Twitter, kann es dazu beitragen, das Image des Unternehmens positiv aufzubauen und zu erhalten. Auch durch virales Marketing oder „Online-Mundpropaganda“ der Kunden auf Twitter kann nicht nur die Bekanntheit der Marke gesteigert werden, sondern auch das positive Image eines Unternehmens erhalten bleiben. Das Engagement des Unternehmens auf Twitter kann von den Kunden im Bereich der fachlichen Kompetenz, der Offenheit und emotionalen Nähe des Unternehmens zu den Kunden positiv empfunden werden und somit zur Steigerung des positiven Image beitragen. Negatives Image kann durch die Präsenz und das Engagement des Unternehmens auf Twitter bekämpft werden und die Meinung der Kunden bezüglich des negativen Images korrigiert werden.[16][17]

Beziehungspflege/Kundenbindung[Bearbeiten]

Twitter als Echtzeit-Kommunikationsinstrument ermöglicht dem Unternehmen mit seinen Kunden direkten Kontakt, bei welchem die Kundenbindung gefestigt werden kann. Durch die soziale Interaktion mit den Kunden wird die Beziehung gestärkt und der Kunde kann vom direkten Kundenservice profitieren.[18] Dieser Kundendialog beinhaltet das Beantworten von Fragen, Feedback auf Tweets, Tipps und Hilfestellungen, sowie kundenspezifische Angebote und Leistungen.[19]

Innovationsmanagement[Bearbeiten]

Das Feedback von Kunden auf Produkte und Dienstleistungen kann vom Unternehmen als Verbesserungsvorschlag in die Prozesse eingebaut werden. So können mit Hilfe von Twitter-Beiträgen Produkte oder Dienstleistungen nach Kundenwünschen verbessert oder verändert und Ideen in die Entwicklungsprozesse eingebunden werden. Die direkte Kommunikation mit dem Kunden kann dem Unternehmen helfen, die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zu verstehen und die angebotenen Leistungen zu individualisieren, verbessern oder zu ergänzen. Auch die Kommunikation unter den Kunden auf Twitter kann dem Unternehmen neue Erkenntnisse bringen..[20]

Twitter als Verkaufskanal[Bearbeiten]

Die Marketingaktivitäten, der direkte Dialog mit den Kunden und die virale Verbreitung von Information über Twitter kann nicht nur zur Bekanntheitssteigerung des Unternehmens, sondern auch zu Umsatzerhöhungen führen und Kaufimpulse auslösen. Die Werbung, die exklusiven Angebote und das Eingehen auf Feedback auf Twitter seitens der Unternehmen binden die Kunden und locken neue Kunden an, was zu wachsenden Umsätzen führen kann.[21]

Twitter als Instrument des Personalmarketings[Bearbeiten]

Für Jobsuchende und Jobanbieter bietet Twitter zahlreiche Möglichkeiten. Die Twitter-Profile bieten Informationen über die jobsuchenden Bewerber und die jobanbietenden Unternehmen, die vielseitig verwendbar sind. Stellenanzeigen werden von Unternehmen auf Twitter angeboten oder über Links auf Twitter beworben. Auch die Kommunikation unter den Followern kann zur Informationsgewinnung und –verbreitung verwendet werden. So kann auf indirektem Weg Werbung für Karrieremessen und Unternehmensveranstaltungen verbreitet werden. Die Vorteile des Personalmarketings über Twitter für die Unternehmen liegen in den kostenlosen Stellenausschreibungen, den geringen Such- und Kontaktaufnahmekosten.[22]

Risiken und Grenzen[Bearbeiten]

Der Erfolg von Viralmarketing und Marketingaktivitäten auf Twitter hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Erfolgsmessung ist schwierig, wenn nicht fast unmöglich in Zahlen zu fassen. Daher ist der Gewinn einer viralen Kampagne subjektiv wahrnehmbar oder von den Zielen der Unternehmung abhängig. Viralmarketing kann aber auch zu Misserfolgen oder vergeudeten Ressourcen führen. Die Marketingaktivitäten über Twitter müssen gut geplant sein, kosten Zeit und sind auf die Weiterverbreitung der Botschaft angewiesen. Beiträge, die zahlreiche Follower begeistern, versprechen noch keine Umsatzsteigerungen. Unterhaltende und witzige Beiträge überzeugen vielleicht auch Meinungsführer, müssen aber auch zur Weiterverbreitung anregen, um von zahlreichen potentiellen Kunden wahrgenommen zu werden. Die Wahrnehmung und Unterhaltung von Beiträgen alleine führt nicht zu positiven Impulsen, wie Kauftätigungen oder neuen Kunden. Negatives Feedback verbreitet sich über Twitter genauso schnell wie positives. Beiträge können auch zu negativen Emotionen führen, welche sich als negatives Image auf die Unternehmung auswirkt. Nicht immer gelingt es dem Unternehmen die negativen Erfahrungen, Feedbacks oder Meinungen der Konsumenten mittels Kommunikation über Soziale Medien in positives Verhalten zu lenken. Die virale Verbreitung von negativen Informationen geht meist viel schneller und wirft weitere Kreise als positive Erfahrungen. Ist der Ruf eines Unternehmens einmal geschädigt, ist es nicht so leicht den Ruf wiederherzustellen. Virale Kommunikation und Verbreitung kann nur schwer rückgängig gemacht werden. Der Einsatz von viralem Marketing durch Twitter hat bisher eher selten zu großen Erfolgen geführt. Die nachfolgenden Erfolgsbeispiele halten sich in Grenzen.[23]

Best Practice[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Dell

Die Firma Dell, ein Us-amerikanischer Computer-Hardware-Hersteller, betreibt auf Twitter 35 Accounts, die unterschiedliche Themenbereiche abdecken. Die verschiedenen Twitter-Profile sind mit der inhaltlich korrespondierenden Webseite verlinkt und bieten dem Follower eine große Informationsbreite. Die unterschiedlichen Accounts wurden erstellt, um den Leser nicht mit vielen Tweets zu unterschiedlichen Themenbereichen zu überhäufen und eine Informationsüberlastung zu vermeiden. Diese inhaltliche Spezialisierung mit Hilfe der verschiedenen Accounts bietet die Möglichkeit den Followern zielgerichtet zu informieren oder mit den Kunden zielgerichtet zu kommunizieren. Dell legt auch großen Wert auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden und versucht über Soziale Medien wie Twitter den direkten Kundenkontakt zu intensivieren. Das Feedback und die Ideen der Kunden bindet Dell in seine Prozesse ein und kann dem Kunden daher individuelle Produkte und Dienstleistungen ermöglichen.[24] Dell twittert seinen Followern zahlreiche Sonderangebote und Preisnachlässe und ist daher ein erfolgreiches Beispiel für Twitter als Verkaufskanal. Die exklusiven Dell-Angebote über Twitter führen zum Auslösen von Kaufimpulsen bei den Followern und steigern somit den Umsatz vom Unternehmen Dell. Die regelmäßigen Tweets von Dell erhöhen die Markenbekanntheit und verbreiten rasch Informationen über das Unternehmen, was sich auch zu einem positiven Image von Dell auswirkt.[25]

YouTube ist neben Twitter das unternehmen mit den meisten Followern auf Twitter.com und anders als bei einem klassischen Unternehmen lässt sich das Ausmaß der Auswirkungen die Twitter auf YouTube hat nicht Anhand einer Umsatzsteigerung beschreiben. Denn was Twitter für YouTube bereitstellt ist viel mehr ein support Produkt um einen kommerziellen Erfolg auf Youtube zu gewährleisten, es ist ein weiters Medium mit denen YouTube User mit ihren "Fans" und damit mit ihrer Einnahme quelle in Kontakt zu bleiben. Wenn man sich den enormen Wirtschaftsraum ansieht, den YouTube letztlich jedem Menschen Weltweit der eine Kamera und Internet besitzt bietet, kann man sehr gut das Potential von Twitter als Wegbegleiter abschätzen.

Politik[Bearbeiten]

Twitter ist wie man in den letzten Jahren deutlich erkennen konnte ein politisches Machtinstrument das dazu benutz werden kann Wahlen zu gewinnen oder Regime zu stürzen. Auch wenn es noch nicht auf allen Kontinenten in gleichem Ausmaß genutzt wird ist ein deutlicher Trend von den klassischen Medien zu den sozial Networks zu erkennen. In diesem Zusammenhang werden folgende Themen weiter diskutiert:

Mit der Wahl zum ersten schwarzen Amerikanischen Präsidenten am 5. November 2008 ging Obama in die Geschichte ein, und es war nicht zuletzt ein Sieg der "Neuen" Median über die "alten". Obama nutze das Internet und besonders Twitter um die Massen zu mobilisieren und damit die Grundlage für seinen Wahlsieg zu legen. Mit über 11 Millionen Followern ist Obama mit abstand der am meisten gefeierte Politiker seit es Twitter gibt. Im Durchschnitt sendet er vier Tweets pro Tag und bekommt dadurch täglich ca. neun tausend neue follower, man rechnet damit dass er in ungefähr zweieinhalb Jahren die 20 Millionen Follower-marke knackt und damit zwei mal mehr Menschen seine Tweets lesen als in Österreich wohnen.

  • Arabischer Frühling[28]

Wenn man vor Zehn Jahren die These aufgestellt hätte dass die arabische Welt sich mit Hilfe westlicher Sozial Networks demokratisieren wird, wäre man bestenfalls ausgelacht worden. Heute wissen wir dass es ohne ihnen nicht gegangen wäre. Von der Macht der politischen Kraft die sich aus diesen Medien in Kriesenzeiten aufschwingen kann haben wir das erste mal im Iran eine Kostprobe bekommen, wo ein stabiles Regime über Nacht um den Machterhalt fürchten musste weil es bei den Wahlen betrogen hat. Der Unterschied zu den Wahlen davor war, dass es diesmal alle wussten denn fleißige Demokraten die zu großen Teilen aus der jungen Bevölkerung hervorgingen tweeteten während der gesamten Wahlen über die maßlose und brutale Vorgehensweise des Regimes gegen die Bevölkerung und Opposition. Leider hatte die grüne Revolution nicht das Glück des arabischen Frühlings und nahm ein trauriges Ende. Schon bald darauf erwies sich wiederum Facebook aber auch Twitter in Tunesien, Ägypten und Libyen als großartiges Werkzeug bei Demokratisierung unterdrückter Völker(Revolution). Im arabischen Frühling wurden viele politische Aktionen so wie Demonstrationen und Kundgebungen über sozial Networks organisiert. Gerade Twitter ist für eine derartige Aufgabe prädestiniert da es mit einem simplen Mobiltelefon als Enduserdevice auskommt und somit sehr kosteneffizient ist.

  • Twitter in der Deutschen Politik[29]

Die deutsche Politik steckt, was die Nutzung von social Networks im politischen Alltag angeht, in den Kinderschuhen. Wenn man die elf Millionen Follower von Herrn Obama mit den 1600 von Angela Merkel vergleicht, wird deutlich wie wenig des Potentials von deutschen Politikern genutzt wird. Am traurigen Beispiel Österreichs sehen wir, dass ein starker Sozial Media Auftritt selbst gehaltlosen Themen wie denen von Herrn Strache eine starke Präsenz verleiht. Ein ausgewogene Internetpräsenz besonders auf Twitter wird damit zunehmend wichtiger und in wenigen Jahren sicher unabkömmlich im politischen Alltag im einundzwanzigsten Jahrhundert und wird in Deutschland sicher enorm zunehmen.

Celebreties[Bearbeiten]

Die Berühmtheiten der heutigen Popwelt sind die Meister der Selbstvermarktung in den sozial Networks und so verwundert es auch nicht dass Lady Gaga ca. dreimal so viele Follower hat wie CNN-breaking News, welches der beliebteste Nachrichtendienst auf Twitter ist.

  • Lady Gaga

Mit 17,5 Millionen Followern, ist sie die unangefochtene Nummer eins auf Twitter. Follower zahlen mögen nicht immer direkt mit kommerziellen oder anders artigen Erfolg korrelieren allerdings lassen sich deutliche Zusammenhänge nicht leugnen. Lady Gaga ist mit 90 Millionen Dollar Jahreseinkommen die bestverdienende Musikerin der Welt.[30]

  • Justin Bieber

Eine weitere Erfolgsstory der Sozial Media ist Justin Bieber, der als kleiner Junge auf YouTube entdeckt wurde und sich darauf eine der größten Musikkarrieren aller Zeiten für einen Jugentlichen seines Alters aufgebaut hat. Er gehört mit knapp 16 Millionen Followern neben Lady Gaga zu den Beliebtesten Personen auf Twitter.Er gehört mit 53 Millionen Dollar Jahresgehalt auch zu den Bestverdienern seiner Zunft [31].

Fazit und Zukunftsausblick[Bearbeiten]

Wenn man sich die Geschichte von Twitter ansieht, was bisher geleistet wurde und wie Innovativ dieser Nachrichtendienst von Privatpersonen aber auch von Unternehmen und in der Politik genutzt wurde, dann scheint Twitter in eine glorreiche Zukunft zu blicken. Gerade wenn man bedenkt, dass Personen wie Lady Gaga und Justin Bieber zu den Idolen der heutigen Teenager zählen, muss jedem klar sein, wie wichtig Twitter in Zukunt sein wird und heute schon ist.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. vgl. Claire Cain Miller: Popularity or Income? Two Sites Fight It Out (Englisch), The New York Times. 20. Oktober 2008. Abgerufen am 5. November 2008.
  2. http://twitter.com/about Abgerufen am 2. Januar 2012.
  3. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 16 ff.
  4. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 37 ff.
  5. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 20 ff.
  6. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 41 ff.
  7. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 43 ff.
  8. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 14
  9. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 45 ff.
  10. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 46 ff.
  11. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 15
  12. Vgl. Reuss, Sabine; Facebook, Twitter, YouTube und Co. (2011), S. 99 f.
  13. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 189 ff.
  14. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 10
  15. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 186 ff.
  16. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 10 f.
  17. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 195 ff.
  18. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 11
  19. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 195 ff.
  20. Vgl. Kreutzer; Hinz; Working Paper (2010), S. 11
  21. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 196 f.
  22. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 197 f.
  23. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 141 ff.
  24. http://www.dell.at/
  25. Vgl. Hettler, Uwe; Social Media Marketing (2010), S. 190 ff.
  26. http://twittercounter.com/compare/you%20tube/week/followers
  27. http://twitter.com/#!/BARACKOBAMA Abgerufen am 2. Januar 2012.
  28. http://www.spiegel.de/ Abgerufen am 2. Januar 2012.
  29. http://twittercounter.com/compare/angela_merkel/week/followers Abgerufen am 2. Januar 2012.
  30. http://gogirlblog.de/blog/lady-gaga/lady-gaga-jahreseinkommen-von-90-millionen-dollar/ Abgerufen am 2. Januar 2012.
  31. http://www.promicabana.de/lady-gaga-justin-bieber-forbes-maechtigste-stars/ Abgerufen am 2.Januar 2012.

Literaturverzeichnis[Bearbeiten]

Hettler, Uwe: Social Media Marketing, Marketing mit Blogs, Sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, Oldenbourg, 2010, S. 14-200

Kreutzer, Ralf T; Hinz, Jule: Möglichkeiten und Grenzen von Social Media Marketing, Working Papers No. 58, Berlin, 2010

Reuss, Sabine: Online-Marketing aus Schieblon, Claudia, Marketing für Kanzlei und Wirtschaftsprüfer, 2. Auflage, Gabler, 2010 S. 99 ff.

Bruhn, Manfred; Schäfer, Daniela; Schwarz, Jürgen; Lauber, Mareike: Facebook, Twitter, YouTube und Co. – Erwartun-gen der Nutzer an Social-Media-Plattformen, VOl. 28,

Onlinequellen[Bearbeiten]

http://www.springerlink.com/content/r46q857378tr2164/ Zugriff am 19.12.2011, 16:33

http://www.dell.com/ Zugriff am 02.01.2011, 17:25

Autoren[Bearbeiten]

  • Valentin Schneider
  • Sarah Wendler

Key Questions[Bearbeiten]

Wie funktioniert Twitter als Marketinginstrument?