Projekt:Bildung und Kompetenz

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Dies ist eine Wiki-Seite, auf der wir das Verhältnis der Begriffe Bildung und Kompetenz klären wollen. Die Seite ist entstanden aus dem Unbehagen heraus, dass dem Begriff Kompetenz heute zu viel Bedeutung beigemessen wird und dass der Begriff Bildung eine immer unwichtigere Rolle in "bildungs"wissenschaftlichen Diskussionen zu spielen scheint. Auslöser für die Diskussion war der Weblog-Artikel von Christian zu diesem Thema.

Wir würden uns freuen, wenn du dich beteiligen und deine Gedanken beisteuern würdest!

Willensbildung[Bearbeiten]

Wenn wir hier ein gemeinsames Projekt beginnen, dann heißt das noch nicht, dass wir uns schon über das Projekt einig wären. Jeder verfolgt eigene Absichten, die sich von den Absichten der anderen unterscheiden können.

Wohin soll die Reise gehen? Dazu einige Meinungen:


Zwecke[Bearbeiten]

Diesen Abschnitt sollten wir vorsichtig tastend entwickeln.
Info.svg
Es wäre gut, wenn ihr hier keine Formulierungen ändert, auf die sich schon jemand aus dem Team beruft, damit niemand für fremde Zwecke in Anspruch genommen wird. Hängt lieber eine neue Formulierung an. --Lernstratege
Leitfrage – Wozu soll dir dieses Projekt dienen?
  • Mittel für weitere Verwendungen (welche?) erhalten,
  • Wirkungen (welche?) anstreben,
  • Wünsche (welche?) erfüllen,
  • Bedürfnisse befriedigen.


(1) Interesse an dieser Art von Thema
(1.1) Interesse als Anliegen eines Beteiligten / Betroffenen
(1.2) Interesse als Vergnügen an der Tätigkeit
(2) Erfahrungen in der eigenen „Arbeit am Begriff“ [1] sammeln
(2.1) Den Begriffen ihren Platz anweisen
(2.2) Von einer hinnehmenden zu einer mitwirkenden Haltung finden
(3) Eigenen Sprachgebrauch schärfen
(3.1) Begriffe klären / stabilisieren
(3.2) Das Begriffsfeld aufspannen
(4) Orientierungspunkte für die Handlungsfelder gewinnen, in denen ich mich bewege
(4.1) Mittel erhalten, um eigene pädagogische Zielsetzungen zu formulieren
(4.2) Klarheit über eigene Zielsetzungen gewinnen
(5) Den üblichen Sprachgebrauch durchschauen / nachvollziehen
(5.1) Eine sprachliche Unterströmung (Kulturwandel) erkennen
(5.2) Den Kulturwandel deuten (d.h. Absichten aufdecken, denen er folgt)
(6) Bildung von Zwecken und Interessen frei halten

Team[Bearbeiten]

Zeithorizont[Bearbeiten]

Hier bitte einschätzen, bis wann du Ergebnisse erwartest (oder erhoffst).

Mitwirkende nach Zeithorizont
einige Tage einige Wochen einige Monate ein Jahr länger

Lernstratege Cspannagel cgrune

Fragestellungen[Bearbeiten]

Hier bitte eintragen, welche Fragen du an das Thema hast.

  • Wie bekommt man so ein Thema in den Griff?
  • Was macht „Bildung“ und „Kompetenz“ so schwierig?
  • Ist nicht jeder Mensch betroffen und beteiligt - mit einem Anspruch auf Mitwirkung?
  • Welche semantischen / symbolischen / politischen Konnotationen wecken diese Begriffe?
  • Wie hängen Bildung und Kompetenz zusammen? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es?
  • Wer bestimmt über die Definitionen? Auf welche Weise?
  • Wer propagiert den Sprachgebrauch? Wie? Wozu?
  • Warum wird das Konzept „Kompetenz“ so oft gebraucht?
  • Wie misst man Kompetenzen / Bildung? (Verhältnis zur Performanz)
  • Wie weist man sie nach?
  • Wie nimmt man einen Bestand auf?
  • Wie beschreibt man die bestehenden, erwarteten, angestrebten Verhältnisse und Zustände?
  • Kann man Bildung / Kompetenzen vermitteln? (vermitteln ≠ eintrichtern)

Zielsetzungen[Bearbeiten]

Hier können wir nach und nach konkretere Ziele der Untersuchung entwickeln.


Den Sprachgebrauch einfangen[Bearbeiten]

Wenn in einem Text die Worte Bildung oder Kompetenz auftauchen, dann erhält der Text dadurch eine besondere Note. Die Worte erscheinen uns geläufig oder sogar vertraut. Sie markieren ihren Kontext, indem sie auf ihren Sprachgebrauch verweisen. Welcher Sprachgebrauch ist das? Helft uns, ihn einzufangen.

Bildung[Bearbeiten]

Bildung ist sowohl ein Ergebnis (gebildet sein) als auch ein Bemühen (sich bilden). Eine einfache Definition kann es nicht geben, da der Begriff historisch und aktuell in einer nicht überschaubaren Breite und Vielfalt verwendet wird. Als Schlagwort umstritten und selbst Mittel im Streit. Klärung bringt die nähere Betrachtung einer einzelnen Position.

Typische Redewendungen
  • Dafür reicht meine Bildung nicht aus: Ich wage nicht, ein Urteil zu bilden.
  • Bildung ist ein hohes Gut: Da musst du dich anstrengen. Die Mühe lohnt sich.
  • Bildung darf nichts kosten. (Was nichts kostet ist auch nichts wert?)
  • ...
Nachfrage zum Sprachgebrauch[Bearbeiten]
Wie übersetzt man eigentlich „Bildung“ in andere Sprachen?

Kompetenz[Bearbeiten]

Typische Redewendungen
  • Kompetenzgerangel: Wer ist hier eigentlich zuständig?
  • Der Mann ist kompetent: Der kann etwas.
  • ...

Etymologie[Bearbeiten]

Beide Worte werden in ihrer heute vorherrschanden Bedeutung erst in jüngerer Zeit verwendet. Das Wort Bildung „liefert im 18.Jh einen zentralen pädagogischen Begriff (womit zunächst Formung der Jugend gemeint ist).“[2] Die alte Bedeutung scheint noch in Wortbildung oder bildende Künste durch.

Vor 1800 erscheint das Wort kompetent und bedeutet „zunächst ’zuständig’. Früher bezeugt ist das Abstraktum Kompetenz (16.Jh), das aber zunächst ’Recht auf Einkünfte’ bedeutet. Als Abstraktum des Adjektivs erst im 19.Jh.“[3] Ausführlicher soll man sich hier wohl denken: Zunächst steht da petere ’begehren’, dann ein Anspruch/Anrecht (auf Pfründe), dann die mit dem Anrecht verbundene Zuständigkeit und Pflichterfüllung und neuerdings die für Aufgabenerfüllung notwendige Fähigkeit (Leistungsdisposition).

Nachfrage an die Historie[Bearbeiten]
Es wird niemand bestreiten, dass die bezeichneten Tatsachen[4] älter als die deutsche Sprache sind. Wenn nun beide Worte in ihrer gegenwärtigen Verwendung relativ jung sind, was wurde an ihrer Stelle zuvor gesagt?

Die Begriffe bestimmen[Bearbeiten]

In diesem Unterbereich sollen verschiedene Definitionen gesammelt werden. Bitte die Definitionen exakt zitieren und mit Literaturangaben versehen.

Es ist schlicht undenkbar, dass die bezeichnete Sache (Bildung / Kompetenz) erst im 18.Jh. erfunden wurde. Wegen des schnell wechselnden Wortgebrauchs ist es sinnvoll, die Bedeutung begrifflich zu Bestimmen. Dabei haben wir damit zu kämpfen, dass die Schlagworte in der politischen Auseinandersetzung verwendet werden. Jede Begriffsbestimmung versucht zugleich regelnden Einfluss auf den Sprachgebrauch zu nehmen und ihr Autor verfolgt damit bestimmte Absichten.

Bildung[Bearbeiten]

Zum Beispiel die humanistische Tradition der Aufklärung: Humboldt[5] bezeichnet als den „wahren Zweck des Menschen [...] die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen.“ Bildung ist damit nicht schon auf eine spätere Anwendung gerichtet, bleibt offen gegenüber den späteren Verwendungen dieser Kräfte. Bildung strebt zu einem Ganzen: auf Persönlichkeitsentwicklung und -reifung. Bildung ist also sich selbst genügender Zweck[6]. Sie ist aber auch Aneignung von Welt im Sinne eines Begreifens und Verstehens (nicht Unterordnung von Welt!). Bildung ist ein aktives Bemühen.

Hartmut von Hentig[7] bringt alle Anforderungen an Bildung in der knappen Formulierung: „Die Sachen klären - die Menschen stärken“ zum Punkt. Er verbindet den Bildungsbegriff mit der Aufklärung im Sinne Kants „Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“[8]. In seinem Essay Bildung[9] schlägt er sechs Maßstäbe für Bildung vor: Abwehr von Unmenschlichkeit, die Wahrnehmung von Glück, die Fähigkeit und Bereitschaft, sich zu verständigen; ein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz, Wachheit für letzte Fragen und schliesslich (bei Hentig besonders wichtig) die Bereitschaft Verantwortung in der res publica (also im öffentlichen Leben). Er schlägt diese Maßstäbe bewusst vor, um sich abzugrenzen von vermeintlich einfachen und klaren Definitionen von Bildung, die aber nichts anderes als Katalogwissen oder Ausrichtung auf bestimmte Zwecke bewirken.

Hentig zitiert zudem auf S. 38f die Brockhaus Enzyklopädie von 1987 und analysiert diese im Detail: "Bildung sei die Anregung aller Kräfte eines Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt in wechselseitiger Ver- und Beschränkung harmonisch-proportionierlich entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität oder Persönlichkeit führen, die in ihrer Idealität und Einzigartigkeit die Menschheit bereichere."

Kompetenz[Bearbeiten]

Nach Weinert (2001) sind Kompetenzen die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können. [10] An dieser Definition fällt auf, dass sie sehr stark auf Problemlösefähigkeit abzielt (und dabei neben den kognitiven auch die motivationalen, volitionalen und sozialen Aspekte mit einschließt).

Nachfrage zu Weinert[Bearbeiten]
Wieso mischt Weinert hier gleich „die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften“ mit ein? Dadurch geht immerhin die Abgrenzung zur Performanz verloren. Kann Weinert nicht ertragen, dass die Kompetenzmessung (wegen der dazu notwendigen Bereitschaft zur Performanz) nur in Performanz geschehen kann? Oder ist ihm eine positivistische Verwechselung von empirischem Bericht und theoretischer Begriffsbestimmung unterlaufen? Wie unterscheidet Weinert darüber hinaus (was ja immerhin denkbar ist) zwischen motivationalen und volitionalen Aspekten?

Nach Erpenbeck [11] sind Kompetenzen schlicht Dispositionen zur Selbstorganisation. Selbstorganisiert wird Handeln in offenen, chaotischen Systemen. Die Fähigkeit, in solchen Situationen Probleme zu lösen, aktiv zu sein und Lösungen zu finden kann mit Erpenbeck als kompetentes Handeln bezeichnet werden. Dabei handelt eine Person in vierfacher Hinsicht selbstbezogen: mehr oder weniger aktiv; reflexiv in Bezug auf die eigene Person; fachlich-methodisch in Bezug auf Sachverhalte und sozial-kommunikativ in Bezug auf andere Menschen. Damit leiten sich die vier Kompetenztypen nach Erpenbeck ab: Aktivitätsbezogene, Personenbezogene, fachlich-methodische und sozial-kommunikative Kompetenzen.

Nachfrage zu Erpenbeck[Bearbeiten]
Dispositionen sind Bedingungen eines Geschehens (dazu zählen wieder die motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften, sowie zusätzlich noch situative Voraussetzungen). Der Begriff der Disposition greift auf ein viel breiteres Repertoire an Aspekten zurück, als es der Begriff der Fähigkeit tut. Problemlösungsfähigkeiten sind etwa anderes als Selbstorganisations-dispositionen, die immerhin auch bei einer Problemlösungsverweigerung bestehen. Woran sollen wir uns halten?
Bildung vs. Kompetenz=[Bearbeiten]

Rolf Arnold schreibt zu Bildung vs. Kompetenz: "Bildung hat zu tun mit der Entwicklung von Identität, in der Auseinandersetzung mit sich selbst, der Gesellschaft, der Umwelt und Geschichte. Der Bildungsbegriff enthält ein utopisches Element und ist wesentlich kultur- und gesellschaftsbezogen, während die Kompetenz als ein Konzept im Rahmen einer Persönlichkeitstheorie die subjektive Seite betont und auf die Bewältigung der praktischen Seiten des Lebens gerichtet ist."

Das Zitat macht den Unterschied jedoch nicht nachvollziehbarer. Einzig, dass Bildung allgemein & zweckfrei ist, während Kompetenz zweckgebunden ist, leuchtet ein. Wobei auch Bildung Voraussetzung für die Bewältigung praktischer Lebensfragen ist - im Sinne von Handlungsdispositionen. Genau so definiert aber Erpenbeck Kompetenzen: Als Dispositionen für selbstorganisiertes Handeln.

Gerade im schulischen Kontext hat sich nun auch ein auf kognitive Leistungsdispositionen reduzierter Kompetenzbegriff eingeschlichen, der a) von vielen unverstanden ist und b) zu fatalen Folgen führt, nämlich einer Standardisierung von Lernen. Bsp. Brandenburg: Ergebnisse von Leistungsvergleichsarbeiten fliessen in die Zeugnisse ein. Das sind aber Instrumente für Schulvergleiche, aber nicht für individuelle Leistungsmessung. Begründet wird das mit Kompetenzmessung, -orientierung etc. und Lehrer weissen schon in der 1.Kl. auf diese Arbeiten hin!

Ich habe in unserem Schulkonzept (http://www.freie-schule-woltersdorf.de/?page_id=5) auch sehr viel zu Kompetenzentwicklung geschrieben, was ich heute anders sehe. In der Praxis habe ich festgestellt, dass Bildung als Begriff völlig ausreicht und sogar besser ist. Bildung kann ich auf Humboldt und Hentig zurückführen, und bin damit immer aktuell bzw. präzise. Bildung = Aufklärung.

Kompetenz ist zudem doppelt belegt: Als Zuständigkeit/Berechtigung, dann wieder Vermögen/Fähigkeit, was es auch ausserhalb von Wissenschaft schwer macht, mit dem Begriff ausserhalb von Umgangssprache zu hantieren. Und englisch hörts dann ganz auf: competence und competency ;-)

Also: Ich ziehe den Hut vor Leuten wie Arnold oder Erpenbeck, die mit dem Begriff ernsthaft umgehen, lehne aber den ganzen Standardisierungskompetenzquatsch ab - das ist heisse Luft, die mit teststheoretischem Zeugs aufgeblasen wird, ohne wirklich mehr Erkenntnisse zu bringen. Wenn ich dann sage, ich nutze nur Bildung komme ich im Alltag (wo ich mich bewege, gar nicht mehr in der Wissenschaft) viel weiter.

(Anmerkung: ist noch rohformuliert - herzliche Einladung zum geraderücken....)

Verwandte Begriffe / Konzepte[Bearbeiten]

Allgemeinbildung[Bearbeiten]

Ein Bestand an Sitten, Kenntnissen und Fertigkeiten, von denen ich erwarten kann, dass mein Gesprächs- oder Kooperationspartner ihn besitzt. Diesem Bestand verdanken wir, dass wir auch nach einem Umzug (in eine andere Stadt oder ein anderes Land) im neuen Umfeld noch zurecht finden. (Gedanke von Lernstratege ohne kurzgegriffenen Literaturverweis)

...

Schlüsselkompetenzen[Bearbeiten]

Bei einem schrittweisen (konstruktiven) Aufbau von Handlungsmöglichkeiten und jene vielfältig nutzbaren Kenntnisse und Fertigkeiten, von denen (wie die Grate eines Gewölbes von den Säulen und Diensten) mehrere Lernwege ausgehen. (Gedanke von Lernstratege ohne kurzgegriffenen Literaturverweis)

...

Qualifikation[Bearbeiten]

...

Persönlichkeitsentwicklung[Bearbeiten]

...

Empowerment[Bearbeiten]

Offensichtlich eine Parallelbildung zu Enlightenment ‚Aufklärung‘.

...

Konstruktivistischer Lernbegriff[Bearbeiten]

...

Kompetenzen in der Organisationslehre[Bearbeiten]

Die Organisationslehre fragt nach Kompetenzen, wenn Stellen strukturiert oder besetzt werden sollen. Die Beschreibung sowohl der Stelle wie der Bewerber folgt einem betriebstypisch wiederkehrenden Schema. Je nach Autor werden dabei ein oder mehrere der folgenden Aspekte als Kompetenz bezeichnet: Befähigung, Befugnisse[12], Aufgaben, Verantwortung.

Aufgaben innerhalb einer Organisation bilden eine Halbordnung der Über- und Unterordnung (wie Teilnemgen) und können in Grenzen geteilt und (re)kombiniert werden. Um Konflikte zu vermeiden und die Erfüllung von Aufgaben zu sichern müssen die verschiedenen Aspekte einer Stelle konsistent und möglichst kongruent, im Verhältnis zu anderen Stellen kohärent und möglichst disjunkt aufeinander abgestimmt werden.

Mit fortschreitender Differenzierung und Spezialisierung der Arbeitswelt (nicht nur in ihren kommerziellen Formen) entsteht auch ein wachsender Bedarf an detailierten Kompetenzbeschreibungen und -katalogen.

Herkunft der Begriffe[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt dient insbesondere dazu herauszubekommen, wo eigentlich der Begriff "Kompetenz" herkommt und weshalb er einen solchen Aufschwung erfahren hat.

Kompetenzbegriff / Performanz (nach Chomsky)[Bearbeiten]

In der Linguistik werden von Chomsky die Begriffe Kompetenz und Performanz unterschieden: Während Kompetenz das unbewusste Wissen eines Menschen über Sprache, d.h. seine Sprachfähigkeit, beinhaltet, bezeichnet Performanz die tatsächliche Sprachverwendung dieses Menschen in Sprechakten.

Kompetenzbegriff in der beruflichen Bildung / Aus- und Weiterbildung[Bearbeiten]

In Deutschland wurde im QUEM-Projekt der Kompetenzbegriff in der beruflichen Aus- und Weiterbildung erforscht. Dies war die Wirkungsstätte von John Erpenbeck, der hier mit einer Reihe von Kollegen auch zum Feld der Kompetenzmessung sehr viel beigetragen hat: [2]

Kompetenzbegriff in den PISA-Studien[Bearbeiten]

Den meisten jüngsten Bildungsvergleichstudien (wie TIMSS, PISA, DESI) liegt ein sehr reduzierter Kompetenzbegriff zugrunde. Hartig und Klieme [13] führen zunächst sechs Varianten des Kompetenzbegriffs auf: Kompetenzen als generelle oder kontextbezogene kognitive Leistungsdispositionen; Kompetenzen als motivationale Orientierungen zur Bewältigung anspruchsvoller Aufgaben; Handlungskompetenzen als Integration der erstgenannten für ein spezielles Anwendungsfeld; Metakompetenzen im Sinne von Wissen, Strategien oder Motivationen oder Schlüsselkompetenzen für übergreifende Bereiche wie Sprache. Sie leiten dann ab, dass für die Zwecke der Bildungsforschung ein auf kognitive Leistungsdispositionen verengter Kompetenzbegriff am geeignetsten ist. Das ist er in der Tat, wird doch dort nichts anderes gemessen als Schulleistungen, d.h. die Reproduktion von Wissen, Gelerntem etc. Auch wenn zur Bearbeitung der PISA-Aufgaben teilweise die Übertragung von Schulwissen auf neue Gebiete gefordert war, ging es immer noch um Schulwissen. Mit dem breiten Kompetenzbegriff von Erpenbeck oder dem Bildungsbegriff Humboldts oder v. Hentigs hat der hier verwendete Kompetenzbegriff nichts zu tun (s. dazu auch [14]).

Kompetenz messen und bewerten[Bearbeiten]

Ein umfangreiches Werk zur Kompetenzmessung hat Lutz von Rosenstiel (Hrsg.) und John Erpenbeck herausgegeben [15].

Kontext von Bildung: Wirtschaft, Gesellschaft, Medien ...[Bearbeiten]

Rolle der Ökonomie[Bearbeiten]

Bildungsökonomie hat sich im Gefolge von Gary S. Becker (Hauptwerk: Human Capital) entwickelt. Zunächst sollte es den Blick der Ökonomen weiten (von Waren zu Gütern in einem sehr weiten Sinne). Heute hat sich die Diskussion auf kognitive und berufsqualifizierende Ausbildungsaspekte verengt.

Synthese[Bearbeiten]

Brauchen wir so etwas wie Kompetenzmodelle, die in ein Bildungskonzept eingebettet sind?

Links[Bearbeiten]

Literaturreferenzen[Bearbeiten]

  1. Das Stichwort ist zwar von Hegel, aber das muss uns ja nicht abschrecken.
  2. Seebold, Elmar (Bearb. 1999):Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23.Auflage. Berlin und New York: de Gruyter.
  3. Kluge a.a.O
  4. Bildung wie Kompetenz sind Tatsachen, Ergebnisse der Taten von beteiligten und betroffenen Personen.
  5. Humboldt, Wilhelm v.: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen. Nachdruck: Reclam: Stuttgart, 2006
  6. Die Fragen und Nachfragen nach Zwecken (Wozu ...?) kommen bei den leitenden Zwecken zu einem Ende. Leitende Zwecke sind selbst keine abgeleiteten. Sie sind sich selbst genügsam. In ihnen kommt das Fragen zur Ruhe.
  7. Hentig, Hartmut v.: Die Menschen stärken, die Sachen klären. Plädoyer für die Wiederherstellung der Aufklärung. Stuttgart: Reclam. 1986
  8. Im Zusammenhang lautet die berühmte Passage:
    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache desselben nicht am Mangel des verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Auklärung.“ (Hervorh. I.K.)
    Kant, Immanuel (1784): Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? in: Wilhelm Weischedel (Hg.): Immanuel Kant. Werkausgabe. Bd. XI. Frankfurt a.M.: Suhrkamp (stw) 1977ff, Seite 53ff
  9. Hentig, Hartmut v.: Bildung - ein Essay. Weinheim und Basel: Beltz. 2009.
  10. Weinert, F. E. (2001). Vergleichende Leistungsmessung in Schulen - eine umstrittene Selbstverständlichkeit. In F. E. Weinert (Hrsg.), Leistungsmessung in Schulen. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag.
  11. Erpenbeck, J., Scharnhorst, Andrea (2004): Models of competencies in the light of self-organization. Jena. Online: [1]
  12. Hill,W., Fehlbaum,R., Ulrich,P.(1994): Organisationslehre. 2 Bde. Bern, Stuttgart Wien: Haupt (UTB), Seite 124ff
  13. Hartig, Johannes; Klieme, Eckhard: Kompetenz und Kompetenzdiagnostik. In: Schweizer, K.: Leistung und Leistungsdiagnostik. Heidelberg: Springer. 2006.
  14. Hentig, Hartmut v.: Bildung, ein Essay. Weinheim und Basel: Beltzt. 2009
  15. Lutz von Rosenstiel (Hrsg.) und John Erpenbeck: Handbuch Kompetenzmessung. Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart. 2007