Wir wollen zwei Ereignisse
unabhängig nennen, wenn die bedingte Wahrscheinlichkeit
nicht von
abhängt:
. Wegen der lästigen Voraussetzung
und der fehlenden Symmetrie ziehen wir die folgende Definition vor.
Ist
Wahrscheinlichkeitsverteilung auf
und
, dann heißen
und
stochastisch unabhängig, falls gilt:

- Ist
und
beliebig, dann sind
unabhängig (beachte, dass
).
- Obige Gleichung ist im Fall
äquivalent mit
.
- Aus
unabhängig folgt
unabhängig.
Definition - stochastische Unabhängigkeit von mehreren Ereignissen
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Erweiterung der vorangegangenen Definition auf
Ereignisse.
Sei
eine Wahrscheinlichkeitsverteiltung auf
und seien
. Dann heißen
(stochastisch) unabhängig, falls für jede nichtleere Teilmenge
gilt
.
Ein Begriff, der in der Stochastik keine Rolle spielt, ist der der paarweisen Unabhängigkeit der
:

Daraus folgt nicht notwendigerweise die Unabhängigkeit der
.
Folgende Eigenschaft der
erweist sich als äquivalent zur Definition: Für jede echte, nichtleere Teilmenge
mit
und für jedes
gilt
.
Unabhängigkeitskriterium ist äquivalent zur stochastischen Unabhängigkeit der
.
Aus der Definition folgt im Fall
sofort

.
Gilt umgekehrt
, so liefert unter der Voraussetzung

die Produktformel

d.h. die Definition.
Gilt
nicht, so zeigt man, dass beide Seiten der Defintion
sind.
Weißer und schwarzer Würfel. Gegeben
. Die Grundmenge
enthält die Teilmenge
und
). Die Augenzahl des ersten Würfels liegt in
(
).
sei die Gleichverteilung auf
. Dann sind
unabhängige Ereignisse.
Produktexperimente, unabhängige Zufallsgrößen
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Erweiterung des Begriffs "Unabhängigkeit" für Ereignisse auf
- Zufallsexperimente (Wahrscheinlichkeitsräume)
- Zufallsgrößen
Seien
und
Wahrscheinlichkeitsräume des "Würfels" und einer "Zahl beim Roulette",
,
Gleichverteilung auf
,
,
Wahrscheinlichkeitsraum "zweier Würfel",
,
Gleichverteilung auf
. Zeigen Sie, dass
mit
und 
für alle
,
.
Dies gibt Anlass zur folgenden Definition.
Produkt der Wahrscheinlichkeitsräume (Definition)
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Gegeben sind (diskrete) Wahrscheinlichkeitsräume
...
. Der Wahrscheinlichkeitsraum
mit
,
definiert auf
mit

für alle
heißt Produkt der Wahrscheinlichkeitsräume
,
. Dabei ist
die kleinste Sigmaalgebra, die alle Mengen
mit
...
enthält.
Satz - Eindeutigkeitssatz - Produktmaß
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Sind
Wahrscheinlichkeitsräume, dann existiert genau eine Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
, welche mit der Definition von
die obige Definition erfüllt.
Jede diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
, welche die Definition erfüllt, besitzt ein und dieselbe Wahrscheinlichkeitsfunktion
, nämlich
.
Man definiere die Abbildung
gemäß der Eindeutigkeit, d.h.
.
ist normiert (!), also eine Wahrscheinlichkeitsfunktion auf
, die eine Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
definiert.
erfüllt die Definition, denn



Die Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
, welche die Definition erfüllt, heißt Produktverteiltung, genauer Produkt
, der
.
1. Die einzelnen Faktoren
der Produktverteiltung
(auch Randverteilungen genannt) lassen sich (wie folgt, aus
) zurückgewinnen:
Ist nämlich
, (
), so setzt man
und hat

2. Spezialfall:
endlich
ist genau dann die Gleichverteilung auf
, wenn jedes
Gleichverteilung auf
ist.
In der Tat:
für alle
(Definition Produkt WKT-Räume)
(obige Bemerkung 1)
für alle 
3. Ist
, so bildet
ein Modell für die n-fache unabhängige Wiederholung eines Zufallsexperimentes
. (sogenannte "Produktexperimente")
4. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
anders zu definieren, als durch
, so dass immer noch die obige Bemerkung 1 erfüllt ist.
Beispiel (1) - W-Maß auf Produktraum - kein Produktmaß
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; definiere Wahrscheinlichkeitsverteilung
auf
durch die Wahrscheinlichkeitsfunktion

erfüllt nicht die Bemerkung 1, somit ist
keine Produktwahrscheinlichkeit. In der Tat, für
mit
gilt für
Ergebnisse

![{\displaystyle =P(\lbrace (w_{1},...,w_{1})\rbrace )=P_{1}(\lbrace w_{1}\rbrace )\neq [P_{1}(\lbrace w_{1}\rbrace )]^{n}.}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/f9c3c925db76b94f392d6f3a5da4c0a61b775bca)
Der Wahrscheinlichkeitsraum
,
wie oben beschrieben, steht für das Zufallsexperimen "
identische Wiederholungen", das extreme Gegenteil von "
unabhängige Wiederholungen".
Definition - stochastische Unabhängigkeit von Zufallsgrößen
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Auf dem Wahrscheinlichkeitsraum
seien die Zufallsgrößen
definiert,
.
heißen (stochastisch) unabhängig, falls

für alle
.
1. Für unabhängige
sind die Ereignisse
unabhängig. In der Tat, ist
nicht leer, dann lautet die Definition mit
für
wegen
:

2. Die Definition lässt sich auch auf folgende Weisen schreiben:

jeweils für alle
.
Die letzte Gleichung führt unter Berücksichtigung der Definition der Produktverteilung zu folgendem Satz.
Die Zufallsgrößen
, sind genau dann unabhängig, falls

(In Worten: Falls die gemeinsame Verteilung der
gleich dem Produkt der Randverteilungen ist.)
Sind
unabhängige Zufallsvariablen und
, dann sind die Zufallsvariablen
ebenfalls unabhängig.
Wegen
gilt




Sind also die beiden Zufallsvariablen
unabhängig, dann auch die Zufallsvariablen
und auch die Zufallsvariablen
, nicht aber die Zufallsvaraiblen
.
Betrachte die folgenden Zufallsexperimente:
- Ein klassischer Würfel wird geworfen
- Eine faire Münze wird geworfen
- Gib die Ergebnismenge des Produktraumes an. Verwende dazu
und
(mit 0 für Kopf und 1 für Zahl)
- Betrachte das Ereignis ”eine gerade Zahl wird gewürfelt und Zahl liegt oben”. Gib die beiden Teilereignisse
und
an sowie das Produktereignis
- Überprüfe den Zusammenhang
indem einerseits die Wahrscheinlichkeiten der Einzelereignisse betrachtet werden und andererseits 
Betrachte weiterhin da Zufallsexperiment von Aufgabe 3. Es werden nun zusätzlich auf diesem Produktraum Zufallsvariablen definiert:
- X: Die Augenzahl des Würfels
- Y: Ergebnis des Münzwurfs
- Z: Das Produkt der Augenzahl des Würfels und des Ergebnisses des Münzwurfs
- W: Die Summe der Augenzahl des Würfels und des Ergebnisses des Münzwurfs
Gib im Folgenden jeweils detailliert alle Eregnisse sowie deren Urbilder an
- Überprüfe oder begründe ob die Zufallsvariablen X und Y stochastisch unabhängig sind
- Überprüfe oder begründe ob die Zufallsvariablen Y undZ stochastisch unabhängig sind
- Überprüfe oder begründe ob die Zufallsvariablen Z und W stochastisch unabhängig sind
Es wird ein weiteres Zufallsexperiment zu dem Produktraum hinzugefügt:
- Ein klassischer Würfel wird geworfen
- Eine faire Münze wird geworfen
- Das Ergebnis eines Roulettspiels (0 bis 36)
Betrachtet werden nun 3 neue Zufallsvariablen, die jeweils den einen Eintrag aus einem Ergebnis isolieren:
Überprüfe, ob alle drei (nicht paarweise!) Zufallsvariablen
stochastisch unabhängig sind. Gib auch hier wieder alle relevanten Eregnismengen und Urbiler bei dem Nachweis sauber an!
Der Foliensatz für diese Seite wurde auf Basis der folgenden Wikipedia-Quelle erstellt: