Benutzer:Maria Langmann/Arbeitsseite (WS 2016)

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Rudolf Böttger (Maler)[Bearbeiten]

Rudolf Böttger (* 4. Juli 1887 in Tachau, Böhmen; † 28. Jänner 1973 in Regensburg) war ein akademischer Maler.

Rudolfböttger

Leben[Bearbeiten]

Rudolf Böttger wurde am 4. Juli 1887 als Sohn des Fürst-Windisch-Graetz'schen Güterdirektors Dr. Josef Böttger und dessen Gattin Hermine in Tachau (Tachov, Tschechische Republik), Egerland, geboren. Sein Vater war Jurist, verwaltete das Vermögen des Fürsten Windischgrätz und war als Bezirksobmann tätig. Seine Mutter Hermine Böttger war die Schwester von Karl Hermann Wolf, einem deutschnationalen Abgeordneten im Reichsrat. Seine beiden Eltern prägten Rudolf stark, während der Erziehung war es ihnen wichtig, dass er sich mir Musik und Literatur auseinandersetzt. Er war auch sehr naturverbunden. Als sein Vater 1898 zum fürstlichen Zentraldirektor befördert wurde, zog die Familie daraufhin nach Wien. Er besuchte das Gymnasium in Mies und das Schottengymnasium in Wien. 1899 verstarb seine Mutter Hermine Böttger, mit seiner Stiefmutter verbindet ihn später eine ausgeprägte Musikbegeisterung.

1905 wurde er nach dem Abitur Schüler von Franz Rumpler (1848-1922), welcher ebenfalls aus Tachau stammte. Er entdeckte Böttgers Talent an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1885 war Rumpler dort Lehrender und leitete von 1898 bis 1919 die Spezialschule für Historienmalerei. In den 70er und 80er Jahren konzentrierte sich Rumpler hauptsächlich auf Genrebilder, impressionistische Naturstudien und kleine Ölskizzen (Blumen, Frauenakte).Von 1905 bis 1920 machte er die Ausbildung an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Franz Rumpler (Historienmalerei) und Alfred Cossmann (Grafik). 1908 gewann er den Spezialschulpreis und wechselte daraufhin 1911 an die Münchner Akademie zu Carl von Marr. Böttger hatte sich während seiner Ausbildung dafür gemeldet, ein Jahr lang freiwillig den Wehrdienst als Reserveoffiziersanwärter abzuleisten, er zog sich jedoch eine Verletzung zu. Trotzdem meldete er sich 1914, nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, freiwillig an der Front zu kämpfen. Im November 1914 wurde er verwundet. Nachdem es ihm gesundheitlich wieder besser ging, wurde er an der Ostfront als Leutnant eingesetzt. Rudolf Böttger wollte 1917 als Maler zum Kriegspressequartier abkommandiert werden, im März 1918 gelang ihm das auch. Er wurde hauptsächlich in Kiew und am Schwarzen Meer eingesetzt, immer wieder auch mit Oskar Laske (1874-1951), Architekt, Maler, Grafiker und Bühnenbildner.


Nachdem sein Vater einen Schlaganfall hatte und einige Zeit lang nicht arbeiten konnte, unterstützte ihn sein Sohn. Rudolf Böttger arbeitete in Unterburg am Fuß des Grimming, auch in der Gegend der steirisch-niederösterreichischen Grenze und in seiner Egerländer Heimat. Nach 1912 war Böttger in der Steiermark als freischaffender Künstler tätig. Im Ersten Weltkrieg verließ er die Steiermark, reiste mit Oskar Laske in die Ukraine und auf die Krim und agierte als Kriegsmaler. Seine erste Kollektivausstellung fand 1919 im Wiener Künstlerhaus statt. Anschließend ging er wieder auf Reisen. In Wien, seinem gewählten Hauptsitz, übte er sich als Genre-, Landschafts-, Porträt- und Stilllebenmaler. Im Sommer verweilte er meist in seinem Geburtsort Tachau in Böhmen. Der Titel des Professors wurde ihm 1936 verliehen. Nachdem er aus der Tschechoslowakei ausgewiesen wurde, ließ er sich in Regensburg nieder.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Kollektionen im Künstlerhaus: 1919, 1923, 1932
  • Beteiligungen in Warschau: 1930
  • Biennale Venedig: 1925, 1934
  • Rom ("Ars Sacra"): 1933
  • Berliner Olympiade: 1933
  • Weitere Ausstellungen in Budapest, Prag, Stockholm

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Salo-Cohn-Preis 1921
  • Wiener Volkspreis und Preis der Stadt Wien 1928
  • Große Goldene Ehrenmedaille 1934
  • Staatspreis 1936
  • Goldener Lorbeer des Künstlerhauses 1957

Werke[Bearbeiten]

  • Wäschefabrik
  • Der Waldbach
  • Landschaft mit Holzfällern
  • Selbstbildnis
  • Aus der Kirche in Tachau in Böhmen
  • Der Gänseteich
  • Großmutter am Spinnrad
  • Kinder am Feldrain
  • Franiskanerchor in Tachau
  • Der Grimming
  • Zwei Mäher am Morgen
  • Mädchen
  • Am Wasser
  • Die Schmiede
  • Tübingen
  • Meersburg
  • Lauffenburg am Oberrhein
  • Blick auf Leonberg bei Stuttgart
  • Schwäbische Landschaft
  • Angerman-Elven
  • Landhaus in Schweden
  • Univ. Prof. Dr. Carl Biehl operiert
  • Ernte
  • Die Beter
  • Wäschefabrik
  • Hirtenmadonna
  • Blumenladen
  • SS-Oberführer, Stadtrat Inf. Hanns Blaschke
  • Die Quelle
  • Selbstbildnis
  • Bildnis des Führers
  • Univ. Prof. W. Denk
  • Josef Weinheber
  • Schwedische Landschaft
  • 44. Jahresausstellung
  • Ernte im Gebirge
  • 47. Jahresausstellung
  • Rübezahl
  • 48. Jahresausstellung
  • Egerländer Kirchleut
  • Große Kunstausstellung
  • Rindenträger
  • 50. Jahresausstellung
  • Zimmermannsplatz
  • 54. Jahresausstellung
  • Caféterrasse in Kiel
  • 55. Jahresausstellung
  • Frau M.B.
  • Hofrat Prof. Tschermak
  • Berge und Menschen der Ostmark
  • Holz
  • Frühjahrsausstellung
  • Frau Helene Wenter
  • Frühjahrsausstellung
  • Frau Helene Wenter
  • Frühjahrsausstellung
  • Die Quelle

Literatur[Bearbeiten]

  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. München: Oldenbourg 1974 - lfd.
  • Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler der Geburtsjahrgänge 1881-1900. Band 1: A-L. Wien: Selbstverlag 1976
  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hrsg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Rudolf Schmidt: Österreichisches Künstlerlexikon. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Tusch 1974-1980.
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951

Weblinks[Bearbeiten]

Meldezettel Rudolf Böttger, https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/image.xhtml?id=12LeClAeXaCX1jLkM7kqgOM0+8OkdD4Jp25sfgC2ACs1 Rudolfböttger.jpg, https://www.wien.gv.at/wiki/images/b/b3/Rudolfböttger.jpg