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Quadratwurzel aus 5/Unter-und oberhalb/Beispiel

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Wir wissen nach Fakt, dass es keine rationale Zahl gibt, deren Quadrat gleich 5 ist. Wir können aber für jede rationale Zahl x einfach bestimmen, ob ihr Quadrat x2 größer oder kleiner als 5 ist, und das Ergebnis können wir dann so interpretieren, dass x kleiner oder größer als die nicht vorhandene Zahl 5 ist (wir beschränken uns im Moment auf positive rationale Zahlen). Für  x=2  ist  22=4<5  zu klein und für  x=3  ist  32=9>5  zu groß. Damit müssen wir uns über die rationalen Zahlen, die kleiner als 2 oder aber größer als 3 sind, keine Gedanken mehr machen. Aus  yx0  folgt aus den Anordnungseigenschaften direkt  y2x2,  siehe Fakt  (8). Man muss also nur Rechnungen für rationale Zahlen zwischen 2 und 3 durchführen. Nehmen wir beispielsweise  x=73,  so ist

(73)2=499>5.

Nehmen wir  x=94,  so ist

(94)2=8116>5.

Bei  x=115  ist

(115)2=12125<5.

Wir wissen also, dass alle rationalen Zahlen oberhalb von 94 (wegen 73>94 ist dies die bessere Grenze) zu groß und alle rationalen Zahlen unterhalb von 115 zu klein sind, wir müssen also nur noch Zahlen zwischen 115=2,2 und 94=2,25 überprüfen. Das vermittelt eine gewisse Größenvorstellung für die „gesuchte Zahl“ 5, es gibt aber unendlich viele Zahlen, die ebenfalls zwischen diesen beiden Zahlen liegen. Wenn wir endlich viele Zahlen dahingehend überprüft haben, ob ihr Quadrat kleiner oder größer als 5 ist, so sind wir stets in einer vergleichbaren Situation, dass die Zahlen zwar einen „kleinen“ Bereich eingrenzen, es aber darin unendlich viele Zahlen gibt.

Ein anderer Ansatz ist es, direkt die Mengen

K={x0x2<5}

und

G={x0x2>5}

zu betrachten. Dies ist eine Zerlegung von 0 in zwei disjunkte Teilmengen. Dieses Paar (bzw. eine Menge davon, da sie ja die andere als ihr Komplement festlegt) ist eine exakte Beschreibung der durch 5 in den rationalen Zahlen bedingten Lücke, der Spur, die 5 auf den rationalen Zahlen hinterlässt. Rechnerisch wurde zwar nichts gewonnen, da man nach wie vor für jedes einzelne x durch eine Rechnung überprüfen muss, ob x zu K oder zu G gehört. Es ist aber immerhin ein mathematisches Objekt gefunden, das 5 eindeutig beschreibt. Der Preis ist, dass dieses mathematische Objekt in der Potenzmenge der rationalen Zahlen angesiedelt und somit sehr abstrakt ist. Es handelt sich um einen sogenannten Dedekindschen Schnitt.