Benutzer:Birkenkrahe/HWR-MBA-BIS-ENCM/medienwandel

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Wandel in der Medienlandschaft[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es weder Handys, Smartphones, iPods, Internet oder E-Mails. Was damals noch nicht denkbar war, ist heute selbstverständlich. Wie konnten wir ohne all das leben? Wir wissen es nicht. Oder können es uns zumindest kaum noch vorstellen; dies gilt umso mehr für die viel zitierten Digital Natives, die Generation Y, die mit all diesen Neuerungen und technischen Entwicklungen wie selbstverständlich aufgewachsen ist und sie versiert zu nutzen weiß[1]. Das zeigt uns, wie sehr die Medien uns in den vergangenen Jahren beeinflusst und verändert haben. Und zwar in vielfacher Hinsicht, nicht nur unsere Gewohnheiten, sondern auch unsere Fähigkeiten und unsere Art zu denken, ist eine andere geworden. Denn ohne Zweifel liest man ein gedrucktes Buch anders als einen Hypertext, liest man einen Lexikoneintrag anders als einen Wikipedia-Beitrag, bei dem die Diskussion zum gleichwertigen Teil des Beitrags wird. Die Zahlen sprechen für sich: Noch nie haben wir so viel Fernsehen gesehen wie heute, noch nie so lange Radio gehört, den MP3-Player benutzt oder im Internet gesurft[2]. Die Veränderung des Medienmarktes verläuft rasant, wohin man auch schaut. Auf einige der Auswirkungen, welche der Medienwandel hat, werden wir im Folgenden eingehen. Fest steht: Die Gier nach Neuem wächst von Tag zu Tag. Immer kürzer werden die Produktlebenszyklen, immer schneller bieten Unternehmen den Konsumenten etwas Besseres. Das kennen wir beispielsweise aus der Musikindustrie; in einem historischen Abriss reflektieren wir im Folgenden über die Entwicklung von Schallplatte bis zu MP3. Dies mag vergleichbar sein mit dem, was zur Zeit im Literaturbereich geschieht, der in der vorliegenden Arbeit ebenfalls Beachtung findet. Eines ist in allen Bereichen der Medien nicht zu übersehen: Immer mehr Wettbewerber drängen auf den Markt, dabei haben einige sich schon eine klare Vormachtstellung erarbeitet. Dies war möglich, da Medien mittlerweile überall verfügbar sind. So nehmen sie Einfluss auf uns und unsere Umwelt. Sie geben uns so viele Möglichkeiten wie niemals zuvor. Insbesondere die Telekommunikation hat unser Sozialverhalten verändert. Wir kommunizieren anders, wir kaufen und verkaufen anders, können Medien selber gestalten und ein Teil von ihnen werden und das schneller als je zuvor. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der Wandel in der Medienlandschaft manifestiert. Für die Untersuchung werden Beispiele aus der Literaturlandschaft, der Musikindustrie sowie der mögliche Zukunft der bargeldlosen Bezahlung von Kleingeldbeträgen mit dem Mobiltelefon oder der Bankkarte, bei der sich zeigen wird, wie es von den Kunden angenommen wird. Dabei wird ein besonderer Fokus auf Entwicklungen im Bereich der Speichermedien gerichtet. Wir meinen: Gerade für die Bearbeitung dieses Themas eignet sich ein Wiki mit seinen Vorzügen besonders: Zum einen ist es selbst ein Beispiel für das hier beschriebene, der Medienwandel zeigt sich unmittelbar, da eine gemeinsame Hausarbeit leicht online geschrieben werden kann und vor allem, das ist in diesem Zusammenhang entscheidend, stetig weiterentwickelt werden kann. So kann man flexibel reagieren und zumindest theoretisch auch in Zukunft daran weiterschreiben, was unabdingbar ist, wenn man sich tiefer gehend mit dem Medienwandel und seinen Auswirkungen beschäftigen will - eben weil dieser Wandel immer weitergeht.

Literaturlandschaft[Bearbeiten]

Der Medienwandel manifestiert sich in der Literaturlandschaft auf vielfache Weise. Dies verstärkt den allgegenwärtigen Kulturpessimismus[3], der an dieser Stelle nicht weitergetrieben werden soll. Im Gegenteil, im Rahmen dieser Untersuchung werden Blitzlichter geworfen auf innovative Entwicklungen, die möglicherweise eine Bereicherung für die Szene darstellen. Viele Themen bieten sich an, etwa die Chancen des Self-Publishing für AutorInnen oder die wachsende Verbreitung der E-Books. Doch um den Umfang der Arbeit nicht zu sprengen und um das Augenmerk einmal auf etwas zu lenken, das im Rahmen der Seminare noch nicht behandelt wurde, findet eine Konzentration auf einen ganz anderen Bereich statt: Die Literaturorte im Netz. Das heißt, an Hand ausgewählter Beispiele soll dargestellt werden, wie sich Literatur im Internet behauptet und vielleicht sogar davon befruchtet wird. Dabei werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede der vorgestellten Angebote herausgearbeitet. Schließlich soll im Rahmen einer kritischen Einschätzung die Frage beantwortet werden, ob und auf welche Weise sie einen Mehrwert zur traditionellen Literaturlandschaft bieten.

Literaturorte im Netz[Bearbeiten]

Eine Beschäftigung mit Literaturorten ist unmöglich, ohne sich auf die europäische Salonkultur zu beziehen[4]. Es waren Orte der Geselligkeit, die auch in Bezug auf die Förderung junger Talente eine große Rolle spielten. Heutzutage organisieren die Verlage namhafter Autoren und Autorinnen im besten Fall eine Vielzahl von Lesungen im nicht-virtuellen Raum; noch unbekannte Schreibende können von der gewachsenen Wettbewerbs- und Stipendienlandschaft profitieren. Durch die Verbreitung des Internets ist die Möglichkeit hinzugekommen, sich online zu bewegen, präsentieren - in gewisser Weise aufzutreten -und auch vernetzen. So mag man behaupten, dass die hier untersuchten Angebote an die tradierte Salonkultur anknüpfen bzw. eine Weiterentwicklung darstellen. Selbstverständlich ist die Bandbreite der Seiten, die sich auf irgendeine Weise mit Literatur beschäftigen, groß. Da gibt es etwa das Magazin Perlentaucher[5], online seit 2000, das eine tägliche Feuilletonrundschau bietet und in diesem Zuge Buchrezensionen zusammenfasst und gegenüberstellt. Hier findet freilich keine lebendige Diskussion statt, noch werden literarische Inhalte geboten. Dennoch ist das Onlinemagazin schon allein wegen der Masse aufbereiteten Informationen in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnenswert – nach aktuellem Stand sind 39 902 Bücher von 25 153 Autoren erfasst – stellt es doch eine besondere Form des Archivs dar. Im Folgenden wird auf zwei Online-Angebote eingegangen, die ebenfalls Merkmale eines Archivs aufweisen, da Inhalte sowohl gesammelt, geordnet aufbewahrt, als auch nutzbar gemacht werden[6]. Es wird deutlich, dass im Vordergrund jedoch jeweils ein anderer Zweck steht, der durch jeden Besucher der Seiten neu definiert wird. Interessant ist, dass beide Seiten sich sowohl bei der Gestaltung, als auch bei der Benennung der einzelnen Inhalte zweier Metaphern bedienen, die in der Literatur beliebt sind: Im Fall von Literaturport handelt es sich unverkennbar um einen Hafen, port, in dem passenderweise auch der Begriff „Ort“ steckt. Das Bremer Literaturhaus orientiert sich - das mag nicht überraschen - am Bild eines Hauses. Ob von dem ersten zu neuen Orten aufgebrochen wird und das zweite eher eine Heimat bietet wird sich im Folgenden zeigen.

Literaturport[Bearbeiten]

Bei Literaturport[7], 2008 mit dem Grimme Online-Award ausgezeichnet, handelt es sich um ein Portal für Autoren und Autorinnen. Es ist ein gemeinsames Projekt des Brandenburgischen Literaturbüros und des Literarischen Colloquiums Berlin. Die Macher selbst nennen es auch „Autorenlexikon“ und einem solchen wird es gerecht, findet sich hier eine umfangreiche alphabetische Übersicht über zeitgenössische und historische Schreibende, wobei letztere ausnahmslos aus Berlin bzw. Brandenburg stammen. Die Besonderheit von Literaturport liegt darin, dass die Einträge von den Literaturschaffenden autorisiert und selbst verfasst sind. Somit ist es eine zuverlässige Quelle der Recherche und gleichzeitig eine Möglichkeit für die AutorInnen, auch fern ihrer eigenen Internetauftritte über einen Inhalt zu bestimmen. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Verantwortlichen bemüht sind, einer Beliebigkeit vorbeugen: So müssen die zeitgenössischen Autoren und Autorinnen mindestens eine eigenständige Buchveröffentlichung nach 1995 vorweisen. Außer des Autorenlexikons, das als Herzstück gelten mag, macht Literaturport eine Vielzahl weiterer Angebote. Unter der Überschrift „Literaturlandschaft“ werden reale Literaturorte vorgestellt, seien es nun Archive, Institutionen oder Gedenkstätten. Zusätzlich gibt es so genannte „Literatouren“, bei denen namhafte Autoren und Autorinnen die Leserschaft auf eine Reise mitnehmen. Judith Kuckart etwa führt zu Stationen ihres Lebenswegs im Ruhrgebiet, „wandert“ dabei 90 Kilometer, wie durch die Integration von Googlemaps deutlich wird. Dazu gibt es umfangreiches Bildmaterial, außerdem kann man sich den Text über auch vorlesen lassen. Überhaupt spielen Audiodateien eine große Rolle, unter „Hörproben“ stehen zahlreiche mp3s zur Verfügung, unterschieden wird zwischen Texten, die der Verfasser selbst vorträgt („Autorenstimmen“) und Bearbeitungen Dritter („Fremdgelesen“). Das Angebot wird ergänzt durch eine Veranstaltungsübersicht und wöchentlichen Literaturtipps („Leselampe“). Direkt auf der Startseite findet sich noch etwas anderes, das wohl das Alleinstellungsmerkmal von Literaturport ausmacht: Eine umfangreiche und nach Einsendeschluss geordnete Übersicht über alle aktuell ausgeschriebenen Wettbewerbe und (Aufenthalts-)stipendien. Dies ist für Leser sicher vernachlässigbar, für ambitionierte Schreibende aber von großer Bedeutung. Vergleichbar ist allein der unter Schreibenden bekannte Newsletter der Verlegerin Sandra Uschtrin[8]. Vor diesem Hintergrund kann man argumentieren, dass Literaturport sowohl für Lesende aus auch für Schreibende ein Online-Hafen mit Mehrwert ist: Lesende haben die Möglichkeit, von hier aus zu einer der vielen Literatouren einzuschiffen, einer zeitgenössischen Variante des Reiseberichts, wie er im deutschen Sprachraum in seiner wissenschaftlichen Form von Adam Olearius[9] begründet wurde. Schreibende hingegen können sich von diesem Hafen aus für ein Aufenthaltsstipendium bewerben, das sie an einen neuen, physischen Ort bringt – um dort ungestört dem Schreiben nachzugehen. So kann man zusammenfassen, dass Literaturport in zweierlei Hinsicht einen Mehrwert bietet. Zum einen werden eigens dafür neue literarische Inhalte generiert, die zudem in dieser Form – das heißt angereichert durch Fotos, Links, Googlemaps und Audiodateien - nur online möglich sind und zudem in ihrer Vielfalt und Qualität überraschen. Man kann daher argumentieren, dass damit die Begeisterungsmerkmale nach dem Kano-Modell[10] erfüllt sind. Zum anderen bietet Literaturport gerade jungen Autoren und Autorinnen wertvolle Informationen in Bezug auf Wettbewerbe und Stipendien, die zum einen stimulierend wirken auf das Entstehen neuer Texte (etwa, wenn für ein konkretes Wettbewerbsthema ein Text geschrieben wird) bzw. dies in einigen Fällen erst ermöglichen (durch finanzielle Unterstützung im Rahmen eines Stipendiums).

Literaturhaus Bremen[Bearbeiten]

Die renommierten deutschsprachigen Literaturhäuser Deutschlands verfügen längst über eigene Auftritte im Netz. Dort wird hauptsächlich über das aktuelle Programm informiert, seien es nun Lesungen oder Fachtagungen. Auch finden sich Artikel über die Geschichte des jeweiligen Hauses sowie eventuell angegliederte Stiftungen. Zwölf Literaturhäuser, darunter auch welche aus Österreich und der Schweiz, haben sich zusätzlich zu einem gemeinsamer Internetpräsenz entschlossen[11]. Das erklärte Ziel dieses Netzwerks ist die gemeinsame Organisation von Lesereisen und verschiedenen Literaturprojekten. Es mag verwundern, dass ausgerechnet das Literaturhaus Bremen nicht dazugehört, scheinen sich die Verantwortlichen doch besonders bewusst zu sein über die Bedeutung des Internets. So findet man das Literaturhaus der Hansestadt ausschließlich im Netz; es ist ein rein virtuelles Forum. Der Wunsch dazu entstand 2004, der Launch fand im folgenden Jahr statt, nach Gründung des Vereins, der als seine Aufgaben nennt: „Förderung einer breitenwirksamen Literatur, vor allem durch virtuelle Nutzung und Vernetzung der Komponenten des unterschiedlichen Komponenten literarischen Lebens.“ Interessant ist die Gestaltung der Seite: So befindet sich rechts auf dem Bildschirm die Zeichnung eines schmalen, scheinbar unendlichen Hochhauses, aus dessen Fenster die Autoren und Autorinnen blicken. Klickt man auf ein Foto, landet man auf der entsprechenden Profilseite. Eine Anfrage bei den Betreibern des Literaturhauses ergab, dass die Profile der Bremer Autoren und Autorinnen von diesen selbst verfasst sind - wie es bei Literaturport auch der Fall ist - lediglich die Texte zu den Gastautoren wurden von Dritten verfasst. Analysiert man das Angebot, fällt zunächst einmal die Ähnlichkeit zu den physisch existierenden Häusern auf. So bietet auch das virtuelle Haus zunächst einmal eine umfangreiche (regionale) Programmübersicht, mit einem speziellen Tipp des Monats. Einen Mehrwert macht der Erinnerungsservice aus, der speziell an die Interessen des jeweiligen Abonnenten angepasst wird. Dafür wird ein Formular ausgefüllt, das zwei Möglichkeiten des Filterns bietet, Ort und Art der Veranstaltung. So kann man beispielsweise sicherstellen, über jede Literaturveranstaltung in einem ganz bestimmten Café informiert zu werden, oder über alle Slams der Stadt. Versäumt wurde, dies mit weiteren Erklärungen zu versehen. So wissen wohl nur Kenner, was sich hinter einer Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Arsen und Sterben“ versteckt. Auch auf andere Weise kann dieser Service optimiert werden: So ist eine Neueinstellung des Filters nicht direkt möglich, dafür muss eine Mail an die Verantwortlichen mit entsprechendem Änderungswunsch geschickt werden. Nicht nur zu den gestandenen Literaturhäusern, auch zu dem Onlineportal Literaturport lassen sich Vergleiche ziehen. So gibt es zahlreiche Informationen zu Literaturorten, etwa Bibliotheken und - hier wird mehr geboten als auf Literaturport – auch zu Projekten und Verlagen. Wie bereits angedeutet, werden Autoren und Autorinnen hier wie da mittels Profil vorgestellt, nur der Schwerpunkt ist anders gesetzt, finden sich im Bremer Literaturhaus hauptsächlich Schreibende der Region – wobei auch Gäste ein „Zimmer“ bekommen können. Auch ein Audioarchiv gibt es, wobei dieses sich dem Eindruck der Beliebigkeit nicht verwehren kann. Dahinter versteckt sich eine Mischung aus Hörproben, Rezensionen und Interviews, die in der örtlichen ARD-Anstalt produziert wurden. Dabei erschließt sich jedoch nicht, wie die Auswahl getroffen wird. Auch sind die Möglichkeiten nicht ganz ausgeschöpft, so gibt es etwa kein alphabetisches Register: Es bleibt dem Besucher nichts anders übrig, als zu scrollen und zu hoffen, einem Inhalt zu begegnen, der das Interesse trifft. Es soll nicht verschwiegen werden, dass das auch einen Vorteil haben kann: So stößt man auf diesem Weg sicher eher auf Überraschendes, macht neue Entdeckungen. Das Alleinstellungsmerkmal ist jedoch die Bremer Netzresidenz: Ein virtuelles, dreimonatiges Aufenthaltsstipendium, für das trotz ausgiebiger Recherche im Rahmen dieser Arbeit kein Vergleich gefunden wurde und dessen Ausschreibung passenderweise auch auf Literaturport regelmäßig zu finden ist. Bewerben können sich Autoren und Autorinnen mit einem Projekt, bei dem es um die Auseinandersetzung mit dem virtuellen Medium geht. Dabei wird, so die Veranstalter, „besonderer Wert auf den Einsatz innovativer literarischer bzw. künstlerischer Verfahrensweisen gelegt.“ Dabei sind die Autoren und Autorinnen sehr neugierig und ausprobierlustig, Susanne Berkenhager etwa begab sich 2009 mit einem Avatar auf eine Forschungsstation in Second Life, von dort lieferte sie literarische Berichte unter dem Titel: „Expedition ins Accountleichenland“[12]. An dieser Stelle sollen beispielhaft das aktuelle Projekt vorgestellt und analysiert werden.


Im Fokus: „Das Gegenteil von Henry Sy“[13] von Stefan Petermann (2012):

Hierbei handelt es sich um ein Facebook-Romanprojekt. Der Protagonist ist Henry Sy, seine fiktive Biographie wird bruchstückhaft durch Einträge in der Zeitleiste erzählt. Dabei sollen sich verschiedene Ebenen „bilden und ineinander verschränken, und so jeden Leser das Leben Henry Sys anders wahrnehmen lassen“[14]. Die Einträge - etwa fünf pro Woche - fallen sehr unterschiedlich aus, mal sind es ausführliche Beobachtungen, kurze Gedankenfetzen, (kommentarlose) Fotografien oder die Beschreibung von biographischen Wendepunkten. Ein solch ungeordnetes Vorgehen mag seit der Postmoderne nicht überraschen. Doch kommt in diesem Fall ein weiterer Aspekt hinzu: Die Interaktivität. So heißt es in einer Art Absichtserklärung des Autors: „Jeder kann sich einmischen, ergänzen, nachfragen, Leerstellen füllen und somit Einfluss nehmen auf bestimmte Aspekte der Geschichte, sie vertiefen und erweitern. In den Kommentaren wird das Leben von Henry diskutiert und im besten Fall fortgeschrieben werden."[15] Das heißt, durch die Kommentarfunktion wird der Leser wird zum Autor – und, muss man hinzufügen, auch zum Kritiker. Die Rückmeldung geschieht ungefiltert und unmittelbar. Die Vermutung liegt nahe, dass der Autor damit seine Autorität aufgibt. Doch wie ist ein gedrückter Like-Button in diesem Zusammenhang zu beurteilen? Bezieht er sich auf eine Lebensentscheidung, die Henry Sy trifft oder auf eine besonders gelungene Formulierung des Autors? Dies ist an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Auffällig ist jedoch, dass die Leserschaft - oder „Freunde“ von Henry Sy - sich mit Kommentaren eher zurückhaltend, dabei lässt der Autor nichts unversucht: Beispielsweise startet er am 17. Dezember 2012 eine Umfrage, in der er über den Fortgang der Handlung abstimmen lässt: „Soll ich die Tür öffnen und Magda zurück in mein Leben lassen?“ Spannend ist, was an dieser Stelle geschieht: Zehn Menschen stimmen für JA, nur drei dagegen. Doch Henry Sy äußert sich nach Abschluss der Abstimmung folgendermaßen: „Die Antwort ist einigermaßen deutlich. Doch Nein ist mein Ja und Ja mein Nein. Sowieso könnte ich mich nicht anders verhalten, muss ich an meiner Maxime festhalten. Gegen die Entscheidung mein Handeln. Keine Metaphern mehr. Nur noch geschlossene Türen.“ Er hält sich nicht an den Wunsch der Leserschaft, die sofort darauf reagiert:


Nutzer: „Das finde ich jetzt aber ziemlich daneben.“

Henry Sy: „Warum?“

Nutzer: „Weil ich gern an deiner Geschichte mitgeschrieben hätte.“

Henry Sy: „Aber die Geschichte ist doch schon geschrieben.“

Nutzer: „Doch nur bis heute.“


Wer verteidigt hier seinen eingeschlagenen Weg, ist das noch die literarische Figur oder der Autor, der einen bestimmten Handlungsplan im Kopf hat? Möglicherweise ist es genau diese mangelnde Flexibilität, das Unterbinden einer echten Interaktion, ein Grund dafür, warum sich die Beteiligung in Grenzen hält. Andererseits mag man argumentieren, dass die Figur mit dieser Entscheidung, die Tür nicht zu öffnen, lediglich ihrem Motto treu bleibt: „Im Zweifelsfall für das Gegenteil“. Interessant sind auch die Momente, in denen die Welt der Diegese verlassen wird. Dies geschieht etwa, wenn der Autor auf anstehende Lesungen hinweist. Einige mögen das als störend empfinden - wie einen Werbeblock im Film, gleichzeitig liegt die Vermutung nahe, dass die Rezipienten das genau aus diesem Grund gewöhnt sind und damit umzugehen wissen. Zudem folgt Petermann damit einer bestimmten literarischen Tradition, in der es üblich ist, wiederholt auf die Fiktionalität eines Werkes hinzuweisen. Als Vorbild mag Henry Fieldings „Tom Jones“ gelten, hier heißt es an einer Stelle etwa „Im vorigen Kapitel habe ich meinem Leser mitgeteilt, daß…“[16]. Eine zusätzliche Ebene kommt durch die Tatsache hinzu, dass Petermann über den Schreibprozess auf einer weiteren Homepage reflektiert[17]. Da heißt es nach Abschluss der virtuellen Residenz und in Anbetracht der anstehenden Lesungen etwa, dass der er versucht ist, zu glauben, „[…] dass ein größeres Interesse an der Form als am Inhalt existiert.“ Daher „soll in diesen Lesungen die Geschichte im Vordergrund stehen. Nur einige wenige Bemerkungen zu meinen Überlegungen sollen fallen, stattdessen soll erzählt werden“[18]. Petermann kennt den eigentlichen Knackpunkt des Projekts: So mag man die Frage stellen, welche Bedeutung ein solches Werk hat, falls allein die Form wegen überzeugt, die Sprache und der Stil jedoch unbefriedigend bleiben. Inwieweit dies bei „Das Gegenteil von Henry Sy“ zutrifft, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Auffällig ist jedoch, dass Petermann sich eines gehobenen Sprachregisters bedient, wie es gerade auf den Seiten von Facebook, wo Abkürzungen und Umgangssprache dominieren, unüblich ist. Das heißt, Form und Inhalt stehen in krassem Gegensatz, doch muss man dies nicht als Mangel empfinden. Denn bei dieser Reibung fliegen Funken, es findet eine Weiterentwicklung dessen statt, was bisher möglich ist. Dies wird deutlich, wenn man „Das Gegenteil von Henry Sy“ mit anderen literarischen Werken vergleicht, für deren Entstehen der Medienwandel ausschlaggebend war. So ist Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“[19] eine moderne Version eines Briefromans, erzählt durch E-Mails, die sich jedoch in einem gedruckten Buch befinden. Petermann geht einen Schritt weiter, in dem sein Werk nur im Netz stattfindet, er ist somit gleichzeitig origineller und möglicherweise authentischer- wenn es auch physisch nicht greifbar ist. Auf ein weiteres Phänomen soll hingewiesen werden. Stattdessen soll auf ein besonderes Phänomen hingewiesen werden. Durch die eigens eingerichtete Begleitseite hat die Leserschaft, anders als es bei den üblichen literarischen Erzeugnissen der Fall ist, die Möglichkeit, dem Autor beim Denken zuzuschauen: Der Reflexionsprozess wird öffentlich. So heißt es etwa kurz vor Abschluss des Projekts: „Die Kunst besteht nun darin, knapp das Wichtige zu klären und dennoch Freiräume zu lassen, die eventuell mir Anknüpfpunkte ließen oder, besser noch, beim Lesen selbst Enden erschaffen und Lücken mit Ahnungen füllen. Nicht zu viel, keinesfalls zu wenig – das ist das Ziel“[20]. Gerade in der deutschsprachigen Literaturlandschaft werden Schreibprozesse selten öffentlich gemacht; es kann nur vermutet werden, dass es mit dem beliebten Mythos des kreativen Genies zu tun hat, der hierzulande besonders bewahrt wird. Durch den Wandel in der Medienlandschaft ist es ein Leichtes, dies zu durchbrechen, wie es Petermann tut. Dass diese weitere Ebene nicht zur selbstverliebten Nabelschau verkommt, stellt freilich eine Herausforderung dar.

Aus der vorliegenden Untersuchung lässt sich schließen, dass das Netz durchaus neue Spielarten der Literatur hervorbringt. Oder, um es mit einer Metapher zu sagen: Die Literaturlandschaft vergrößert sich um einige Hektar, für deren Erkundung Abenteurer 2.0 gefragt sind.

Entwicklung, Wandel und Konsum von Tonträgern: von der Schellakplatte bis zur MP3[Bearbeiten]

Seitdem der Mensch Töne erzeugen kann, hegte er auch den Wunsch diese zu konservieren, um sie jederzeit hören zu können. Bereits in der Antike gab es die ersten Abspielgeräte und mechanische Klangapparate in Form von Spieluhren. Diese wurden im Laufe der Zeit immer wieder verfeinert. Das erste mechanische Aufnahme- und Abspielgerät war der Phonograph, der zum Grammophon weiterentwickelt wurde. Immer größere Fortschritte in den Naturwissenschaften, vor allem in der Elektrik, machten es seit Anfang des 20. Jahrhunderts möglich, Musik auf verschiedene Arten zu speichern und abzuspielen. Die nächste Revolution in der Musik ist deren digitale Aufnahme und Wiedergabe. Da gerade im letzten Jahrhundert eine Unmenge an verschiedenen Ideen zur Tonverarbeitung entwickelt wurden, sollen im folgenden die wichtigsten Erfindungen der massentauglichen Tonträger näher beleuchtet werden. Mit einem Vergleich der heute wichtigsten Tonträgerarten, der MP3-Datei und der CD, wird sowohl auf Vor- und Nachteile, auf die daraus resultierenden Hörgewohnheiten und auf zukünftige Trends eingegangen.

Die Anfänge der Musikindustrie[Bearbeiten]

1877 konstruierte der Amerikaner Thomas Alva Edison das erste Gerät zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Tönen: den Phonographen. Brachte man eine Membran durch verschiedene Laute zum schwingen, wurden diese Töne mithilfe einer feinen Nadel in eine anfangs stanniolumwickelte später in eine aus Stearin bestehende Trommel geritzt. Zum Abspielen drehte man die Trommel erneut, die Nadel folgte den Einkerbungen und versetzte die Membran in Schwingungen. Die Töne entwichen einem angebauten Trichter. Eine noch unhandliche und umständliche Erfindung der Tonaufzeichnung, die 11 Jahre später, 1888, durch Emil Berliner in Form eines Plattenspielers weiterentwickelt auf den Markt kam. Mit seiner Erfindung, dem Grammophon, welches anfangs noch von Hand betrieben wenig später aber durch einen Uhrwerk-Antrieb ersetzt wurde, gelang ihm der entscheidende Durchbruch. Man musste nun nicht mehr in Konzerte, Salons oder Cafés gehen um in den Genuss von Musik zu kommen. Es war jederzeit, anfangs nur für die Oberschicht später jedoch auch für das breite Bürgertum, möglich, Musik jederzeit privat abzuspielen[21]. Die Töne wurden nicht mehr auf einer Trommel eingraviert sondern auf einer Scheibe Diese bestand zunächst aus einer rußbedeckten Glasplatte, später aus Zinkblech und 1890 schließlich aus einem Gemisch aus Schellack, Gesteinsmehl, Ruß und Pflanzenfasern[22]. Etwa 60 Jahre wurden diese sogenannten Schellackplatten produziert und verkauft. Mit der Weiterentwicklung des Grammophons zum Schallplattenspieler, der die Schallwellen elektronisch verstärkte, wurden auch die Schellackplatten von denen in der Herstellung preisgünstigeren Vinylplatten, den sogenannten Langspielplatten, abgelöst. Die Tonqualität der Vinylplatten war um ein Vielfaches besser als die der Schellackplatten. Man erfreute sich einer längeren Spielzeit sowie einer besseren Haltbarkeit[23]. Der Nachteil der Langspielplatten war ihre hohe Empfindlichkeit und die Tatsache, dass der Rezipient die Platte herumdrehen musste, um die andere Seite anzuhören. Außerdem war die Platte nicht wieder bespielbar[24].

Die Entwicklung des Magnetbandes[Bearbeiten]

Bereits 1898 gab es erste Versuche der magnetischen Tonaufnahme auf Draht. Das sogenannte Daraus entwickelte sich um 1900 das „Telegraphon“, welches diese Technik zu Nutzen machte. Allerdings entstanden Risse im Draht, die gelötet werden mussten und schließlich zu Störgeräuschen und Minderung der Tonqualität führten. Nach mehreren Experimentierphasen mit dem Trägermaterial wurde 1935 auf der Deutschen Funkausstellung das Tonbandgerät „Magnetophon K1“ vorgestellt, welches mit einem Eisen beschichteten Papierband arbeitete. Eine Störgeräuschreduzierung konnte dennoch erst 1940 erreicht werden, indem man mittels Hochfrequenz-Vormagnetisierung Magnetfeldfrequenzen erzeugte, die außerhalb des hörbaren Bereichs liegen[25]. Auch heute noch wird diese Technik genutzt, die den gesamten Tonumfang von Sprache und Musik ohne störende Geräusche ermöglicht. Die ersten Tonbandgeräte erschienen 1950 erstmals für den Hausgebrauch[26], wobei die Bedienung solcher bis 1964 gebauten und immer wieder verbesserten Geräte sehr kompliziert war. Man musste die Bänder von Hand aufwickeln[27]. Im Jahre 1964 schließlich brachte Phillips den ersten Kassettenrekorder sowie die erste Musikkassette auf den Markt. Der Rekorder war einfach zu bedienen. Die Kassette war handlich, konnte mobil verwendet werden und hatte eine lange Spieldauer. Die Leerkassette machte es schließlich möglich, Musik privat zu vervielfältigen und in Verbindung mit dem Rekorder eigene Aufnahmen zu tätigen. „Von 1970 bis 1995 gab es wohl keinen Teenager, der nicht mindestens einmal in seinem Leben eine Leerkassette in seinen Recorder geschoben und eigene Musik aufgenommen hat. Sei es aus dem Radio, von Platte oder vom anderen Tape im Doppelkassettendeck“[28]. Zum ersten Mal musste sich die Musikindustrie mit dem Thema der Musikpiraterie auseinandersetzen. Überall wurde Musik konsumiert. Selbst im Auto durfte ein Kassettendeck nicht fehlen, aber auch für den ortsunabhängigen Musikgenuss wurde mit der Erfindung des Walkman gesorgt[29].

Die Compact-Disc[Bearbeiten]

1983 erschien die erste Compact Disc (CD) auf dem Markt. Mit der digitalen Aufnahmetechnik brach ein neues Zeitalter an. Zwar wurde dieses durch das Digitale Audio Tape (DAT) eingeleitet, doch diese Tonträgerart setzte sich auf dem internationalen Markt nicht durch. Heute wird sie überwiegend in der professionellen Aufnahmetechnik verwendet. Einfachheit in der Bedienung und Klarheit der Aufnahmen wurden gefordert, die mit der Digitalisierung erreicht wurde[30]. Gemeinsam mit Sony entwickelte Phillips die erste CD, die Ende der achtziger Jahre die die Vinylplatte an Verkaufszahlen überholte hatte[31]. Die Spieldauer und die Größe der CD richteten sich nach der Dauer der neunten Symphonie von Beethoven unter Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern. Der Legende nach soll Vizepräsident von Sony, Norio Ohga, ein ausgebildeter Opernsänger, darauf bestanden haben, dass diese Symphonie ohne Unterbrechung zu hören sein sollte. Sie einigten sich auf die Spieldauer von rund 75 Minuten bei einem Durchmesser von 12 cm[32]. Das verarbeitete Material ist der Kunststoff Makrolon, der mit einer dünnen Schutzschicht aus Aluminium umgeben wird. Während die Schallplatten der Abnutzung unterliegen, haben CDs eine nahezu unendliche Lebensdauer[33]. Die Schallwellen werden in einen digitalen Code, dem sogenannten Binärcode, umgewandelt, der ausschließlich aus den Zahlen 0 und 1 besteht. Dieser Code wird auf die CD gebrannt, sodass winzig kleine Vertiefungen (Pits) entstehen. Die Anordnung der Pits entsprechen dem Binärcode. Beim Abspielen der CD werden diese Pits von einem Laser spiralförmig abgetastet und in elektrische Schallwellen umgewandelt. Durch den Frequenzgang von 20 Hz-20kHz kann ein einzelner Trommelschlag wie auch das Crescendo eines Orchesters fast originalgetreu wiedergeben[34]. Zunächst konnte die CD nur einmal bespielt werden aber schon bald wurde auch die mehrmals beschreibbare CD hergestellt.Zusätzlich zu Single-Auskopplungen von CD- Alben wurde eine Mini-CD produziert, diese war aber eher eine Randerscheinung. Die Produktion wurde aufgrund mangelnden Absatzes bald wieder eingestellt. Mit dem portablen CD-Spieler, als „Discman“ bezeichnet im Jahre 1984[35] konnte man seine CDs überall konsumieren. Selbst diese Geräte und die CD an sich waren nicht kompakt genug. Man suchte weiter nach immer kleineren Formaten. Die Mini-Disc, die 1992 erschien, war wieder bespielbar, wesentlich praktischer zu handhaben und preiswert. Die Musik allerdings musste komprimiert werden, damit sie auf dem Datenträger Platz hatte[36]. Als es so aussah, dass sich die Mini-Disc als portables Aufnahme- und Wiedergabegerät etablieren konnte, brach der MP3-Player seinen Siegeszug an. Das bedeutete das Aus für die Mini-Disc.

MP3[Bearbeiten]

Ab 1982 wurde an einer neue Tonaufzeichnung geforscht und gearbeitet. Seit 1995 wird das MP3 (MPEG Audio Layer 3)-Dateiformat nun offiziell genutzt. MP3 bezeichnet die Methode zur Kompression digital festgehaltener akustischer Daten[37]. Dabei werden nur die Signale gespeichert, die das menschliche Gehör bewusst aufnehmen und verarbeiten kann. Das Datenvolumen wird teilweise bis auf 128 Kilobit zusammengestaucht. Diese verlustbehaftete Kompression wird vom Hörer nicht als störend wahrgenommen. Der Qualitätsverlust macht sich allerdings selbst für den Laien bemerkbar, denn für das Gehör sind die Qualitätsunterschiede erst bei mehr als 192 Kilobit nicht mehr wahrnehmbar. Diese verlustbehaftete Kompression wird jedoch vom Hörer nicht als störend wahrgenommen, der Qualitätsverlust ist jedoch selbst für Laien hörbar. Die hohe Kompression ermöglicht eine geringe Dateigröße und somit ist auch weniger Speicherkapazität erforderlich, weshalb sich die MP3 einer großen Beliebtheit erfreut. Denn der Nutzer von MP3-Dateien kann diese schnell und in großen Mengen sowohl auf den Computer als auch auf den speziell entwickelten MP3-Player laden[38].Somit ist es möglich, die Musik, ähnlich wie beim Walkman, nur viel handlicher, überall und jederzeit zu hören. Mit Aufkommen des vermehrten Internetkonsums wurde auch der illegale Handel kostenfreier Musiktitel immer weiter vorangetrieben. Die Anzahl der illegal beschafften Musik ist heute immer noch höher als die der legal gekauften Musik-Downloads. Mittlerweile werden allerdings unrechtmäßige Vervielfältigungen rechtlich verfolgt, sodass die Zahl der illegalen Downloader seit 2008 stagniert, die Anzahl der Downloads allerdings immer noch ansteigt[39].

Auswirkungen der Digitalisierung auf den Musikkonsum[Bearbeiten]

Mit Fortschreiten der Digitalisierung seit Ende der achtziger Jahre haben sich auch die Hörgewohnheiten geändert. Die Digitalisierung schafft die Voraussetzung für einen einfachen, vielseitigen, umfassenden, grenzenlosen, zeitunabhängigen, schnelleren und billigeren Zugang. Zudem wurde ein Optimum an Rauschfreiheit gewährt. Die digitale Aufnahmetechnik ermöglicht im Gegensatz zur analogen Aufnahme, kleinste Ungenauigkeiten in Dynamik und im Zusammenspiel zu korrigieren. Dadurch entsteht zwar ein perfekter Klang, der jedoch steril wirkt. Für individuelle Interpretationen ist kein Platz. Unter anderem haben sich die Hörgewohnheiten auch dahin gehend gewandelt, dass die Aufnahmen immer lauter ausgesteuert werden. Dynamische Unterschiede werden bewusst retuschiert. Bässe und Höhen fallen diesem Prozess zum Opfer, damit sich die Musik aus den mobilen Abspielgeräten von der Umgebung besser abheben kann[40], denn mittlerweile ist sie für die meisten ein ständiger Wegbegleiter geworden. Wurde zum Anhören von CDs allerdings noch auf hochwertige Heimanlagen Wert gelegt, möglichst mit gutem Verstärker und ausgezeichneten Boxen, die die besondere Klangqualität unterstützten, wird Musik mittlerweile fast nur noch über minderwertigere Musikanlagen, den Computer oder den MP3 Player bzw. das Handy gehört. Anders als die CD, die sperrig und nicht wieder bespielbar ist, ist die MP3-Datei klein und zusammen mit dem MP3-Player äußerst handlich, der sich jederzeit mit neuen Dateien bespielen lässt. Heutzutage zählt allein der praktische Wert. Fraglich jedoch ist, ob es Sinn macht, seine komplette Musiksammlung, die oftmals mehr Titel umfasst, als man in seinem Leben hören kann, mit sich umher zu tragen. Gibt die CD alle Klangfarben und -facetten zu hundert Prozent wieder, werden bei der MP3 alle unhörbaren Töne entfernt, sodass die Größe bis auf ein Zehntel des originalen Datenvolumens zusammenschrumpft. Selbst für Laien sind diese Qualitätsunterschiede hörbar. Doch die Klangästhetik spielt keine Rolle mehr, da die Musik bei der MP3-Datei auf einen Bruchteil seiner Datenmenge komprimiert wird. Die MP3 zerstört die teure Liebe zur klanglichen Perfekion[41]. Ebenso der Preis spielt bei einem Vergleich der beiden Tonträger eine Rolle: MP3-Dateien sind im Gegensatz zur CD günstiger. Die meisten laden nur einzelne Titel ihrer Lieblingskünstler herunter, denn nicht alle Stücke oder Songs auf einem Album lohnt es zu kaufen. Mit der vermehrten Internetnutzung ist zudem die Anzahl der Raubkopien seit Ende 1990 gestiegen. Die Umsätze sind innerhalb von zehn Jahren um rund eine Milliarde Euro zurückgegangen. Diese Einbrüche haben auch Auswirkungen auf die Künstler selbst[42], denn ohne Einkünfte aus dem Plattenverkauf bzw. dem legalen und kostenpflichtigen Download werden sie nicht lange auf dem Markt überleben können. Kreativität hat ihren Wert. Gerade deshalb ist es wichtig, ihr mit Respekt zu begegnen, indem man die harte Arbeit und die daraus resultierende Qualität entsprechend würdigt. Mittlerweile gibt es wieder den Trend zu einem hochwertigerem Hörgenuss. Aufgrund der verbesserten Übertragungsgeschwindigkeit im Internet (DSL) und umfangreicheren Festplatten wird die Datenkomprimierung bald nicht mehr nötig sein. Neue Formate wie Apple Lossless, Flac, und MPEG 4 sind nun auf dem Vormarsch[43]. Auch der Absatz der Vinylplatten ist in den letzten Jahren wieder gestiegen[44]. Dem Käufer von Schallplatten geht es hauptsächlich um den wärmeren und emotionaleren Klang, den weder CD noch MP3 liefern können[45]. Musikalischen Details wird wieder eine größere Bedeutung beigemessen. Letztendlich ist der Live-Klang eines Konzertes durch nichts zu ersetzen, denn dort hört man die Musik mit allen Sinnen facettenreich und ungefiltert.

Elektronisches bargeldloses Bezahlen geringer Geldbeträge[Bearbeiten]

Eine Scheckzahlung zwischen Privatpersonen und Händlern ist heute in Deutschland kaum noch möglich. Bargeldlose Transaktionen, wenn sie bei einem Einzelhändler getätigt werden, erfolgen daher bargeldlos in Form einer Kreditkartenzahlung, so der Händler diese akzeptiert, oder mit der EC-Karte im Elektronische Lastschriftverfahren (ELV), bei dem der Kunde die Kartenzahlung mit seiner Unterschrift autorisiert oder im Point of Sale Verfahren (POS), bei dem die PIN erforderlich ist. Für den Händler entstehen dabei Gebühren, so dass Zahlungsbeträge einen Mindestbetrag übersteigen sollten. Kleinbeträge werden daher eher selten elektronisch bezahlt. Mobiltelefonhersteller und Kreditkartenanbieter aber auch die Banken versuchen, eine neue technologische Möglichkeiten zu nutzen um gerade in diesem Bereich eine attraktive Bezahlalternative für die Kunden anzubieten. Die Frage, ob es als zukünftiges Zahlungsmittel angenommen wird, bleibt offen, jedoch werden Smartphonehersteller diesem Trend nicht nachstehen. Das Thema soll in sofern mit dem Medienwandel in Verbindung gebracht werden, da eine neue Technologie, integriert als zusätzlichen Nutzen in Mobiltelefone oder Bankkarten, das Bezahlverhalten der Kunden ändern könnte und weitere Bezahlverfahren für die Begleichung geringer Geldbeträge zukünftig den Markt bereichern werden. Im Folgenden wird auf zwei unterschiedliche Verfahren eingegangen.

Geldkarte[Bearbeiten]

Die Geldkarte wurde 1996 in Deutschland als elektronische Geldbörse eingeführt. Dazu wurde die Bankkarte mit einem Chip ausgestattet, auf dem eine Aufladung des Chips mit maximal 400 DM bzw. 200 Euro an dafür vorgesehenen Selbstbedienungsgeräten bei Banken und Sparkassen durch einen Übertrag vom Referenzkonto erfolgte. Auch White Cards, neutrale Karten mit lediglich einem Chip, wurden ausgegeben, die durch das Laden eines Bargeldbetrages ebenso genutzt werden können. 2011 wurden Geldkarten rund 5,3 Mio. Mal aufgeladen und mit ihnen 41,3 Mio. Mal gezahlt. Dabei wurden pro Aufladung durchschnittlich 28 Euro auf die Karte übertragen[46] und je Zahlung durchschnittlich drei Euro verbraucht[47]. Einer Befragung von knapp 1800 Personen im Jahr 2010 nach, wurde die Geldkarte am häufigsten zur Bezahlung der Parkgebühren in Parkhäusern genutzt, gefolgt vom Kauf von Zigaretten und Fahrkarten[48]. Ein hoher Anstieg von Geldkartentransaktionen war im Jahr 2007 zu beobachten, als der Kauf von Zigaretten an Zigarettenautomaten aufgrund der Altersprüfung des Käufers nur mit einer personalisierten Geldkarte möglich war. Dieser Trend nahm 2008 stark ab, als zur Identifizierung des Alters die Karte benötigt wurde, die Bezahlung jedoch bar getätigt werden konnte[49]. Berücksichtigt man dies, kommt man zu dem Schluss, dass die Akzeptanz der Geldkarte nicht sehr hoch war. Durch die Umstellung des Bezahlverfahrens in Kantinen und Mensen auf eine bargeldlose Bezahlung könnte die Geldkarte wieder an Akzeptanz gewinnen, jedoch gibt es verschiedene Systeme, so dass die Bezahlung oft nur mit einer zusätzlichen Karte möglich ist.

kontaktloses Bezahlverfahren[Bearbeiten]

Die von Philips und Sony entwickelte Nahfeldkommunikation (NFC), auf die nicht weiter eingegangen wird, weil dies in Anbetracht des Umfanges der Arbeit den Rahmen sprengen würde, ist ein internationaler Übertragungsstandard zum Austauschen von Daten und ist die Grundlage für das kontaktlose bargeldlose Bezahlen. Die Kommunikation zwischen dem Sender (meist ein Chip) und dem Empfänger (Händlerbezahlterminal oder Automat) finden auf wenigen Zentimern statt.

Girogo[Bearbeiten]

In der Kreditwirtschaft rüstet man sich für das kontaktlose Bezahlverfahren. Unter dem Namen Girogo startete im April 2012 im Großraum Hannover das größte Pilotprojekt Europas, an dem sich mehr als 1,3 Mio. Kunden der Banken und Sparkassen beteiligten. Der wichtigste Handelspartner im Projekt ist für die deutsche Kreditwirtschaft die Handelskette EDEKA. Es nehmen aber auch Tankstellen, Douglas, Thalia, Hussel und weitere Handelsketten an dem Pilotprojekt teil. Ziel des Projektes ist es, in der einjährigen Testphase das Bezahlverfahren unter realen Bedingungen flächendeckend zu testen. Grundlage für die Kommunikation mit dem Bezahlterminal ist der Chip auf der Bankkarte. Es handelt sich dabei um einen Funk-Chip der die Nahfeldkommunikation unterstützt. Beträge werden im Prepaid-Verfahren auf die Karte geladen, in der Pilotphase ist jedoch nur ein Maximalbetrag von 20 Euro je Zahlung möglich. Einige Geldautomaten sind bereits mit den Funktionen der Aufladung ausgestattet, weitere speziell dafür vorgesehene Ladeterminals sind in einigen Banken und Sparkassen vorhanden. Spezielle Chipkartenleser sollen für die Aufladung via Internet angeboten werden. Auch im Einzelhandel sind Ladeterminal vorgesehen. Der Kunde kann somit ein Gesamtguthaben von maximal 200 Euro auf die Karte laden[50]. Laut Dr. Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und Federführer in der Deutschen Kreditwirtschaft für das Projekt, ist das kontaktlose Bezahlverfahren die Zukunftstechnologie. Mit einem Bezahlvorgang von weniger als einer Sekunde sei das Verfahren schneller als jede andere Bezahlform. Aufladungen sollen zukünftig an über 57.000 Geldautomaten durchgeführt werden können. Girogo eignet sich für die Zahlung von Kleingeldbeträgen. Da es als Alternative zur Barzahlung nur die Kartenzahlung mit PIN gibt, geht man auch hier davon aus, dass das kontaktlose Bezahlverfahren von den Kunden aufgrund seiner Schnelligkeit angenommen wird. Auch das oft lästige Nachzählen des Wechselgeldes entfällt. Auch für den Händler könnte sich das Modell lohnen. Zur Projekteinführung waren Entgelte von ein Cent bei einer Verfügung bis zu fünf Euro, zwei Cent bei einer Verfügung bis zu zehn Euro und drei Cent bei einer Verfügung über maximal 20 Euro[51]. Die günstigen Nebenkosten für den Händler, verglichen mit den weitaus höheren Transaktionskosten je autorisierter Kartenzahlung mit PIN, sind ein wesentlicher Aspekt der erwarteten Akzeptanz durch den Händler. Während der Händler beim normalen Lastschrifteinzugsverfahren zuzüglich der Gegenwertbuchung als Gutschrift auf seinem Konto auch eine Gebühr für jeden entstanden Lastschrifteinzug entrichten musste, fällt je Abrechnung gegenüber den Kreditinstituten nur die Buchung der Gutschrift an. Weitere Kosten entstehen noch gegenüber dem Kartenterminalbetreiber. Auch der Deutsche Sparkassen und Giroverband sieht klare Kostenvorteile für den Händler, wie auch die Einsparung von Wartezeit an der Kasse von bis zu 25 Prozent. Terminals der Netzbetreiber ließen sich mit wenig Kostenaufwand auf die neue technische Anforderung umrüsten. Der Sicherheitsstandard ist vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA) festgelegt worden und sei sehr hoch, so die Verbände der Kreditwirtschaft. So hat der Händler eine eigene Karte und muss damit jeden Bezahlvorgang autorisieren. Dadurch könne es auch nicht zu versehentlichen Abbuchungen auf einer Chipkarte kommen, die nur zufällig nahe dem Bezahlterminal ist. Nach erfolgreicher Einführung sollen 45 Mio. Sparkassenkunden diese Funktion nutzen können. Eine Handy-App ist bereits verfügbar die alle in der Umgebung befindlichen Girogo-Akzeptanzstellen auflistet.

Kritik an Girogo

Die Sparkassen würden das Thema Sicherheit nicht ernst genug nehmen, wenn sie meinen, die Händler könnten technisch die auf der Karte befindlichen Daten, wie Zeitstempel, Betrag und Händlerkennung der letzten zehn Bezahl- und der letzten drei Ladetransaktionen, die sich unverschlüsselt auf der Karte gespeichert sind, identifizieren. Als kritisch wird die Gutgläubigkeit des Sparkassenverbandes gesehen, wenn dieser auf die Ehrlichkeit der Händler vertraut ,sich strikt an die Nutzungsbedingungen zu halten und deren Missachtung lediglich zum Ausschluss am Verfahren führen würde. Als einen kritischen Punkt sieht der Schleswig-Holsteinische Datenschutzbeauftragte Nachlässigkeit bei Datensicherheit auf dem Chip seitens der Sparkassen. Händlerkarten ließen sich leicht entschlüsseln und damit sei die Privatsphäre des Kunden beeinträchtigt. Auch sei es für Dritte ein Leichtes, sich ein RFID-Lesegerät plus Software zu besorgen. Das Problem liege genau da, wenn der Kunde zusätzlich zur Debit-Karte eine weitere drahtlos auslesbare Karte mit seinem Namen in der Geldbörse habe, könne der Händler durch diese Informationen Rückschlüsse ziehen. Ein weiterer Kritikpunkt ist in der eindeutigen Kennung, die vom Chip ausgesendet wird, zu sehen, da Informationen auch unbemerkt ausgelesen werden können und somit zu Überwachungszwecken missbraucht werden könnten[52].

MyWallet[Bearbeiten]

Im 2. Quartal 2012 hat die Telekom gemeinsam ein Projekt mit dem Kreditkartenanbieter Mastercard gestartet, welches die Möglichkeit bieten soll in, mehr als 33 Mio. Mastercard-Akzeptanzstellen weltweit mit dem Smartphon kontaktlos zu bezahlen. Dazu vermarktet die Telekom spezielle SIM-Karten, welche die neue Technologie unterstützen[53]. Das Projekt wurde im letzten Quartal 2012 in Polen, wo bereits eine Infrastruktur zum kontaktlosen Bezahlen vorhanden war, unter dem Namen MyWallet gestartet. Seit Ende Oktober konnten in Polen bereits 5.000 Kunden gewonnen werden, welche diese Zahlungsmöglichkeit aktiv nutzen. In weiteren fünf Ländern startet das Projekt 2013, darunter in Deutschland, wo der Start für das 2. Quartal geplant ist[54]. Damit sollen Bezahlvorgänge bis maximal 25 Euro ohne Unterschrift möglich sein. Um das Bezahlverfahren nutzen zu können, benötigt man ein NFC-fähiges Smartphon sowie eine Smartphon-App. Auf der App wird das Zahlungsreferenzkonto hinterlegt. Im Gegensatz zu Girogo, muss der Nutzer jede Zahlungstransaktion bestätigen. Zwar dauert der Bezahlvorgang so wenige Sekunden länger, wirkt aber weitaus sicherer. So lassen sich Einkäufe im Einzelhandel tätigen, aber auch Zugtickets bei der Deutschen Bank bezahlen, in dem an einem Touch Point vor Einstieg in den Zug eingecheckt und bei Ankunft am Zielbahnhof wieder ausgecheckt wird. Auch der Kauf von Tickets für Sportevents wird unterstützt, der elektronische Beleg auf der Smartphone-App dient als Eintrittskarte.

Kritik

Von Sicherheitslücken, wie etwa bei Girogo, wird nicht berichtet. Allerdings bleibt die Frage offen, wie akzeptiert MyWallet sein wird, weil als Voraussetzung ein NFC-fähiges Smartphon ist und es bislang zu wenig Akzeptanzstellen gibt.

MasterPass[Bearbeiten]

Mastercard selbst wirbt derzeit mit dem Produkt MasterPass und will damit die Kombination zwischen traditioneller Plastikkarte und digitaler Brieftasche anbieten. Mit diesem Projekt will Mastercard im März 2013 mit Händlern in Australien und Kanada an den Start gehen, 2014 soll MasterPass auch von Händlern in Deutschland genutzt werden können[55]. Da die Bezahlvorgänge unterhalb der 25 Euro-Grenze schnell abgewickelt werden können und in Deutschland innerhalb dieser Betragsgrenze eher zum Bargeld gegriffen wird, vermutet man, dass das Argument der schnellen Zahlungsabwicklung bei dem Bezahlverfahren die Deutschen überzeugen könnte.

Kritik

Derzeit steht das Projekt noch an seinem Anfang. Offen bleibt die Frage, ob Händler, die an Kreditkartenausgeber je Transaktion einen Betrag entrichten müssen, diesen durch Preiserhöhung auf den Kunden umlegen werden.

Fazit[Bearbeiten]

Ob das kontaktlose Bezahlen von den Kunden angenommen wird, bleibt abzuwarten. Der Präsitent des Internet-Bezahldienst PayPal, David Marcus, vermutet eher, dass der von Wirtschaft und Finanzbranche erhoffte Erfolg ausbleiben wird, während PayPal mit seinem Internetbezahlverfahren ohne neue Technik großen Erfolg habe[56]. Gemäß einer Studie des Branchenverbandes Bitkom, können sich 43 Prozent der Befragten vorstellen, mit dem Handy kontaktlos zu bezahlen, bei den unter 30-jährigen sind es drei von vier Befragten. Die Banken hätten bereits 95 Mio. Bankkarten mit dem neuen Chip ausgestattet, 60 NFC-fähige Smartphons seien auf dem Markt, bis 2016 sollen 45 Prozent der Smartphons die Technik unterstützen. Apple hingegen setze auf die eigene Applikation Passbook und integriert NFC nicht ins IPhone[57]. Schnell abzuwickelnde Bezahlungen ohne lange nach Kleingeld suchen zu müssen, seien für mehr als 65 Prozent der Befragten einer repräsentativen Onlinebefragung durch EARSandEYES Anfang 2012 Argumente für eine Bezahlung mit der Karte, für 88 Prozent sei es bequem, einfach nur die Karte vorzuhalten. Der Auftraggeber der Studie sieht im Bezahlverfahren eine Trendwende. Sicherheit sei ein wichtiges Thema dabei. Dreiviertel der Befragten hielten die Bank- und Sparkassenkarte für sicher, was die Kreditwirtschaft und den Handel folgern lässt, dass der Mehrwert der Karte von den Kunden angenommen würde[58].

Resümee[Bearbeiten]

In der vorliegenden Arbeit wurden beispielhaft einige Aspekte des allgegenwärtigen Medienwandels beleuchtet. Die besondere Herausforderung lag nicht nur darin, dass das Thema so umfassend ist, sondern auch in der Tatsache, dass es sich, wie die Überschrift schon sagt, in einem stetigen Wandel befindet. Einmal geschärft für ihr jeweiliges Thema, sei es nun die Literaturbranche, die Musikindustrie oder Zahlverfahren, begegneten den Bearbeiterinnen ständig Neues, das eigentlich mit in die Arbeit hätte aufgenommen werden müssen. Sei es nun ein Zeitungsbericht über den neu auf den Markt gebrachten Tolino[59], den E-Reader, mit dem die größten deutschen Buchhändler gegen Amazons Kindle antreten. Oder eine Rezension in einem Blog[60], bei dem über eine Kreuzberger Ausstellung berichtet wird, die sich mit den Veränderungen in der Musikwelt beschäftigt. (Das Glanzstück der Ausstellung war eine aus Bronze gegossene Kassette des Künstlers Alexander Dorn.) Auch über verschiedene Bezahlverfahren „stolperten“ die Verfasserinnen der Arbeit im Alltag häufig und wurden sich durch eben diese besonders darüber bewusst. Durch den begrenzten Rahmen der Arbeit konnten natürlich nicht all diese Entdeckungen direkt in die Arbeit einfließen, es galt, die Inhalte zu begrenzen. Im ersten Teil, der sich mit den Veränderungen in der Literaturbranche beschäftigt, wurde ein blitzlichtartiges Verfahren gewählt: Es wurde dargestellt und analysiert, inwieweit im Internet Raum ist für Literatur und wie diese sich darin manifestiert. Deutlich hat sich gezeigt, dass das Internet eine Art lebendiger Spielplatz ist, in dem die Autoren und Autorinnen sich austoben können, um neue literarische Formen zu entwickeln, wie etwa den vorgestellten Facebook-Roman. Interessanterweise scheinen die Literaturschaffenden hier zurückhaltend zu sein, daher ist es wichtig, Anreize zu schaffen, wie das (virtuelle) Literaturhaus Bremen es mit einem (virtuellen) Aufenthaltsstipendium tut. Auch hat sich gezeigt, dass das Internet eine Möglichkeit bietet, sich zu vernetzen- schnell kann eine Vielzahl an Informationen über Schreibende aufgerufen werden, dafür gibt es gleich mehrere Portale, wie etwa den vorgestellten Literaturport. Es bleibt abzuwarten, ob sich ein Online-Lexikon durchsetzt; zu vermuten ist, dass sich besonders jene Lexika halten, die einen Mehrwert bieten, sei es nun eigens dafür geschaffene Literatur, das heißt etwa online abrufbare Kurzgeschichten oder ein Audioarchiv. Damit sind wir bereits beim zweiten großen Teil der vorliegenden Arbeit angelangt, den Veränderungen in der Musikbranche. Für diese Analyse wurde, um die Vielfalt der Bearbeitungsmöglichkeiten zu zeigen, ein anderes Verfahren gewählt. Anstatt blitzlichtartig den Fokus auf einige Entwicklungen zu richten, wurde eine chronologische Übersicht erstellt, von der Schellackplatte bis zu MP3. Besonderes Augenmerk gerichtet wurde auf das digitale Zeitalter mit dessen Speichermedien. Spannend dabei sind die Veränderungen der Hörgewohnheiten im Laufe der Jahre. Kritisch ist anzumerken, inwieweit die Musik heutzutage künstlich verändert wird, um dem Konsumenten gerecht zu werden. Interessant wird zu sehen sein, wie die Entwicklung weitergeht, möglicherweise können die Veränderungen im Bereich der Musik auch einen Hinweis darauf geben, wie es mit der Literatur weitergeht. Das kann an dieser Stelle jedoch nur vermutet werden. Fest steht, dass sowohl Literatur als auch Musik dank der technischen Entwicklungen immer mehr auch unterwegs genossen werden können. Entscheidend war hierfür sicherlich die Entwicklung des Smartphones. Dieses spielt auch eine entscheidende Rolle für den dritten Teil der Arbeit, die sich mit neuen Bezahlmethoden beschäftigt. Denn entgegen der landläufigen Meinung, verstehen die Verfasserinnen unter dem Begriff „Medien“ nicht nur den Unterhaltungsbereich. Es geht ganz allgemein um die Vermittlung von Informationen, also um ein Kommunikationsmittel und die Frage, wozu diese in der Lage sind. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, abschließend konkrete Bezahlsysteme zu analysieren und kritisch zu beleuchten. Dabei findet auch eine Art Ausblick statt, das heißt, die Frage wird gestellt, welches System sich durchsetzt. Es ist möglich, dass sich eine Bezahlvariante mit dem Mobiltelefon durchsetzen könnte. Die Zunahme an Smartphone-Nutzern in Deutschland ist vom Dezember 2011 bis zum Oktober 2012 um ca. 8 Mio. gestiegen[61]. Es ist anzunehmen, dass besonders die jüngeren Generationen Mehrwerte der Smartphone nutzen werden. Das Apple dabei eine eigene Lösung zur Bezahlung anbietet und nicht dem allgemeinen Trend anderer Hersteller folgt, lässt vermuten, dass der Smartphone-Nutzer zwischen weiteren Varianten wählen kann. Ein abschließendes Wort ist im Hinblick auf die Vielzahl der Entwicklungen schwierig. Man kann jedoch zusammenfassen, dass der stetige Wandel im Medienbereich auch uns als Menschen dazu bringt, sich ständig weiterzuentwickeln; als Reaktion auf die Neuerungen werden neue Fähigkeiten herangebildet. Um es mit einem Beispiel zu sagen: Wussten Kinder der 80er noch, wie man mit einem Bleistift eine Kassette zurückspult bzw. das Band wieder in Ordnung bringt, wissen die Digital Natives, wie man in Sekundenschnelle einen ganz bestimmten Song vom Handy auf das Tablet bringt. Auch, wenn es stets angebracht ist, die Entwicklung kritisch zu begleiten, wozu diese Arbeit einen Beitrag leisten soll, ist, so meinen die Verfasserinnen, ein Kulturpessimismus alles andere als angebracht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manager Magazin Stand 12.03.2013
  2. Spiegel Stand 12.03.2013
  3. Manfred Spitzer: Digitale Demenz. München 2012.
  4. Petra Wilhelmy-Dollinger: Die literarischen Salons: Mit historisch-literarischen Spaziergängen. Berlin 2000.
  5. Perlentaucher. Stand 26.02.2012.
  6. Geschichte Online. Stand 27.02.2013.
  7. Literaturport. Stand 27.02.2013.
  8. Uschtrin Verlag. Stand 27.02.2013.
  9. Adam Olearius: Moskowitische und persische Reise.Stuttgart/Wien 1986.
  10. Elmar Sauerwein: Das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit. Reliabilität und Validität einer Methode zur Klassifizierung von Produkteigenschaften.Wiesbaden 2000.
  11. Netzwerk der Literaturhäuser. Stand 27.02.2013.
  12. Accountleichenland Stand: 27.02.2013.
  13. Das Gegenteil von Henry Sy Stand: 26.02.2013.
  14. Literaturhaus zu Henry Sy Stand: 26.02.2013.
  15. Das Gegenteil bei Wordpress Stand: 26.02.2013.
  16. Henry Fieldung:Tom Jones. Die Geschichte eines Findlings. Mannheim 1997, S. 10.
  17. Das Gegenteil bei Wordpress. Stand 27.02.2013.
  18. Das Gegenteil bei Wordpress Stand: 26.02.2013.
  19. Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind. Wien 2006.
  20. Das Gegenteil bei Wordpress Stand: 27.02.2013
  21. Wie? Warum? Weshalb? Das Beste 1991 S.222
  22. Planet Wissen Stand 02.03.2013
  23. Tonaufzeichnung Stand 05.03.2013
  24. Unbekannter Autor "Hat die Schallplatte ausgespielt?" in Der Spiegel Ausgabe 50/1971
  25. Planet Wissen Stand 03.03.2013
  26. Timothy Day: A Century of Recorded Music 2000 Yale University Press, S. 20
  27. Magnetbandmuseum Stand 04.03.2013
  28. Michail Hengstenberg: Musik-Kassette Das Band der Liebe in einestages Zeitgeschichten auf spiegelonline 13.1.2010 Das Band der Liebe Stand 04.03.2013
  29. Endres, Frank: Die Geschichte der Tonträger, 01.06.2009 Planet Wissen Stand 03.03.2013
  30. Timothy Day: A Century of Recorded Music, Yale University Press 2000, S. 25F
  31. Planet Wissen Stand 03.03.2013
  32. Tonaufzeichnung Stand 05.03.2013
  33. Timothy Day: A century of Recorded Music, Yale University Press 2000, S. 23
  34. Wie? Warum? Weshalb? 1991, S. 226
  35. Deutsches Rundfunkmuseum Stand 11.03.2013
  36. Gizmodo Stand 12.03.2013
  37. Robert Hegenbarth: Geschichte der MP3 auf Geschichte der MP3 Stand 08.03.2013
  38. Tonaufzeichnung Stand 08.03.2013
  39. Bundesverband Musikindustrie e.V.: Musik im digitalen Wandel. Eine Bilanz aus zehn Jahren Brennerstudie, 2012, S.6ff
  40. Niels Knolle: Musik im Zeitalter ihrer Digitalisierbarkeit 3/2008, S.9
  41. Wie die MP3 die Qualität der Musik zerstört Stand 10.03.2013
  42. Bundesverband Musikindustrie e.V.: Musik im digitalen Wandel 2012, S. 6
  43. Wie MP3 die Qualität der Musik zerstört hat Stand 10.03.2013
  44. Und sie dreht sich noch Stand 10.03.2013
  45. Badische Zeitung 125 Jahre Schallplatte Stand 10.03.2013
  46. Geldkarte Zahlen und Fakten, Transaktionen Stand 01.03.2013
  47. Geldkarte Zahlen und Fakten, Beträge Stand 01.03.2013
  48. Geldkarte Zahlen und Fakten, Einsatzbereiche Stand 01.03.2013
  49. Geldkarte rückläufig heise Stand 01.03.2013
  50. Girogo Stand 01.03.2013
  51. Dr.Andreas Martin: Pressegespräch der Deutschen Kreditwirtschaft zum "kontaktlosen Bezahlen", 11.01.2012
  52. Hilmar Schmundt, Ole Reißmann: ""Girogo" der Sparkassen - Datenschützer fürchten Missbrauch bei neuer Funk-Geldkarte" In Spiegel Online, 13.06.2012
  53. Projekt Telekom mit Mastercard Stand 01.03.2013
  54. Projekt in Polen Stand 01.03.2013
  55. Mastercard geht an den Start Stand 01.03.2013
  56. Bezahlverfahren setzt sich anders durch als erwartet Stand 01.03.2013
  57. Kontaktlos bezahlen mit NFC Stand 01.03.2013
  58. Was die Kunden zukünftig wollen Stand 01.03.2013
  59. Buchhandel machen Amazon Konkurrenz Stand 09.03.2013
  60. Birdwire Stand 09.03.2013
  61. Statistik Smartphone Stand 09.03.2013