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Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I/Definitionsliste

Aus Wikiversity
Definition:Durchschnitt

Zu Mengen L und M heißt

LM={xxL und xM}

der Durchschnitt (oder die Schnittmenge) der beiden Mengen.



Definition:Vereinigung

Zu zwei Mengen L und M heißt

LM={xxL oder xM}

die Vereinigung der beiden Mengen.



Definition:Teilmenge

Es seien T und M Mengen. Man sagt, dass T eine Teilmenge von M ist, wenn jedes Element von T auch ein Element von M ist. Diese Beziehung drückt man durch

TM

aus und sagt auch, dass eine Inklusion  TM  vorliegt.



Definition:Disjunkte Mengen

Zwei Mengen L und M heißen disjunkt, wenn ihr Durchschnitt  LM=  ist.



Definition:Produktmenge

Es seien zwei Mengen L und M gegeben. Dann nennt man die Menge

L×M={(x,y)xL,yM}

die Produktmenge der beiden Mengen.



Definition:Potenzmenge

Zu einer Menge M nennt man die Menge aller Teilmengen von M die Potenzmenge von M. Sie wird mit

𝔓(M)

bezeichnet.



Definition:Abbildung

Es seien L und M Mengen. Eine Abbildung F von L nach M ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge L genau ein Element der Menge M zugeordnet wird. Das zu  xL  eindeutig bestimmte Element wird mit F(x) bezeichnet. Die Abbildung drückt man als Ganzes häufig durch

F:LM,xF(x),

aus.



Definition:Konstante Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei  cM  ein Element. Dann heißt die Abbildung

LM,xc,

die also jedes Element  xL  auf c abbildet, die konstante Abbildung zum Wert c.



Definition:Identische Abbildung

Es sei M eine Menge. Dann heißt die Abbildung

MM,xx,

die also jedes Element  xM  auf sich selbst schickt, die identische Abbildung oder Identität auf M. Sie wird mit Id oder IdM bezeichnet.



Definition:Bild unter einer Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge  SL  heißt

F(S)={yMes gibt ein xS mit F(x)=y}

das Bild von S unter F. Für  S=L  heißt

F(L)=bildF

das Bild der Abbildung.



Definition:Urbild unter einer Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge  TM  heißt

F1(T)={xLF(x)T}

das Urbild von T unter F. Für eine einelementige Teilmenge  T={y}  heißt

F1({y})

das Urbild von y.



Definition:Injektiv

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F injektiv, wenn für je zwei verschiedene Elemente  x,xL  auch F(x) und F(x) verschieden sind.



Definition:Surjektiv

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F surjektiv, wenn es für jedes  yM  mindestens ein Element  xL  mit

F(x)=y

gibt.



Definition:Bijektiv

Es seien M und L Mengen und es sei

F:ML,xF(x),

eine Abbildung. Dann heißt F bijektiv, wenn F sowohl injektiv als auch surjektiv ist.



Definition:Umkehrabbildung

Es sei F:LM eine bijektive Abbildung. Dann heißt die Abbildung

G:ML,

die jedes Element  yM  auf das eindeutig bestimmte Element  xL  mit  F(x)=y  abbildet, die Umkehrabbildung zu F.



Definition:Hintereinanderschaltung

Es seien L,M und N Mengen und

F:LM,xF(x),

und

G:MN,yG(y),

Abbildungen. Dann heißt die Abbildung

GF:LN,xG(F(x)),

die Hintereinanderschaltung der Abbildungen F und G.



Definition:Relation

Es seien M und N Mengen. Eine Relation R zwischen den Mengen M und N ist eine Teilmenge der Produktmenge M×N, also  RM×N



Definition:Graph einer Abbildung

Es seien L und M Mengen und es sei

F:LM

eine Abbildung. Dann nennt man

Γ=ΓF={(x,F(x))xL}L×M

den Graphen der Abbildung F.



Definition:Relation auf einer Menge

Eine Relation R auf einer Menge M ist eine Teilmenge der Produktmenge M×M, also  RM×M



Definition:Relationseigenschaften

Es sei M eine Menge und  RM×M  eine Relation auf M. Man nennt R

    • reflexiv, wenn

     (x,x)R  gilt für alle  xM

    • transitiv, wenn für beliebige

     x,y,zM  aus (x,y)R und aus (y,z)R stets  (x,z)R  folgt.

    • symmetrisch, wenn für beliebige

     x,yM  aus  (x,y)R  auch  (y,x)R  folgt.

    • antisymmetrisch, wenn für beliebige

     x,yM  aus (x,y)R und (y,x)R die Gleichheit  x=y  folgt.



    Definition:Äquivalenzrelation

    Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge M ist eine Relation  RM×M,  die die folgenden drei Eigenschaften besitzt (für beliebige x,y,zM).

    1. Es ist  xx  (reflexiv).
    2. Aus  xy  folgt  yx  (symmetrisch).
    3. Aus  xy  und  yz  folgt  xz  (transitiv).

    Dabei bedeutet  xy,  dass das Paar (x,y) zu R gehört.



    Definition:Äquivalenzklasse

    Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation und  xM.  Dann ist

    [x]:={yM(x,y)R}

    die Äquivalenzklasse von x bezüglich R.



    Definition:Quotientenmenge

    Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation. Dann heißt

    M/R:={[x]xM}

    die Quotientenmenge von R.



    Definition:Kanonische Projektion

    Es sei  RM×M  eine Äquivalenzrelation und M/R die Quotientenmenge. Die Abbildung

    qR:MM/R,x[x],

    heißt kanonische Projektion von R.



    Definition:Induktives Zählsystem

    Eine Menge M mit einem ausgezeichneten Element 0M und einer (Nachfolger-)Abbildung

    :MM,zz,

    heißt Zählsystem (oder induktives Zählsystem), wenn das folgende Induktionsaxiom erfüllt ist:

    Für jede Teilmenge TM gilt: wenn die beiden Eigenschaften

      • 0T,
      • mit jedem Element zT ist auch zT,
      gelten, so ist T=M.


      Definition:Dedekind-Peano-Axiome

      Eine Menge N mit einem ausgezeichneten Element  0N  (die Null) und einer (Nachfolger)-Abbildung

      :NN,nn,

      heißt natürliche Zahlen (oder Dedekind-Peano-Modell für die natürlichen Zahlen), wenn die folgenden Dedekind-Peano-Axiome erfüllt sind.

      1. Das Element 0 ist kein Nachfolger (die Null liegt also nicht im Bild der Nachfolgerabbildung).
      2. Jedes  nN  ist Nachfolger höchstens eines Elementes (d.h. die Nachfolgerabbildung ist injektiv).
      3. Für jede Teilmenge  TN  gilt: Wenn die beiden Eigenschaften
          •  0T
          • mit jedem Element
           nT  ist auch  nT

        gelten, so ist  T=N



        Definition:Gleichmächtigkeit von Mengen

        Zwei Mengen L und M heißen gleichmächtig, wenn es eine bijektive Abbildung

        φ:LM
        gibt.


        Definition:Ordnungsrelation

        Eine Relation auf einer Menge I heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn die drei folgenden Bedingungen erfüllt sind.

        1. Es ist  ii  für alle  iI
        2. Aus  ij  und  jk  folgt stets  ik
        3. Aus  ij  und  ji  folgt  i=j


        Definition:Endliche Menge

        Eine Menge M heißt endlich mit n Elementen, wenn es eine Bijektion

        {1,,n}M

        gibt.



        Definition:Verknüpfung

        Eine Verknüpfung auf einer Menge M ist eine Abbildung

        :M×MM,(x,y)(x,y)=xy.


        Definition:Kommutative Verknüpfung

        Eine Verknüpfung

        :M×MM,(x,y)xy,

        auf einer Menge M heißt kommutativ, wenn für alle  x,yM  die Gleichheit

        xy=yx

        gilt.



        Definition:Assoziative Verknüpfung

        Eine Verknüpfung

        :M×MM,(x,y)xy,

        auf einer Menge M heißt assoziativ, wenn für alle  x,y,zM  die Gleichheit

        (xy)z=x(yz)

        gilt.



        Definition:Neutrales Element

        Es sei eine Menge M mit einer Verknüpfung

        :M×MM,(x,y)xy,

        gegeben. Dann heißt ein Element  eM  neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle  xM  die Gleichheit  xe=x=ex  gilt.



        Definition:Inverses Element

        Es sei eine Menge M mit einer Verknüpfung

        :M×MM,(x,y)xy,

        und einem neutralen Element  eM  gegeben. Dann heißt zu einem Element  xM  ein Element  yM  inverses Element (zu x), wenn die Gleichheit

        xy=e=yx

        gilt.



        Definition:Addition mit n

        Es sei (,0,) ein Dedekind-Peano-Modell der natürlichen Zahlen und  n.  Dann definieren wir die Addition mit n als diejenige aufgrund von Lemma 4.1 eindeutig bestimmte Abbildung

        αn:,kαn(k),

        für die

        αn(0)=n und αn(k)=(αn(k)) für alle k

        gilt.



        Definition:Multiplikation mit n

        Es sei (,0,) ein Dedekind-Peano-Modell der natürlichen Zahlen und  n.  Dann definieren wir die Multiplikation mit n als diejenige aufgrund von Lemma 4.1 eindeutig bestimmte Abbildung

        μn:,kμn(k),

        für die

        μn(0)=0 und μn(k)=μn(k)+n für alle k

        gilt.



        Definition:Fakultät

        Zu einer natürlichen Zahl n nennt man die Zahl

        n!:=n(n1)(n2)321

        die Fakultät von n (sprich n Fakultät).



        Definition:Gruppe

        Eine Menge G mit einem ausgezeichneten Element  eG  und mit einer Verknüpfung

        G×GG,(g,h)gh,

        heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

        1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle  f,g,hG  gilt
          (fg)h=f(gh).
        2. Das Element e ist ein neutrales Element, d.h. für alle  gG  gilt
          ge=g=eg.
        3. Zu jedem  gG  gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein  hG  mit
          hg=gh=e.


        Definition:Produktverknüpfung

        Es seien (M1,1) und (M2,2) zwei Mengen, auf denen jeweils eine Verknüpfung festgelegt ist. Dann heißt die auf der Produktmenge

        M1×M2
        durch
        (x1,x2)(y1,y2):=(x11y1,x22y2)
        definierte Verknüpfung die Produktverknüpfung

        (oder komponentenweise Verknüpfung).



        Definition:Kommutativer Ring

        Ein kommutativer Ring R ist eine Menge mit zwei Verknüpfungen + und (genannt Addition und Multiplikation) und mit zwei ausgezeichneten Elementen 0 und 1 derart, dass folgende Bedingungen erfüllt sind:

        1. (R,+,0) ist eine kommutative Gruppe.
        2. Die Multiplikation ist eine assoziative und kommutative Verknüpfung und 1 ist das neutrale Element der Multiplikation.
        3. Es gilt das Distributivgesetz, also
          a(b+c)=(ab)+(ac)
          für alle a,b,cR.


        Definition:Körper (ausführlich)

        Eine Menge K heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

        +:K×KK und :K×KK

        und zwei verschiedene Elemente  0,1K  gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

        1. Axiome der Addition
          1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt:  (a+b)+c=a+(b+c)
          2. Kommutativgesetz: Für alle  a,bK  gilt  a+b=b+a
          3. 0 ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle  aK  ist  a+0=a
          4. Existenz des Negativen: Zu jedem  aK  gibt es ein Element  bK  mit  a+b=0
        2. Axiome der Multiplikation
          1. Assoziativgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt:  (ab)c=a(bc)
          2. Kommutativgesetz: Für alle  a,bK  gilt  ab=ba
          3. 1 ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle  aK  ist  a1=a
          4. Existenz des Inversen: Zu jedem  aK  mit  a0  gibt es ein Element  cK  mit  ac=1
        3. Distributivgesetz: Für alle  a,b,cK  gilt  a(b+c)=(ab)+(ac)


        Definition:Binomialkoeffizient

        Es seien k und n natürliche Zahlen mit  kn.  Dann nennt man

        (nk):=n!k!(nk)!

        den Binomialkoeffizientenn über k “.



        Definition:Angeordneter Körper

        Ein Körper K heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf K gibt, die die beiden Eigenschaften

        1. Aus  ab  folgt  a+cb+c  (für beliebige a,b,cK),
        2. Aus  a0  und  b0  folgt  ab0  (für beliebige a,bK),

        erfüllt.



        Definition:Intervalle

        Es sei K ein angeordneter Körper. Zu a,bK, ab, nennt man

          •  [a,b]={xKax und xb} 

          das abgeschlossene Intervall.

          •  ]a,b[={xKa<x und x<b} 

          das offene Intervall.

          •  ]a,b]={xKa<x und xb} 

          das linksseitig offene Intervall.

          •  [a,b[={xKax und x<b} 

          das rechtsseitig offene Intervall.



          Definition:Betrag (angeordneter Körper)

          In einem angeordneten Körper K ist der Betrag eines Elementes  xK  folgendermaßen definiert.

          |x|={x, falls x0,x, falls x<0.


          Definition:Archimedisch angeordnet

          Es sei K ein angeordneter Körper. Dann heißt K archimedisch angeordnet, wenn das folgende Archimedische Axiom gilt, d.h. wenn es zu jedem  xK  eine natürliche Zahl n mit

          nx

          gibt.



          Definition:Gaußklammer

          Es sei K ein archimedisch angeordneter Körper und  xK.  Die Gaußklammer von x ist durch

          x=n, falls x[n,n+1[ und n,

          definiert.



          Definition:Tupel

          Es seien I und M Mengen. Dann nennt man eine Abbildung

          x:IM,ixi,

          auch ein I-Tupel in M. Bei I={1,,n} spricht man von einem n-Tupel in M.



          Definition:Mengenfamilie

          Es sei I eine Menge und zu jedem  iI  sei eine Menge Mi gegeben. Eine solche Situation nennt man eine Familie von Mengen

          Mi , iI.

          Die Menge I heißt dabei die Indexmenge der Mengenfamilie.



          Definition:Durchschnitt und Vereinigung von Mengenfamilien

          Es sei Mi, iI, eine Familie von Teilmengen einer Grundmenge G. Dann heißt

          iIMi={xGxMi für alle iI}

          der Durchschnitt der Mengen und

          iIMi={xGes gibt ein iI mit xMi}

          die Vereinigung der Mengen.



          Definition:Produktmenge (Familie)

          Es sei I eine Menge und zu jedem  iI  sei eine Menge Mi gegeben. Dann nennt man die Menge

          M=iIMi={(xi)iI:xiMi für alle iI}

          die Produktmenge der Mi.



          Definition:Folge

          Es sei K ein angeordneter Körper. Eine Folge in K ist eine Abbildung

          K,nxn.


          Definition:Konvergenz einer Folge

          Es sei (xn)n eine Folge in einem angeordneten Körper und es sei  xK.  Man sagt, dass die Folge gegen x konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

          Zu jedem ϵK, ϵ>0, gibt es ein  n0  derart, dass für alle  nn0  die Beziehung

          |xnx|ϵ

          gilt. In diesem Fall heißt x der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

          limnxn=x.

          Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert.), andernfalls, dass sie divergiert.



          Definition:Beschränktheits-Eigenschaften

          Es sei K ein angeordneter Körper und  MK  eine Teilmenge.

          1. Ein Element  SK  heißt eine obere Schranke für M, wenn  xS  für alle  xM  gilt.
          2. Ein Element  sK  heißt eine untere Schranke für M, wenn  xs  für alle  xM  gilt.
          3. M heißt nach oben beschränkt, wenn eine obere Schranke für M existiert .
          4. M heißt nach unten beschränkt, wenn eine untere Schranke für M existiert.
          5. M heißt beschränkt , wenn M sowohl nach oben als auch nach unten beschränkt ist.
          6. Ein Element  TM  heißt das Maximum von M, wenn  Tx  für alle  xM  gilt.
          7. Ein Element  tM  heißt das Minimum von M, wenn  tx  für alle  xM  gilt.
          8. Eine obere Schranke T von M heißt das Supremum von M, wenn  TS  für alle oberen Schranken S von M gilt.
          9. Eine untere Schranke t von M heißt das Infimum von M, wenn  ts  für alle unteren Schranken s von M gilt.


          Definition:Wachsende Folge

          Es sei K ein angeordneter Körper und sei (xn)n eine Folge in K. Dann heißt die Folge wachsend, wenn  xn+1xn  ist für alle  n,  und streng wachsend, wenn  xn+1>xn  ist für alle  n.  Die Folge heißt fallend, wenn  xn+1xn  ist für alle  n  und streng fallend, wenn  xn+1<xn  ist für alle  n



          Definition:Eulersche Zahl

          Die reelle Zahl

          e:=limn(1+1n)n

          heißt Eulersche Zahl.



          Definition:Komplexe Zahlen

          Die Menge 2 mit 0:=(0,0) und 1:=(1,0), mit der komponentenweisen Addition und der durch

          (a,b)(c,d):=(acbd,ad+bc)

          definierten Multiplikation nennt man Körper der komplexen Zahlen. Er wird mit

          bezeichnet.



          Definition:Real- und Imaginärteil

          Zu einer komplexen Zahl

          z=a+bi

          heißt

          Re(z)=a

          der Realteil von z und

          Im(z)=b

          heißt der Imaginärteil von z.



          Definition:Komplexe Konjugation

          Die Abbildung

          ,z=a+biz:=abi,

          heißt komplexe Konjugation.



          Definition:Betrag einer komplexen Zahl

          Zu einer komplexen Zahl

          z=a+bi

          ist der Betrag durch

          |z|=a2+b2

          definiert.



          Definition:Vektorraum

          Es sei K ein Körper und  V=(V,+,0)  eine kommutative Gruppe. Man nennt V einen K-Vektorraum, wenn eine Abbildung

          K×VV,(r,v)rv=rv,

          erklärt ist, die folgende Axiome erfüllt (dabei seien r,sK und u,vV beliebig):

          1.  1u=u
          2.  r(su)=(rs)u
          3.  r(u+v)=ru+rv
          4.  (r+s)u=ru+su


          Definition:Polynom in einer Variablen

          Es sei K ein Körper. Ein Ausdruck der Form

          P=a0+a1X+a2X2++anXn
          mit aiK und n

          heißt Polynom in einer Variablen über K.



          Definition:Linearkombination

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es sei v1,,vn eine Familie von Vektoren in V. Dann heißt der Vektor

          s1v1+s2v2++snvn mit siK

          eine Linearkombination dieser Vektoren (zum Koeffiziententupel (s1,,sn)).



          Definition:Erzeugendensystem

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Dann heißt eine Familie viV, iI, ein Erzeugendensystem von V, wenn man jeden Vektor  vV  als

          v=jJsjvj

          mit einer endlichen Teilfamilie  JI  und mit  sjK  darstellen kann.



          Definition:Untervektorraum

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Eine Teilmenge  UV  heißt Untervektorraum, wenn die folgenden Eigenschaften gelten.

          1.  0U
          2. Mit  u,vU  ist auch  u+vU
          3. Mit  uU  und  sK  ist auch  suU


          Definition:Aufgespannter Unterraum

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Zu einer Familie vi, iI, setzt man

          vi,iI={iJsivisiK,JI endliche Teilmenge}

          und nennt dies den von der Familie erzeugten oder aufgespannten Untervektorraum.



          Definition:(In)homogene lineare Gleichung

          Es sei K ein Körper und  a1,,anK.  Dann nennt man

          a1x1+a2x2++anxn=0

          eine (homogene) lineare Gleichung in den Variablen x1,,xn zu den Koeffizienten aj, j=1,,n. Ein Tupel (ξ1,,ξn)Kn heißt Lösung der linearen Gleichung, wenn  j=1najξj=0  ist.

          Wenn  cK  ein weiteres Element ist, so heißt

          a1x1+a2x2++anxn=c

          eine inhomogene lineare Gleichung und ein Tupel (ζ1,,ζn)Kn heißt Lösung der inhomogenen linearen Gleichung, wenn  j=1najζj=c  ist.



          Definition:Lineares Gleichungssystem

          Es sei K ein Körper und  aijK  für 1im und 1jn. Dann nennt man

          a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0

          ein (homogenes) lineares Gleichungssystem in den Variablen x1,,xn. Ein Tupel  (ξ1,,ξn)Kn  heißt Lösung des linearen Gleichungssystems, wenn  j=1naijξj=0  für alle  i=1,,m  ist.

          Wenn  (c1,,cm)Km  beliebig ist, so heißt

          a11x1+a12x2++a1nxn=c1a21x1+a22x2++a2nxn=c2am1x1+am2x2++amnxn=cm

          ein inhomogenes lineares Gleichungssystem und ein Tupel  (ζ1,,ζn)Kn  heißt Lösung des inhomogenen linearen Gleichungssystems, wenn  j=1naijζj=ci  für alle i ist.



          Definition:Äquivalente lineare Gleichungssysteme

          Es sei K ein Körper und seien zwei (inhomogene) lineare Gleichungssysteme zur gleichen Variablenmenge gegeben. Die Systeme heißen äquivalent, wenn ihre Lösungsmengen übereinstimmen.



          Definition:Linear unabhängig

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Dann heißt eine Familie von Vektoren vi, iI, linear unabhängig, wenn eine Gleichung

          iJsivi=0 mit siK für eine endliche Teilmenge JI

          nur bei  si=0  für alle i möglich ist.



          Definition:Basis

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Dann heißt ein linear unabhängiges Erzeugendensystem viV, iI, von V eine Basis von V.



          Definition:Standardvektor

          Es sei K ein Körper und n. Dann nennt man zu i{1,,n} den Vektor

          ei=(0,,0,1,0,,0)Kn,
          wobei 1 an der i-ten Stelle steht, den i-ten Standardvektor. Die n Vektoren
          e1,e2,,en
          nennt man die Standardbasis des Kn.


          Definition:Dimension

          Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum mit einem endlichen Erzeugendensystem. Dann nennt man die Anzahl der Vektoren in einer Basis von V die Dimension von V, geschrieben

          dimK(V).


          Definition:Lineare Abbildung

          Es sei K ein Körper und es seien V und W Vektorräume über K. Eine Abbildung

          φ:VW

          heißt lineare Abbildung, wenn die beiden folgenden Eigenschaften erfüllt sind.

          1.  φ(u+v)=φ(u)+φ(v)  für alle  u,vV
          2.  φ(sv)=sφ(v)  für alle sK und vV.


          Definition:Kern

          Es sei K ein Körper, V und W seien K-Vektorräume und

          φ:VW

          sei eine K-lineare Abbildung. Dann nennt man

          kernφ:=φ1(0)={vVφ(v)=0}

          den Kern von φ.



          Definition:Rang einer linearen Abbildung

          Es sei K ein Körper, V und W seien K-Vektorräume und

          φ:VW

          sei eine K-lineare Abbildung und V sei endlichdimensional. Dann nennt man

          rangφ:=dimK(bildφ)

          den Rang von φ.



          Definition:Isomorphismus (Vektorräume)

          Es sei K ein Körper und es seien V und W Vektorräume über K. Eine bijektive, lineare Abbildung

          φ:VW

          heißt Isomorphismus.



          Definition:Isomorphe Vektorräume

          Es sei K ein Körper. Zwei K-Vektorräume V und W heißen isomorph, wenn es einen Isomorphismus von V nach W gibt.



          Definition:Homomorphismenraum

          Es sei K ein Körper und es seien V und W Vektorräume über K. Dann nennt man

          HomK(V,W)={f:VWf lineare Abbildung}

          den Homomorphismenraum. Er wird versehen mit der Addition, die durch

          (f+g)(v):=f(v)+g(v)

          definiert wird, und der Skalarmultiplikation, die durch

          (λf)(v):=λf(v)

          definiert wird.



          Definition:Matrix

          Es sei K ein Körper und I und J Indexmengen. Eine I×J-Matrix ist eine Abbildung

          I×JK,(i,j)aij.

          Bei  I={1,,m}  und  J={1,,n}  spricht man von einer m×n-Matrix. In diesem Fall schreibt man eine Matrix zumeist tabellarisch als

          (a11a12a1na21a22a2nam1am2amn).


          Definition:Matrizenmultiplikation

          Es sei K ein Körper und es sei A eine m×n-Matrix und B eine n×p-Matrix über K. Dann ist das Matrixprodukt

          AB

          diejenige m×p-Matrix, deren Einträge durch

          cik=j=1naijbjk

          gegeben sind.



          Definition:Einheitsmatrix

          Die n×n-Matrix

          En:=(10001000010001)

          nennt man die Einheitsmatrix.



          Definition:Invertierbare Matrix

          Es sei K ein Körper und sei M eine n×n-Matrix über K. Dann heißt M invertierbar, wenn es eine weitere Matrix  AMatn(K)  mit

          AM=En=MA

          gibt.



          Definition:Inverse Matrix

          Es sei K ein Körper. Zu einer invertierbaren Matrix  MMatn(K)  heißt die Matrix  AMatn(K)  mit

          AM=En=MA

          die inverse Matrix von M. Man schreibt dafür

          M1.


          Definition:Matrix zu linearer Abbildung

          Es sei K ein Körper und sei V ein n-dimensionaler Vektorraum mit einer Basis  𝔳=v1,,vn  und sei W ein m-dimensionaler Vektorraum mit einer Basis  𝔴=w1,,wm

          Zu einer linearen Abbildung

          φ:VW

          heißt die m×n-Matrix

          M=M𝔴𝔳(φ)=(aij)ij,

          wobei aij die i-te Koordinate von φ(vj) bezüglich der Basis 𝔴 ist, die beschreibende Matrix zu φ bezüglich der Basen.

          Zu einer Matrix  M=(aij)ijMatm×n(K)  heißt die durch

          vji=1maijwi

          gemäß Satz 12.3 definierte lineare Abbildung φ𝔴𝔳(M) die durch M festgelegte lineare Abbildung.



          Definition:Elementare Zeilenumformungen

          Es sei K ein Körper und sei M eine m×n-Matrix über K. Dann nennt man die folgenden Manipulationen an M elementare Zeilenumformungen.

          1. Vertauschung von zwei Zeilen.
          2. Multiplikation einer Zeile mit  s0
          3. Addition des a-fachen einer Zeile zu einer anderen Zeile.


          Definition:Elementarmatrizen

          Es sei K ein Körper. Mit Bij bezeichnen wir diejenige n×n-Matrix, die an der Stelle (i,j) den Wert 1 und sonst überall den Wert 0 hat. Dann nennt man die folgenden Matrizen Elementarmatrizen.

          1. Vij:=EnBiiBjj+Bij+Bji.
          2. Sk(s):=En+(s1)Bkk für s0.
          3. Aij(a):=En+aBij für ij und aK.


          Definition:Spaltenrang

          Es sei K ein Körper und sei M eine m×n-Matrix über K. Dann nennt man die Dimension des von den Spalten erzeugten Untervektorraums von Km den (Spalten-)Rang der Matrix, geschrieben

          rangM.


          Definition:Determinante (rekursive Definition)

          Es sei K ein Körper und sei  M=(aij)ij  eine n×n-Matrix über K. Zu  i{1,,n}  sei Mi diejenige (n1)×(n1)-Matrix, die entsteht, wenn man in M die erste Spalte und die i-te Zeile weglässt. Dann definiert man rekursiv die Determinante von M durch

          detM={a11,falls n=1,i=1n(1)i+1ai1detMi für n2.


          Definition:Multilineare Abbildung

          Es sei K ein Körper und seien V1,,Vn und W Vektorräume über K. Eine Abbildung

          Φ:V1××VnW

          heißt multilinear, wenn für jedes  i{1,,n}  und jedes (n1)-Tupel (v1,,vi1,vi+1,,vn) mit  vjVj  die induzierte Abbildung

          ViW,viΦ(v1,,vi1,vi,vi+1,,vn),

          K-linear ist.



          Definition:Alternierende Abbildung

          Es sei K ein Körper, V und W seien K-Vektorräume und sei  n.  Eine multilineare Abbildung

          Φ:Vn=V××Vn-malW

          heißt alternierend, wenn Folgendes gilt: Falls in  v=(v1,,vn)  zwei Einträge übereinstimmen, also  vi=vj  für ein Paar  ij,  so ist

          Φ(v)=0.


          Definition:Determinantenfunktion

          Es sei V ein n-dimensionaler Vektorraum über einem Körper K. Eine Abbildung

          :VnK

          heißt Determinantenfunktion, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind.

          1. ist multilinear.
          2. ist alternierend.


          Definition:Transponierte Matrix

          Es sei K ein Körper und sei  M=(aij)ij  eine m×n-Matrix über K. Dann nennt man die n×m-Matrix

          Mtr=(bij)ij mit bij:=aji

          die transponierte Matrix zu M.



          Definition:Determinante eines Endomorphismus

          Es sei K ein Körper und es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum. Es sei

          φ:VV

          eine lineare Abbildung, die bezüglich einer Basis durch die Matrix M beschrieben werde. Dann nennt man

          detφ:=detM

          die Determinante der linearen Abbildung φ.



          Definition:Adjungierte Matrix (Adjunkte)

          Zu einer quadratischen Matrix  MMatn(K)  heißt

          Madj=(bij) mit bij=(1)i+jdetMji,

          wobei Mji die Streichungsmatrix zur j-ten Zeile und zur i-ten Spalte ist, die adjungierte Matrix (Adjunkte) von M.



          Definition:Eigenvektor

          Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

          φ:VV

          eine lineare Abbildung. Dann heißt ein Element vV, v0, ein Eigenvektor von φ (zum Eigenwert λ), wenn

          φ(v)=λv

          mit einem  λK  gilt.



          Definition:Eigenwert

          Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

          φ:VV

          eine lineare Abbildung. Dann heißt ein Element  λK  ein Eigenwert zu φ, wenn es einen von 0 verschiedenen Vektor  vV  mit

          φ(v)=λv

          gibt.



          Definition:Eigenraum

          Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

          φ:VV

          eine lineare Abbildung. Zu  λK  nennt man

          Eigλ(φ):={vVφ(v)=λv}

          den Eigenraum von φ zum Wert λ.



          Definition:Diagonalisierbare Abbildung

          Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

          φ:VV

          eine lineare Abbildung. Dann heißt φ diagonalisierbar, wenn V eine Basis aus Eigenvektoren zu φ besitzt.



          Definition:Polynomring

          Der Polynomring über einem Körper K besteht aus allen Polynomen

          P=a0+a1X+a2X2++anXn

          mit  aiK,   n,  und mit komponentenweiser Addition und einer Multiplikation, die durch distributive Fortsetzung der Regel

          XnXm:=Xn+m

          definiert ist.



          Definition:Grad eines Polynoms

          Der Grad eines von 0 verschiedenen Polynoms

          P=a0+a1X+a2X2++anXn

          mit  an0  ist n.



          Definition:Charakteristisches Polynom

          Zu einer n×n-Matrix M mit Einträgen in einem Körper K heißt das Polynom

          χM:=det(XEnM)

          das charakteristische Polynom von M.



          Definition:Skalarprodukt

          Es sei V ein reeller Vektorraum. Ein Skalarprodukt auf V ist eine Abbildung

          V×V,(v,w)v,w,

          mit folgenden Eigenschaften:

          1. Es ist
            λ1x1+λ2x2,y=λ1x1,y+λ2x2,y

            für alle  λ1,λ2,   x1,x2V  und ebenso in der zweiten Komponente.

          2. Es ist
            v,w=w,v

            für alle  v,wV

          3. Es ist  v,v0  für alle  vV  und  v,v=0  genau dann, wenn  v=0  ist.


          Definition:Euklidischer Vektorraum

          Ein reeller, endlichdimensionaler Vektorraum, der mit einem Skalarprodukt versehen ist, heißt euklidischer Vektorraum.



          Definition:Orthogonale Vektoren

          Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt ,. Man nennt zwei Vektoren  v,wV  orthogonal zueinander (oder senkrecht), wenn

          v,w=0

          ist.



          Definition:Orthogonales Komplement

          Es sei V ein euklidischer Vektorraum und  UV  ein Untervektorraum. Dann heißt

          U={vVv,u=0 für alle uU}

          das orthogonale Komplement von U.



          Definition:Orthonormalbasis

          Es sei V ein euklidischer Vektorraum. Eine Basis v1,,vn von V heißt Orthonormalbasis, wenn

          vi,vi=1 für alle i und vi,vj=0 für ij

          gilt.



          Definition:Norm (zu Skalarprodukt)

          Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt ,. Dann nennt man zu einem Vektor  vV  die reelle Zahl

          v=v,v

          die Norm von v.



          Definition:Abstand (euklidischer Vektorraum)

          Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt ,. Zu zwei Vektoren  v,wV  nennt man

          d(v,w):=vw

          den Abstand zwischen v und w.



          Definition:Metrischer Raum

          Es sei M eine Menge. Eine Abbildung d:M×M heißt Metrik (oder Distanzfunktion), wenn für alle  x,y,zM  die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

          1.  d(x,y)=0  genau dann, wenn  x=y  ist (Definitheit),
          2.  d(x,y)=d(y,x)  (Symmetrie), und
          3.  d(x,y)d(x,z)+d(z,y)  (Dreiecksungleichung).

          Ein metrischer Raum ist ein Paar (M,d), wobei M eine Menge und d:M×M eine Metrik ist.



          Definition:Offene Kugel

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum,  xM  und  ϵ>0  eine positive reelle Zahl. Es ist

          U(x,ϵ)={yMd(x,y)<ϵ}

          die offene und

          B(x,ϵ)={yMd(x,y)ϵ}

          die abgeschlossene ϵ-Kugel um x.



          Definition:Offene Menge in einem metrischen Raum

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum. Eine Teilmenge  UM  heißt offen (in (M,d)), wenn für jedes  xU  ein  ϵ>0  mit

          U(x,ϵ)U

          existiert.



          Definition:Abgeschlossene Menge in einem metrischen Raum

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum. Eine Teilmenge  AM  heißt abgeschlossen, wenn das Komplement MA offen ist.



          Definition:Beschränkte Teilmenge

          Eine Teilmenge  TM  eines metrischen Raumes M heißt beschränkt, wenn es eine reelle Zahl b mit

          d(x,y)b für alle x,yT

          gibt.



          Definition:Konvergente Folge (metrischer Raum)

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und sei (xn)n eine Folge in M. Man sagt, dass die Folge gegen  xM  konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

          Zu jedem ϵ, ϵ>0, gibt es ein  n0  derart, dass für alle  nn0  die Beziehung

          d(xn,x)ϵ

          gilt. In diesem Fall heißt x der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

          limnxn=x.

          Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert), andernfalls, dass sie divergiert.



          Definition:Häufungspunkt

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und sei (xn)n eine Folge in M. Ein Punkt  xM  heißt Häufungspunkt der Folge, wenn es für jedes  ϵ>0  unendlich viele Folgenglieder xn mit  d(xn,x)ϵ  gibt.



          Definition:Teilfolge

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und sei (xn)n eine Folge in M. Zu jeder streng wachsenden Abbildung , ini, heißt die Folge

          ixni

          eine Teilfolge der Folge.



          Definition:Stetigkeit für Abbildungen zwischen metrischen Räumen

          Es seien (L,d1) und (M,d2) metrische Räume,

          f:LM

          eine Abbildung und  xL.  Die Abbildung f heißt stetig in x, wenn für jedes  ϵ>0  ein  δ>0  derart existiert, dass

          f(B(x,δ))B(f(x),ϵ)

          gilt. Die Abbildung f heißt stetig, wenn sie stetig in x für jedes  xL  ist.



          Definition:Zusammenhängend

          Ein metrischer Raum heißt zusammenhängend, wenn es genau zwei Teilmengen von X gibt (nämlich und X selbst), die sowohl offen als auch abgeschlossen sind.



          Definition:Kompakt (m)

          Eine Teilmenge  Tm  heißt kompakt, wenn sie abgeschlossen und beschränkt ist.



          Definition:Maximum und Minimum

          Es sei M eine Menge und

          f:M

          eine Funktion. Man sagt, dass f in einem Punkt  xM  das Maximum annimmt, wenn

          f(x)f(x) für alle xM gilt,

          und dass f das Minimum annimmt, wenn

          f(x)f(x) für alle xM gilt.


          Definition:Lokales Maximum und Minimum

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und

          f:M

          eine Funktion. Man sagt, dass f in einem Punkt  xM  ein lokales Maximum besitzt, wenn es ein  ϵ>0  derart gibt, dass für alle xM mit d(x,x)ϵ die Abschätzung

          f(x)f(x)

          gilt. Man sagt, dass f in  xM  ein lokales Minimum besitzt, wenn es ein  ϵ>0  derart gibt, dass für alle xM mit d(x,x)ϵ die Abschätzung

          f(x)f(x)

          gilt.



          Definition:Gleichmäßig stetig

          Es sei

          f:LM,xf(x),

          eine Abbildung zwischen den metrischen Räumen L und M. Dann heißt f gleichmäßig stetig, wenn es zu jedem  ϵ>0  ein  δ>0  mit folgender Eigenschaft gibt: Für alle  x,xL  mit  d(x,x)δ  ist  d(f(x),f(x))ϵ



          Definition:Berührpunkt

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und  TM  eine Teilmenge. Ein Punkt  aM  heißt Berührpunkt von T, wenn zu jedem  ϵ>0  der Durchschnitt

          TU(a,ϵ).


          Definition:Abschluss (Teilmenge)

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und  TM  eine Teilmenge. Die Menge aller Berührpunkte von T heißt der Abschluss von T. Er wird mit T bezeichnet.



          Definition:Grenzwert einer Abbildung

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum, sei  TM  eine Teilmenge und sei  aM  ein Berührpunkt von T. Es sei

          f:TL

          eine Abbildung in einen weiteren metrischen Raum L. Dann heißt  bL  der Grenzwert (oder Limes) von f in a, wenn es für jedes  ϵ>0  ein  δ>0  gibt mit der folgenden Eigenschaft: Für jedes  xB(a,δ)T  ist  f(x)B(b,ϵ).  In diesem Fall schreibt man

          limxaf(x)=b.


          Definition:Stetige Fortsetzung

          Es sei (M,d) ein metrischer Raum und  TM  eine Teilmenge. Es sei

          f:TL

          eine stetige Abbildung in einen weiteren metrischen Raum L und es sei TT~M. Dann heißt eine Abbildung

          f~:T~L

          eine stetige Fortsetzung von f, wenn f~ stetig ist und f~(x)=f(x) gilt für alle xT.



          Definition:Reelle Exponentialfunktion zu einer Basis

          Es sei b eine positive reelle Zahl. Die Funktion

          ,xbx,

          heißt Exponentialfunktion zur Basis b.



          Definition:Reihe

          Es sei (ak)k eine Folge von komplexen Zahlen. Unter der Reihe k=0ak versteht man die Folge (sn)n der Partialsummen

          sn=k=0nak.

          Falls die Folge (sn)n konvergiert, so sagt man, dass die Reihe konvergiert. In diesem Fall schreibt man für den Grenzwert ebenfalls

          k=0ak

          und nennt ihn die Summe der Reihe.



          Definition:Absolute Konvergenz einer Reihe

          Eine Reihe

          k=0ak

          von komplexen Zahlen heißt absolut konvergent, wenn die Reihe

          k=0|ak|

          konvergiert.



          Definition:Summierbare Familie

          Es sei I eine Indexmenge und ai, iI, eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt summierbar, wenn es ein  s  mit folgender Eigenschaft gibt: Zu jedem  ϵ>0  gibt es eine endliche Teilmenge  E0I  derart, dass für alle endlichen Teilmengen  EI  mit  E0E  die Beziehung

          |aEs|ϵ

          gilt. Dabei ist  aE=iEai.  Im summierbaren Fall heißt s die Summe der Familie.



          Definition:Cauchy-Familie

          Es sei I eine Indexmenge und ai, iI, eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt eine Cauchy-Familie, wenn es zu jedem  ϵ>0  eine endliche Teilmenge  E0I  derart gibt, dass für jede endliche Teilmenge  DI  mit  E0D=  die Beziehung

          |aD|ϵ

          gilt. Dabei ist  aD=iDai



          Definition:Cauchy-Produkt

          Zu Reihen i=0ai und j=0bj komplexer Zahlen heißt die Reihe

          k=0ck mit ck=i=0kaibki

          das Cauchy-Produkt der beiden Reihen.



          Definition:Potenzreihe

          Es sei (cn)n eine Folge von komplexen Zahlen und z eine weitere komplexe Zahl. Dann heißt die Reihe

          n=0cnzn

          die Potenzreihe in z zu den Koeffizienten (cn)n.



          Definition:Exponentialreihe

          Für jedes  z  heißt die Reihe

          n=0znn!

          die Exponentialreihe in z.



          Definition:Exponentialfunktion

          Die Abbildung

          ,zexpz:=n=0znn!,

          heißt (komplexe) Exponentialfunktion.



          Definition:Sinusreihe und Kosinusreihe

          Für  z  heißt

          n=0(1)nz2n(2n)!

          die Kosinusreihe und

          n=0(1)nz2n+1(2n+1)!

          die Sinusreihe zu z.



          Definition:Punktweise konvergente Abbildungsfolge

          Es sei T eine Menge, M ein metrischer Raum und

          fn:TM

          (n) eine Folge von Abbildungen. Man sagt, dass die Abbildungsfolge punktweise konvergiert, wenn für jedes  xT  die Folge

          (fn(x))n

          konvergiert.



          Definition:Gleichmäßig konvergente Abbildungsfolge

          Es sei T eine Menge, M ein metrischer Raum und

          fn:TM

          (n) eine Folge von Abbildungen. Man sagt, dass die Abbildungsfolge gleichmäßig konvergiert, wenn es eine Abbildung

          f:TM

          derart gibt, dass es zu jedem  ϵ>0  ein n0 gibt mit

          d(fn(x),f(x))ϵ für alle nn0 und alle xT.


          Definition:Supremumsnorm

          Es sei T eine Menge und

          f:T𝕂

          eine Funktion. Dann nennt man

          f:=fT=sup(|f(x)||xT)

          das Supremum (oder die Supremumsnorm) von f. Es ist eine nichtnegative reelle Zahl oder .



          Definition:Konvergenzradius

          Für eine Potenzreihe

          n=0cn(za)n

          heißt

          sup(|ba|,b,n=0cn(ba)n konvergiert)

          der Konvergenzradius der Potenzreihe. Das ist eine nichtnegative reelle Zahl oder =.



          Definition:Differenzenquotient

          Es sei  D𝕂  offen,  aD  ein Punkt und

          f:D𝕂

          eine Funktion. Zu xD, xa, heißt die Zahl

          f(x)f(a)xa

          der Differenzenquotient von f zu a und x.



          Definition:Differenzierbarkeit

          Es sei  D𝕂  offen,  aD  ein Punkt und

          f:D𝕂

          eine Funktion. Man sagt, dass f differenzierbar in a ist, wenn der Limes

          limxD{a},xaf(x)f(a)xa

          existiert. Im Fall der Existenz heißt dieser Limes der Differentialquotient oder die Ableitung von f in a, geschrieben

          f(a).


          Definition:Ableitungsfunktion

          Es sei  D𝕂  offen und

          f:D𝕂

          eine Funktion. Man sagt, dass f differenzierbar ist, wenn für jeden Punkt  aD  die Ableitung f(a) von f in a existiert. Die Abbildung

          f:D𝕂,xf(x),

          heißt die Ableitung (oder Ableitungsfunktion) von f.



          Definition:Höhere Ableitungen

          Es sei  U𝕂  offen und

          f:U𝕂

          eine Funktion. Man sagt, dass f n-mal differenzierbar ist, wenn f (n1)-mal differenzierbar ist und die (n1)-te Ableitung f(n1) differenzierbar ist. Die Ableitung

          f(n)(z):=(f(n1))(z)

          nennt man dann die n-te Ableitung von f.



          Definition:Die Zahl π

          Es sei s die eindeutig bestimmte reelle Nullstelle der Kosinusfunktion aus dem Intervall [0,2]. Die Kreiszahl π ist durch

          π:=2s

          definiert.



          Definition:Taylor-Polynom

          Es sei  U𝕂  eine offene Teilmenge,

          f:U𝕂

          eine n-mal differenzierbare Funktion und  aU.  Dann heißt

          Ta,n(f)(x)=k=0nf(k)(a)k!(xa)k

          das Taylor-Polynom vom Grad n zu f im Entwicklungspunkt a.



          Definition:Taylor-Reihe

          Es sei  U𝕂  eine offene Teilmenge,

          f:U𝕂

          eine -oft differenzierbare Funktion und  aU.  Dann heißt

          k=0f(k)(a)k!(xa)k

          die Taylor-Reihe zu f im Entwicklungspunkt a.