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Rationale Zahlen/Brüche/Einführung/Textabschnitt

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Unter einer rationalen Zahl versteht man einen Ausdruck der Form

ab,

wobei  a,b  und  b0  sind, und wobei zwei Ausdrücke ab und cd genau dann als gleich betrachtet werden, wenn  ad=bc  (in ) gilt. Die Menge aller rationalen Zahlen wird mit bezeichnet.

Einen Ausdruck ab nennt man Bruch, wobei a der Zähler und b der Nenner des Bruches heißt. Eine rationale Zahl wird durch verschiedene Brüche beschrieben, beispielsweise ist  510=12.  Man sagt auch, dass diese beiden Brüche gleichwertig sind. Für die rationale Zahl a1 schreibt man einfach a. In diesem Sinne sind ganze Zahlen insbesondere auch rationale Zahlen. Es gelten die folgenden Identitäten (dabei seien c,d0, ansonsten seien alle  a,b,c,d  beliebig).

  1. 11=1,
  2. 0c=0,
  3. cc=1,
  4. ac=adcd.

Die Addition und die Multiplikation auf rationalen Zahlen wird folgendermaßen festgelegt.

  1. acbd:=abcd.
  2. ac+bd:=ad+bccd.

Man addiert also zwei rationale Zahlen, indem man die Nenner gleichnamig macht. Diese Operationen sind wohldefiniert und wie in assoziativ, kommutativ und es gilt das Distributivgesetz. Diese Eigenschaften kann man auf die entsprechenden Eigenschaften der ganzen Zahlen zurückführen, siehe Aufgabe.

Die  0=01  hat wieder die Eigenschaft

0+ab=ab

und die  1=11  hat wieder die Eigenschaft

1ab=ab.

Ferner gibt es wieder zu einer rationalen Zahl ab die negative Zahl

ab=ab.

Sie besitzt die charakteristische Eigenschaft

ab+ab=a+ab=0.

Zu einer rationalen Zahl ab mit  a,b0  (also wenn Zähler und Nenner von 0 verschieden sind) ist auch der umgedrehte Bruch ba eine rationale Zahl, und es gilt

abba=abab=1.

Man nennt ba die inverse rationale Zahl zu ab.

Man kann die rationalen Zahlen auf der Zahlengeraden platzieren (die ganzen Zahlen seien dort schon platziert). Die rationale Zahl ab mit  a,b+  findet man so: Man unterteilt die Strecke von 0 nach a in b gleichlange Teilstrecken. Die Zahl ab ist dann die rechte Grenze der (von links) ersten Teilstrecke. Insbesondere ist 1b die Länge des Intervalls, das b-fach nebeneinander gelegt die Einheitsstrecke (oder das Einheitsintervall) ergibt.[1]

Als Punkte auf der Zahlengeraden lassen sich rationale Zahlen ihrer Größe nach vergleichen. Dabei gilt für ab und cd mit a,c und b,d+ die Beziehung

abcd

genau dann, wenn in die Beziehung

adbc

gilt. Um dies von der Zahlengerade her einzusehen, bringt man die beiden rationalen Zahlen auf den Hauptnenner, d.h. man vergleicht adbd und cbbd. Die Größerbeziehung hängt dann, wegen bd positiv, allein von den beiden Zählern ab.

Fußnoten
  1. Die Frage, wie man diese Unterteilung elementar durchführt, besprechen wir hier nicht.