Benutzer:O.tacke/Open Science-Collective Intelligence

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Für das "1st Symposium on Collective Intelligence" (COLLIN 2010) in Hagen plane ich einen Beitrag. Der Arbeitstitel lautet: "Open Science 2.0: Using collective intelligence in research and education", der wird sich aber wahrscheinlich noch ändern. Die grundsätzlichen Ideen werde ich hier erst einmal in Deutsch verfassen, auch wenn der Beitrag später in Englisch verfasst sein wird.

Ausgangspunkt[Bearbeiten]

Spätestens seitdem der Begriff Popularisierung seine ursprüngliche Bedeutung verlor und negativ besetzt wurde, bildete sich ein Kluft zwischen Hochschulen und Gesellschaft - Wissenschaftler sahen ihr Publikum vermehrt unter "Ihresgleichen" denn in der breiten Öffentlichkeit. Das starke Anwachsen der verfügbaren Informationsmenge und die fortschreitende Spezialisierung verstärkten diesen Prozess, indem sie die Einheit von Wissenschaftlichkeit und Verständlichkeit aufbrachen. Infolge entwickelte sich das Bild der "einsamen Forschung im Elfenbeinturm", die abgeschottet von der Außenwelt stattfinde und deren Ergebnisse nur elitären Kreisen zugänglich sein solle. Angefeuert durch das Prinzip des "Publish or Perish" scheinen viele Wissenschaftler tatsächlich ihre Ideen solange für sich zu behalten, bis sie veröffentlicht wurden: Geheimhaltung und Verschlossenheit als oberstes Gebot.

Gerade in einer Wissensgesellschaft, die vom Ideenaustausch lebt, gehen durch diese Sichtweise erhebliche Potenziale verloren. Einige Autoren fürchten gar das Entstehen einer Wissenschaftsfeindlichkeit und damit verbundene Risiken für Innovationen. Seit einiger Zeit werden daher neue und intensivere Kommunikationsstrukturen gefordert, um die Verständigung mit der Gesellschaft zu fördern; man spricht von öffentlicher Wissenschaft. Mehrheitlich wird darunter jedoch nur die verstärkte Vermittlung von Wissen verstanden, beispielsweise durch öffentliche Vorlesungen und Seminare, "Science Centers" (Mathematikum in Gießen) oder schlicht die Sensibilisierung für die Relevanz Themen (Jahr der Forschungsexpedition). Weniger stark ausgeprägt ist der Gedanke einer breiteren Partizipation. Dass "Hobbyforscher" jedoch eine wichtige Rolle spielen können, wird beispielsweise in der Astronomie deutlich: Zahlreiche Entdeckungen hätten ohne ihre Hilfe nicht gemacht werden können. Ebenso lassen sich in der (universitären) Lehre Impulse von außen nutzen, um neben der Einbindung der Gesellschaft die Motivation der Lernenden zu steigern und größere Erfolge zu erzielen. Als Beispiel sei ein Seminar zur Informatikdidaktik genannt, dass von Christian Spannagel öffentlich im Internet dokumentiert wurde und zur Beteiligung aufrief.

Offensichtlich gibt es hier verschiedene Analogien. Zum einen ähnelt der Übergang von stärkerer Vermittlung hin zur Partizipation dem Wandel vom Web 1.0 zum Web 2.0, dem kommunikativen "Mitmach-Web". Die Konzepte, die dort zur kollaborativen Entwicklung von Inhalten genutzt werden, lassen sich sicher auch auf die Öffentliche Wissenschaft übertragen, um gemeinsam Wissen zu konstruieren. Weiterhin besteht eine Verwandschaft zu den Konzepten "Open Innovation" oder "Crowd Sourcing", die seit einiger Zeit in der Betriebswirtschaftslehre diskutiert werden. Dabei werden Innovationsprozesse bewusst geöffnet, das heißt Unternehmen bedienen sich der kollektiven Intelligenz der Kunden: größere Anzahl potenzieller Ideengeber, größere Heterogenität zur Vermeidung von blinden Flecken, ...

In meinem Beitrag möchte ich darstellen, dass man durch die Instrumente des Web 2.0 die kollektive Intelligenz einer breiten Masse in Forschung und Lehre gewinnbringend nutzen kann (öffentliche Wissenschaft 2.0 halt) und dafür auch Beispiele anführen. Gleichsam möchte ich aufzeigen, welche technischen und vor allem gesellschaftlichen Schwierigkeiten es zu überwinden gilt.

Stichpunkte[Bearbeiten]

An dieser Stelle ein paar Stichworte - ist noch keine Gliederung, sondern stellt nur dar, was in den "Kapiteln" angesprochen werden soll. Habe das Gefühl, der Platz (maximal 12 Seiten) könnte ziemlich eng werden. Ergo: Wird also am Ende vielleicht nicht alles drin bleiben oder nur kurz angesprochen werden.

  • Einführung
    • Öffentliche Wissenschaft
    • Web 2.0
    • Open Innovation
      • Nutzung kollektiver Intelligenz, gemeinsame Wissenskonstruktion
      • Outside-In vs. Inside-Out vs. Coupled Process
      • Voraussetzungen
  • Chancen und Anwendungsgebiete für Forschung und Lehre
    • Sammeln von Denkanstößen (zum Beispiel (Micro-)Blogs)
    • Vorstellen und Diskutieren von Ideen (zum Beispiel Blog)
    • Gemeinsamen Ausarbeiten von Beiträgen und Vorträgen (zum Beispiel Wikis - oder gleich Google Wave?)
    • Open Peer Reviews vor Einreichung (zum Beispiel Blogs)
    • stärkere Vernetzung (zum Beispiel Twitter)
    • Hilfe bei (methodischen) Problemen
    • Öffentliche Veranstaltungen mit Partizipationsmöglichkeit (Konferenzen, Seminare, ...)
    • Konkretes Beispiel von Open Innovation im Bildungsbetrieb: Sag's uns
    • Kollektive Mitschriften von Vorlesungen/Veranstaltungen
    • Dokumentation der Tätigkeit (Lehrphilosophie/Forschungsprofil/Lab Notebook)
    • Verbindung von Theorie und Praxis
  • Voraussetzungen und Schwierigkeiten
    • Voraussetzungen
      • "kritische Masse" bei der Vernetzung (Maschendraht)
      • nicht nur "Senke" sein, sondern feuern (Neuron)
      • Offenheit und Transparenz
      • Flache Hierarchie
    • Schwierigkeiten
      • Sozialisation im "alten Paradigma"
      • Verschlossenheit
      • Angst vor Blamage
      • Angst vor "Ideendiebstahl"
      • Fehlerhafte Gruppenintelligenz

Quellen/Literatur[Bearbeiten]

  • Anderson, Chris (2009): The Long Tail, München.
  • Chesbrough, Henry William; Vanhaverbeke, Wim; West, Joel (Hrsg.) (2006): Open Innovation, Oxford, New York.
  • Enkel, Ellen; Gassmann, Oliver (2009): Neue Ideenquellen erschließen - Die Chancen von Open Innovation, in: Marketing Review St. Gallen, 26. Jg., Nr. 2, S. 6-11.
  • Faustich, Peter (Hrsg.) (2006): Öffentliche Wissenschaft - Neue Perspektiven der Vermittlung in der wissenschaftlichen Weiterbildung, Bielefeld.
  • Jouret, Guido (2009): Inside Cisco's Search for the Next Big Idea, in: Harvard Business Review, 88. Jg., Nr. 9, S. 43-45.
  • Schulze, Anja (2009): Teaming up to innovate, in: Marketing Review St. Gallen, 26. Jg., Nr. 2, S. 12-16.
  • Spannagel, Christian (2008): Über Vortragsseminare und die Dynamik des Netzes, URL: http://cspannagel.wordpress.com/2008/10/25/uber-vortragsseminare-und-die-dynamik-des-netzes.
  • Surowiecki, James (2007): Die Weisheit der vielen - Warum Gruppen klüger sind als Einzelne, 2. Aufl., München.
  • Vossen, Gottfried; Hagemann, Stephan (2007): Unleashing Web 2.0 - From Concepts to Creativity, Burlington.

Diskussion[Bearbeiten]

Anregungen und Kommentare gerne hier!

  • Zu Wikipedia als Instrument kollektiver Wissenskonstruktion, falls du das noch nicht kennst: Wikipedia-Theorie--Jeanpol 18:39, 1. Nov. 2009 (CET)
    • Danke dir! --O.tacke 18:46, 1. Nov. 2009 (CET)
Bitte, gerne geschehen!--Jeanpol 19:42, 1. Nov. 2009 (CET)
  • Der Artikel wurde umbenannt und der Schwerpunkt präziser gefasst: "Open Science 2.0: How Research and Education can benefit from Open Innovation and Web 2.0". Das Arbeitspapier ist in der Gruppe "Bildungswissenschaftler 2.0" einsehbar Man muss allerdings eingeloggt sein, um die Datei abrufen zu können. --O.tacke 16:59, 6. Dez. 2009 (CET)