Hilfsmittel: Punkt- und Intervallschätzung bei stetigen ZV
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In der Praxis ist die W-Dichte einer stetigen ZV
(analog zur Wahrscheinlichkeitsverteilung einer endlichen ZV) meist nicht bekannt. Manchmal können jedoch bestimmte Annahmen sinnvoll sein, wie etwa, welcher Verteilung
(näherungsweise) genügt.
Informationen über
liegen meist in Form einer Stichprobe von
unabhängig und unter gleichen Bedingungen erhaltenen Realisationen
vor. Anhand dieser Daten kann man nun interessierende Kennwerte der ZV
schätzen.
ZV
mit unbekannter W-Dichte
Daten 
Schätzung für unbekannte Parameter der ZV
Punktschätzungen - Schätzung für EW und Varianz
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Sei
eine beliebige (diskrete oder stetige) ZV. Dabei sind der EW
und die Varianz
von
unbekannt.
wird geschätzt durch:
(arithmetischer Mittelwert)
wird geschätzt durch:
(empirische Varianz oder korrigierte Stichprobenvarianz)
In R berechnet man:
mean(x) und
var(x) oder sd(x)^2
Diese beiden Schätzungen sind in jedem Fall erwartungstreu und konsistent:
Die Ergebnisse der Schätzungen (also
und
) sind zwar vom Zufall abhängig, der erwartete Durchschnitt der Schätzung entspricht aber dem unbekannten zu schätzenden Wert (also
bzw.
).
Präziser gesagt:
Vor Erhebung der Stichprobe können
und
als ZV aufgefasst werden. Dann gilt:

Ist
sehr groß so sind die Schätzungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nahe am wahren Wert. Also 

Präziser gesagt: Vor Erhebung der Stichprobe können
und
als ZV aufgefasst werden. Dann gilt für festes
:

und

Wir betrachten eine normalverteilte ZV mit
und unbekanntem Erwartungswert
. Dann ist der arithmetische Mittelwert
(als ZV aufgefasst) zu einer Stichprobe der Länge
ebenfalls normalverteilt (dies wollen wir hier nicht begründen) mit
und
. Daraus folgt:
- Falls
ist, gilt: ![{\displaystyle {\begin{array}{lclcl}P\left(M_{n}\in [\mu -10,\mu +10]\right)&=&0.9971\\P\left(M_{n}\in [\mu -5,\mu +5]\right)&=&0.8640\\P\left(M_{n}\in [\mu -1,\mu +1]\right)&=&0.2344\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.4,\mu +0.4]\right)&=&0.0949\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.1,\mu +0.1]\right)&=&0.0238\end{array}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/537807630034159155bc19cacbd6d923aaee2427)
- Falls
ist, gilt: ![{\displaystyle {\begin{array}{lclcl}P\left(M_{n}\in [\mu -10,\mu +10]\right)&\approx &1\\P\left(M_{n}\in [\mu -5,\mu +5]\right)&\approx &1\\P\left(M_{n}\in [\mu -1,\mu +1]\right)&=&0.5858\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.4,\mu +0.4]\right)&=&0.2560\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.1,\mu +0.1]\right)&=&0.0651\end{array}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/a2997e5df2d314b0531ddb10281f15b4326372f5)
- Falls
ist, gilt: ![{\displaystyle {\begin{array}{lclcl}P\left(M_{n}\in [\mu -10,\mu +10]\right)&\approx &1\\P\left(M_{n}\in [\mu -5,\mu +5]\right)&\approx &1\\P\left(M_{n}\in [\mu -1,\mu +1]\right)&=&0.9791\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.4,\mu +0.4]\right)&=&0.6444\\P\left(M_{n}\in [\mu -0.1,\mu +0.1]\right)&=&0.1826\end{array}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/5dfd585c7b1855d187fa6f49f04ba313446615bc)
Ziel ist es nun, auch Intervallschätzungen für unbekannte Parameter von stetigen ZV anzugeben. Dazu benötigen wir Kenntnisse über einige weitere Verteilungen (
-Verteilung und
-Verteilung), die üblicherweise nicht direkt als Modell für ein ZE verwendet werden. Sie treten aber bespielsweise auf, wenn man stetige ZV auf geeignete Art und Weise verknüpft und werden daher bei der Berechnung von Konfidenzintervallen für die Parameter dieser Verteilungen benötigt.
In diesem Abschnitt wollen wir diese Verteilungen definieren und ihre wichtigsten Eigenschaften zusammenfassen. Als weiteres Hilfsmittel brauchen wir dazu die Gamma-Funktion.
Die Gamma-Funktion ist definiert durch:
In R berechnet man
für
durch gamma(x).
Werte der Gamma-Funktion auf den ganzen und halben Zahlen
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- Für alle
gilt: 
- Für alle
gilt: 
Es gilt:
Sei
gegeben.
Eine ZV
mit der W-Dichte 
heißt
-verteilt mit
Freiheitsgraden (FG).
Verteilungsfunktion einer t-Verteilung
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Die Verteilungsfunktion einer
-verteilten ZV mit
FG bezeichnen wir mit
:
Interaktive Shiny-App zur t-Verteilung:
Download und Link
Für große
nähert sich die
-Verteilung einer Standardnormalverteilung an (also
für große
).
Für eine
-verteilte ZV
mit
FG berechnet man in
R:
- die Funktionswerte der W-Dichte von
durch: 
- die Funktionswerte der VF von
durch: 
- die Wahrscheinlichkeit für
durch: 
- für
die Zahl
mit
durch: 
Sei
gegeben.
Eine ZV
mit der W-Dichte

heißt Χ2 -verteilt mit
Freiheitsgraden (FG).
Die Verteilungsfunktion einer
-verteilten ZV mit
FG bezeichnen wir mit
:
Interaktive Shiny-App zur Chi-Quadrat-Verteilung:
Download und Link
Für eine
-verteilte ZV
mit
FG berechnet man in R:
- die Funktionswerte der W-Dichte von
durch: 
- die Funktionswerte der VF von
durch: 
- die Wahrscheinlichkeit für
durch: 
- für
die Zahl
mit
durch: 
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