Benutzer Diskussion:Jeanpol/Menschenbild

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Didaktik (Spannagel), Politik (Höbusch)[Bearbeiten]

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Fragen[Bearbeiten]

1. Brauchen wir ein kohärentes, konsensfähiges Menschenbild in Didaktik und Politik?[Bearbeiten]

  • Mein Eindruck ist, dass bei vielen passionierten Didaktikern das Fachwissen in die Röhre guckt (das ist dann auch die Kritik der Fachleute an den Didaktikern), und umgekehrt kritisieren die Didaktiker die Fachleute für die Ausschließlichkeit ihrer Hingebung zum Fachlichen. Das ist ein bisschen der Konflikt zwischen Fachhochschulen (eher Didaktik/Lehre) und Universitäten (eher Fach/Forschung) in Deutschland; ein Unterschied, der politisch Zwist erzeugt, obwohl eigentlich doch Einigkeit herrschen sollte (beste Mischung von Fachlichem und Didaktischem). Nun könnte es sein, dass das "Menschenbild" eine gute konzeptuelle Schnittstelle ist, ein Meinungsfeld, auf dem die Waffen ruhen können und wo Didaktiker und Fachleute über das sprechen können, was wirklich im Zentrum steht: der Mensch. --Birkenkrahe 17:08, 12. Feb. 2012 (CET)
    • Natürlich würde ein solches Menschenbild gebraucht! Denn worin liegt die Logik, beim Menschen nur die Fehler zu suchen statt seine Besonderheiten zu erkennen und zu nutzen, z. B. im und für den Unterricht? Kristina Lucius 20:09, 12. Feb. 2012 (CET)
      • Das finde ich einen guten Gesichtspunkt. Schön gesagt! --Birkenkrahe 21:17, 12. Feb. 2012 (CET)
    • @Kristina: Genau hier sehe ich den Ansatz, der inklusive Bildung überhaupt erst möglich macht. Denn solange Menschen "defizitorientiert" betrachtet werden und nicht das Augenmerk auf die Vielfalt und die Besonderheit jedes Einzelnen gelegt wird, ist der Inklusionsgedanke zum Scheitern verurteilt. Caroline 22:58, 12. Feb. 2012 (CET)

2. Können wir von der Frage ausgehen: "Was brauchen Menschen, um glücklich zu sein"?[Bearbeiten]

  • Ich denke nein; meine Erfahrung im systemischen Coaching und Therapie sagt mir, dass andere Werte, z.B. Loyalität zum Familiensystem, das Streben nach Glück ganz klar schlagen, bzw. diesem untergeordnet sind. Aber nicht immer ersichtlich oder bewusst: z.B. entscheiden sich Kinder ganz klar für das Unglücklichsein, wenn es Ihnen erlaubt, in der Familie zu bleiben. Diese Mechanik des Menschlichen widerstrebt der "fun and happiness" Auffassung der Postmoderne. Ein richtig weites Feld...aber ich diskutiere gerne mit, auch wenn Du diese Frage an den Anfang stellst, denn vielleicht sind wir uns ja doch einig, lesen nur den Glücksbegriff anders. --Birkenkrahe 17:12, 12. Feb. 2012 (CET)
    • Mit Glück meine ich tatsächlich ein allgemeines Gefühl der Zufriedenheit, die z.B. entstehen kann, wenn man seine Pflicht tut.--Jeanpol 18:28, 12. Feb. 2012 (CET)
      • Welche Pflicht kann glücklich machen? Kristina Lucius 20:09, 12. Feb. 2012 (CET)
        • Die meisten: seinen Job gut zu machen, authentisch und redlich mit seinen Mitmenschen umgehen, sich um Schwächere kümmern...--Jeanpol 20:56, 12. Feb. 2012 (CET)
          • ...oder, in Ergänzung des familien-systemischen Standpunkts oben: ein guter Sohn/Tochter/Ehemann/Ehefrau/Partner sein (hier auch Relevanz für den Unterricht: Regressionsneigung), in Abhängigkeit von den innerhalb der Familie definierten (und verteidigten) Werten. --Birkenkrahe 21:17, 12. Feb. 2012 (CET)
          • Wäre es dann an dieser Stelle nicht geschickter, zwischen fremd- und selbst auferlegten Pflichten zu unterscheiden? Kristina Lucius 21:38, 12. Feb. 2012 (CET)
            • Das würde aber leicht zum Jammern führen. Das Leben stellt nun mal Aufgaben, ob fremd- oder selbstbestimmt!--Jeanpol 07:28, 13. Feb. 2012 (CET)
            • Nein, denn es ist doch möglich zu lernen, die Lösungswege aus selbstbestimmten Aufgaben auf fremdbestimmte zu übertragen. Kristina Lucius 08:42, 13. Feb. 2012 (CET)
              • Richtig, das denke ich auch.--Jeanpol 09:50, 13. Feb. 2012 (CET)
    • Ich denke, wir müssen von dieser Frage ausgehen. Ich kann die Auffassung der antiken Philosophen teilen, die Glück (Eudämonie) als Hauptziel menschlichen Strebens gesehen haben. Wir alle versuchen, glücklich zu sein. (Damit ist allerdings kein naiver Egoismus gemeint: selbstverständlich kann man sich auch aufopfern für jemand anders und dadurch glücklich sein - würde man es nicht tun, wäre man evtl. unglücklich). Wie entsteht aber Glück? Durch Dopamin in der Birne, also durch unser Belohnungssystem. Wann wird Dopamin ausgeschüttet? Wenn wir ein Bedürfnis befriedigt haben (Neurophysiologen verzeihen uns hoffentlich diese Vereinfachung). Also erscheint es mir total logisch, dass Jean-Pol in seinem Menschenbild von den menschlichen Bedürfnissen ausgeht. --Cspannagel 22:01, 12. Feb. 2012 (CET)
      • Das zeigt eindringlich die Beschreibung dieses Kollegen, der die Meinung vertritt: "Mit der Anforderung, Beiträge zum Glücklichsein zu leisten, sähe ich mich (und die Uni insgesamt) absolut überfordert."--Jeanpol 07:07, 13. Feb. 2012 (CET)

3. Warum ausgerechnet dieses Menschenbild?[Bearbeiten]

  • Dieses Menschenbild versucht wesentliche Aspekte der humanistischen Pädagogik und Psychologie (u.a. Maslow) zu integrieren und auf den Punkt zu bringen, so dass es operationalisierbar ist. Man kann davon konkrete Preskiptionen für die Alltagsbewältigung ableiten. Ein ähnliches Modell gibt es meines Wissens bisher nicht.--Jeanpol 18:31, 12. Feb. 2012 (CET)

Folgende Ansätze sind u.a. in dem Menschenbild enthalten:

  1. Humanistische Psychologie (Aristoteles, Epikur, Maslow)
  2. Dialektik, Systemtheorie (Heraklit, Hegel, Nietzsche, Luhmann)
  3. Neurobiologie/Informationsverarbeitung (Aristoteles, Portele, Dörner)
  4. Kritischer Rationalismus (Sokrates, Popper, Dörner)
  5. Projektmanagement (Dörner)

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