Benutzer:Iulia Alexandra Catrina/Dokumentation (WS 2016)

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Meine Dokumentation[Bearbeiten]

1. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/innenpolitik/august/ (Augusterlebnis)

2. http://www.sueddeutsche.de/politik/euphorie-zu-beginn-des-ersten-weltkriegs-wie-europa-den-kriegsausbruch-feierte-1.2069620-3

3. http://www.sueddeutsche.de/politik/erster-weltkrieg-die-allgemeine-kriegsbegeisterung-ist-eine-maer-1.2075802

4. http://www.habsburger.net/de/kapitel/kriegseuphorie-kriegsmuedigkeit-begeisterung-und-ernuechterung-im-grossen-krieg

5. http://ww1.habsburger.net/de/kapitel/endlich-grusste-man-das-so-lang-verdrangte-uberfallige-mit-blumen

6. http://ww1.habsburger.net/de/kapitel/krieg-es-war-reinigung-befreiung-was-wir-empfanden-und-eine-ungeheure-hoffnung

7. http://ww1.habsburger.net/de/kapitel/mythos-kriegseuphorie

8. http://ww1.habsburger.net/de/kapitel/die-kriegsbegeisterung-ist-allerdings-geschwunden

9. http://ww1.habsburger.net/de/kapitel/kriegsmude-das-ist-das-dummste-von-allen-worten-die-die-zeit-hat

10. http://wk1.staatsarchiv.at/kriegseuphorie/einleitung/

11. https://de.wikipedia.org/wiki/Hurra-Patriotismus

12. https://de.wikipedia.org/wiki/Augusterlebnis

13. https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_im_Ersten_Weltkrieg

14. http://www.mediathek.at/erster-weltkrieg/ausgabe-2/der-kriegsausbruch/kriegsbegeisterung/

15. https://www.marx21.de/allgemeine-kriegsbegeisterung-das-ist-eine-legende/

16. https://www.helles-koepfchen.de/?suche=kriegsbegeisterung

17. http://www.ndr.de/kultur/geschichte/Neue-Blicke-auf-den-Ersten-Weltkrieg,weltkrieg132.html

18. http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2014/02/19/der-erste-weltkrieg-in-der-literatur/#anker21

19. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/innenpolitik/august-erlebnis.html

20. https://de.wikipedia.org/wiki/Ideen_von_1914

21. http://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/willingly_to_war_public_response_to_the_outbreak_of_war (US Artikel)

22. http://theconversation.com/the-soldiers-across-europe-who-were-excited-about-world-war-i-29807 soldiers around Europe happy to go to war

23. http://theconversation.com/your-country-needs-you-why-did-so-many-volunteer-in-1914-30443 Why did so many volunteer?

24. http://www.sragg.de/geschichte/Websites/Web%20Erster%20Weltkrieg/begeisterung1.htm

Wikipedia Artikeln: • Erster Weltkrieg • Propaganda im 1. Weltkrieg • Kampfmoral • Euphorie • Hurra-Patriotismus • Augusterlebnis • Manifest der 93 • Erklärung der Hochschullehrer des deutschen Reiches •

Briefe: http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/input_felder/langDatensatz_ebene4.php?urlID=950&url_tabelle=tab_websegmente

Quellen 02.08.1914

 Brief des Leutnants zur See Kurt Zwirner an seine Eltern und Geschwister über die Mobilmachung und die euphorischen Reaktionen an Bord vor Wilhelmshaven 

04.08.1914

 Brief des Leutnants zur See Kurt Zwirner an seine Eltern und Geschwister über den Beginn des Ersten Weltkrieg und die Reaktionen an Bord vor Cuxhaven 

Quellen 25.07.-03.08.1914

 Tagebuch der Mathilde von Ledebur mit Eintragungen zum Kriegsausbruch, zur Verpflegung der ausrückenden Soldaten und zum Gerüchteaustausch 




Plakate zu kriegsbegeisterung:

http://doro-doro.over-blog.de/pages/1_Ursachen_des_1Weltkrieges-886503.html]

http://forum.worldoftanks.eu/index.php?/topic/236858-094-jts-shockz-drax-hd-texturen-hd-grafik-mods/page__st__380

http://www.sueddeutsche.de/kultur/karikaturen-im-ersten-weltkrieg-dienst-mit-der-zeichenfeder-1.1939271-6

http://www.sragg.de/geschichte/Websites/Web%20Erster%20Weltkrieg/begeisterung1.htm


Fotos:

http://www.geschichte-in-liedern.de/MeinMichel.html (imagine cu tapferen SIEBEN!) https://miepvonsydow.wordpress.com/2013/11/27/a-large-crowd-celebrating-great-britains-declaration-of-war-on-germany-in-trafalgar-square-london-1914/

http://l7.alamy.com/zooms/e12375ca270440a6872dc670f940bddc/people-celebrate-the-outbreak-of-war-in-london-1914-c460b4.jpg (Britische Freude 1914)




http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/379729 (Kampfmoral) 


https://de.wikipedia.org/wiki/Hurra-Patriotismus >>> Erster Weltkrieg 1914 gab es in Deutschland, aber auch z. B. in Frankreich eine regelrechte Welle von Kriegsbegeisterung, die heute als Augusterlebnis bezeichnet wird. Diese Begeisterung und ihre propagandistische Nutzung und Orchestrierung im Anschluss an die o.g. Phänomene waren es vor allem, die in der Weimarer Republik und später unter dem Begriff des Hurrapatriotismus verstanden wurden. Kurt Tucholsky etwa richtete seine Kritik besonders scharf gegen den in Kriegervereinen und studentischen Corps vertretenen Militarismus, der auf eine Revision der Kriegsergebnisse von 1918/19 zielte – und damit auf eine Wiederholung von 1914. Ein Beispiel dafür ist sein Text Nebenan von 1922: Ein Kriegerverein feiert im Nebenzimmer einer Gaststätte („Hurra! Rra! Rra!“), in der Schankstube verfolgt ein Kriegsversehrter ohne Arme den Auftritt und kommentiert ihn. Tucholsky benutzte den Ausdruck „Hurrapatriotismus“ jedoch nicht – zur Kennzeichnung der von ihm kritisierten Haltung genügte ihm der Begriff „Patriotismus“: „Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand“ (Heimat, 1929).

Lieder ca. 1915: http://www.deutscheslied.com/de/search.cgi?cmd=search&srch_Titel=HurrA&srch_Melodie=&srch_Tonsatz=&srch_Text=&srch_Quelle=&Zeitalter=


Das Augusterlebnis in Südbaden: Ambivalente Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf den Kriegsbeginn 1914: (Geinitz, Hinz) http://www.erster-weltkrieg.clio-online.de/_rainbow/documents/kriegserfahrungen/geinitz%20und%20hinz.pdf


Schriftsteller Thomas Mann über den Krieg- Reinigungskrieg: http://www.zeit.de/2014/08/thomas-mann-heinrich-mann-erster-weltkrieg

http://www.zeit.de/2010/10/L-B-Betrachtungen (Krieg veredelt die Menschen)

http://www.sueddeutsche.de/politik/ausbruch-des-ersten-weltkriegs-in-zitaten-jetzt-verloeschen-die-lichter-in-ganz-europa-1.2064231-13 Ausbruch des ersten Krieges in Zitaten --- berühmte gebildene Personen über dem Krieg--- positive Haltung zu finden : Auch Thomas Mann, der 1929 den Nobelpreis für Literatur erhält, verbirgt seine Begeisterung für den Krieg nicht. "Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte! Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden", schreibt der Schriftsteller in seinem Aufsatz Gedanken im Kriege, der im November 1914erscheint.

Kriegsbegeisterung spiegelte sich auch im Manifest der 93 (https://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_der_93 ) vom September 1914 +

Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches vom Oktober 1914, (https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung_der_Hochschullehrer_des_Deutschen_Reiches )

(die von über 3.000 deutschen Hochschullehrern unterzeichnet worden war, wenngleich diese Erklärungen in erster Linie eine Reaktion auf die weltweite Empörung über die Kriegsverbrechen in Belgien in der Anfangsphase des Krieges waren (Rape of Belgium).)


George L. Mosse: Er beschrieb den Wunsch nach Wiederherstellung einer intakten Männlichkeit nach einer Phase der sogenannten Dekadenz, zu der neben einer vermeintlichen Vormachtstellung des Judentums die Frauenbewegung, erste Ansätze einer Schwulenbewegung und Künstler wie die „Dekadenzdichter“ gezählt wurden

( Vgl. hierzu auch Thomas Rohkrämer: August 1914 – Kriegsmentalität und ihre Voraussetzungen. In: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. München 1994, S. 759–777.)

Der Militärhistoriker Manfried Rauchensteiner betrachtet die Kriegsbegeisterung als durchaus realen Faktor, der quer durch die Bevölkerungsschichten und politischen Lager wirkte. Nach Rauchensteiner wurde die Aussicht auf einen Krieg im Sommer 1914 zur Projektionsfläche unterschiedlichster politischer, philosophischer und existenzieller Sehnsüchte: „Für die Menschen war es zwar nicht selbstverständlich, dass es Krieg gab, aber es schien ihnen auch nichts besonders Erschreckendes zu sein; Krieg gehörte zur menschlichen Existenz und war etwas ungemein Aufregendes. Der Krieg schien der ideale Ausweg zu sein, um dem Alltag zu entfliehen. Alles Mögliche floss da ein: Gegensätzliches wie Müdigkeit an der Moderne und Sehnsucht nach etwas Neuem, irrationale Heilserwartung, Lösung der verschiedensten Dilemmata, Überwindung einer Stagnation, außenpolitischer Befreiungsschlag, Verwirklichung nationalistischer, Festigung staatlicher Struktur, Zentralismus und Föderalismus. [...] In Berlin und St. Petersburg, in Paris und London konnte man ähnlich wie in Wien das Gefühl haben, der Krieg würde als Erlösung gesehen. Und der intellektuelle Anstoß, der quer durch Europa zu beobachten war, ließ jene ungeheure Kriegsbegeisterung hochkommen, die ein Phänomen dieses Jahrhunderts werden sollte. Die Zerstörbarkeit aller Ordnung wurde als Möglichkeit gesehen und der Krieg als Experiment. Im Zeitalter der Beschleunigung wurde auch Krieg als etwas verstanden, das beschleunigte. [...] Studenten, Professoren, Schriftsteller, Künstler, Priester, Atheisten, Anarchisten, politische Aktivisten, Radikale: Alle wollten dabei sein, wenn die Pax Europaea zu Ende ging. [...] Sie alle sahen im Krieg nicht das Entsetzliche, sondern die Veränderung, und nur ganz wenige konnten sich der Suggestion entziehen und anderes als den Aufbruch, nämlich auch das Ende eines europäischen Jahrhunderts, sehen.[3]“ ( Manfried Rauchensteiner: 17.000.000 Tote später war alles anders Die Presse, 13. Juni 2014, Spectrum, S. 1 f.)


Max Weber schrieb von „diesem großen und wunderbaren Krieg“ und dass es herrlich sei, ihn noch zu erleben, aber sehr bitter, nicht mehr an die Front zu dürfen. 
Rudolf Alexander Schröder dichtete: „Für dich will ich leben, für dich will ich sterben, Deutschland, Deutschland.“[7] 

(Golo Mann: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (S. 591))

Stefan Zweig beschrieb eine verführerische Solidarität unter den Volksmassen, der man sich schwer habe entziehen können: „Wie nie fühlten die Tausende und Hunderttausende Menschen, was sie besser im Frieden hätten fühlen sollen: daß sie zusammengehörten.“Quelle:

1. (Stefan Zweig: Die Welt von Gestern. Bermann-Fischer Verlag, Stockholm 1944. (Online im Projekt Gutenberg) 2. Hochspringen↑)


Thomas Mann Krieg= Reinigung

Mann, Thomas: Gedanken im Kriege, in: Ders.: Politische Reden und Schriften, Frankfurt am Main 1986, 9, zitiert nach: Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 19 : „Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung.“
Jünger, Ernst: Sturm, in: Ders.: Sämtliche Werke. Band 15: Erzählende Schriften I, Stuttgart 1978, 27, zitiert nach, Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 20 :  „Hier gebar ein neues Geschlecht eine neue Auffassung der Welt, indem es durch ein uraltes Erlebnis schritt. Der Krieg war ein Urnebel psychischer Möglichkeiten, von Entwicklungen geladen.“
Mann, Thomas: Gedanken im Kriege, in: Ders.: Politische Reden und Schriften, Frankfurt am Main 1986, 9, zitiert nach: Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 19 : „Wir kannten sie ja, diese Welt des Friedens. Wimmelte sie nicht von dem Ungeziefer des Geistes wie von Maden? Gor und stank sie nicht von den Zersetzungsstoffen der Zivilisation? Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler, nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte? Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung.“

Baller, Karl: Krieg und krankhafte Geisteszustände im Heere, in: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin (1917), 73, 29, zitiert nach: Hofer, Georg: „Nervöse Zitterer. Psychiatrie und Krieg, in: Konrad, Helmut (Hrsg.): Krieg, Medizin und Politik. Der Erste Weltkrieg und die österreichische Moderne, Wien 2000, 27 : „Der Krieg ist ein Prüfstein, auf dem alles ausgeschieden wird, was krank und faul ist“, so schrieb der Psychiater Karl Baller 1917 in der Allgemeinen Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin.

Eulenburg, Albert: Kriegsnervosität, in: Die Umschau (1915), 19, 1, zitiert nach: Hofer, Georg: „Nervöse Zitterer. Psychiatrie und Krieg, in: Konrad, Helmut (Hrsg.): Krieg, Medizin und Politik. Der Erste Weltkrieg und die österreichische Moderne, Wien 2000, 28 : „Stahlbad […] für die im Staub langer Friedensjahre verdorrenden und verschmachtenden Nerven“.

Arbeiterschaft (gegensätzliche Sichtsweise) :

Dies wird auch in einem von Oswald Überegger aus dem Italienischen übersetzten Auszug aus den Kriegserinnerungen der Trentinerin Amabile Maria Broz deutlich, wenn sie schreibt: „Aber ein Tag, den sicherlich niemand vergessen wird, ist der 1. August. Um sieben Uhr morgens sah ich auf der Mauer eines Hauses einen Anschlag, der alle Männer von 21 bis 40 Jahren, die schon gedient hatten, einberief. Oh je! Welch traurige Nachricht. Meine Brüder kamen am nächsten Tag, den 2. August. Ich musste um 3 Uhr morgens aufstehen und zusammen mit meiner Mutter das Frühstück vorbereiten. Ihr könnt euch vorstellen, mit welchem Appetit. Nach wenigen Bissen sind sie fort; sie hatten nicht die Kraft, sich von uns zu verabschieden. Ich bin allein zurückgeblieben mit meinen alten Eltern, im qualvollen Leid.“

Quelle: Kriegserinnerungen der Amabile Maria Broz, abgedruckt in: Antonelli, Q./Leoni, D./Marzani, M. B./Pontalti, G. (Hrsg.): Scritture di guerra, Rovereto 1996, 40, zitiert nach: Überegger, Oswald: Der andere Krieg. Die Tiroler Militärgerichtsbarkeit im Ersten Weltkrieg, Innsbruck 2002, 390


Der trentinische Bauer Giovanni Zontini notierte in seinem Tagebuch: „Der Zug war mit Blumen, Laub und Fahnen geschmückt, aber die Gedanken waren ernst, der Tod schien nicht weit entfernt zu sein. Die Lieder waren traurig, traurig wie die Vögel auf dem Schnee.“

Quelle: Giovanni Zontini, zitiert nach: Steininger, Rolf: Einleitung: „Gott gebe, daß diese schwere Zeit bald ein Ende nimmt.“ Tirol und der Erste Weltkrieg, in: Eisterer, Klaus/Steininger, Rolf (Hrsg.): Tirol und der Erste Weltkrieg, Innsbruck 2011, 13


Zu Kampfmoral uns Betrachtungsweise der Soldaten!


„Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein das heißt müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Lüge, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos. War man je zu all dem frisch und munter? So wäre Kriegsmüdigkeit wahrlich ein Zustand, der keine Rettung verdient. Kriegsmüde hat man immer zu sein, das heißt, nicht nachdem, sondern ehe man den Krieg begonnen hat. Aus Kriegsmüdigkeit werde der Krieg nicht beendet, sondern unterlassen. Staaten, die im vierten Jahr der Kriegführung kriegsmüde sind, haben nichts besseres verdient als — durchhalten!“ Quelle: Kraus, Karl: Die Fackel, Heft 474-483, 23.5.1918, 153. Unter: http://corpus1.aac.ac.at/fackel/ (23.03.2014)


Brief von Kurt Zwirner ( Leutnant zur See) an seine Eltern und Geschwister:

"Die Mannschaft ist in einer Stimmung, wie sie nicht besser sein kann. Wir Offiziere saßen zusammen. Im- mer wieder wurde man geholt, mitzusingen, Hurrahs über Hurrahs auf alles mögliche. Um ½ 12 war Schluß in der Offiziersmesse. Um 12, der ersten Stunde des 1. Mo- bilmachungstages, bekam ich Mittelwache. Bis eben habe ich die Kerls zur Ruhe gebracht, fast eine Stunde hat es ge- dauert. Immer wieder die Wacht am Rhein, das Flottenlied, u. Hurrah auf die Artillerie, die Torpedowaffe, die Division, unseren Herrn Leutnant usw. usw. Aber sie mußten in die Koje. Morgen gibt es noch harte Arbeit. Aber das wird ein Arbeiten sein, eine Lust. Das kann man alles gar nicht so beschreiben, wie herrlich das ist. Dabei wissen wir gar nicht gegen wen das geht. "Für Kaiser und Reich", das hört jetzt auf, eine bloße Phrase zu sein. Selbst wie die Leute ja etwas nachher durch Alkohol animiert waren, so war es doch erhebend, wie auch die sonst Schlechtesten begeistert waren; die Reservisten, die also Oktober" Quelle: http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=115266&url_tabelle=tab_quelle (12.01.2017)

 Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen


Tagebucheintrag von Mathilde von Ladebur (Freiherrin) - Eintragungen zum Kriegsausbruch, zur Verpflegung der ausrückenden Soldaten und zum Gerüchteaustausch

"die Züge überfüllt - die Brücken bewacht - alles sprach nur von Krieg in größter Auf- regung - In Gütersloh. Die Jungens in fabel- hafter Begeisterung und Aufregung halfen die Einberufungs-Befehle her- um bringen per Rad. - "

"Mit großer Freude u. Dankbark[eit] wurde das genommen - ein Hura sondergleichen."

"Alles so nett

aussehende Offiziere blutjung und ausgezeichnete Haltung überall -"

"Alle woll- ten hören was für neue Nachrichten wir wüßten - (die unglaublichsten Gerüchte hört man ja) - "

"Wenn wir siegen was wir doch hoffen können mit Recht -"



Manifest der 93 Aufruf an die Kulturwelt September 1914- Oktober veröffentlicht Schriftführer: Ludwig Fulda 93 Wissenschaftlern, Künstlern und Schriftstellern Deutschlands unterschrieben das Manifest - richtet sich an die im 1. WK neutralen Staaten - gegen die Propagandamaßnahmen der Kriegsgegnern und deren Vorwürfe (Reaktion)

Folge: Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches 3000 deutschen Hochschulleherer haben unterschrieben. Krieg dadurch als Verteidigungskampf deutscher Kultur rechtfertigt.

„Wir Lehrer an Deutschlands Universitäten und Hochschulen dienen der Wissenschaft und treiben ein Werk des Friedens. Aber es erfüllt uns mit Entrüstung, daß die Feinde Deutschlands, England an der Spitze, angeblich zu unsern Gunsten einen Gegensatz machen wollen zwischen dem Geiste der deutschen Wissenschaft und dem, was sie den preußischen Militarismus nennen. In dem deutschen Heere ist kein anderer Geist als in dem deutschen Volke, denn beide sind eins, und wir gehören auch dazu. Unser Heer pflegt auch die Wissenschaft und dankt ihr nicht zum wenigsten seine Leistungen. Der Dienst im Heere macht unsere Jugend tüchtig auch für alle Werke des Friedens, auch für die Wissenschaft. Denn er erzieht sie zu selbstentsagender Pflichttreue und verleiht ihr das Selbstbewußtsein und das Ehrgefühl des wahrhaft freien Mannes, der sich willig dem Ganzen unterordnet. Dieser Geist lebt nicht nur in Preußen, sondern ist derselbe in allen Landen des Deutschen Reiches. Er ist der gleiche in Krieg und Frieden. Jetzt steht unser Heer im Kampfe für Deutschlands Freiheit und damit für alle Güter des Friedens und der Gesittung nicht nur in Deutschland. Unser Glaube ist, daß für die ganze Kultur Europas das Heil an dem Siege hängt, den der deutsche „Militarismus“ erkämpfen wird, die Manneszucht, die Treue, der Opfermut des einträchtigen freien deutschen Volkes.“ Über 100 Gelehrte des Auslands reagierten.


Gegenstimmen:

Kriegserinnerungen der Trentinerin Amabile Maria Broz deutlich, wenn sie schreibt: „Aber ein Tag, den sicherlich niemand vergessen wird, ist der 1. August. Um sieben Uhr morgens sah ich auf der Mauer eines Hauses einen Anschlag, der alle Männer von 21 bis 40 Jahren, die schon gedient hatten, einberief. Oh je! Welch traurige Nachricht. Meine Brüder kamen am nächsten Tag, den 2. August. Ich musste um 3 Uhr morgens aufstehen und zusammen mit meiner Mutter das Frühstück vorbereiten. Ihr könnt euch vorstellen, mit welchem Appetit. Nach wenigen Bissen sind sie fort; sie hatten nicht die Kraft, sich von uns zu verabschieden. Ich bin allein zurückgeblieben mit meinen alten Eltern, im qualvollen Leid.“

Quelle: Kriegserinnerungen der Amabile Maria Broz, abgedruckt in: Antonelli, Q./Leoni, D./Marzani, M. B./Pontalti, G. (Hrsg.): Scritture di guerra, Rovereto 1996, 40, zitiert nach: Überegger, Oswald: Der andere Krieg. Die Tiroler Militärgerichtsbarkeit im Ersten Weltkrieg, Innsbruck 2002, 390

Kritische Haltung:

„Der Zug war mit Blumen, Laub und Fahnen geschmückt, aber die Gedanken waren ernst, der Tod schien nicht weit entfernt zu sein. Die Lieder waren traurig, traurig wie die Vögel auf dem Schnee.“ 

Quelle: Giovanni Zontini, zitiert nach: Steininger, Rolf: Einleitung: „Gott gebe, daß diese schwere Zeit bald ein Ende nimmt.“ Tirol und der Erste Weltkrieg, in: Eisterer, Klaus/Steininger, Rolf (Hrsg.): Tirol und der Erste Weltkrieg, Innsbruck 2011, 13


Literatur:

  • Kruse, Wolfgang: Die Kriegsbegeisterung im Deutschen Reich zu Beginn des Ersten Weltkrieges, in: Ders.: Der Erste Weltkrieg, München 2014, S. 180-196
  • Verhey, Jeffrey: Der "Geist von 1914" und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000
  • Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4., München 2003
  • Bendikowski, Tillmann: Sommer 1914. Zwischen Begeisterung und Angst - wie Deutsche den Kriegsbeginn erlebten, München 2014
  • Mann, Thomas: Gedanken im Kriege, in: Ders.: Politische Reden und Schriften, Frankfurt am Main 1986, 9, zitiert nach: Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 19
  • Jünger, Ernst: Sturm, in: Ders.: Sämtliche Werke. Band 15: Erzählende Schriften I, Stuttgart 1978, 27, zitiert nach, Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 20
  • Mann, Thomas: Gedanken im Kriege, in: Ders.: Politische Reden und Schriften, Frankfurt am Main 1986, 9, zitiert nach: Ernst, Petra/Haring, Sabine A./Suppanz, Werner: Der Erste Weltkrieg – Zeitenbruch und Kontinuität. Einleitende Bemerkungen, in: Dies. (Hrsg.): Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Wien 2004, 19
  • Baller, Karl: Krieg und krankhafte Geisteszustände im Heere, in: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin (1917), 73, 29, zitiert nach: Hofer, Georg: „Nervöse Zitterer. Psychiatrie und Krieg, in: Konrad, Helmut (Hrsg.): Krieg, Medizin und Politik. Der Erste Weltkrieg und die österreichische Moderne, Wien 2000, 27
  • Eulenburg, Albert: Kriegsnervosität, in: Die Umschau (1915), 19, 1, zitiert nach: Hofer, Georg: „Nervöse Zitterer. Psychiatrie und Krieg, in: Konrad, Helmut (Hrsg.): Krieg, Medizin und Politik. Der Erste Weltkrieg und die österreichische Moderne, Wien 2000, 2
  • Giovanni Zontini, zitiert nach: Steininger, Rolf: Einleitung: „Gott gebe, daß diese schwere Zeit bald ein Ende nimmt.“ Tirol und der Erste Weltkrieg, in: Eisterer, Klaus/Steininger, Rolf (Hrsg.): Tirol und der Erste Weltkrieg, Innsbruck 2011, 13'
  • Kriegserinnerungen der Amabile Maria Broz, abgedruckt in: Antonelli, Q./Leoni, D./Marzani, M. B./Pontalti, G. (Hrsg.): Scritture di guerra, Rovereto 1996, 40, zitiert nach: Überegger, Oswald: Der andere Krieg. Die Tiroler Militärgerichtsbarkeit im Ersten Weltkrieg, Innsbruck 2002, 390
  • Kraus, Karl: Die Fackel, Heft 474-483, 23.5.1918, 153.


Fortschritt[Bearbeiten]

Dokumentation und Artikelarbeit hervorragend. --Heinz E. (Diskussion) 11:07, 20. Jan. 2017 (CET)

Korrekturgelesen und Anmerkungen per Facebook an Iulia geschickt. --[[Benutzer:Victoria Koffler] (Diskussion) 21:05, 14. Feb. 2017 (CET)}}