Benutzer:Jeanpol/Glück-im-Alter

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1. Sitzung: Situationsbeschreibung[Bearbeiten]

Ausgangspunkt[Bearbeiten]

Mit zunehmendem Alter stellen sich Probleme ein, die die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. Zu nennen sind:

1. Chronische Krankheiten wie Arthrose, die einen bis zum Lebensende begleiten.

2. Finanzielle Belastungen nach Ausstieg aus dem Beruf

3. Belastungen familiärer Natur:

- Spannungen in der Ehe nach Ausstieg aus dem Beruf

- Pflege von Eltern oder kranken Geschwistern

- Verlust eines Ehepartners durch Trennung oder Tod

- Konflikte mit Kindern

- Geographische Trennung von geliebten Menschen (insbesondere von Kindern)

4. Soziale Isolation

5. Sinnverlust

Woher kann unter solchen Umständen die Energie bezogen werden, die zu einem befriedigenden, ja glücklichen Leben führt? Was heißt glückliches Leben?

Bedürfnispyramide nach Maslow (1954)[Bearbeiten]

Bedürfnispyramide nach Maslow (1954)

Transzendenz

Selbstverwirklichung

Soziale Anerkennung

Soziale Beziehungen

Sicherheit

Physiologische Bedürfnisse
















Ergänzungen[Bearbeiten]

Nach Martin 2010 lässt sich das Bedürfnis nach Informationsverarbeitung als weiteres Grundbedürfnis hinzufügen.

Martin 1994 ordnet alle genannten Grundbedürfnisse dem Bedürfnis nach „Kontrolle“ unter.

Langeweile vs. intellektuelle Tätigkeit und Informationsverarbeitung[Bearbeiten]

Langeweile entsteht, wenn das Bedürfnis nach Informationsverarbeitung nicht befriedigt wird: die informativen Stimuli sind unterkomplex oder irrelevant für das eigene Leben (im Alltag oder langfristig).

Frage: welche Informationen verarbeiten Sie in ihrem Alltag? Gehen Sie bei Ihrer Auflistung systematisch vor, vom Aufstehen bis zum Zubettgehen.

Beeinträchtigungen im Alter[Bearbeiten]

Welche Einschränkungen wirken sich wie aus auf die Befriedigung der genannten Grundbedürfnisse?

1. Gesundheit: Soziale Kontakte – Soziale Anerkennung – Exploratives Verhalten – Selbstverwirklchung in diversen Dimensionen – Sinn

Verbleibt: Informationsverarbeitung

Jammergefahr!

2. Finanzielle Einschränkungen: Beeinträchtigungen in allen Dimensionen bis auf Informationsverarbeitung

3. Familiäre Probleme

a) Probleme in der Ehe: Selbstverwirklichung (Selbstwertgefühl) und Verlust der wichtigsten Quelle der Bedürfnisbefriedigung. Besonders angewiesen auf die anderen Bedürfnisbefriedigungsquellen.

Es bleibt: Informationsverarbeitung

b) Verlust eines Partners durch gewollte Trennung oder Tod

Es bleibt: Informationsverarbeitung

c) Pflege der Eltern: Soziale Kontakte – Soziale Anerkennung – Exploratives Verhalten – Selbstverwirklichung in diversen Dimensionen – Informationsverarbeitung – Sinn (wozu diese Pflge und das damit verbundene Leiden)

Jammergefahr!

d) Geographische Trennung der Kinder: Soziale, besonders stark affektiv geladene Kontakte (soziale Anerkennung: Selbstbewusstsein, Exploratives Verhalten)

Alles andere bleibt

Konsequenzen für den Alltag[Bearbeiten]

Was soll ich tun?

1. Physiologische Bedürfnisse

Physische Aktivitäten – Sport – Ernährung - Körperpflege

2. Soziale Einbindung

a) „gut drauf“ und Jammervermeidung, Selbstdisziplin, klare Projektorientierung die einem Ziele und Halt verschaffen (gute Laune)

b) Anregende Aktivitäten, damit man interessant für die anderen bleibt, sinnvolle, intelligente Lektüren (Selbstverwirklichung)

3. Soziale Anerkennung Siehe 1, 2. und 4.

4. Selbstverwirklichung

Eigene Potentiale erkennen (neue Interessen erschließen) und ausschöpfen:

a) Genießen der Landschaft und der Natur

b) Kulturelle Angebote ausschöpfen: Museen, Veranstaltungen (kulturell, politisch), VHS, neue Medien, Kontakte pflegen

5. Sinn:

Systematisch versuchen, positive Energien nach außen zu vermitteln: Ehrenamt, Hilfe wo dies möglich ist.

Jammervermeidung

Alltagsstrukturierung[Bearbeiten]

(Beispiel)

1. Aufstehen

2. Gute Kleidung

3. Tee trinken und Zeitung lesen

4. Philosophen lesen (firewall), Texte schreiben

5. Erste Hürde: sich um die Mutter kümmern

6. Energietanken: Spaziergang an der Donau oder Baggersee + Interaktionen

7. Zweite Hürde und folgende: sich um die Mutter kümmern oder sonstige unangenehme Aufgaben (Formulare, Steuererklärung)

8. Energietanken: VHS – Museumsbesuch - Sonstige Veranstaltungen und Interaktionen

9. Mutter anrufen oder sonstige Aufgaben

10. Abendessen und Kultursendung oder Kino/Theater/Konzert Mit zunehmendem Alter besteht die Gefahr, dass die Lebensqualität durch finanzielle Einschränkungen, Krankheiten, Pflege von Angehörigen, Trennung oder Verlust von geliebten Menschen stark beeinträchtigt wird. Um emotional auf einem zufriedenstellenden Niveau zu bleiben, ist es günstig, wenn man über konkrete Strategien verfügt. Woher hole ich die Energie, die ich brauche, um psychisch stabil, ja sogar glücklich zu bleiben?

Maslow[Bearbeiten]

Die bekannte Pyramide ist eine Interpretation von Maslows Bedürfnishierarchie.

Flow[Bearbeiten]

(Gefühl des Fließens, Gefühl des Aufgehens in der Handlung)

  1. Unbekannte Felder betreten, Neues entdecken;
  2. Situationen mit offenem Ausgang, für die man die Verantwortung trägt;
  3. Problem lösen, hohe Anforderungen bewältigen;
  4. Ausschöpfen der eigenen Ressourcen;
  5. Gefühl der Selbstentgrenzung;
  6. Kontrolle über das eigene Handeln und das Umfeld.

Belege aus der Philosophie[Bearbeiten]

Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung[Bearbeiten]

1. Sokrates

2. Platon

3. Aristoteles Die Tugend besteht in der vollkommenen Ausbildung der dem Menschen eigentümlichen Fähigkeiten, in erster Linie der Vernunft. Diese Ausbildung nennt er Glückseligkeit. Der doppelten Natur des Menschen entsprechend scheidet Aristoteles zwei Arten von Tugend. Die ethischenTugenden bestehen in der Herrschaft der Vernunft über die sinnlichen Triebe. Die dianoetischen Tugenden bestehen in der Steigerung und Vervollkommnung der Vernunft selbst. Die letzteren sind die höheren.

4. Epikur

5. Stoiker

Physiologische Bedürfnisse[Bearbeiten]

1. Epikur: Hat sein Leben lang unter sehr schmerzhaften Krankheiten gelitten aber „all dem steht die Freude meines Geistes angesichts der Erinnerung an unsere gemeinsamen Unterredungen gegenüber

Sicherheit[Bearbeiten]

1. Epikur: lebe im Verborgenen

Soziale Einbindung[Bearbeiten]

1. Platon

2. Aristoteles: Zoon politikon

3. Epikur: Frreundschaft

4. Hume, Stuart Mill, Rousseau

5. Soziale Anerkennung

6. Soziale Anerkennung

Soziale Anerkennung[Bearbeiten]

1. Aristoteles

Selbstverwirklichung[Bearbeiten]

1. Aristoteles: Tugend: alle Anlage voll ausbauen, insbesondere die intellektuellen (Vernunft, Theoria)

Sinn[Bearbeiten]

1. Sokrates

2. Platon

3. Aristoteles

4. Epikur

5. Stoiker

6. Christen


5. Sitzung[Bearbeiten]

Programm:

1. Flow (kurze Wiederholung) und "Informationsverarbeitung"

2. Geschichte des Glücksbegriffes von der Antike bis zum Mittelalter

3. Aktuelle Themen:

- Extrovertiert/Introvertiert?

- Glücksquelle: Freunde und Familie, Bekannte und Nachbarn systematisch pflegen?

- Glücksquelle: Anderen helfen

4. Sitzung[Bearbeiten]

Wir haben folgende Themen behandelt:

- Was ist Flow? Ist Flow gleich Glück?

- Informationsverarbeitung als Grundbedürfnis

- Woher beziehen wir unsere Energien?

  • Sparziergänge in der Natur
  • Gut schlafen
  • Reisen
  • Anderen helfen
  • Begegnungen mit Freunden

Unsere nächste Sitzung: Dienstag 18.06. wie immer Neuburger Kasten, Raum 23 16:00Uhr.

3. Sitzung[Bearbeiten]

Unser Gespräch verläuft inhaltlich auf drei Ebenen:

  1. "Ratschläge" heutiger Philosophen (David Precht, Wilhelm Schmid...)
  2. Wissenschaftlicher Hintergrund (Maslow, Czyksentmyhali, Ergänzungen von Martin)
  3. Der Glücksbegriff in der Philosophie seit der Antike

2.Sitzung[Bearbeiten]

1. David Precht: Seiten 362-367 aus "Wer bin ich und wenn ja, wieviele?"

2. Der Druck, glücklich zu sein. Wer nicht glücklich ist, ist selber schuld! Leicht gesagt!

3. Definitionen: Glück, Glückseligkeit, Eudaimonie

Die teleologische Ethik und ihre Geschichte

Antike: Für die Philosophie der Antike war es selbstverständlich, dass tugendhaftes Handeln auf ein Ziel (telos) bezogen ist. Die meisten Philosophen sahen dieses telos im Glück. Nur über die Tugend ist das Glück zu erreichen. Alle bedeutenden Strömungen der Antike gehören deshalb zur teleologischen Ethik. Allerdings bedeutet „Glück“ in der Antike nicht ein momentaner Empfindungsglück, sondern ein Erfüllungsglück, ein dauernder, erworbener Zustand der psychischen und geistigen Stabilität (Seelenruhe, Leben als Ganzes gelungen und erfüllt). Moralisches Handeln dient dazu, unbezweifelbar wichtige Güter oder Zwecke hervorzubringen. Die Antike Ethik befasst sich weniger mit Regeln und Normen, sondern sie legt das Gewicht auf die Erziehung und Einübung von Tugenden. Platon: vier Kardinaltugenden: Gerechtigkeit -> Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit. Dies wurde nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch versucht, ein glückliches Leben zu praktizieren. Der antike Eudämonismus ist damit eine Philosophie der Lebenskunst. Allerdings gibt es große Unterschiede in der konkreten Beschreibung einer tugendhaften Lebensform. Aristoteles entwickelt in der Nikomachischen Ethik zwei Glücksvorstellungen, die eine für den Alltagsgebrauch, die andere für einige Auserwählte. Im Alltagsleben empfiehlt er ein Leben, das Extreme in jeder Hinsicht vermeidet. Tugend ist eine „Mitte für uns“. Tugend besteht im Einklang mit dem gesunden Menschenverstand im Vermeiden jeden Übermaßes. Das wahre und höchste Glück findet der Mensch jedoch nur in einer geistig und kontemplativ bestimmten Lebensform. Deshalb ist auch „sophia“ für Aristoteles die höchste Tugend. Epikur lehrt eine ganz andere Auffassung von Glück. Ein tugendhaftes Leben besteht darin, Freude und Lust zu fördern. Damit ist ein zurückgezogenes, sehr gemäßigtes und vernunftgeleitetes Leben gemeint, in dem der Mensch auf alle nicht notwendigen Güter verzichtet. Ataraxia (frei von Bewegung und Unruhe). Die Stoiker vollziehen eine eindeutige Abkehr vom Hedonismus. Für die Stoa lag Glück und Seelenruhe in der apatheia (Befreiung von pathologischen, affektbestimmten Einflüssen des Handelns (z.B. Sucht).Wenn Affekte die Vernunft beherrschen statt von ihr beherrscht zu werden, verliert der Mensch seine moralische Selbstbestimmung und verfehlt den Zustand des Glücks. Affekte sind für die Stoiker unmäßige und überzogene Triebe. Tugendhaftes Handeln, das zur apatheia führt, besteht deshalb in der Kontrolle der Vernunft über die Affekte. Obgleich die Stoiker Vertreter des Eudämonismus waren, haben sie auch Anstöße zu einer deontologischen Ethik gegeben.

Mittelalter: Mit dem zunehmenden Einfluss des Christentums verlor der Eudämonismus sein Gewicht in der philosophischen Ethik. Zwar schrieb der frühchristliche Augustinus noch ganz in der Tradition der Antike eine Abhandlung mit dem Titel „De beata vita“, in der Glück als Ziel eines tugendhaftes Lebens genannt wird, aber die Vernunft als leitendes Prinzip des Handelns und die vier Kardinaltugenden stehen im Dienste des Glaubens. Wichtiger als die weltlichen Tugenden sind die neuen religiösen: Glaube, Liebe, Hoffnung. Das wahre Glück ist im Glauben und in der Vereinigung mit Gott zu finden, nicht mehr in der Seelenruhe. Bei Thomas von Aquin findet im Hochmittelalter das weltliche Glück eine gewisse Aufwertung. Die weltlichen Tugenden führen zu einer natürlichen, wenn nicht vollkommenen Glückseligkeit.

Renaissance: Erasmus undTh.Morus machen sich wieder die antike Lehre vom Glück als Ziel menschlichen Handelns zu eigen und zwar mit dem Argument, Gott habe den Menschen zum irdischen Glück bestimmt.

Aufklärung: Das Glück des Individuums wird mit dem Glück der Gesellschaft, bzw. der ganzen Gattung verknüpft. Der Eudämonismus der Antike wird also zu einem Sozialeudämonismus. Dies ist besonders ausgeprägt in der britischen Aufklärung und bei den Schotten Hutcheson und Hume. (Wohlwollen). Tugend und moralisches Verhalten lassen sich dadurch rechtfertigen, dass sie Glück und allgemeines Wohlergehen hervorbringen. Der deutsche Aufklärer Kant übt eine radikale Kritik an der teleologischen Ethik vorgenommen und dabei diese zur Weiterentwicklung verholfen (Utilitarismus). In ihm stehen nicht mehr Tugenden, sondern Regeln und Normen im Vordergrund. Anders als Kant gehen die Utilitaristen vom Allgemeinwohl als Zweck moralischer Handlungen aus. Bei Bentham wird das Gesamtglück nach der Quantität gemessen, nach Stuart Mill nach der Qualität. Der dritte klassische Utilitarist, Henry Sidgwick ist der Meinung, dass der Utilitarismus dem common sense, also dem Menschenverstand entspricht. Es besteht Übereinstimmung zwischen dem utilitaristischen Grundprinzip und dem kategorischen Imperativs Kants.

20. Jh. Der Utilitarismus hat sich fortentwickelt und ist zur einflussreichsten ethischen Theorie des angelsächsischen Raums geworden. Es wird unterschieden zwischen dem extremen Utilitarismus (Handlungsutilitarismus: bestimmend ist der Nutzen jeder Handlung) und einem eingeschränkten Utilitarismus (Regelutilitarismus: entscheidend ist die konsequente Befolgung von Regeln). Beim Kommunitarismus wird ebenfalls das Wohl der Gemeinschaft bestimmend, aber im Gegensatz zum Utilitarismus wird die Rolle der Gemeinschaftstugenden (z.B. Patriotismus) wieder aufgewertet. Nicht nur der Staat, sondern auch kleinere soziale Verbände wie die Familie oder die Gemeinde zählen zu den für den moralisch Handelnden wichtigen Gemeinschaften. Der Kommunitarismus als eine neuere Richtung der teleologischen Ethik ist eine Reaktion auf die Individualisierung und Anonymisierung der modernen westlichen Gesellschaft. Er versucht, auf die wichtige Funktion von Gruppenmoral und Gruppenloyalitäten im menschlichen Leben hinzuweisen.