Wikiversity:Fellow-Programm Freies Wissen/Einreichungen/Biotechnologie zum Anfassen

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Biotechnologie zum Anfassen[Bearbeiten]

„Die Biotechnologie wird die Welt mehr verändern als die in den vergangenen Jahren entstandene Informationsgesellschaft„ sagte der Politologe Prof. Francis Fukuyama beim 6. Deutschen Trendtag in Hamburg im Jahr 2001. Siebzehn Jahre später zeigt sich, dass Biotechnologie und die daran häufig eng gekoppelte Gentechnik immer noch Ängste innerhalb der Gesellschaft auslösen. Dennoch ist ein Wandel sichtbar. Selbst Bevölkerungsgruppen wie die Partei der Grünen hinterfragen ihre bisher so ablehnende Haltung gegenüber Gentechnik. So schrieb die Parteispitze in einem Impulspapier: „So sprechen wir Grünen uns gegen Genveränderungen bei Lebensmitteln aus, sollten aber noch einmal hinterfragen, ob bestimmte neue Technologien nicht helfen könnten, die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch dort zu garantieren, wo der Klimawandel für immer weniger Regen oder für versalzenen Boden sorgt“. Auch wenn diese potenzielle Öffnung dem Thema gegenüber auf noch viel Widerstand stößt und Kritik vieler Umweltverbände auf sich zog, entwickelt sich langsam eine Gesellschaft, die diese für viele noch neuen Technologien, mit einer vorsichtigen Neugier betrachtet. Um diesen Zeitgeist aufzufangen, möchte ich mich mit dem im Folgenden beschriebenen Projekt weiter dafür einsetzen, Biotechnologie und gentechnische Verfahren der Allgemeinheit anschaulich näher zu bringen.

Mein Ziel innerhalb des Projektzeitrahmens ist es, eine biotechnologische Anlage in einem kleinen Maßstab nachzubauen und mit Informationsmaterial und Ausstellungsstücken einem breiten Publikum anzubieten. Dabei sollen die bereitgestellten Informationen an unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden. Um das Projekt verständlicher zu beschreiben, werde ich im Folgenden auf die einzelnen Bestandteile der Anlage eingehen. Den Kern der Anlage stellt das Algenmodul dar; dabei handelt es sich um ein System für die Produktion von Mikroalgen der Firma NOVAgreen. Diese Firma produziert Einzelreaktoren, die über eine Ringleitung mit Luft und CO2 versorgt werden können. In diesen Anlagen werden Mikroalgen kultiviert und für die Produktion von Nahrungsmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika eingesetzt. Das Unternehmen Evergreen Food arbeitet bereits mit den dort produzierten Algen und stellt aus diesen unter anderem Feinkostprodukte her. Bereits im Vorfeld dieser Bewerbung habe ich Kontakt mit den verantwortlichen Personen aufgenommen und die Zusage erhalten ein Algenmodul in kleinerem Maßstab zu erhalten. Als Ausstellungsfläche der Anlage soll der Botanische Garten in Düsseldorf dienen. In einem ersten Gespräch mit dem Direktor des Gartens zeigte sich dieser von der Idee angetan und stellte einen Bereich in einem der Gewächshäuser als Stellfläche in Aussicht. Daneben ist es Teil des Projekts, Informationstafeln für die Besucher des Botanischen Gartens anzufertigen. Ziel der Informationstafeln ist es dem Besucher die Anlage und deren Maschinerie zu erklären, die eingesetzten Mikroorganismen vorzustellen und das Anwendungspotential offenzulegen. Wichtig dabei ist es die Begrifflichkeit der Biotechnologie und der Gentechnik neutral und nicht belehrend aufzuarbeiten und die Sorgen der Skeptiker ernst zu nehmen. Außerdem ist es der Aufklärung förderlich aufzuzeigen, inwieweit Gentechnik in den letzten 20 Jahren dazu geführt hat, der Biotechnologie einen Aufschwung in vielen Industriezweigen zu ermöglichen. Das Potential dieses Verfahrens außerhalb der Biotechnologie, egal ob nun Umweltschutz, der Medizin oder in der Nahrungsmittelversorgung soll vermittelt werden und diese Informationen gestatten es, diese nüchtern darzustellen und dabei auf die durch Kritiker genannten Risiken einzugehen. Der dritte Aspekt meines Projekts bezieht sich darauf, 3D-Modelle verschiedener Organismen anzufertigen. Dabei soll der Fokus vorerst auf Cyanobakterien gelegt werden. Dazu sollen neben Mikroskopiebildern handgroße 3D-Modelle einzelner Organismen bereitgelegt werden. Darüber hinaus soll ein größeres Model angefertigt werden, in dem die einzelnen Zellbestandteile erklärt werden.


Autor/in[Bearbeiten]

  • Maximilian Dietsch
  • Heinrich Heine Universität
  • maximilian.dietsch@hhu.de