Benutzer:Stefanie Schmid2/Arbeitsseite

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Name des Themas ist Veitsch im Ersten Weltkrieg

Kriegerdenkmal Veitsch (Friedhof)

Wie weltweit erreichte auch Veitsch am 28. Juni 1914 die Todesnachricht des österreichisches Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der in Sarajewo erschossen wurde. Dementsprechend waren auch die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges in der steirischen Gemeinde spürbar.

1914 - Kriegsbeginn[Bearbeiten]

Die Kriegsbegeisterung der Einwohner der Veitsch war zu Beginn des Krieges groß. Als der Schulunterricht in diesem Jahr begonnen hatte, wurde von den Schulkindern mit Enthusiasmus an Fußlappen, Fuß- und Kniewärmern und Ohrenschützern gearbeitet. Doch die Nachfrage an der Front konnte damit nicht befriedigt werden. Es wurden Papiersocken aus Billroth-Papier (wasserundurchlässiges Papier) gefaltet und Einlegesohlen aus Zeitungspapier von den Kindern angefertigt. Im Herbst wurden auch Heilkräuter und Brombeerblätter als Tee-Ersatz von der Schuljugend gesammelt. [1]

1915[Bearbeiten]

Im Jänner vernahm die Veitscher Schulchronik die ersten Nachrichten über ehemalige Schüler und Lehrer, die in Winterkämpfen in den Karpaten verletzt wurden oder gar gefallen sind. Schon bald erfuhren auch die Einwohner der Veitsch die Auswirkungen des Krieges, denn die Lebensmittelpreise stiegen. In den Sommermonaten trafen die ersten Kriegsgefangenen aus Russland und Italien ein. Es wurden circa 200 Menschen im Magnesitwerk angestellt, welche auf der einen Seite meist ohne Ausbildung und auf der anderen Seite erschöpft waren. [2]

1916[Bearbeiten]

Die Auswirkungen zeigten sich immer mehr und der Tatendrang ging zurück. Man übertrug den Lehrern die Ausgabe der Lebensmittelkarten und den Verkauf von Lebensmitteln (Mehl, Kartoffeln und Hülsenfrüchte), die von Bezirksbehörden angeschafft wurden. So wurde eine unparteiische Ausgabe der Nahrungsmittel versichert.[3]

1917[Bearbeiten]

Die Not der Menschen war kaum zu ertragen. Ende Februar wurden zwei Kirchenglocken eingeschmolzen. Im Dezember mussten auch die Orgelpfeifen ihr Dasein beenden und die Richtung zum Schmelzofen antreten. Wegen Kohlenmangels mussten die Schulen geschlossen werden und die Kinder wurden von ihren Eltern in die Oststeiermark fortgeschickt, denn hier waren die Lebensverhältnisse besser. [4]

1918 - Kriegsende[Bearbeiten]

Der Unterricht konnte wegen Knappheit an Heizmaterial noch immer nicht fortgesetzt werden und im Februar kam es noch dazu zu einer Schließung der „Suppenanstalt“, da zu wenig Kartoffeln vorhanden waren. Im September 1918 ist die Anzahl der Schüler auf 443 gesunken, wobei es 1914 noch 569 Schüler waren. Alleine zu Schulbeginn 1917 waren es rund 50 Schüler weniger. Die „Spanische Grippe“ befällt im Oktober die Veitsch und somit viele kraftlose Einwohner. „Deutsch-Österreich“ wurde am 12. November 1918 zur Republik ernannt und der Zusammenbruch des alten geregelten Zustands zeigte früher als woanders seine negativen Seiten. Der Festgottesdienst am 3. November zum Namenstag von Kaiser Karl I., auch „Kaiseramt“ genannt, wurde nicht zelebriert. Es wurde am 18. November eine „Heimwehr“ gegründet, um die Sicherheit in der Veitsch zu garantieren. Diese hatte 102 Mitglieder.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Othmar Pickl: Die Geschichte der Gemeinde Veitsch, Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Othmar Pickl: "Die Geschichte der Gemeinde Veitsch". Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch, S.82
  2. Othmar Pickl: "Die Geschichte der Gemeinde Veitsch". Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch, S.82-83
  3. Othmar Pickl: "Die Geschichte der Gemeinde Veitsch". Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch, S.83-84
  4. Othmar Pickl: "Die Geschichte der Gemeinde Veitsch". Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch, S.84-85
  5. Othmar Pickl: "Die Geschichte der Gemeinde Veitsch". Selbstverlag der Gemeinde Veitsch, 1979 Veitsch, S.85-87

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kriegerdenkmal in Veitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien