Vernunft

Aus Wikiversity
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Vernunft ist die Fähigkeit des gesunden Denkens.

Intuition ist das Ergebnis unserer Erfahrungen, um aus allen möglichen Zusammenhängen schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Jedes mal wenn sich ein zufällig aufgestellter Zusammenhang bestätigt, wird er verstärkt und verändert unsere Intuition. Je älter wir werden, desto mehr Intuition haben wir deshalb.

Freude und Leid sind zentrale Elemente der Vernunft. Denn sie dienen dazu, dem Denken eine Richtung zu geben. Dabei haben wir eine Idealvorstellung von Ästhetik, Einfachheit und Komplexität des Lebens und Freudengefühlen, die uns zeigen, wie die idealste aller Welten aussehen könnte.

Kern unserer Vernunft ist der Fortschrittsglaube, der uns Hoffen lässt, dass wir durch unser Handeln die Zukunft positiv beeinflussen können.

Vernunft bedeutet, zwischen richtig und falsch, gut und böse zu unterscheiden. Dies kann man hinterfragen. Wenn man davon ausgeht, dass es kein richtig und kein falsch gibt, dann könnte man jeden Blödsinn anstellen und man könnte nichts fordern und man müsste sich mit allem zufrieden geben. Man sagt auch: Leid läutert. Denn wer seine Vernunft nicht gebraucht, muss befürchten leiden zu müssen. Das Leid ist ein so starker Impuls, dem man sich schwer entziehen kann. Es zeigt die Gewalt der Naturgesetze. Aber der Zwang zur Vernunft besteht aus einem Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip: Wer die Vernunft einsetzt, hat gute Chancen Freude zu erfahren.

Der Verstand ist ein Mittel Vernunft formal zu gestalten. Der Verstand funktioniert bei uns Menschen viel langsamer als die Intuition, aber er kann weit größere Erkenntnisse zu Tage bringen als allein die Intuition.

Wenn wir die Welt beobachten, um Erkenntnisse zu gewinnen, abstrahieren wir alle Vorgänge, die wir sehen. Dadurch machen wir sie für unseren Verstand erfassbar. Hinter jedem Vorgang sehen wir eine Ursache.

Wir können die Logik nutzen, um unsere Erkenntnisse virtuell anzuwenden und virtuell mit unserem Gehirn die Ergebnisse unseres Handelns schon erwarten zu können.

Wichtige Fragen sind dabei: Was bedeutet das? und Was bringt das?

Zu der Vernunft gehört es auch Begriffe klar zu definieren. Es gehört auch dazu zu erkennen, dass zwei gegenteilige Aussagen nicht gleichzeitig wahr sein können.

Wenn wir verstanden haben, wie die Welt funktioniert, versuchen wir so zu handeln, dass wir die Ursache einer Handlung sind, die die Welt besser macht. Dafür brauchen wir eine Zielvorstellung, eine Utopie. Dabei versuchen wir auch den kürzesten Weg zu nehmen, der am wenigsten Leid bereitet. Auch versuchen wir, immer ein wenig von ihr zu kosten, statt nur zu ihr hinzuarbeiten.

Vernunft sucht immer nach einem Fortschrittsprozess: Ein schlechter Ist-Zustand führt über einen Prozess mit der geringsten Last zu einem erstrebenswerten Zielzustand. Die Bürde ist dabei die notwendig Last, die mit einer Handlung verbunden ist. Auch die Last ist ein Zielzustand, da die Last nach dem Ist-Zustand liegt und auch Folge unserer Handlung ist.

Idealerweise sieht die ihm Vernunftprozess gefundene Handlung also so aus: Ist-Zustand (leidvoll) → Ethische Handlung (mit möglichst geringer Last) → toller Zustand

Es kann aber auch so aussehen: Ist-Zustand (leidvoll) → dumme Handlung → Zukunfts-Zustand (leidvoll, wenig toll)

Jemand der Handlung ausführt, die zu schlechten Zuständen führt, ist ein Leiderzeuger. Wenn seine Tat nicht aus Unvermögen, sondern aufgrund von Gedankenmustern mit falschen Zielen verfolgt, ist er böse. Hierbei ist insbesondere das Gegenteil, der „gute Wille“ zu beachten. Jemand der einen solchen hat, tut nicht dadurch unbedingt etwas Gutes, aber zu mindestens nimmt er sich das Gute als Ziel. Wer gute Zustände bewirkt, also vernünftig handelt, ist gut.

Allerdings bewirkt der Fortschrittszwang hoffentlich, dass am Ende immer das Gute über das Böse siegt.

Beispiel:

  1. Erlebnis: Wir sehen eine Blume am Wegesrand.
  2. Werturteil: Die Blume erhält die Eigenschaft „schön“, die uns unser Ästhetik-Empfinden vorgibt.
  3. Erkenntnis der schlechten Situation: In unserem Garten ist keine solche schöne Blume.
  4. Wissenschaft: In unserem Labor experimentieren wir kreativ mit der Blume.
  5. Die Wissenschaft zeigt, dass man die Blume durch Ausgraben, Transportieren mit den Händen und anschließenden Eingraben, umsetzen kann.
  6. Mittels unserer Logik spielen wir virtuell die Möglichkeit durch, die gefundene Blume in unseren Garten zu setzen. Dabei wird geprüft, ob dann ein von uns gesetztes Ziel erreicht wird. Dabei wird auch überlegt, ob es die Mühen des Umsetzens wert ist.
  7. Aufgrund der Erwartung setzen wir unseren Plan in die Tat um.
  8. Wir erfreuen uns an der Blume in unserem Garten.

Doch so definiert, ist Vernunft nichts anderes als der Erfüllung der einprogrammierten Triebe und Wünsche des Menschens. Ethik kann auf diese Art und Weise nicht definiert werden und damit, beispielsweise in Form einer starken künstlichen Intelligenz, auch nicht nachgebaut werden.

Intelligenz braucht eine Definition. Es ist nicht etwa so, dass es genau 7 oder 28 Intelligenz-Arten gibt, sondern genau so viele, in die man sie einteilt. Es liegt an der schwächlichen Natur des menschlichen Geistes und seiner hilfsbauartigen Konstruktion, dass die Einheit aller Intelligenz ihm nicht gleich offensichtlich wird.

Geht man von streng deterministischen Gesetzen aus, und so muss man es der echten Erkenntnisgewinnung willen, so kann das Universum nur ein End-Stadium einnehmen, den Paradieszustand. Es bleibt der Intelligenz nicht mehr viel übrig, als allein den Weg dahin zu verkürzen.

Echte Intelligenz stellt die Fähigkeit dar, davon auszugehen, dass man am Wandel der Welt nichts ändern können wird, und es dann doch zu tuen, um genau den unänderbaren Verlauf zu beschleunigen.