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Affine Quadriken in zwei Variablen/Reell/Klassifizierung/Beispiel

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Es sei  K=.  Wir wollen die reellen Quadriken klassifizieren, und zwar hauptsächlich hinsichtlich der affin-linearen Äquivalenz für die erzeugten Hauptideale. D.h. wir dürfen affine Variablentransformationen durchführen und (durch 1) teilen. Aufgrund von Fakt kann man annehmen, dass die beschreibende Gleichung die Form

Y2=aX2+bX+c

hat. Bei  a=b=0  kann man durch eine Transformation YcY (bei c>0) bzw. YcY (bei c<0) und anschließende Division durch ±c erreichen, dass die rechte Seite gleich 1,1 oder 0 ist.

Bei  a=0  und  b0  kann man bX+c als neue Variable nehmen, und erhält die Gleichung  Y2=X

Es sei nun  a0.  Dann kann man durch eine Transformation XX/a bzw. XX/a erreichen, dass  a=±1  ist. Durch quadratisches Ergänzen kann man b zu 0 machen. Bei  c=0  kann man auf  Y2=±X2  transformieren. Es sei also  c0.  Dann kann man durch eine simultane Transformation XuX,YuY (u=±c) und anschließende Division erreichen, dass  c=±1  ist. Wir haben also noch die Möglichkeiten  Y2=±X2±1  zu betrachten, wobei

Y2X2=±1

zueinander äquivalent sind.

Wir wissen also, dass jede reelle Quadrik auf eine der folgenden neun Formen gebracht werden kann.

    • Y2=0 Das ist eine verdoppelte Gerade.
    • Y2=1 Das bedeutet Y=±1, das sind also zwei parallele Geraden.
    • Y2=1 Das ist leer.
    • Y2=X Das ist eine Parabel.
    • Y2=X2 Das bedeutet (YX)(Y+X)=0, es handelt sich also um zwei sich kreuzende Geraden.
    • Y2=X2 Die einzige Lösung ist der Punkt (0,0).
    • Y2=X2+1 Das bedeutet (YX)(Y+X)=1, das ist also eine Hyperbel.
    • Y2=X2+1 Das ist ein Einheitskreis.
    • Y2=X21 Das ist wieder leer.

Sind diese neun Typen alle untereinander verschieden? Das hängt davon ab, welchen Äquivalenz-Begriff man zugrunde legt. Die Typen III und IX sind beide leer, haben also identisches Nullstellengebilde. Andererseits sind die zugehörigen Restklassenringe

[X,Y]/(Y2+1) und [X,Y]/(X2+Y2+1)

nicht isomorph, und über den komplexen Zahlen sind die Nullstellengebilde nicht gleich. Deshalb werden sie auch hier als verschieden betrachtet. Ansonsten sind diese Nullstellengebilde meistens schon aus topologischen Gründen verschieden (z.B. ist der Einheitkreis kompakt, die Hyperbel ist nicht kompakt und hat zwei Zusammenhangskomponenten, die Parabel ist nicht kompakt mit einer Zusammenhangskomponente, etc.). Allerdings ist die verdoppelte Gerade und die Parabel reell-topologisch gleich, und die Hyperbel und die parallelen Geraden ebenfalls. Hier sind aber jeweils die Restklassenringe und im zweiten Fall auch die komplexen Versionen verschieden. Z. B. ist K[X,Y]/(Y2) nicht reduziert, aber  K[X,Y]/(Y2X)K[Y]  ist ein Integritätsbereich. Die komplexe Hyperbel ist zusammenhängend, da sie isomorph zu  ×={0}  ist, also zur punktierten komplexen Geraden 𝔸1{0}.