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Kurs:Wiederholertutorium Mathematik I (Osnabrück 2010)/Definitionsliste

Aus Wikiversity
Definition:Durchschnitt

Zu Mengen und heißt

der Durchschnitt (oder die Schnittmenge) der beiden Mengen.



Definition:Vereinigung

Zu zwei Mengen und heißt

die Vereinigung der beiden Mengen.



Definition:Teilmenge

Es seien und Mengen. Man sagt, dass eine Teilmenge von ist, wenn jedes Element von auch ein Element von ist. Diese Beziehung drückt man durch

aus und sagt auch, dass eine Inklusion    vorliegt.



Definition:Disjunkte Mengen

Zwei Mengen und heißen disjunkt, wenn ihr Durchschnitt    ist.



Definition:Produktmenge

Es seien zwei Mengen und gegeben. Dann nennt man die Menge

die Produktmenge der beiden Mengen.



Definition:Potenzmenge

Zu einer Menge nennt man die Menge aller Teilmengen von die Potenzmenge von . Sie wird mit

bezeichnet.



Definition:Abbildung

Es seien und Mengen. Eine Abbildung von nach ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge genau ein Element der Menge zugeordnet wird. Das zu    eindeutig bestimmte Element wird mit bezeichnet. Die Abbildung drückt man als Ganzes häufig durch

aus.



Definition:Konstante Abbildung

Es seien und Mengen und es sei    ein Element. Dann heißt die Abbildung

die also jedes Element    auf abbildet, die konstante Abbildung zum Wert .



Definition:Identische Abbildung

Es sei eine Menge. Dann heißt die Abbildung

die also jedes Element    auf sich selbst schickt, die identische Abbildung oder Identität auf . Sie wird mit oder bezeichnet.



Definition:Bild unter einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge    heißt

das Bild von unter . Für    heißt

das Bild der Abbildung.



Definition:Urbild unter einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge    heißt

das Urbild von unter . Für eine einelementige Teilmenge    heißt

das Urbild von .



Definition:Injektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt injektiv, wenn für je zwei verschiedene Elemente    auch und verschieden sind.



Definition:Surjektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt surjektiv, wenn es für jedes    mindestens ein Element    mit

gibt.



Definition:Bijektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt bijektiv, wenn sowohl injektiv als auch surjektiv ist.



Definition:Umkehrabbildung

Es sei eine bijektive Abbildung. Dann heißt die Abbildung

die jedes Element    auf das eindeutig bestimmte Element    mit    abbildet, die Umkehrabbildung zu .



Definition:Hintereinanderschaltung

Es seien und Mengen und

und

Abbildungen. Dann heißt die Abbildung

die Hintereinanderschaltung der Abbildungen und .



Definition:Relation

Es seien und Mengen. Eine Relation zwischen den Mengen und ist eine Teilmenge der Produktmenge , also  



Definition:Graph einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann nennt man

den Graphen der Abbildung .



Definition:Relation auf einer Menge

Eine Relation auf einer Menge ist eine Teilmenge der Produktmenge , also  



Definition:Relationseigenschaften

Es sei eine Menge und    eine Relation auf . Man nennt

    • reflexiv, wenn

       gilt für alle  

    • transitiv, wenn für beliebige

       aus und aus stets    folgt.

    • symmetrisch, wenn für beliebige

       aus    auch    folgt.

    • antisymmetrisch, wenn für beliebige

       aus und die Gleichheit    folgt.



    Definition:Äquivalenzrelation

    Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge ist eine Relation  ,  die die folgenden drei Eigenschaften besitzt (für beliebige ).

    1. Es ist    (reflexiv).
    2. Aus    folgt    (symmetrisch).
    3. Aus    und    folgt    (transitiv).

    Dabei bedeutet  ,  dass das Paar zu gehört.



    Definition:Äquivalenzklasse

    Es sei    eine Äquivalenzrelation und  .  Dann ist

    die Äquivalenzklasse von bezüglich .



    Definition:Quotientenmenge

    Es sei    eine Äquivalenzrelation. Dann heißt

    die Quotientenmenge von .



    Definition:Kanonische Projektion

    Es sei    eine Äquivalenzrelation und die Quotientenmenge. Die Abbildung

    heißt kanonische Projektion von .



    Definition:Induktives Zählsystem

    Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element und einer (Nachfolger-)Abbildung

    heißt Zählsystem (oder induktives Zählsystem), wenn das folgende Induktionsaxiom erfüllt ist:

    Für jede Teilmenge gilt: wenn die beiden Eigenschaften

      • ,
      • mit jedem Element ist auch ,
      gelten, so ist .


      Definition:Dedekind-Peano-Axiome

      Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element    (die Null) und einer (Nachfolger)-Abbildung

      heißt natürliche Zahlen (oder Dedekind-Peano-Modell für die natürlichen Zahlen), wenn die folgenden Dedekind-Peano-Axiome erfüllt sind.

      1. Das Element ist kein Nachfolger (die Null liegt also nicht im Bild der Nachfolgerabbildung).
      2. Jedes    ist Nachfolger höchstens eines Elementes (d.h. die Nachfolgerabbildung ist injektiv).
      3. Für jede Teilmenge    gilt: Wenn die beiden Eigenschaften
          •  
          • mit jedem Element
             ist auch  

        gelten, so ist  



        Definition:Gleichmächtigkeit von Mengen

        Zwei Mengen und heißen gleichmächtig, wenn es eine bijektive Abbildung

        gibt.


        Definition:Ordnungsrelation

        Eine Relation auf einer Menge heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.

        1. Es ist    für alle  
        2. Aus    und    folgt stets  
        3. Aus    und    folgt  


        Definition:Endliche Menge

        Eine Menge heißt endlich mit Elementen, wenn es eine Bijektion

        gibt.



        Definition:Verknüpfung

        Eine Verknüpfung auf einer Menge ist eine Abbildung



        Definition:Kommutative Verknüpfung

        Eine Verknüpfung

        auf einer Menge heißt kommutativ, wenn für alle    die Gleichheit

        gilt.



        Definition:Assoziative Verknüpfung

        Eine Verknüpfung

        auf einer Menge heißt assoziativ, wenn für alle    die Gleichheit

        gilt.



        Definition:Neutrales Element

        Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

        gegeben. Dann heißt ein Element    neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle    die Gleichheit    gilt.



        Definition:Inverses Element

        Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

        und einem neutralen Element    gegeben. Dann heißt zu einem Element    ein Element    inverses Element (zu ). wenn die Gleichheit

        gilt.



        Definition:Addition mit n

        Es sei ein Dedekind-Peano-Modell der natürlichen Zahlen und  .  Dann definieren wir die Addition mit [[Kategorie:Addition mit (MSW)|~]] als diejenige aufgrund von Fakt ***** eindeutig bestimmte Abbildung

        für die

        gilt.



        Definition:Multiplikation mit n

        Es sei ein Dedekind-Peano-Modell der natürlichen Zahlen und  .  Dann definieren wir die Multiplikation mit [[Kategorie:Multiplikation mit (MSW)|~]] als diejenige aufgrund von Fakt ***** eindeutig bestimmte Abbildung

        für die

        gilt.



        Definition:Fakultät

        Zu einer natürlichen Zahl nennt man die Zahl

        die Fakultät von (sprich Fakultät).



        Definition:Gruppe

        Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element    und mit einer Verknüpfung

        heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

        1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle    gilt
        2. Das Element ist ein neutrales Element, d.h. für alle    gilt
        3. Zu jedem    gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein    mit


        Definition:Produktverknüpfung

        Es seien und zwei Mengen, auf denen jeweils eine Verknüpfung festgelegt ist. Dann heißt die auf der Produktmenge

        durch
        definierte Verknüpfung die Produktverknüpfung

        (oder komponentenweise Verknüpfung).



        Definition:Kommutativer Ring

        Ein kommutativer Ring ist eine Menge mit zwei Verknüpfungen und (genannt Addition und Multiplikation) und mit zwei ausgezeichneten Elementen und derart, dass folgende Bedingungen erfüllt sind:

        1. ist eine kommutative Gruppe.
        2. Die Multiplikation ist eine assoziative und kommutative Verknüpfung und ist das neutrale Element der Multiplikation.
        3. Es gilt das Distributivgesetz, also
          für alle .


        Definition:Körper (ausführlich)

        Eine Menge heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

        und zwei verschiedene Elemente    gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

        1. Axiome der Addition
          1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt:  
          2. Kommutativgesetz: Für alle    gilt  
          3. ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle    ist  
          4. Existenz des Negativen: Zu jedem    gibt es ein Element    mit  
        2. Axiome der Multiplikation
          1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt:  
          2. Kommutativgesetz: Für alle    gilt  
          3. ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle    ist  
          4. Existenz des Inversen: Zu jedem    mit    gibt es ein Element    mit  
        3. Distributivgesetz: Für alle    gilt  


        Definition:Binomialkoeffizient

        Es seien und natürliche Zahlen mit  .  Dann nennt man

        den Binomialkoeffizienten über “.



        Definition:Angeordneter Körper

        Ein Körper heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf gibt, die die beiden Eigenschaften

        1. Aus    folgt    (für beliebige ),
        2. Aus    und    folgt    (für beliebige ),

        erfüllt.



        Definition:Intervalle

        Es sei ein angeordneter Körper. Zu , , nennt man

          •   

          das abgeschlossene Intervall.

          •   

          das offene Intervall.

          •   

          das linksseitig offene Intervall.

          •   

          das rechtsseitig offene Intervall.



          Definition:Betrag (angeordneter Körper)

          In einem angeordneten Körper ist der Betrag eines Elementes    folgendermaßen definiert.



          Definition:Archimedisch angeordnet

          Es sei ein angeordneter Körper. Dann heißt archimedisch angeordnet, wenn das folgende Archimedische Axiom gilt, d.h. wenn es zu jedem    eine natürliche Zahl mit

          gibt.



          Definition:Gaußklammer

          Es sei ein archimedisch angeordneter Körper und  .  Die Gaußklammer von ist durch

          definiert.



          Definition:Tupel

          Es seien und Mengen. Dann nennt man eine Abbildung

          auch ein -Tupel in . Bei spricht man von einem -Tupel in .



          Definition:Mengenfamilie

          Es sei eine Menge und zu jedem    sei eine Menge gegeben. Eine solche Situation nennt man eine Familie von Mengen

          Die Menge heißt dabei die Indexmenge der Mengenfamilie.



          Definition:Durchschnitt und Vereinigung von Mengenfamilien

          Es sei , , eine Familie von Teilmengen einer Grundmenge . Dann heißt

          der Durchschnitt der Mengen und

          die Vereinigung der Mengen.



          Definition:Produktmenge (Familie)

          Es sei eine Menge und zu jedem    sei eine Menge gegeben. Dann nennt man die Menge

          die Produktmenge der .



          Definition:Folge

          Es sei ein angeordneter Körper. Eine Folge in ist eine Abbildung



          Definition:Konvergenz einer Folge

          Es sei eine Folge in einem angeordneten Körper und es sei  .  Man sagt, dass die Folge gegen konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

          Zu jedem , , gibt es ein    derart, dass für alle    die Beziehung

          gilt. In diesem Fall heißt der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

          Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert.), andernfalls, dass sie divergiert.



          Definition:Beschränktheits-Eigenschaften

          Es sei ein angeordneter Körper und    eine Teilmenge.

          1. Ein Element    heißt eine obere Schranke für , wenn    für alle    gilt.
          2. Ein Element    heißt eine untere Schranke für , wenn    für alle    gilt.
          3. heißt nach oben beschränkt, wenn eine obere Schranke für existiert.
          4. heißt nach unten beschränkt, wenn eine untere Schranke für existiert.
          5. heißt beschränkt , wenn sowohl nach oben als auch nach unten beschränkt ist.
          6. Ein Element    heißt das Maximum von , wenn    für alle    gilt.
          7. Ein Element    heißt das Minimum von , wenn    für alle    gilt.
          8. Eine obere Schranke von heißt das Supremum von , wenn    für alle oberen Schranken von gilt.
          9. Eine untere Schranke von heißt das Infimum von , wenn    für alle unteren Schranken von gilt.


          Definition:Wachsende Folge

          Es sei ein angeordneter Körper und sei eine Folge in . Dann heißt die Folge wachsend, wenn    ist für alle  ,  und streng wachsend, wenn    ist für alle  .  Die Folge heißt fallend, wenn    ist für alle    und streng fallend, wenn    ist für alle  



          Definition:Eulersche Zahl

          Die reelle Zahl

          heißt Eulersche Zahl.



          Definition:Komplexe Zahlen

          Die Menge mit und , mit der komponentenweisen Addition und der durch

          definierten Multiplikation nennt man Körper der komplexen Zahlen. Er wird mit

          bezeichnet.



          Definition:Real- und Imaginärteil

          Zu einer komplexen Zahl

          heißt

          der Realteil von und

          heißt der Imaginärteil von .



          Definition:Komplexe Konjugation

          Die Abbildung

          heißt komplexe Konjugation.



          Definition:Betrag einer komplexen Zahl

          Zu einer komplexen Zahl

          ist der Betrag durch

          definiert.



          Definition:Vektorraum

          Es sei ein Körper und    eine kommutative Gruppe. Man nennt einen -Vektorraum, wenn eine Abbildung

          erklärt ist, die folgende Axiome erfüllt (dabei seien und beliebig):

          1.  
          2.  
          3.  
          4.  


          Definition:Polynom in einer Variablen

          Es sei ein Körper. Ein Ausdruck der Form

          mit

          heißt Polynom in einer Variablen über .



          Definition:Linearkombination

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Es sei eine Familie von Vektoren in . Dann heißt der Vektor

          eine Linearkombination dieser Vektoren (zum Koeffiziententupel ).



          Definition:Erzeugendensystem

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Dann heißt eine Familie , , ein Erzeugendensystem von , wenn man jeden Vektor    als

          mit einer endlichen Teilfamilie    und mit    darstellen kann.



          Definition:Untervektorraum

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Eine Teilmenge    heißt Untervektorraum, wenn die folgenden Eigenschaften gelten.

          1.  
          2. Mit    ist auch  
          3. Mit    und    ist auch  


          Definition:Aufgespannter Unterraum

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Zu einer Familie , , setzt man

          und nennt dies den von der Familie erzeugten oder aufgespannten Untervektorraum.



          Definition:(In)homogene lineare Gleichung

          Es sei ein Körper und  .  Dann nennt man

          eine (homogene) lineare Gleichung in den Variablen zu den Koeffizienten , . Ein Tupel heißt Lösung der linearen Gleichung, wenn    ist.

          Wenn    ein weiteres Element ist, so heißt

          eine inhomogene lineare Gleichung und ein Tupel heißt Lösung der inhomogenen linearen Gleichung, wenn    ist.



          Definition:Lineares Gleichungssystem

          Es sei ein Körper und    für und . Dann nennt man

          ein (homogenes) lineares Gleichungssystem in den Variablen . Ein Tupel    heißt Lösung des linearen Gleichungssystems, wenn    für alle    ist.

          Wenn    beliebig ist, so heißt

          ein inhomogenes lineares Gleichungssystem und ein Tupel    heißt Lösung des inhomogenen linearen Gleichungssystems, wenn    für alle ist.



          Definition:Äquivalente lineare Gleichungssysteme

          Es sei ein Körper und seien zwei (inhomogene) lineare Gleichungssysteme zur gleichen Variablenmenge gegeben. Die Systeme heißen äquivalent, wenn ihre Lösungsmengen übereinstimmen.



          Definition:Linear unabhängig

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Dann heißt eine Familie von Vektoren , , linear unabhängig, wenn eine Gleichung

          nur bei    für alle möglich ist.



          Definition:Basis

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum. Dann heißt ein linear unabhängiges Erzeugendensystem , , von eine Basis von .



          Definition:Standardvektor

          Es sei ein Körper und . Dann nennt man zu den Vektor

          wobei an der -ten Stelle steht, den -ten Standardvektor. Die Vektoren
          nennt man die Standardbasis des .


          Definition:Dimension

          Es sei ein Körper und ein - Vektorraum mit einem endlichen Erzeugendensystem. Dann nennt man die Anzahl der Vektoren in einer Basis von die Dimension von , geschrieben



          Definition:Lineare Abbildung

          Es sei ein Körper und es seien und Vektorräume über . Eine Abbildung

          heißt lineare Abbildung, wenn die beiden folgenden Eigenschaften erfüllt sind.

          1.    für alle  
          2.    für alle und .


          Definition:Kern

          Es sei ein Körper, und seien - Vektorräume und

          sei eine - lineare Abbildung. Dann nennt man

          den Kern von .



          Definition:Rang einer linearen Abbildung

          Es sei ein Körper, und seien - Vektorräume und

          sei eine - lineare Abbildung und sei endlichdimensional. Dann nennt man

          den Rang von .



          Definition:Isomorphismus (Vektorräume)

          Es sei ein Körper und es seien und Vektorräume über . Eine bijektive, lineare Abbildung

          heißt Isomorphismus.



          Definition:Isomorphe Vektorräume

          Es sei ein Körper. Zwei - Vektorräume und heißen isomorph, wenn es einen Isomorphismus von nach gibt.



          Definition:Homomorphismenraum

          Es sei ein Körper und es seien und Vektorräume über . Dann nennt man

          den Homomorphismenraum. Er wird versehen mit der Addition, die durch

          definiert wird, und der Skalarmultiplikation, die durch

          definiert wird.



          Definition:Matrix

          Es sei ein Körper und und Indexmengen. Eine -Matrix ist eine Abbildung

          Bei    und    spricht man von einer -Matrix. In diesem Fall schreibt man eine Matrix zumeist tabellarisch als



          Definition:Matrizenmultiplikation

          Es sei ein Körper und es sei eine - Matrix und eine -Matrix über . Dann ist das Matrixprodukt

          diejenige -Matrix, deren Einträge durch

          gegeben sind.



          Definition:Einheitsmatrix

          Die - Matrix

          nennt man die Einheitsmatrix.



          Definition:Invertierbare Matrix

          Es sei ein Körper und sei eine - Matrix über . Dann heißt invertierbar, wenn es eine weitere Matrix    mit

          gibt.



          Definition:Inverse Matrix

          Es sei ein Körper. Zu einer invertierbaren Matrix    heißt die Matrix    mit

          die inverse Matrix von . Man schreibt dafür



          Definition:Matrix zu linearer Abbildung

          Es sei ein Körper und sei ein - dimensionaler Vektorraum mit einer Basis    und sei ein -dimensionaler Vektorraum mit einer Basis  

          Zu einer linearen Abbildung

          heißt die - Matrix

          wobei die -te Koordinate von bezüglich der Basis ist, die beschreibende Matrix zu bezüglich der Basen.

          Zu einer Matrix    heißt die durch

          gemäß Fakt ***** definierte lineare Abbildung die durch festgelegte lineare Abbildung.



          Definition:Elementare Zeilenumformungen

          Es sei ein Körper und sei eine - Matrix über . Dann nennt man die folgenden Manipulationen an elementare Zeilenumformungen.

          1. Vertauschung von zwei Zeilen.
          2. Multiplikation einer Zeile mit  
          3. Addition des -fachen einer Zeile zu einer anderen Zeile.


          Definition:Elementarmatrizen

          Es sei ein Körper. Mit bezeichnen wir diejenige - Matrix, die an der Stelle den Wert und sonst überall den Wert hat. Dann nennt man die folgenden Matrizen Elementarmatrizen.

          1. .
          2. .
          3. .


          Definition:Spaltenrang

          Es sei ein Körper und sei eine - Matrix über . Dann nennt man die Dimension des von den Spalten erzeugten Untervektorraums von den (Spalten-)Rang der Matrix, geschrieben



          Definition:Determinante (rekursive Definition)

          Es sei ein Körper und sei    eine - Matrix über . Zu    sei diejenige -Matrix, die entsteht, wenn man in die erste Spalte und die -te Zeile weglässt. Dann definiert man rekursiv die Determinante von durch



          Definition:Multilineare Abbildung

          Es sei ein Körper und seien und Vektorräume über . Eine Abbildung

          heißt multilinear, wenn für jedes    und jedes -Tupel mit    die induzierte Abbildung

          - linear ist.



          Definition:Alternierende Abbildung

          Es sei ein Körper, und seien - Vektorräume und sei  .  Eine multilineare Abbildung

          heißt alternierend, wenn folgendes gilt: Falls in    zwei Einträge übereinstimmen, also    für ein Paar  ,  so ist



          Definition:Determinantenfunktion

          Es sei ein - dimensionaler Vektorraum über einem Körper . Eine Abbildung

          heißt Determinantenfunktion, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind.

          1. ist multilinear.
          2. ist alternierend.


          Definition:Transponierte Matrix

          Es sei ein Körper und sei    eine - Matrix über . Dann nennt man die -Matrix

          die transponierte Matrix zu .



          Definition:Determinante eines Endomorphismus

          Es sei ein Körper und es sei ein endlichdimensionaler - Vektorraum. Es sei

          eine lineare Abbildung, die bezüglich einer Basis durch die Matrix beschrieben werde. Dann nennt man

          die Determinante der linearen Abbildung .



          Definition:Adjungierte Matrix (Adjunkte)

          Zu einer quadratischen Matrix    heißt

          wobei die Streichungsmatrix zur -ten Zeile und zur -ten Spalte ist, die adjungierte Matrix (Adjunkte) von .



          Definition:Eigenvektor

          Es sei ein Körper, ein - Vektorraum und

          eine lineare Abbildung. Dann heißt ein Element , , ein Eigenvektor von (zum Eigenwert ), wenn

          mit einem    gilt.



          Definition:Eigenwert

          Es sei ein Körper, ein - Vektorraum und

          eine lineare Abbildung. Dann heißt ein Element    ein Eigenwert zu , wenn es einen von verschiedenen Vektor    mit

          gibt.



          Definition:Eigenraum

          Es sei ein Körper, ein - Vektorraum und

          eine lineare Abbildung. Zu    nennt man

          den Eigenraum von zum Wert .



          Definition:Diagonalisierbare Abbildung

          Es sei ein Körper, ein - Vektorraum und

          eine lineare Abbildung. Dann heißt diagonalisierbar, wenn eine Basis aus Eigenvektoren zu besitzt.



          Definition:Polynomring

          Der Polynomring über einem Körper besteht aus allen Polynomen

          mit  ,   ,  und mit komponentenweiser Addition und einer Multiplikation, die durch distributive Fortsetzung der Regel

          definiert ist.



          Definition:Grad eines Polynoms

          Der Grad eines von verschiedenen Polynoms

          mit    ist .



          Definition:Charakteristisches Polynom

          Zu einer - Matrix mit Einträgen in einem Körper heißt das Polynom

          das charakteristische Polynom von .



          Definition:Skalarprodukt

          Es sei ein reeller Vektorraum. Ein Skalarprodukt auf ist eine Abbildung

          mit folgenden Eigenschaften:

          1. Es ist

            für alle  ,     und ebenso in der zweiten Komponente.

          2. Es ist

            für alle  

          3. Es ist    für alle    und    genau dann, wenn    ist.


          Definition:Euklidischer Vektorraum

          Ein reeller, endlichdimensionaler Vektorraum, der mit einem Skalarprodukt versehen ist, heißt euklidischer Vektorraum.



          Definition:Orthogonale Vektoren

          Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt . Man nennt zwei Vektoren    orthogonal zueinander (oder senkrecht), wenn

          ist.



          Definition:Orthogonales Komplement

          Es sei ein euklidischer Vektorraum und    ein Untervektorraum. Dann heißt

          das orthogonale Komplement von .



          Definition:Orthonormalbasis

          Es sei ein euklidischer Vektorraum. Eine Basis von heißt Orthonormalbasis, wenn

          gilt.



          Definition:Norm (zu Skalarprodukt)

          Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt . Dann nennt man zu einem Vektor    die reelle Zahl

          die Norm von .



          Definition:Abstand (euklidischer Vektorraum)

          Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt . Zu zwei Vektoren    nennt man

          den Abstand zwischen und .



          Definition:Metrischer Raum

          Es sei eine Menge. Eine Abbildung heißt Metrik (oder Distanzfunktion), wenn für alle    die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

          1.    genau dann, wenn    ist (Definitheit),
          2.    (Symmetrie), und
          3.    (Dreiecksungleichung).

          Ein metrischer Raum ist ein Paar , wobei eine Menge und eine Metrik ist.



          Definition:Offene Kugel

          Es sei ein metrischer Raum,    und    eine positive reelle Zahl. Es ist

          die offene und

          die abgeschlossene -Kugel um .



          Definition:Offene Menge in einem metrischen Raum

          Es sei ein metrischer Raum. Eine Teilmenge    heißt offen (in ), wenn für jedes    ein    mit

          existiert.



          Definition:Abgeschlossene Menge in einem metrischen Raum

          Es sei ein metrischer Raum. Eine Teilmenge    heißt abgeschlossen, wenn das Komplement offen ist.



          Definition:Beschränkte Teilmenge

          Eine Teilmenge    eines metrischen Raumes heißt beschränkt, wenn es eine reelle Zahl mit

          gibt.



          Definition:Konvergente Folge (metrischer Raum)

          Es sei ein metrischer Raum und sei eine Folge in . Man sagt, dass die Folge gegen    konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

          Zu jedem , , gibt es ein    derart, dass für alle    die Beziehung

          gilt. In diesem Fall heißt der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

          Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert), andernfalls, dass sie divergiert.



          Definition:Häufungspunkt

          Es sei ein metrischer Raum und sei eine Folge in . Ein Punkt    heißt Häufungspunkt der Folge, wenn es für jedes    unendlich viele Folgenglieder mit    gibt.



          Definition:Teilfolge

          Es sei ein metrischer Raum und sei eine Folge in . Zu jeder streng wachsenden Abbildung , , heißt die Folge

          eine Teilfolge der Folge.



          Definition:Stetigkeit für Abbildungen zwischen metrischen Räumen

          Es seien und metrische Räume,

          eine Abbildung und  .  Die Abbildung heißt stetig in , wenn für jedes    ein    derart existiert, dass

          gilt. Die Abbildung heißt stetig, wenn sie stetig in für jedes    ist.



          Definition:Zusammenhängend

          Ein metrischer Raum heißt zusammenhängend, wenn es genau zwei Teilmengen von gibt (nämlich und selbst), die sowohl offen als auch abgeschlossen sind.



          Definition:Kompakt

          Eine Teilmenge    heißt kompakt, wenn sie abgeschlossen und beschränkt ist.



          Definition:Maximum und Minimum

          Es sei eine Menge und

          eine Funktion. Man sagt, dass in einem Punkt    das Maximum annimmt, wenn

          und dass das Minimum annimmt, wenn



          Definition:Lokales Maximum und Minimum

          Es sei ein metrischer Raum und

          eine Funktion. Man sagt, dass in einem Punkt    ein lokales Maximum besitzt, wenn es ein    derart gibt, dass für alle  mit die Abschätzung

          gilt. Man sagt, dass in    ein lokales Minimum besitzt, wenn es ein    derart gibt, dass für alle  mit die Abschätzung

          gilt.



          Definition:Gleichmäßig stetig

          Es sei

          eine Abbildung zwischen den metrischen Räumen und . Dann heißt gleichmäßig stetig, wenn es zu jedem    ein    mit folgender Eigenschaft gibt: Für alle    mit    ist  



          Definition:Berührpunkt

          Es sei ein metrischer Raum und    eine Teilmenge. Ein Punkt    heißt Berührpunkt von , wenn zu jedem    der Durchschnitt



          Definition:Abschluss (Teilmenge)

          Es sei ein metrischer Raum und    eine Teilmenge. Die Menge aller Berührpunkte von heißt der Abschluss von . Er wird mit bezeichnet.



          Definition:Grenzwert einer Abbildung

          Es sei ein metrischer Raum, sei    eine Teilmenge und sei    ein Berührpunkt von . Es sei

          eine Abbildung in einen weiteren metrischen Raum . Dann heißt    der Grenzwert (oder Limes) von in , wenn es für jedes    ein    gibt mit der folgenden Eigenschaft: Für jedes    ist  .  In diesem Fall schreibt man



          Definition:Stetige Fortsetzung

          Es sei ein metrischer Raum und    eine Teilmenge. Es sei

          eine stetige Abbildung in einen weiteren metrischen Raum und es sei . Dann heißt eine Abbildung

          eine stetige Fortsetzung von , wenn stetig ist und gilt für alle .



          Definition:Reelle Exponentialfunktion zu einer Basis

          Es sei eine positive reelle Zahl. Die Funktion

          heißt Exponentialfunktion zur Basis .



          Definition:Reihe

          Es sei eine Folge von komplexen Zahlen. Unter der Reihe versteht man die Folge der Partialsummen

          Falls die Folge konvergiert, so sagt man, dass die Reihe konvergiert. In diesem Fall schreibt man für den Grenzwert ebenfalls

          und nennt ihn die Summe der Reihe.



          Definition:Absolute Konvergenz einer Reihe

          Eine Reihe

          von komplexen Zahlen heißt absolut konvergent, wenn die Reihe

          konvergiert.



          Definition:Summierbare Familie

          Es sei eine Indexmenge und , , eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt summierbar, wenn es ein    mit folgender Eigenschaft gibt: Zu jedem    gibt es eine endliche Teilmenge    derart, dass für alle endlichen Teilmengen    mit    die Beziehung

          gilt. Dabei ist  .  Im summierbaren Fall heißt die Summe der Familie.



          Definition:Cauchy-Familie

          Es sei eine Indexmenge und , , eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt eine Cauchy-Familie, wenn es zu jedem    eine endliche Teilmenge    derart gibt, dass für jede endliche Teilmenge    mit    die Beziehung

          gilt. Dabei ist  



          Definition:Cauchy-Produkt

          Zu Reihen und komplexer Zahlen heißt die Reihe

          das Cauchy-Produkt der beiden Reihen.



          Definition:Potenzreihe

          Es sei eine Folge von komplexen Zahlen und eine weitere komplexe Zahl. Dann heißt die Reihe

          die Potenzreihe in zu den Koeffizienten .



          Definition:Exponentialreihe

          Für jedes    heißt die Reihe

          die Exponentialreihe in .



          Definition:Exponentialfunktion

          Die Abbildung

          heißt (komplexe) Exponentialfunktion.



          Definition:Sinusreihe und Kosinusreihe

          Für    heißt

          die Kosinusreihe und

          die Sinusreihe zu .



          Definition:Punktweise konvergente Abbildungsfolge

          Es sei eine Menge, ein metrischer Raum und

          () eine Folge von Abbildungen. Man sagt, dass die Abbildungsfolge punktweise konvergiert, wenn für jedes    die Folge

          konvergiert.



          Definition:Gleichmäßig konvergente Abbildungsfolge

          Es sei eine Menge, ein metrischer Raum und

          () eine Folge von Abbildungen. Man sagt, dass die Abbildungsfolge gleichmäßig konvergiert, wenn es eine Abbildung

          derart gibt, dass es zu jedem    ein gibt mit



          Definition:Supremumsnorm

          Es sei eine Menge und

          eine Funktion. Dann nennt man

          das Supremum (oder die Supremumsnorm) von . Es ist eine nichtnegative reelle Zahl oder .



          Definition:Konvergenzradius

          Für eine Potenzreihe

          heißt

          der Konvergenzradius der Potenzreihe. Das ist eine nichtnegative reelle Zahl oder .



          Definition:Differenzenquotient

          Es sei    offen,    ein Punkt und

          eine Funktion. Zu , , heißt die Zahl

          der Differenzenquotient von zu und .



          Definition:Differenzierbarkeit

          Es sei    offen,    ein Punkt und

          eine Funktion. Man sagt, dass differenzierbar in ist, wenn der Limes

          existiert. Im Fall der Existenz heißt dieser Limes der Differentialquotient oder die Ableitung von in , geschrieben



          Definition:Ableitungsfunktion

          Es sei    offen und

          eine Funktion. Man sagt, dass differenzierbar ist, wenn für jeden Punkt    die Ableitung von in existiert. Die Abbildung

          heißt die Ableitung (oder Ableitungsfunktion) von .



          Definition:Höhere Ableitungen

          Es sei    offen und

          eine Funktion. Man sagt, dass -mal differenzierbar ist, wenn -mal differenzierbar ist und die -te Ableitung differenzierbar ist. Die Ableitung

          nennt man dann die -te Ableitung von .



          Definition:Die Zahl

          Es sei die eindeutig bestimmte reelle Nullstelle der Kosinusfunktion aus dem Intervall . Die Kreiszahl ist durch

          definiert.



          Definition:Taylor-Polynom

          Es sei    eine offene Teilmenge,

          eine -mal differenzierbare Funktion und  .  Dann heißt

          das Taylor-Polynom vom Grad zu im Entwicklungspunkt .



          Definition:Taylor-Reihe

          Es sei    eine offene Teilmenge,

          eine -oft differenzierbare Funktion und  .  Dann heißt

          die Taylor-Reihe zu im Entwicklungspunkt .